Alles im Griff - Kolumne Alles im Griff - Kolumne
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  1. Inzwischen vergeht fast kein Tag mehr, an dem ich hier nicht ins Forum gehe und die neuen Beiträge lese. Für mich ist es eher eine Informationsbeschaffung, denn eine Begegnungsstätte, obwohl man gleiche Interessen hat und den einen oder anderen schon einmal persönlich angetroffen hat. Nichtsdestotrotz ist es manchmal amüsant zu lesen, wie immer wieder mal die gleichen Fragen in den Threads auftauchen. Bemerkenswerterweise ist es auch immer wieder das gleiche halbe Dutzend, das die Fragen beantwortet. Diese kleine eingeschworene Gruppe hat Ihre Geräte und das Wissen hierfür im Griff. Auch ich scheue mich nicht, ab und an eine Frage oder gar Antwort zu posten, in der Hoffnung ein kleines Problem mit dem Smartphone oder mit dem PPC gelöst zu bekommen – man möchte das gute Stück eben besser beherrschen.

    Doch warum wollen wir unsere Geräte besser beherrschen? Genügen uns die einfachen Funktionen eines Handys oder einer Taschenagenda nicht mehr? Fast wehmütig denke ich an den Anfang des letzten Jahrzentes des vorherigen Jahrtausends zurück, als die ersten Handys (damals hiessen sie noch ausschliesslich Natels) für Otto-Normalverbraucher langsam erschwinglich wurden. Ich hatte damals eines der ersten Handys besessen, das über ein Menü-Funktion verfügte, die es erlaubte, Nummern zu speichern oder Netze zwecks Roaming im Grenzübertritt zu wechseln. SIM-Karten hatten die Natels damals noch nicht, da musste das Gerät zuerst eingeschickt werden, damit es aufgrund der IMEI-Nummer o.ä. aktiviert werden konnte. Begriffe wie SMS, IrDA, Bluetooth oder Freisprechanlage waren damals noch Fremdwörter, ...aber die Dinger funktionierten dafür einwandfrei, wenn auch die Funkdichte noch bei weitem nicht den Standard hatte so wie er heute ist und was wir für selbstverständlich empfinden.

    Heute haben wir nun alle unsere Features aber auch Bugs in unseren Geräten. Hatten wir 1999 noch panische Ängste vor dem Millenium-Bug, der Möglichkeit, dass so ziemlich alle Computersysteme der Welt den Jahreswechsel nach 2000 nicht überstehen würden, da sie ursprünglich so programmiert waren, dass sie sich nach 1999 auf das Jahr 1900 umstellen. Heute können wir darüber nur müde lächeln. Beschäftigen wir uns heute haupsächlich mit dem Problem, wann denn nun endlich das neue ROM-update erscheint, damit wir uns wieder ein bisschen besser fühlen können, kurz bevor die nächsten Ernüchterungen wegen erneuter Fehler und nicht-bereinigter Mängel den Wunsch nach neuen ROM-updates hervorruft. Wir wollen immer alles jetzt und in höchster Perfektion, sonst ist alles Mist was uns da von den Mobilphone-Herstellern untergejubelt wird.

    Ich möchte hier gerne eine kleine Anekdote mit einbauen:

    Im Jahre 1967 veröffentlichte der Mathematiker Benoit Mandelbrot einen bahnbrechenden Artikel über die Frage, wie lange denn die Küste von England wirklich sei. Eine einfache Frage? Mitnichten. Auf einer grossmassstäblichen Karte kann man die Küstenlinie mit einem Zirkel und einem Lineal einfach messen. Man übergeht dann aber wegen der Grossmasstäblichkeit viele Buchten und Riffe. Nimmt man genauere Karten zur Hand, dann kann man selbstverständlich die Feinheiten der englischen Küste viel besser berücksichtigen, allerdings mit dem Resultat, dass die Strecke bedeutend länger wird. Setzt man das Bemühen um mehr Genauigkeit fort, kurvt man also sozusagen um jedes Kieselsteinchen und um jedes Sandkorn herum, dass die englische Küste unendlich lang wird. Und noch etwas, die Messfehler häufen sich derart, dass das Resultat unerheblich wird, da wir uns nur noch auf den Messvorgang konzentrieren.

