Die PALMCASE Hardcases von Andres- Systeme bieten dem Pocket PC Schutz vor Wasser, Schmutz und Stößen. Können sie den harten Ansprüchen, die ein mancher stellt gerecht werden oder kann man sie nur als übergroßes Etui verwenden?

Der Pocket PC im Alltag
Wie oft hat man sich schon gewünscht, dass man in einem bestimmten Moment den PDA benutzen könnte. Abgesehen von beinahe nervigen Blicken der Kollegen, gegen die man leider nichts unternehmen kann, geht es doch vor allem darum, beim Radfahren, am Motorrad oder einfach nur beim Spaziergang den PDA sicher dabei zu haben. Wenn man schon zugegebenermaßen nicht wenig Geld für so ein Gerät ausgibt, möchte man einen Unfall doch nicht leichtsinnig riskieren. Doch wie kann man den Pocket PC am Fahrrad am besten befestigen? Viel mehr Möglichkeiten, als den digitalen Begleiter während der Fahrt aus der Jacketttasche zu holen werden einem kaum geboten.

Doch wie zu beinahe jedem Problemchen der heutigen Zeit, gab es auch hier wieder pfiffige Leute, die sich genau mit dieser Thematik auseinandersetzten. Die Berliner Firma Andres- Systeme beschäftigt sich seit 1999 mit der Herstellung von Outdoorlösungen für PDA, Laptop und anderen empfindlichen Technikgeräten.
Wir testen das PALMCASE- Armor II und die relative Neuentwicklung PALMCASE- mini.
















Einsatzmöglichkeiten

?Mobile Lösungen, kompromisslos praktisch?, so lautet das Motto der Firma. Und tatsächlich, mit dem angebotenem Zubehör ist fast kein Einsatzbereich nicht abgedeckt. Ob einfach nur zum Schutze im Case, mit Gürtelhalterung, befestigt am Motorrad, Einsatz am Fahrrad, Navigation im Auto oder zum chicen Tragen im Alukoffer, keine Wünsche bleiben offen.

Das Palmcase-mini(c) wird gleich mit einer Fahrzeughalterung zusammen geliefert, sodass die Kosten für dieses schon einmal nicht extra anfallen. Das (c) steht hier für die Bauvariante des Cases, es gibt noch eine (p) Version für den härteren Industrieeinsatz, für Personen also, die eine Oberschale aus extrem schlagfesten, säure- und lösmittelbeständigen Kunststoff und Verschlüsse gegen unbefugtes Öffnen benötigen.
Die mini Variante ist vornehmlich für den Hausgebrauch gedacht. Fahrradfahren, Spazieren gehen, vor Wind und Wetter geschützt eben. Dass hingegen die Armor II Variante mehr für den Industriegebrauch zu verwenden ist, erkennt man deutlich an der Größe. Mit einem Außenmaß von 132*222*66mm ist das Gehäuse schon recht bullig, und versucht man dieses an einem Fahrrad zu installieren, wirkt das schon mehr peinlich als professionell. Natürlich war auch dieses Case einmal für den normalen Gebrauch gedacht, doch da heute schon das wesentlich kleinere mini zu ersteigern ist, wird diese Funktion für das Armor II abgelöst.


Optionale Erweiterungen
Für den Test standen uns als Zubehör die Lenkstangenhalterung und ein Gürtelclip zur Verfügung. Gegen den Gürtelclip ist nichts einzuwenden. Einfach anzubringen, bleibt der Clip am Gürtel fest, während man das Case samt PDA einfach abklicken kann. Die Lenkstangenhalterung würde sich an einem Motorrad sicher gut machen, doch an einem Fahrrad wirkt es zu übertrieben, da samt der Autohalterungen verschiedene Module mit angebracht werden müssen, was das ganze in die Größe treibt. Ungeachtet davon sollte man beim Radeln unbedingt bei der Lenkstangenhalterung passendes Werkzeug mitnehmen, da sich im Test schon bei normalen Straßen die Halterung durch die auftretenden Vibrationen schnell gelöst haben. Diese Methode ist also nicht zu empfehlen, was wohlmöglich auch am Gewicht des Armor II Cases lag. Ähnlich wie den Gürtelclip gibt es aber einen Aufsatz für Fahrradlenker, der einfach auf die Rückseite des Cases angesteckt wird. Das Ganze sieht dann aus, wie eine normale Fahrradcomputerhalterung, was dem Sinn des Entwicklers wohl schon wesentlich näher kommen mag.

Für den schlecht- Wettereinsatz besonders praktisch: Beide Cases sind spritzwassersicher, einer Regentour steht also nichts entgegen. Auch erweisen sich die Kabelführungsmodule für das Motorrad als sehr komfortabel, da die Anschlüsse für Strom zum Beispiel auch vor Witterung geschützt sind.


















Kombination für den Einsatz

Abgesehen davon, wie so ein Case mit PDA inne irgendwo aussieht ist es den Herstellern erstaunlich gut gelungen, Kombinationen auszuprobieren. Im Prinzip gibt es für alle PDA Cases gleiche Ansätze, die individuell nach Belieben eingesetzt werden können. Manchmal aber gibt es Unterschiede, was man beim Kauf beachten sollte. Besonders clever sind auch die so genannten RAM-Mount-Module. Am Lenker zum Beispiel wird ein Ball montiert. Passend auf diesen wird ein RAM Modul gesteckt, und auf dieses wieder ein Ball, an dem das Case befestigt ist, so kann man sich seine Hardware beliebig nach der Sonneneinstrahlung drehen und bewegen- sehr raffiniert.






Bedienung und Komfort
Erwähnenswert am mini Case ist, dass es mit einer Displayklappe aus Polycarbonat ausgestattet ist, was die Bedienung des Touchscreens auch durch die Klappe hindurch möglich macht. Beim Armor II hat sich auf dem Fahrrad auch die Klappe als nicht praktisch erwiesen, da diese immer auf und zu klappt, wenn man über leicht hügeligen Unterboden fährt. Der Sicherheit tut dies nichts ab, denn unter der Klappe ist noch eine flexible Folie, zum Bedienen des PDAs, aber nervend hohle Geräusche vom Klappdeckel während der Tour nerven schon.
Nachbestellen kann man viele kleine Teile zur Erweiterung des Cases. Je nach Einsatzwunsch findet man da verschiedene RAM Ansätze und Mittelteile. Jedoch sollte man sich auch hier genau überlegen, was man will respektive braucht, denn auch so klein diese Teile sind, geht das schnell ins Geld.

Kaufen in der Schweiz: www.palmcase.de

Meinung - Sebastian Brückner

Sich über eine Anschaffung eines solchen Cases einmal Gedanken zu machen, sollte jeder, der den PDA nicht nur zu Hause in der Dockingstation stehen hat. Allerdings sollte man sich eine Anschaffung auf Grund des Preises doch überlegen, aber wenn man viel Geld für einen PDA ausgibt, warum dann nicht diesen schützen? Die Verarbeitung der Cases ist auf jedenfall perfekt. Besonders clever sind auch die Kombinationsmöglichkeiten und besonders löblich ist der weit gefächerte Einsatzbereich. Wem also die Größe nichts ausmacht, der kann hier ein gutes Case kaufen. Besonders gut finde ich auch, dass nun endlich auch Fahrradfahrer in den Genuss von GPS Navigation kommen können.