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Also ich sehe das anders. Durch den Ausfall von SMS Nutzung machen die Provider keinen Verlust, sondern es sinken nur ihre Einnahmen. Ich glaube viel dramatischer sind da die Probleme durch die SMS Flatrates. Wenn die nämlich exzessiv genutzt werden, dann wird die Infrastruktur belastet ohne, dass entsprechende Einnahmen zu verbuchen sind. Ich denke, vor allem aus dem Grund wurde Joyn entwickelt, IP basierte Dienste passen einfach besser in die Netzstruktur von Morgen.
Außerdem sollte man mal gegenrechnen, was für Mehreinnahmen durch die Verbreitung von Internettarifen entstehen. Die Messenger Dienste haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Verbreitung von Smartphones und die damit verbundenen Tarife. Die meisten Nutzer zahlen ca. 10€ für ihre Flat, und da haben sie noch nicht telefoniert. Wer hat den früher 10€ pro Monat mit SMS vertippt?
@MrEnglish: Du hast recht. Ich würde auch sagen, dass die News einfach falsch übersetzt wurde.
Im Originalen steht: Ovum forecasts that by 2016 operators will have lost $54bn in SMS revenues due to the increasing popularity of social messaging* services on smartphones. => eine Verringerung der SMS Einnahmen und nicht 54 Mrd Verlust.
Für mich ist Verlust auch was anderes. Sie bekommen weniger Gewinn, die gesendeten SMS bleiben weiterhin das profitabelste was die Mobilfunkanbieter anbieten.
Wikipedia: "Die übertragene Datenmenge ist im Vergleich zur Sprachübertragung gering, eine Kurzmitteilung umfasst etwa 1/1000 der Datenmenge einer Gesprächsminute."
Und bezahlen müssen die Prepaid Kunden meistens genau so viel wie für eine Gesprächsminute.
Die sollen das anders sehen- man scheffelte jahrelang das Geld und nun geht es zurück. Nicht die Umsatzausfälle sind außergewöhnlich, die hohen SMS Einnahmen waren das.
Und das ist halt (Online)journalismus die Seite wird sowieso angeschaut, da viele das Forum nutzen und je reisserischer eine Überschrift verfasst ist, desto mehr Leute gehen drauf, kommentieren usw. Es geht ja um Klicks.
Wenn man bedenkt das eine SMS eigentlich nur ein Abfallprodukt des GSM-Netzes ist kann man wohl kaum von Verlustgeschäft sprechen, sondern, wie MrEnglish schon geschrieben hat, es sinken lediglich die Einnahmen. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupten das die Kunden ohnehin die letzten 20 Jahre verarscht wurden, in denen die Provider für eben dieses Abfallprodukt noch horrende Preise verlangten. Das der Wegfall dieses Geschäfts die Provider ärgert ist aus deren Sicht verständlich, aber es geschieht ihnen recht. Sie sollten sich an aktuellen Märkten orientieren, z.B. den Datendiensten, und es nicht verschlafen, wie es der ein oder andere Smartphonehersteller im Smartphonemarkt schon getan hat.
Ich verstehe nicht wieso sie die Anbieter jetzt beklagen. Bei o2 z.B. zahle ich seit Jahren durchgehend 0,19€ pro SMS was ~1€ für 5 Nachrichten ist. Da ich eher wenig SMS schreibe und telefoniere kommt ein SMS-Pack nicht in Frage. Bei Congstar werde ich in Zukunft 0,09€ pro SMS zahlen, es geht also durchaus günstiger.
Weiterhin bieten SMS keine Möglichkeit für Gruppenchats und wenn man mal ein Foto verschicken will werden 0,4€ für ne MMS verbucht. Wer da jetzt überrascht ist, dass sich die Leute nach günstigeren (kostenlosen) Alternativen umsehen der sollte schleunigst seinen Platz für jemanden mit mehr Kompetenz frei machen.
Wenn man jetzt noch bedenkt dass es Whatsapp nicht erst seit gestern gibt, frage ich mich ernsthaft wer diese Unternehmen führt.
[EDIT]
Dass Whatsapp auch im Ausland nix kostet sofern man WLAN-Zugang hat ist auch noch ein erheblicher Vorteil gegenüber übertriebenen Roaming Gebühren.
[/EDIT]
Ok das wird wohl ein direkter "Auffassungsfehler" von mir gewesen sein. Ich habe es im Prinzip falsch herüber gebracht ^^ Ich bin durch die Übersetzung des englischen Artikels der Meinung das die 54 Mrd den Providern definitiv über die Jahre verloren gehen. Eingenommen waren sie sicherlich :) Allerdings hab ich es gleichermaßen als Verlust angesehen wenn sie jetzt wieder an den Kunden zurückkommen. In meinen Augen stellt es somit eine Verlustleistung da ^^
Im Endeffekt spielt es ja keine Rolle ob die Provider Jahre lang die Leute verar***t haben, oder das Geld bisher eingenommen wurde. Denn die 54 Mrd gehen jetzt in Zukunft über genau diesen Geschäftsbereich verloren.
Würde aber auch den Artikel gerne noch einmal anpassen, wenn die Unstimmigkeiten zu deutlich werden ;) Ich entschuldige mich im Vorfeld für das Missverständnis ^^
Ich habs entsprechend bewusst "laienhaft" ausdrücken wollen um aufzuzeigen, was am Ende dabei verloren gegangen ist. Wird mir aber in Zukunft so nicht mehr passieren ;) Danke für die Auskünfte übrigens :D