    Wenn wir nun nicht nur an die Küste von England denken, sondern auch an unsere hochkomplexen Geräte, dann dürfte auch für diese zutreffen, dass zusätzliche Funktionen und extra Programme der Stabilität und Funktionalität nicht gerade dienlich sind. Wir können wohl eine Verbindung via Bluetooth herstellen, oder den PC steuern, auch ist das Surfen im Internet möglich und neue Homescreens möchten nicht nur die Besitzer und Anwender entzücken. Doch brauchen wir die ganzen Features wirklich. Sind unsere ersten Gedanken vor dem Kauf nicht diese, dass wir uns ein Gerät fürs Telefonieren oder Terminieren zulegen wollen? Die übrigen Funktionen sind im Grunde genommen „nice-to-have“ und nicht wirklich nötig. Plagen wir uns doch dann fast tagtäglich damit herum, dass nicht einmal Funkzellen des eigenen Providers erreicht werden können, Nachrichten, Termine und Adressen im digitalen Nirwana verschwinden, nachdem sich das Gerät unwiederbringlich aufgehängt hat und nur mittels eines harten Resets wieder ins Leben gerufen werden kann. Wann hat von Euch einer sein Gerät unter alltäglichen Bedingungen wirklich nutzen können, ohne dem Gedanken nachzuhängen, wann die nächste Fehlermeldung auftaucht oder das Gerät nicht mehr das tut was man in diesem Moment von ihm erwartete? Brauchen wir das wirklich???

    Manchmal wünschte ich mir fast, ich hätte noch mein altes Micro-Tac II mit Menü-Funktion (leider wird aber das C-Netz nirgends mehr unterstützt).

    Doch auch wenn wir schon so komplexe Programme in unseren Geräten integriert haben, wäre es dann nicht einfach das beste, uns damit zufrieden zu geben und nicht einfach noch perfekter und detaillierter darüber Bescheid zu wissen? Wären wir bereit, die Küste Englands im Massstab 1:1'000’000 als für uns relevant zu erachten und auf die Betrachtung der an Riffen vor Cardiff klebenden Miesmuscheln zu verzichten? Wären wir bereit, hinzunehmen, dass unsere Geräte mit dem aktuellen Standard über genügend Programme verfügen und wir nicht noch das letzte Quäntchen an Funktionalität versuchen herauszuquetschen? Wie wäre doch das Leben angenehmer, wenn wir uns nicht tagtäglich mit den Problemen unserer Gerätschaften auseinandersetzen müssten, es gibt ja auch noch anderes und andere. Remedur gegen die Vorstellung, „alles im Griff haben zu wollen“, indem man alles zu wissen und zu kontrollieren versucht, ist auch auf der sozialen Seite gefragt, bevor wir uns zu Fachidioten entwickeln.

    In jedem Augenblick, in jeder Sekunde wird wieder ein weiteres Sankkorn an den Strand von Dover gespühlt, das es zu vermessen gilt, um dann vor Ort festzustellen, dass der Kieselstein von gestern, plötzlich unter der Wasseroberfläche liegt und nicht mehr den Anspruch erheben kann zur Küstenlinie Englands zu zählen. Hatten wir nicht erst vor rund einem Jahr das erste SPV in unseren feucht gewordenen Händen gehalten, um ein halbes Jahr später das Nachfolge-Modell nur noch in der Auslage bestaunen ztu dürfen, weil der Vertrag unsinnigerweise auf 24 Monate abgeschlossen wurde? Kurz nach dem Erscheinen des 2. SPV’s waren dann auch schon wieder die ersten Gerüchte im Umlauf, es würde ein Nachfolge-Modell mit integrierter Kamera und Software-Version 2003 geben, haben wir uns da nicht wiederum aufgeregt zu früh zugeschlagen zu haben? Das erste Bug-Release für das E200 ist noch nicht erschienen, da erscheint aber schon das .... richtig; das Nachfolge-Modell.

