Der WRP-300Plus ist ein kleiner, kompakter WLAN-Router von PEARL, an die abermals Dank geht für die Unterstützung bei dieser Review, mit einer Menge aussergewöhnlicher Features.
In dem 77 x 90 x 31 mm kleinen und weniger als 190 Gramm leichten, schwarzen Gehäuse ist ein Linux-basierter Router untergebracht, der als erstes einmal 802.11n WLAN bis zu 600 Mbit/s (kompatibel zu g und b) mit zwei internen Antenne bis zu 30 Metern in Gebäuden anbietet. Ein WAN/LAN Port für die Verbindung zum Internet oder zum Netzwerk und ein zweiter LAN-Anschluss, beide bis zu 100 Mbit/s, sorgen für die einfache Einbindung ins Netzwerk. Auf der Oberseite sind fünf LED-Anzeigen die Statusinformationen abbilden.
Hinzu kommen auf der Seite zwei USB 2.0-Anschlüsse mit denen USB-Sticks, Druckern, Festplatten etc. im Netzwerk geteilt werden können oder eben um einen UMTS-Internetstick, wie sie heutzutage von allen Mobilfunkanbietern angeboten werden, als Internetzugang zu benutzen. Das genau ist das herausragende Merkmal dieses kleinen, schwarzen Wunderzwergs. So kann man auch wenn kein DSL-Anschluss verügbar ist eine schnelle Internetverbindung mittels WLAN-Signal mit mehreren Computern und Mobile Devices gleichzeitig in Windeseile benutzen, mit Geschwindigkeiten bis zu 7.2 MBit/s dank HSDPA. Auch UMTS/EDGE wird unterstützt, wenn das UMTS-Modem das her gibt.
Die Einstellungen erfolgen alle komfortabel über den Web-Browser. Das WiFi-Signal kann z.B. per WEP, WPA und WPA2 verschlüsselt werden, mit Pre Shared Key oder RADIUS-Server, auch die Details und Zugangsdaten für einzelne Benutzer/innen und für den integrierten FTP-, Drucker- und Sambaserver werden über den Browser getätigt. Damit können die externen USB-Speicher eben als Windows-Freigabe per SMB-Protokoll freigegebn und gemeinsam benutzt werden. Jede/r Benutzer/in hat dabei ein eigenen, automatisch erzeugten Unterodner. Auch können anonyme Zugriffe ermöglicht werden und weiter kann man auch den FTP für die WAN-Seite freigeben, so dass aus dem Internet darauf zugegriffen werden kann.
Die weiteren Einstellungsmöglichkeiten sind mit anderen, handelsüblichen Routern durchaus vergleichbar und umfassen eine frei konfigurierbare Firewall mit IP, MAC und URL-Filtern, DMZ, DHCP-Server und -Weiterleitung, statische IP-Vergabe, PPTP, PPoE, UPnP und DynamicDNS. Ein weiteres Merkmal ist das WPS, WiFi Protected Setup. Dabei muss man die Passphrase für das WLAN-Signal nicht am Endgerät eingeben, sondern drückt am Router auf den WPS-Knopf und die Geräte handeln die Verschlüsselung selbst aus. Auch unterstütz der Router WDS, womit man die Reichweite eines schon bestehenden WLAN-Signals vergrössern kann.
Drei Betriebsmodi über einen Schalter auswählbar: Router, AP und WiFi-AP. Was genau diese bewirken, ist jedoch in der durchaus nicht schlecht gemachten Anleitung irgendwie nicht dokumentiert. Manche Funktionen wie WDS sind aber zum Beispiel im Router-Modus nicht verfügbar.
Der Multi-Router wird mit einem abnehmbaren, zweipoligen Stecker geliefert, welcher durch eine Buchse für die 12-V-Stormversorgung durch einen Zigarettenanzünder-Adapter ersetzt werden kann. Leider ist das KFZ-Netzteil nicht enthalten. Auch ist auf der Stirnseite des Routers eine Mini-USB-Buchse vorhanden womit das Gerät per handelsüblichem USB-Kabel mit Strom versorgt werden kann. Das geht natürlich auch mit den beliebten USB-Akkus wie dem http://www.pocketpc.ch/hardware-zube...-reiseset.html. Damit hat man ein mobiles Breitband-WLAN-Signal vollkommen unabhängig von Steckdosen oder Telefonanschlüssen!
