Wie wird unser Alltag im Jahr 2045 aussehen, wenn Technologien wie Künstliche Intelligenz, vollständig vernetzte Wohnräume und immersive Formen der Unterhaltung nicht mehr als Zukunftsmusik gelten, sondern fester Bestandteil des täglichen Lebens geworden sind? Eine aktuelle Untersuchung in der DACH-Region, durchgeführt von Perspectus Global im Auftrag der Integrated Systems Europe (ISE), liefert interessante Perspektiven auf diese Frage. Befragt wurden 2000 Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Ergebnisse zeichnen ein deutliches Bild davon, wie Menschen sich die nächsten beiden Jahrzehnte vorstellen und welche technologischen Entwicklungen sie dabei als besonders prägend einschätzen.
Besonders auffällig ist die Erwartungshaltung von vielen der Befragten, dass das intelligente Zuhause, das lange Zeit lediglich in Science-Fiction-Filmen existierte, nun tatsächlich Realität wird. Und das nicht irgendwann, sondern schon in naher Zukunft! Für viele Menschen stellt diese Vorstellung kein fernes Konzept mehr dar, sondern eine konkrete Vision für die kommenden Jahre.
Insgesamt sind 77 Prozent der Teilnehmenden aus den drei untersuchten Ländern der Überzeugung, dass sich ihr Leben bis zum Jahr 2045 grundlegend verändern wird. Die Triebfeder dieser Transformation sehen sie vor allem in der technologischen Entwicklung. Interessanterweise wird erwartet, dass sich viele dieser Veränderungen nicht in abstrakten oder industriellen Sphären abspielen, sondern ganz direkt im persönlichen Umfeld der Menschen: In den eigenen vier Wänden, im Fahrzeug oder am heimischen Arbeitsplatz.
In Deutschland beispielsweise glauben viele der Befragten, dass Künstliche Intelligenz und Robotik zukünftig eine Vielzahl von Tätigkeiten im Alltag übernehmen werden. Dabei geht es nicht nur um Reinigungsarbeiten oder Pflegeaufgaben, sondern auch um logistische Abläufe wie Einkäufe oder die Organisation alltäglicher Aufgaben. Diese neuen Technologien sollen dabei nicht nur entlasten, sondern das Leben effizienter und komfortabler gestalten.
Inhaltsverzeichnis
Smarter Smart Home
Im Zentrum der zukünftigen Entwicklungen steht insbesondere der Wandel des Smart Homes. Dieses Thema nimmt in deutschen Haushalten eine zunehmend bedeutende Rolle ein und wird sich in den kommenden Jahren stark weiterentwickeln. Dabei geht es nicht nur um Komfort und Effizienz, sondern zunehmend auch um Themen wie Datensicherheit und Datenschutz, denn je stärker die Technik in den Alltag eingreift, desto wichtiger wird der verantwortungsvolle Umgang mit persönlichen Informationen.
Und zum Health Home
Ein besonders dynamisches Feld innerhalb des Smart-Home-Sektors ist der Übergang zum sogenannten Health Home. Hierbei geht es darum, wie Technologien gezielt zur Förderung der Gesundheit eingesetzt werden können. Smarte Geräte übernehmen dabei Funktionen, die weit über Lichtsteuerung oder Temperaturregelung hinausgehen. Sie messen beispielsweise die Luftqualität, überwachen den Schlaf oder verknüpfen Gesundheitsdaten von Wearables mit Umgebungsparametern, um das Wohlbefinden aktiv zu verbessern. Dadurch wird das eigene Zuhause erstmals zu einem relevanten Bestandteil der persönlichen Gesundheitsvorsorge.
Die Zukunft des Wohnens wird dabei nicht mehr von der Anzahl vernetzter Geräte bestimmt, sondern von der Qualität der Systemintegration. Einzelprodukte mit cleveren Funktionen reichen künftig nicht mehr aus. Entscheidend ist, wie nahtlos unterschiedliche Technologien miteinander kommunizieren, Abläufe automatisiert werden und sich das System den Bedürfnissen der Bewohner anpasst. Energieeffizienz, Kostentransparenz und ein spürbarer Mehrwert für die Nutzerinnen und Nutzer bilden dabei die zentralen Bewertungskriterien.