    Auch ich sehe mich schon kurz vor dem Stadium, selbst ein solcher obengenannter Fachidiot zu werden, betrachte ich nur die fünf Dockingstations rund um meinen PC herum. Wiederum an die Küste von England denkend fällt mir auf, dass ich auf meinen rd. 10 Elektronischen Organisern immer wieder versuche auf dem aktuellen Wissensstand zu bleiben und die Geräte auch zu unterhalten. Nach dem 2. oder 3. Gerät lasse ich es dann aber meist darauf bewenden, dass ich eh nicht 2 Geräte zur gleichen Zeit bedienen kann.

    Können wir uns nicht damit abfinden, dass eine Schneeflocke sechseckig ist? Der eine oder andere muss sie natürlich noch unters Mikroskop legen um zu sehen, dass sie nicht wirklich sechseckig ist, sondern durch seine Verästelungen eine Vielzahl von Ecken hat. Der Atomforscher geht nach dem Zählen dieser vielen Ecken noch einen Schritt weiter und legt sie unter das Rasterelektronenmikroskop, um zu erkennen, dass die vielen Kanten in sich weitere Unebenheiten beherrbergen, die man wiederum zählen und analysieren kann. Und ehe man sich versieht .... ist die Schneeflocke geschmolzen und man mus eine neue nehmen, um wieder von vorne zu beginnen. Geht es uns da mit unseren Smartphones und Pocket-PC Geräten nicht ganz ähnlich? Kaum haben wir das eine Problem gelöst, stösst aus den Tiefen der Chipleiter und Prozessoren das nächste Problem herauf, das es wiederum zu lösen gilt.

    Aus diesen Gründen habe ich mich entschieden, meine elektronischen Geräteschaften für die nächsten 48 Stunden unbeachtet und unangetastet zu lassen. Ich setze mich die nächsten beiden Abende nicht mehr vor den Computer um Probleme - meine und anderer - versuchen zu lösen. Ich werde im Büro nur noch den Festnetzanschluss nutzen und meine Termine der nächsten 2 Tage auf Papier bannen um sie sicher nicht zu verpassen. Anstatt die News aus dem Netz zu saugen, schlage ich wieder mal die gute alte Regional-Zeitung auf und informiere mich über das Geschehen im nächsten Umfeld.

    „Alles in der Welt lässt sich ertragen, nur nicht eine Reihe von schönen Tagen“ (Goethe)

    @lex&er

    Disclaimer: Der Schreiber dieser Kolumne möchte mit diesem Beitrag die Leute zu nichts animieren oder anstiften. Er möchte lediglich seine Gedankengänge aufzeigen und andere zu Gedanken verleiten.
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  2. Hey @lex&er

    Du machst da einen intressanten Ansatz zur heutigen Gesellschaft!
    Dem gegenüber möchte ich lediglich ein Sprichwort stellen und nachträglich
    noch meine Meinung und ein paar Erklährungsversuche anführen.

    Wissen ist Macht! <- kann wohl keiner sagen, dass das nicht stimmt!

    zu deinem Text:

    Im Grossen und Ganzen gebe ich dir recht, man muss nicht alles immer
    voll und ganz im Griff haben.

    Hier im Forum hat es bestimmt Leute die mit dem Smartphone
    oder dem PPC die coolsten Dinge machen können wie z.b TV
    schauen und noch vieles mehr.

    Doch zu deiner Kernaussage:
    Nein wir brauchen das nicht. wir könnten unsere Thermine auch wie noch
    vor 10 jahren einfach in eine (papier) Agenda eintragen und wüssten
    dann auch immer wann wir wo sein müssten. oder wenn jemand Papier
    nicht mag (wie ich z.b) dann könnte er sich für wenig Geld eine
    einfache, elektronische Agenda kaufen.Die gibt es ja fast überall. Die
    kann dann nur Thermine und evt. Kontakte aufnehmen und anzeigen.
    Das würde ja eigentlich reichen.

    Doch weit gefehlt, wer kauft denn schon so was?!

    Derjenige der freude an der Technik hat
    kauft sich ein mit Optionen voll gestopftes super Gerät das ihm
    mehr bieted als er je braucht oder brauchen wird.
    So mit fällt der schon mal weg!!

