MehrWertSteuer formerly known as WUSt MehrWertSteuer formerly known as WUSt
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  1. Zitat Zitat von Dumdidum
    Nun ja wir können gerne eine politische Debatte über MwSt. beginnen Sie ist ja nicht da nur um uns zu ärgern

    Als halber Holländer sollte ich auch DNA-bedingt gegenüber Deutschland abgeneigt sein, aber wir sind doch alle irgendwie Europäer
    Die Diskussion können wir gerne hier (im Offtopic Forum) weiterführen.
    Uns im Dienstleistungssektor hat die MWSt besonders getroffen. Händler zum Beispiel unterlagen schon vorher der WarenUmsatzSteuer für die hat sich soweit nicht viel geändert. Von der WUSt. die für die Verkäufe zu bezahlen war konnte man die WUSt der Einkäufe abziehen. Gleich funktioniert es mit der MehrWertSteuer, so wird bei einer Handels Firma nur für die Wert-Differenz zwischen Einkauf und Wiederverkauf MWSt. bezahlt.
    Ein Dienstleistungsbetrieb wie ein Architekturbüro unterlag früher nicht der WUSt, wohl aber heute der MWSt. Nur in einem Dienstleistungs Betrieb, fallen kaum Ausgaben an die man abziehen könnte, jedoch unterliegen die vollen Einnahmen der MehrWertSteuer. So etwas nenn ich Abzokke.

    Gruss Ingmar
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  2. Nun ja, doch wer bezahlt die MwSt.? Direkt gesehen der Konsument, denn die Anbieter von Produkten schlagen die MwSt. nach der Preiskalkulation dazu. Natürlich wird das Konsumenten ev. veranlassen, weniger Produkte zu kaufen, was indirekt wieder dem Anbieter bzw. Produzenten schädigt. Doch bei 7.6% ist das wohl nicht allzu ausgeprägt.
    Desweiteren müssen wir die MwSt. doch auch als Entlastung der Einkommenssteuern betrachten, denn mit jedem % MwSt. nimmt der Staat über eine Milliarde ( ) pro Jahr ein, die in Projekte investiert werden, die ansonsten noch mehr Einkommenssteuerbelastend wirken würden!

    Eigentlich ist es ja auch nicht mehr als fair, dass auch Dienstleistungsanbieter Steuern zahlen für Dienstleistungen, da dies ja auch Produkte sind und Einnahmen generieren. Desweiteren müssen sich Händler früher auch komisch vorgekommen sein, dass sie die WuSt. abgeben mussten und Dienstleister keine Abgaben leisten mussten.

    Natürlich verstehe ich deine Einwände, dass Dienstleister weniger abziehen können.

    Leider ist das hochzivilisierte Leben, das wir in der Schweiz geniessen, nicht billig, trotzdem möchten wir darauf nicht verzichten. Und trotzdem beklagen wir immer jede Steuererhöhung...

    Gruess

    Sven
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  3. Zitat Zitat von Dumdidum
    Nun ja, doch wer bezahlt die MwSt.? Direkt gesehen der Konsument, denn die Anbieter von Produkten schlagen die MwSt. nach der Preiskalkulation dazu...
    Das ist ja wohl klar, das ist ja auch was ich meine, denn somit wurden Dienstleistungen im Verhältniss zum Handel für den Konsumenten mehr verteuert als Waren. Und die Schweiz ist doch ein Regelrechter Dienstleistungspool.

    Zitat Zitat von Dumdidum
    ...Eigentlich ist es ja auch nicht mehr als fair, dass auch Dienstleistungsanbieter Steuern zahlen für Dienstleistungen, da dies ja auch Produkte sind und Einnahmen generieren. Desweiteren müssen sich Händler früher auch komisch vorgekommen sein, dass sie die WuSt. abgeben mussten und Dienstleister keine Abgaben leisteun mussten...
    Das klingt als ob das Dienstleistungsgewerbe Deiner Meinung nach gar keine Abgaben entrichten musste. Das finde ich jetzt aber gemein von Dir


    Gruss Ingmar
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  4. Hallo Ingmar

    Nun reg Dich mal nicht über ungelegte Eier auf. Die Erhöhung der MWSt ist mit dem heutigen Abstimmungsergebnis hinfällig geworden.

    Dennoch möchte ich Dir gerne einen kleinen Exkurs in die Steuerberechnung geben;

    Deine Annahme, dass ein Händler gegenüber einem Dienstleistungsanbieter Vorteile hat, ist leider nicht ganz richtig. Der Händler muss auf seinem Gewinn, den er der Ware zuschreibt auch MWSt abliefern.