Die Vision des intelligenten Wohnens im Jahr 2030 oder 2045 geht somit deutlich über das hinaus, was derzeit in vielen Haushalten erprobt wird. Während heute noch Sprachassistenzprogramme wie Alexa oder smarte Beleuchtungssysteme wie Philips Hue dominieren, entwickeln sich Wohnräume zunehmend zu unauffälligen und hocheffektiven Ökosystemen. Technologie tritt dabei immer stärker in den Hintergrund. Sie ist nicht mehr sichtbar oder aufdringlich, sondern agiert vorausschauend und zuverlässig im Hintergrund. Das Ziel soll dabei ein Wohnumfeld sein, das die Menschen nicht belastet, sondern sie entlastet, schützt und unterstützt, ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen.
Medien und Mobilität
Parallel dazu rechnet ein erheblicher Teil der Befragten mit der zunehmenden Personalisierung audiovisueller Inhalte. Die Vorstellung, dass Serien, Musikangebote, Nachrichten oder auch Computerspiele vollständig auf die jeweilige Stimmung, das verfügbare Zeitfenster und individuelle Vorlieben abgestimmt werden, ist für viele nicht nur denkbar, sondern erwartbar. Künstliche Intelligenz soll in der Lage sein, Nutzerinnen und Nutzer in einer Weise zu analysieren, dass sie ihnen nicht nur Inhalte vorschlägt, sondern ein auf sie zugeschnittenes Medienerlebnis schafft.
Auch in der Mobilität zeichnen sich laut Studie deutliche Veränderungen ab. So rechnen viele mit dem Durchbruch autonomer Fahrzeuge, die sich nahtlos in bestehende Smart-Home-Strukturen einfügen werden. Das beginnt bei der automatisierten Öffnung des Garagentors und reicht über die Integration in das häusliche Energiemanagement bis hin zu sicherheitsrelevanten Anwendungen. Das Auto wird dabei nicht mehr als isoliertes Fortbewegungsmittel gesehen, sondern als ein weiterer Baustein im vernetzten Alltag.
Bye, Bye TV
Eine weitere Entwicklung, mit der eine Vielzahl der Befragten rechnet, ist der Rückzug des klassischen linearen Fernsehens. An seine Stelle treten Streaming-Dienste und flexible On-Demand-Formate, die dem Menschen eine individuelle Auswahl ermöglichen und sich zeitlich frei in den Alltag integrieren lassen. Diese Entwicklung wird weitreichende Folgen haben. Nicht nur klassische Medienhäuser werden sich anpassen, sondern auch für die Werbeindustrie und die Anbieter von Netzinfrastruktur, die sich auf neue Anforderungen einstellen müssen.
Ein besonders spannender Bereich, in dem sich viele Veränderungen abzeichnen, ist die immersive Unterhaltung. Eine Mehrheit der Befragten geht davon aus, dass man zukünftig Sportereignisse von zu Hause aus in bisher ungekannter Weise erleben kann. So schwebt vielen etwa vor, durch die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, aus welcher Kameraperspektive man ein Spiel verfolgt. Darüber hinaus rechnen viele mit Virtual-Reality-Erlebnissen, die das eigene Wohnzimmer in ein Stadion, einen Konzertsaal oder ein Kino verwandeln. Das Erleben von Events wird dadurch personalisierter, interaktiver und unmittelbarer.
Die Integrated Systems Europe, die als weltweit führende Messe für audiovisuelle Technologien, Systemintegration und vernetzte Lösungen gilt, spielt in diesem Kontext eine zentrale Rolle. Die nächste Ausgabe der ISE im Februar 2026 in Barcelona statt und zeigt Entwicklungen aus einer Vielzahl von Branchen: Von Smart-Home-Anwendungen über den Bildungsbereich bis hin zu Gesundheitslösungen. Als Treffpunkt für Expertinnen und Experten bietet die Veranstaltung eine Plattform, auf der die technologischen Trends der kommenden Jahre diskutiert und präsentiert werden.
Michael Blackman, Geschäftsführer der ISE Europe, kommentiert die Studienergebnisse mit einem klaren Statement:
“Aus der Studie geht klar hervor, dass die Befragten zwar davon ausgehen, dass das Leben in 20 Jahren nicht mehr wiederzuerkennen sein wird, dass sie aber auch begeistert sind von den Möglichkeiten, die die Zukunft bietet, insbesondere von der Technologie, die das tägliche Leben verbessert. Sie ist vielleicht nicht für jeden erkennbar, aber die audiovisuelle Technologie ist das unsichtbare Rückgrat des modernen Lebens.”
Er hebt hervor, dass diese Technologien Erfahrungen gestalten und zwischenmenschliche Interaktionen auf eine Weise verändern, die auch jene erreicht, die sich der technischen Grundlagen gar nicht bewusst sind – sei es durch eigene Nutzung oder indirekte Auswirkungen im Alltag.
Quelle: Pressemitteilung ISE