    Derjenige der keine freude an der Technik hat wird bei seinem Papier-
    ding bleiben wie auch immer das aussehen mag.
    Der fällt auch weg!!

    Bleiben noch die die sich auf das Wesentlichste beschränken und sich das
    kaufen das sie sicher nicht überfordert und ihnen den Dienst leistet den sie
    brauchen.

    Die werden sich das billig teil zwar anschauen und sich dann aber für einen
    Palm Vx oder neu den Palm Zire entscheiden weil der die aufgaben die sie
    gelöst haben möchten besser erfüllt und nur einen kleinen Aufpreis kosten.


    Ich für meinen Teil bin der Meinung das ich lieber etwas mehr Geld
    ausgebe und dafür auch in einem Jahr oder sogar 2 Jahren
    noch Gefallen an dem finde das ich mir gekauft habe.

    Ich hatte zuerst einen iPAQ H3630 den ersten Farb PDA den es gab.
    Der hatte 32MB ram und 32MB rom so viel ich noch weiss. War ein geiles
    Teil und der hatte mir in der Berufsschule eine Menge guter Dienste getan.

    Dann war mir das Ding zu gross und ich habe mir einen kleinen sony Clié
    gekauft, der nicht mal 30% von meinem alten Flaggschiff gekostet hat, weil
    ich dachte das ich das eher brauchen werde, da ich ja nur Thermine und
    Kontakte verwalten möchte. Weit gefehlt, mir fehlten zum Schluss die guten
    funktionen wie saubere Synchronisation zu outlook, word und exel.
    Ich bin kein Fan mehr von Palm Os ist mir irgendwie unsympathisch.

    Das Ende vom Lied war eine Bestellung bei Dell für den Axim X3i weil ich
    denke das sich der 802.11g Standart eher druchsetzen wird als Bluetooth
    aufgrund der höheren Bandbreite und weil mein W-LAN zu Hause schon
    steht.

    Ob ich den Axim je voll beherschen werde ist unklar, doch eines ist
    sicher, für mich ist das ein "Spielzeug" mit nützlichen Funktionen die
    mir den Alltag erleichtern und das Zeigt auch was ich damit will.
    Ich möchte nicht bis ins hinterste Detail bescheid wissen,
    sondern eifach damit Spass haben und etwas dazu lernen.

    Zum lernen ist dieses Forum einfach super weil es wie gesagt Leute gibt
    die das Buissines wirklich voll im griff haben und auch gerne mal eine
    Hilfestellung leisten.

    in dem Sinne, danke für's Lesen meines Textes...

    greez Tom
    0
     

  3. Hi,

    oh, Mann, jetzt habe ich es schwer. Zwei so lange und substanzielle Artikel über mir - das bedeutet schwere Verpflichtung. Aber ich versuche es:

    Prinzipiell halte ich diese Überlegungen für sehr nützlich, alleine schon mal, um über den Tellerrand zu schauen bzw. sich für kurze Zeit aus seiner kleinen Welt zu lösen. Bei vielen Gedanken horcht man auf und denkt: Oh, richtig, das klingt wirklich vernünftig und voll logisch. Habe ich mich da - zusammen mit vielen anderen (einem Großteil der Gesellschaft?) - in was reinziehen lassen? Wir sind voll im "Konsumterror" und merken es nicht? Die Technik beherrscht die Welt und sie uns statt wir sie?

    Diesen "Aha-Effekt" hatte ich natürlich auch, wie wahrscheinlich fast alle von Euch. Aber nach kurzer Zeit (sehr kurzer Zeit) habe ich das Thema zwar als nicht unwichtig, aber für mich (und Euch) doch nicht relevant wieder abgetan.

