Sa. 11. Juni 2022 um 7:09

Review: PEARL Xcase Schlüssel-Tresor SAF-100.app mit Bluetooth und App im Test

von Yves Jeanrenaud 0 Kommentare

Ob am Ferienhaus, fürs AirBnB oder für den Reserveschlüssel, wenn man sich doch mal wieder ausgesperrt hat: Schlüsseltresore sind eine praktische Sache. Wenn so ein Schlüssel-Safe auch noch ins Smart Home passt, umso besser! Wir haben darum den PEARL Xcase Schlüssel-Tresor SAF-100.app mit Bluetooth und App  angeschaut.

Lieferumfang des PEARL Xcase Schlüssel-Tresor SAF-100.app

Der Schlüssel-Safe des Versandhandels PEARL kommt mit einem 1 Meter langen microUSB-Kabel, einer Bohrschablone aus Karton, einer kurzen Produktbeschreibung auf Deutsch und Französisch sowie vier Schrauben und Dübel zur Montage. Mehr nicht. Die erforderlichen vier AAA-Batterien sind nicht im Lieferumfang enthalten. Es können aber auch passende, handelsübliche Akkus verwendet werden. Die komplette Bedienungsanleitung gibt es wie immer als PDF zum Download.


PEARL Xcase Schlüssel-Tresor SAF-100.app mit Bluetooth und App
Fast alles dabei. PEARL Xcase Schlüssel-Tresor SAF-100.app mit Bluetooth und App. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Hardware und Eigenschaften

Der Schlüsseltresor besteht aus einem wetterfesten Metallgehäuse, das 145 x 105 x 52 mm gross ist und 700 Gramm wiegt. Die Rückseite des Safes birgt fünf Löcher von 8 mm Durchmesser zur Wandmontage. Auf der Vorderseite ist eine Klappe und das Bedienfeld angebracht, mit der diese entriegelt wird. Auf das schwarzlackierte Metall ist auf der Vorderseite der Klappe der Markenname Xcase mit weisser Farbe aufgebracht. Darüber befindet sich das Bedienfeld mit zwölf weissen, hintergrundbeleuchteten Gummitasten: Zehn Zifferntasten in zwei geschwungenen Reihen, eine Taste namens C und eine OK-Taste. Zwischen C und OK ist unter einer Gummiabdichtung der microUSB-Anschluss zur Notstromversorgung. Die eigentliche Stromversorgung mittels vier handelsüblicher Batterien in Format AAA, die hinter einer Abdeckung in der Türklappe des Safes untergebracht werden. Sollten die Batterien aber leer sein, kann über den USB-Anschluss das Gerät betrieben werden, um die Batterien im Inneren zu tauschen. Laut Hersteller reichen vier handelsübliche Alkali-Zellen jedoch für ein ganzes Jahr lang aus.

 

Der SAF-100.app Schlüssel-Safe von XCase ist nach Schutzklasse IP54 gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Darin sind zwei kleine Haken auf einer schwarzen Kunststoffleiste, an die man Schlüssel hängen kann. Der Einsatzbereich ist zwischen -20 °C und 60 °C.

 

Der Schlüssel-Tresor ist mittels Bluetooth 4.2 per Smartphone bedien- und programmierbar. Zudem kann er mittels optionalem Bluetooth Mesh Gateway weltweit via Tuya-Cloud gesteuert werden, doch dazu später mehr. Weiter ist ein kleiner Lautsprecher verbaut, der Tasteneingaben und den richtigen oder falschen Zahlencode mit Piep-Signalen anzeigt.

 

Wird der richtige Zahlencode eingegeben, öffnet ein kleiner Motor den Vierregelungsmechanismus der Türklappe des Safe-Gehäuses und die Klappe springt um 90 Grad auf, so dass man die darin aufbewahrten Schlüssel entnehmen kann. Das ist etwas fummelig, weil nicht sehr viel Platz im Inneren ist, aber schliesslich bewahrt man ja nur Schlüssel und nicht die Kronjuwelen darin auf.

 

Das Öffnen klappt zuverlässig, problemlos und schnell. Die Bluetooth-Verbindung ist vergleichsweise stabil und reicht einige Dutzend Meter weit. Auch wenn manche Bewertungen etwa auf Amazon behaupten, ab 10 Grad Celsius wäre ein drahtlose Verbindung nicht mehr möglich, lässt sich das nicht bestätigen. Egal wie warm oder Kalt es bislang wurde, ist die Tuya App recht zuverlässig in der Lage gewesen, den SAF-100.app Schlüsseltresor zu finden und zu bedienen. Selbst durch Wände und Decken hindurch klappt das meist ganz gut. Auch das Gateway macht keine Anstalten hier unerwartete Probleme zu zeigen. Die Temperaturen waren hierbei zwischen -11 °C und knapp 38 °C im Schatten, so dass der Tresor doch auch ordentlich warm wurde.