    Machen wir mal folgende Rechnung:

    Ein HändlerA bezieht Waren im Wert von CHF 900'000 von HändlerB, darin ist die MWSt von 7.6% oder CHF 63'568.80 enthalten. Die obige Ware verkauft der HändlerA anschliessend für CHF 1'000'000 weiter. In dieser einen Million sind CHF 70'632 an MWSt enthalten, die vom Kunden getragen werden müssen. Falls HändlerA nun den Vorsteuerabzug nicht geltend macht, zahlt er seinem HändlerB für die erhaltenen Waren anstatt der obigen CHF 900'000 nur CHF 836'431.20, damit dieser sich nicht mehr mit MWSt-Abrechnungen herumschlagen muss (ist sehr vereinfacht dargestellt). Aus dem Verkaufserlös von einer Million Franken bleiben dem HändlerA nach Abrechnung der MWSt also noch CHF 929'368. Gegenüber seinen Nettoaufwendungen gegenüber HändlerB hat HändlerA einen "Gewinn" von CHF 92'936.80. somit hat HändlerA also nur auf dem Teil die MWSt bezahlt, die er als Marge auf die zu verkaufende Ware draufschlägt.

    Ein Architekt hat im Grunde genommen keine Handelsware, da er ein reiner Dienstleister ist. Da er keine Handelswaren hat, kann er auch keine MWSt in Abzug bringen (auf Büroausstattungen, Schreibmaterial, CAD-Programmen etc. kann er dennoch einen MWSt-Abzug geltend machen). Ceteris Paribus macht er einen jährlichen Umsatz (Architekten-Honorar) von CHF 100'000 inkl. MWSt. Die darin enthaltene MWSt schlägt mit CHF 7'063.20 zu Buche, die er abliefern muss. Unter dem Strich verbleiben auch in seinem Fall CHF 92'936.80 - also gleich viel wie beim Händler.

    Somit lässt sich sagen, dass ein Dienstleister früher zu WUSt-Zeiten gegenüber den Produkteverkäufern stark im Vorteil waren. Heute ist die Situation ausgeglichener, da auch auf Dienstleistungen MW-Steuerabgaben fällig sind.

    Fazit: Sei froh, dass Du nicht in Holland wohnst, wo die MWSt sogar einen zweistelligen Betrag ausmacht, sodass Du i.d.R. während der ersten zwei Monate nur für den Staat arbeitest.

    Gruss, @lex&er
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  5. Da ja klar ist, dass im Endeffekt sowieso der Konsument der Jenige ist, der für die MehrWertSteuer aufkommen muss, ist es wohl logisch, dass diese Steuer wirtschaftlich ein absoluter Stumpfsinn ist. Die Wirtschaft, egal ob Handel oder Dienstleistung, lebt von der Konsumation der Kunden. In schlechten Zeiten ist die Wirtschaft erst recht auf die Konsumenten angewiesen. Aber mit der MehrWertSteuer wird doch genau der bestraft der Geld in Umlauf, und somit in die Wirtschaft bringt, denn genau der zahlt mehr Steuern als der der auf seinem Geld sitzt und es hortet.
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  6. Hallo Ingmar

    Deine Ausführung erstaunt mich nun wirklich ein wenig. Es erinnert mich ein bisschen an das Grossmutter-Denken; "Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not". Genau dieses Verhalten, vornehmlich älterer Leute mit viel Vermögen, lässt die Wirtschaft in der Schweiz und in der übrigen Welt stagnieren. Z.Zt. ist es genau die Vorkriegs- und Kriegs-Generation, die das oben erwähnte Verhalten praktiziert. Da wird gespart "auf Teufel komm' raus". Warum sind die Steuern heutzutage so tief - weil keine Gelder mehr investiert wird und die Leute Angst haben, dass es hierbei Flöten geht. Also belässt man das Geld lieber auf dem Alterssparkonto, wo es immerhin noch gesicherte 1.25% bringt. Die Wirtschaft kommt erst dann wieder hoch, wenn Gelder in Erfindungen und Entwicklungen gesteckt werden. Der Architektur-Branche geht es nur gut, wenn mehr Bauland zur Verfügung steht (die Reichen müssten hierfür aber Bauumlagen zustimmen), In mehr Immobilien investiert würde und somit Architekten zu mehr Aufträgen kommen. Leider sagen sich ältere Leute, dass sie ja bereits eine Wohnung oder ein Häuschen besitzen und keinen Bedarf an weiteren Liegenschaften sehen, da selbst der Bau und die Verwaltung dieser grosse Mühen mit sich bringt, die die Ruheständler aber nicht mehr aufbringen wollen. Somit sparen die Pensionierten nicht besser, sondern eher schlechter, da z.B. mit Immobilien weit aus höhere Renditen erzielt werden könnten, als mit Alterssparguthaben. Doch so weit denken diese Leute heutzutage gar nicht.