Neben den 12V aus dem Zigarettenanzünder, den 5V vom USB-Anschluss können über den normalen Stromsteckeranschluss auch von 100-240V Wechselstrom aufgenommen werden und so ist das Gerät weltweit einsetzbar.
Das Gerät wird zusammen mit denn schon erwähnten zwei abnehmbaren Stromsteckern geliefert, einer Kurzanleitung auf Deutsch sowie einer CD, welche die volle Bedienungsanleitung und die Kurzanleitung nochmals als PDF-Versionen enthält. Leider wird eben das optinale KFZ-Netzteil nicht mit dazu gelegt und auch kein Netzwerkkabel welches man für die erste Einrichtung benötigt. Der Lieferumfang könnte also etwas üppiger sein.
Verarbeitet ist der Router gut, auch wenn die schwarze Oberläche sehr anfällig für Fingerabdrücke ist.
Diese erste Einrichtung erfolgt sehr intiuitv und Problemlos. Man stellt seinen Computer darauf ein, die IP-Adresse per DHCP zu empfangen und verbindet sich mit einem Kabel, welches auch kein Crossover-Kabel sein muss da der Router dies selbst erkennt und dann gegebenenfalls umschaltet, zum Gerät. Die IP-Adresse 192.168.1.1 ansurfen, das Administrator-Panel wählen und den Standartbenutzernamen admin mit dem Passwort admin angeben.
Nun wird man gleich durch die Grundeinstellungen geführt wo alle üblicherweise notwendigen Angaben gemacht werden wie Zeitzone, LAN-Einstellungen, WAN-Einstellungen und WLAN-Setup. Speichert man die Einstellungen, zählt das Webinterface 99 Sekunden rückwärts, dann erst sind die neuen Einstellungen übernommen. Das ist gilt leider auch in den einzelnen Menüs, wenn man diese nicht durch die Wizards Basic Setup oder Application Setup (für Benutzerkonten, Ordnersetup, FTP-, Samba- und Print-Server) aufruft. Das heisst, das man nach jeder Änderung wie beispielsweise der Sprache, wo unter anderem auch Deutsch und Französisch ausgewählt werden kann, wieder hundert Sekunden warten muss bis man weiter konfigurieren kann.
So sind weiter auch die meisten zu erwartenden Einstellungen und Funktionsweisen anzutreffen und intiuitiv konfigurierbar. Praktisch ist auch die Funktion, die Einstellungen in eine Datei speichern zu können um so beispielsweise auch zwischen mehreren Einsatzmöglichkeiten zu wechseln. So kann man etwa das Gerät zuhause als normalen WLAN-Router einsetzen am DSL-Internetanschluss und wenn man ihn unterwegs einsetzen will, einfach das andere, vorher angefertigte und erprobte Profil aus einer Datei laden und muss nicht seine UMTS-Zugangsdaten neu eingeben und die Firewall entsprechend anders konfigurieren etc.
Doch was nun am meisten insteressiert ist sicherlich, wie das mit dem 3.5G-Sticks klappt. Hier muss ich leider ein paar Punkte abziehen. Die Sticks werden durch das Band weg zwar zu erst als UMTS-Stick erkannt und so im Menü angezeigt, dann wird aber, was man auch im Log-Fenster der Weboberfläche des Routers sehen kann, doch als Speichermedium identifiziert. Dies liegt meist daran, dass die Geräte ja ein CD-ROM-Laufwerk emulieren um die Treiber und eine entsprechende Dashboard-Software für eine einfache Interneteinwahl installieren zu können. Damit kann der WRP-300 Plus enttäuschenderweise nicht so einfach umgehen, zumal fast alle der von mir getesteten und heute gebräuchlichen Sticks diese Funktion aufweisen. Doch auch hier kann Abhilfe geschaffen werden:
Man installiert den Internet-Stick erst auf seinem PC und verbindet sich mit Hyper-Terminal oder Putty etc. auf dem virtuellen, seriellen COM-Port des UMTS-Modems. Dort gibt man dann für Sticks von HUAWEI, dem Hersteller der meisten in Deutschland und der Schweiz vertriebenen Sticks, den AT-Befehl AT^U2DIAG=0 ein, um alle Funktionen bis auf das Modem zu deaktivieren. Damit kann dann aber auch der bei manchen Geräten vorhandene microSD-Speicherkartenleser nicht mehr benutzt werden, aber auch dieser hat den Multi-Router von PEARL leider etwas verwirrt.