 

Da aber gerade die Batterien auf Temperatur empfindlich reagieren, sollte der Schlüssel-Safe wohl eher nicht an einer Stelle montiert werden, an der das Gehäuse der vollen Sonneneinstrahlung permanent ausgesetzt ist. Trotz Schutzklasse IP54 ist das Smart Home Gadget ja auch klug zu montieren.

 

Was jedoch zu erwähnen wäre ist, dass zeitweilig die Tuya Cloud wohl Probleme hatte und ich keine neuen Codes einrichten konnte ohne kryptische Fehlermeldungen zu bekommen, die API-Version wäre falsch. App-Updates gab es jedoch keine. Man muss sich also im Klaren darüber sein, dass man bei diesem wie bei vielen anderen Smart Home Gadgets, darauf angewiesen ist, dass der Hersteller bzw. die IoT-Cloud im Hintergrund weiter funktioniert.

Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Testeindruck des PEARL Xcase Schlüssel-Safes SAF-100.app

Der Schlüsseltresor macht einen soliden und gut verarbeiteten Eindruck. Alles passt ineinander und wackelt nicht unnötig.

 

Die Montage und Inbetriebnahme sind recht einfach: Nachdem man per microUSB das Tresorschloss mit Strom versorgt hat, wird mit dem initialen Code 123456 die Klappe des Schlüssel-Safes entriegelt. Dann kann er über die zuvor in die Wand verbrachten Dübel mit passenden Schrauben, aus dem Lieferumfang oder dem Baumarkt, befestigt werden. Das Gehäuse schliesst mit der Wand bündig ab, so dass auch kaum Ansatzpunkte für Hebel entstehen. Das wäre sicherheitstechnisch natürlich weniger gut, denn man könnte dann den Tresor einfacher von der Wand reissen.

 

Die kleinen Tasten des Bedienfelds werden blau von hinten beleuchtet, sobald die erste Taste gedrückt wird. Nur die OK-Taste leuchtet grün bzw. rot, wenn ein falscher Code eingegeben wird. Alle zwölf Tasten stehen jeweils knapp 3 Millimeter vor, so dass sie gut zu drücken sind. Die Einrichtung erfolgt nach dem Einlegen der Batterien hinter der Türklappe selbstverständlich per App. Es kann kein neuer Code vergeben werden, ohne die Smartphone App zu benutzen.

 

Nachdem die kostenlose ELESION App, wahlweise auch Smart Life oder die Tuya Smart App für Android oder iOS installiert und eingerichtet wurden, kann das Schlüsseldepot ganz einfach hinzugefügt werden.

 

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In der App, egal unter welchem Namen, können nun mehrere Accounts angelegt oder bestehende mittels E-Mail-Adresse eingeladen werden, den Schlüsseltresor zu benutzen. Dann werden die Zahlencodes zum öffnen des Schlüsseltresors eingerichtet.

Permanente Zahlencodes

Jeder Account kann einen eigenen sechs- bis zehnstelligen Öffnungscode festlegen. PEARL gibt in der Produktbeschreibung hingegen an, es wäre ein vierstelliger Zahlencode. Das ist falsch. Mindestens sechs Zahlen sind immer erforderlich.

Darüber hinaus können neben permanenten Zahlencodes auch temporäre, einmalige und Löschcodes eingerichtet werden. Diese Codes werden alle von der App zufällig generiert und nur einmalig angezeigt.

Zeitlich begrenzter Zahlencode

So kann man aber beispielsweise einen Code einrichten, der nach einer selber definierbaren Zeit abläuft. Er muss innerhalb von 24 Stunden aber mindestens einmal benutzt werden, um nicht vorzeitig abzulaufen.

Einmaliger Zahlencode

Dabei handelt es sich um Zahlenkombinationen, die nur ein mal gelten. Sie sind maximal sechs Stunden gültig und verfallen, nachdem sie einmal erfolgreich eingegeben wurden.

Dynamischer Zahlencode

Der dynamische Zahlencode verfällt nach 5 Minuten. Er wird auch nur in der App angezeigt, nachdem er erzeugt wurde und dient dazu, nur kurzfristig und vorübergehend Zugang zu gewähren.

Löschcode

Mit dem Löschcode, der nur 24 Stunden gilt, werden alle benutzten zeitlich begrenzten Zahlencodes ungültig. Alternativ kann auch ein Clearing-Code eingerichtet werden, der nur genau einen anderen Öffnungs-Code löscht, der in der App zuvor angegeben wurde.