    Für die Begründung muß ich leider ein bisschen ausholen, aber Argumentation muß manchmal mit vielen Zeilen "erkauft" werden - und: Der Autor hat es verdient, das seine tiefgründigen Gedanken nicht einfach mit Schlagworten beantwortet werden. Also los:

    - Nicht nur unsere, sondern die weltweite Industrie lebt im Verdrängungswettbewerb
    - Die Controller und auch oft die Unternehmensberater haben das Sagen (bedeutet: Kosten minimieren = Personal reduzieren, Vertrieb optimieren, EK-Preise runter und: Produktionskosten senken. Manchmal mit sehr zweifelhaften Methoden, gute Produkte/Marken können damit "kaputtgespart" werden.) Beispiele, die sicher jeder nachvollziehen kann:

    - früher war vieles aus Metall, dann wurde es nach und nach durch Kunststoff verdrängt. Das ist im Prinzip kein Fehler, allerdings wenn "billiger" KS verwendet wurde, war das Produkt nach kurzer Zeit unbrauchbar, da durch Bruch (Sollbruchstellen?) nicht mehr funktionsfähig.
    Heute ist Metall schon wieder edel und viele Handygehäuse erhalten dadurch eine große Aufwertung (ok, die Nokia Plastikbodys sind wirklich übel).

    - Früher waren japanische Autos viel billiger, dann hat auch die der Sparzwang erreicht und heute kosten sie fast das gleiche (sind allerdings meist besser ausgestattet)

    - Auch Computer sind nicht verschont geblieben: Die ehemals renommierten Marken wie Asus (Mainboards) standen mal einsam an der (Qualitäts-) Spitze, heute werden sie unter Sparzwang "billiger" hergestellt und die vielen anderen Hersteller haben Asus technisch eingeholt, die Unterschiede sind nur noch sehr gering.

    Nun zu unserem Lieblingsthema, das man wohl großzügig zum weitläufigen Bereich der Consumer- oder auch Unterhaltungselektronik zählen kann. ( A propos: Auch hier hat Sony seine ehemalige Vormachtstellung als "die" Marke schlechthin eingebüsst)

    - Um möglichst viel Umsatz machen zu können, dürfen Geräte nicht mehr so lange halten (Sollbruchstellen, billiges Material, so hohe Ersatzsteilkosten, das gleich ein Neukauf fällig wird). Beispiel gefällig: Der Geschirrkorb einer Spülmaschine kostet um 80 €. Das einfach Drahtteil mit Kunstoff überzogen. An die Ersatzteile von Autos brauche ich Euch gar nicht zu erinnern....

    Doch dann ersann die Industrie im Zeichen der Marktsättigung eine neue, sehr erfolgversprechende Strategie:

    Produktüberalterung.


    Die "hilft" doppelt: Statt teuren Reparaturen gleich Neukauf ("reparieren lohnt nicht mehr") und: Technikfreaks ersetzen ihre Produkte viel früher, als es eigentlich nötig wäre.

    Genial war auch der 2. Trick der Industrie: Um nicht nur günstige Geräte mit nur einer Funktion zu verkaufen, ist seit vielen Jahren der Trend hin zu Multigeräten. Natürlich hat die Industrie den Trend selbst gesetzt und erfreute zunächst den Verbraucher mit diesen Vorteilen: statt mehreren Geräten nur eines, keinen Kabelsalat, keine Verbindungs-/Anschlußprobleme. Beispiele: All-in-one Drucker, Scanner, Fax, Kopierer, "Combo"-Geräte für Musik oder auch Brenner für viele Formate. Und nun kommts: Handys.

    Waren sie ursprünglich nur zum telefonieren da (so was soll es heute auch noch geben), sind sie nun wahre "Alleskönner" und vereinen:
    - Uhr, Wecker
    - MP3-Player
    - Gamekonsole
    - papiernes Filofax
    - Schnappschußkamera
    usw. usw.

    Auch hier hat die Industrie es geschafft, den Kaufpreis auf ungeahnte Höhen zu treiben. Obwohl es einfache Phones für 1 € gibt (bei Vertrag) oder auch für wenig Geld ohne, liegen die Alleskönner voll im Trend und die Industrie packt noch Funktionen oben drauf (Blitzlicht, bessere Cam, Radio, TV-Empfänger usw.)