    Zurück zur MWSt. Nicht nur wir Schweizer zahlen die MWSt, sondern auch Ausländer, die z.B. als Tourist oder Besucher in die Schweiz kommen. Auf jeder Übernachtung und jeder Konsumation bezahlen sie einen beträchtlichen Beitrag an die MWSt. Es ist ja auch nicht so, dass die MWSt vom Staat aufgefressen wird. Die MWSt macht bei einem BIP von rd. 400 Mia Franken rd. 30 Mia Franken an Steuereinnahmen aus. Gemessen am Gesamtbudget von rd. 120 Mia sind das rd. 25%. Würden diese wegfallen, dann wären einige tausend Staatsmitarbeiter arbeitslos und die Infrastruktur der Schweiz würde zunehmends zerfallen.

    Du siehst also, dass die MWSt durchaus Sinn macht und auch nötig ist. Über die Höhe liesse sich streiten. Doch angesichts der MWSt-Sätze in den umliegenden Ländern lässt erahnen, dass es uns und dem Staat noch einigermassen gut geht. Wollten wir z.B. die gesamte Staatsverschuldung der Schweiz abbauen, und würden alle übrigen Steuereinnahmen gleich bleiben, keine Neuverschuldung dazukommen etc., dann bräuchte die Schweiz mit einem MWSt-Prozent mehr trotzdem noch rd. 100 Jahre um bei den aktuellen Zinssätzen den Schuldenberg abzubauen. Angesichts dieser Aussichten möchte ich wirklich keine neuen Kinder in die Welt setzen, wenn ich wüsste dass meine Enkel erst im Pensionsalter in einer schuldenfreien Schweiz leben könnten.

    Also noch mal. Mit der Konsumlust und dem indirekten Beitrag an die MWSt leistest Du unserer Wirtschaft Aufschwung. Spare in Massen, denn wenn alle sparen würden, gäbs keinen mehr der Geld von den Banken aufnehmen würde um es auszugeben.

    Gerne können wir uns bei einem persönlichen Treffen weiter über diese Thematik aussprechen. Voraussichtlich haben wir ja noch ein Treffen diese Woche .

    Gruss, @lex&er
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  7. Zitat Zitat von @lex&er
    ...Es erinnert mich ein bisschen an das Grossmutter-Denken; "Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not". Genau dieses Verhalten, vornehmlich älterer Leute mit viel Vermögen, lässt die Wirtschaft in der Schweiz und in der übrigen Welt stagnieren. Z.Zt. ist es genau die Vorkriegs- und Kriegs-Generation, die das oben erwähnte Verhalten praktiziert. Da wird gespart "auf Teufel komm' raus". Warum sind die Steuern heutzutage so tief - weil keine Gelder mehr investiert wird und die Leute Angst haben, dass es hierbei Flöten geht. Also belässt man das Geld lieber auf dem Alterssparkonto, wo es immerhin noch gesicherte 1.25% bringt. Die Wirtschaft kommt erst dann wieder hoch, wenn Gelder in Erfindungen und Entwicklungen gesteckt werden...
    Das ist doch genau was ich im vorherigen Beitrag angedeutet habe, nur schauen wir zwei die Sache von zwei verschiedenen Standpunkten an. Dieses Phänomen zeigt doch genau das Verhältnis zwischen Aktion und Reaktion (cause and effect) auf. Von Deinem Standpunkt her stellt sich dieses Kunsumverhalten als "cause" dar und von meinem Standpunkt her wird das eher als "effect" wahrgenommen. Alles scheint relativ zu sein, oder besser, um Albert E. nicht zu wiedersprechen, alles "ist" relativ. Und ausserdem gehöre ich nicht zu den "Sparern", ich habe eine Familie, da stellen sich die Einnahmen den Ausgaben gegenüber, somit bleibt nichts zum Sparen übrig.

    Zitat Zitat von @lex&er
    ...Würden diese wegfallen, dann wären einige tausend Staatsmitarbeiter arbeitslos...
    Das würde mir nicht unbedingt leid tun, und wenn Du Dich einmal in der Stadt Zürich auf einen Ämtermarsch für ein Baugesuch begeben müsstest, würdests Du bestimmt das selbe fühlen. Die Schweiz, und ganz besonders die Stadt Zürich, erstickt in der Ämterflut.
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