Mit AT^U2DIAG=255 kann die Einstellung später auch wieder rückgängig gemacht werden, wenn man doch wieder die Funktionen braucht. Mehr zu diesen speziellen AT-Commands und auch anderen Einstellungsmöglichkeiten gibt es auf wetpaint.com (Englisch).
Ist diese Hürde also erst einmal beseitigt, kann man in den WAN-Einstellungen des Routers die Zugangsdaten für das mobile Internet eingeben. Die Rufnummer hierbei ist für die meisten Geräte *99#, nur bei wenigen *99***1#, findet man aber in der Dokumentation zum jeweiligen Stick.
Dann die Einstellungen speichern, hundert Sekunden warten und den Stick im Router einstecken. Welchen der beiden USB-Anschlüsse man dafür nimmt, ist nicht erheblich. Wenige Minuten später hat sich der Router ins Internet eingewählt und man kann über das WLAN surfen ohne dass eine Telefonbuchse vorhanden sein muss. Die Geschwindigkeit des Internetzugangs ist, abhängig vom Mobilfunknetz und Anbieter, bis zu 7.2 Mbit/s und kommt auch so beim Endgerät an.
Datei-Server mit FTP- und/oder Samba-Freigabe funktionieren beide einwandfrei, mit vernünftigen Übertragungsraten von üblicherweise 4 MB/s beim Lesen, 2.9 MB/s beim schreiben (natürlich beides auch abhängig vom angeschlossenen Speichermedium), und mit ausreichend Sicherheitsfunktionen. Toll auch, dass ein NTFS-Treiber lizenziert wurde und so neben FAT16 und FAT32 sowie ext3 (und damit auch ext2) auch Platten mit diesem Dateisystem gelesen und geschrieben werden können.
Schade nur, dass ledigilich das unverschlüsselte FTP-Protokoll unterstütz und kein SFTP mit SSL-Authentifizierung etc.
Der Druckerserver tut auch seine Dienste und ist durchaus brauchbar.
Bei der Anmeldung gibt es ja zwei Arten von Login: Administrator, zum Konfigurieren und Personal Panel. Mit letzterem kann man direkt über den Web-Browser auf seine Dateiverzeichnise zugreifen, per FTP oder Windows-Netzwerkfreigabe (SMB). Leider geht letzteres im Mozilla Firefox nicht, da dieser die URI beginnend mit \\ nicht korrekt verarbeiten will. Der Button macht im Internet-Explorer aber nichts weiter, als Windows dazu zu bewegen, den Netzwerkpfad zu öffnen. Aber über die ganz normale Netzwerkansicht von Windows (oder anderen Betriebssystemen mit entsprechenden SMB-Clients) ist der Router ja auffindbar und darauf kann, gegebenenfalls nach Angabe der entsprechenden Benutzer/innendaten zugegriffen werden.
Wichtig vielleicht noch ist zu erwähnen, dass um den Router herum genug Luft bleiben sollte. Das Gerät wird im Betrieb doch etwas warm, aber nicht so, dass man sich daran die Finger verbrennen könnte.
Alles in allem ist der UMTS Router ein sehr gelungenes und äusserst vielseitiges Gerät. Die Ausststtung ist herausragend und kann es wohl mit vielen, teureren Konkurrenzprodukten aufnehmen. Der Lieferumfang könnte etwas üppiger ausfallen, über ein Ethernetkabel oder den KFZ-Adapter mit dabei hätte ich mich gefreut. Die Leistung des Geräts ist in allen betrachteten Bereichen ausreichend bis sehr gut. Bis auf die Probleme mit Internet-Sticks die ein CD-ROM emulieren und die etwas lästigen Wartezeiten beim Speichern der Einstellungen gibt es an dem Gerät nichts zu beanstanden.
Wer also einen vielseitig verwendbaren WLAN-Router braucht, der direkt ans DSL- oder UMTS-Netz gehängt werden kann, Dateien im heimischen Netz verteilen und auch Drucker gemeinsam nutzen lässt, ist mit dem WRP-300Plus sehr gut bedient.
Bewertung & Erwerb Hersteller: PEARL
Verarbeitung Ausstattung Leistung Nutzen Gesamteindruck
Produktseite: PX8569
Preis: CHF 99,95 und EUR 59,90
Besonderes: FTP und SMB-Dateiserver
Druckerserver
Unterstützt 3.5G-UMTS-Internetsticks für den Internetzugang









Automatisch generierter Sicherheitshinweis