    Erklärbar wird dies durch eine Produktdifferenzierung für verschiedene Käufergruppen, eine der neueren sind die Senioren.
    So gibt es speziell bei Phones "sehr einfache" Geräte (ich meine, sie wurden auch schon als "Opa-Phone" tituliert), eine breite Mittelschicht von einfachen Handies zum telefonieren mit ein paar Zusatzfunktionen und dann die "Oberklasse" (Smartphone & Co.) für die Technikfreaks, also für uns, sonst wären wir wohl nicht in diesem Forum.

    Um jetzt aber zum Schluß zu kommen: Ein richtiges Fazit kann man nicht ziehen, aber ich meine, bedingt durch durch die Umorienterung der Industrie weg vom einfachen "produzieren" zum sehr hart gewordenen Markt des Verdrängungswettbewerbs lief die Entwicklung einfach zwangsweise zur Technikorientierung. Ob man das nun mitmacht, oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Es gibt nach wie vor immer die Möglichkeit, einfache, funktionelle Geräte (auch Autos) zu kaufen, aber irgendwie kann man der Technikverliebtheit auch sehr schnell erliegen. Ich schäme mich auch dafür nicht, sondern erfreue mich an neuen, technologisch fortschrittlichen Lösungen - warum nicht? Und ich finde das Ziel, wirklich nur EIN Gerät unterwegs dabei zu haben (Smartphone) einfach genial. Und je mehr es kann, desto besser.

    Und so lange es gute Foren gibt, wo man sich austauschen und Hilfe erbitten kann, ist es doch ok, oder?

    Gruß
    Sackgesicht
    0
     

  4. Eine Ausführungen sind intressant. Dein Blickwinkel von der Industrie
    her gefällt mir ob wohl er einen sehr sehr wichtigen Punkt ausser
    acht lässt, die Werbung nämlich!

    Viele Mitglieder der Gesellschaft "brauchen" solche Werbekampagnien
    um sich selber von der Masse ab zu heben.
    Sprich sie spekulieren darauf das sie auf der Berühmtheitswelle
    von "Stars" mit reiten können und sich somit profilieren.

    Das Paradebeispiel meines erachtens ist das Handy. Zuerst war es lediglich
    ein Komunikationsmittel für "wichtige" Leute. sprich ärtzte und Leute im
    Aussendienst die das Mobil-Telefon geschäftlich nutzten.

    Doch mit der einführun des Natel D Netzes von Swisscom startete ein
    Boom auf die neue Erreichbarkeit. Die Geräte wurden immer günstiger
    und die Kosten für den betrieb eines Mobiltelefons wurden auch immer
    erschwinglicher!
    Dann geschah etwas was nicht mal sie Wirtschaft zu hoffen wagte! Das
    Handy wurde immer mehr zum Livestyleprodukt und die Käufer ware immer
    "geiler" auf die neuen Ideen und Designs die heraus kamen. Es wurde zum
    Symbol des "Reichtums", des "Inn seins". Daraus resultieren auch die
    horrenden absatz zahlen und die extreme Vielfalt des Angebotes.

    Doch dann kam der Fall der ganzen Branche. Der Grund dafür war wie immer
    einfach und eigentlich simpel. Erstens wollten zu viele Firmen mittmischen
    und setzten sich somit gegenseitig unter Druck. Was dazu führte das
    die neuen Geräte immer schneller heraus gebracht werden mussten um
    nicht wichtige Marktanteile ein zu büsen. Was für den Käufer zum Einen gut
    und zum Andern schlecht war. Gut war das die Preise fielen und die Vielfallt
    stieg. Schlech war das die Qualität immer schlechter wurde. Mittlerweile
    sieht es für mich wieder etwas besser aus. Soll heissen das die Konzerne
    die die Mterialschlacht überstanden haben gelernt hatten und nun
    wieder mehr auf Qualität achten, vorallem im oberen Preissegment.

    Wie sich die Funktionalität entwickelt weiss niemand so wirklich.
    Geht es eher Richtung Smartphone oder ist die PDA & Natel
    Lösung doch beliebter?

    Ich finde die PDA Natel lösung besser weil ich meinen PDA nicht immer
    dabei haben muss wenn ich mein Handy dabei habe.

    Aber das muss jeder selber wissen!

    greez Tom
    0
     

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