Benutzerdefinierter Zahlencode

Unter Custom, denn die Apps sind allesamt leide nur unzureichend übersetzt, kann ein acht- bis zehnstelliger Code eingerichtet werden, der ein optionales Ablaufdatum hat und zudem begrenzte Zeitfenster aufweist, in denen er gilt. So kann beispielsweise ein Code für das Reinigungspersonal an bestimmten Wochentagen und zu bestimmten Uhrzeiten gelten und damit verhindert werden, dass mit dem Code der Putz-Équipe zu einem anderen Zeitpunkt jemand den Schlüssel-Safe öffnet.

 

 

Alle temporären Codes können optional auch mit Namen versehen werden, so dass sie einfacher identifiziert werden können. Diejenigen, die eine eigene Eingabe erlauben, lassen keine einfachen Zahlenfolgen oder Wiederhohlurnen von Ziffern zu, so dass ganz unsichere Codes wie 11112222 nicht funktionieren.

Codeeingabe

Die Zahlencodes lassen sich problemlos eingeben und sollte man sich mal vertippen, beginnt man einfach von neuem. Ob man die C-Taste drückt oder nicht, ist unerheblich. Erst mit Drücken der OK-Taste sucht das Schloss des Schlüsseldepots nach dem gültigen Code in der eingegeben Zahlenfolge. So kann auch vor oder nach dem richtig Code problemlos noch mehr eingegeben werden. Bis zu 40 Ziffern sind kein Problem, obwohl das Schloss ja nur sechs bis zehn Ziffern als Code erwartet. So kann, in nicht ganz unbeobachteten Situationen, auch einfach ein ganz langer, falscher Code benutzt werden, der den richtigen Code beinhaltet.

 

Jeder Tastendruck wird mit einem deutlich hörbaren Piepsen bestätigt. Drückt man OK, wird dies mit einer von zwei kurzen Piep-Melodien quittiert und die Taste leuchtet grün auf, wenn der Zahlencode stimmt, oder rot, wenn er falsch ist.

 

 

Zudem verzeichnet das smarte Schloss des Schlüssel-Safes auch alle Öffnungsvorgänge und -versuche mit Datum, Uhrzeit, Code-Namen oder Account-Namen, die dann in der App angezeigt werden können. So hat man Zugriff auf das Protokoll des Tresors und sieht, wann wer bzw. mit welchem Code an die Schlüssel darin kam.

 

Auch kann man in der App den Schlüssel-Xcase Tresor SAF-100.app mittels Swipe öffnen. Dazu ist eine eigene Schaltfläche vorhanden.

Mit Bluetooth Mesh Gateway

Gerade wenn das Schlüsseldepot mittels optionalem Bluetooth WLAN-Gateway weltweit erreichbar gemacht wird, kann man so sehr nützliche Automatismen programmieren. So kann etwa der Keysafe entriegelt werden, wenn der Türsensor meldet, dass man nachts den Werkzeugschuppen betreten hat und das Smartphone im WLAN eingebucht ist. Da die Tuya App auch in bestehende Smart Home-Systeme eingebaut werden kann, ist eine Verbindung mit Google Home, Amazon Alexa oder Apples Siri ebenfalls möglich. Dann kann der Schlüssel-Safe auch Alarme an das Smart Home weitergeben. Doch die Benutzung des SAF-100.app Mini-Tresors klappt auch ohne ständige Cloud-Verbindung, wenn das eigene Smartphone in Reichweite ist oder eben mit den bereits konfigurierten Zahelncodes.

Preis und Fazit

Der Xcase Schlüssel-Tresor SAF-100.app mit Bluetooth 4.2 und App-Steuerung sowie Smart Home-Anbindung kostet bei PEARL einzeln 49,99 Euro bzw. 66.95 SFr. Im Doppelpack ist der smarte Schlüsselsafe für 96,99 Euro bzw. 149.95 SFr. im Sortiment, während das Vierer-Paket für 179,99 Euro nicht in der Schweiz erhältlich ist. Dafür gibt es aber auch das Set mit Bluetooth Mesh-WLAN-Gateway und Key Safe für 79.95 SFr. oder 62,99 Euro.

 

 

Alles in Allem ist der Xcase Mini-Schlüssel-Safe SAF-100.app ein tolles Gadget. Im Smart Home integriert per Bluetooth-Mesh-Gateway oder auch alleinstehend ist das Schlüsseldepot perfekt für Ferienhäuser oder um den Notschlüssel an einem geeigneten Platz sicher aufzubewahren. Verschiedene Zahlencodes, auch solche, die nur manchmal gültig sind oder nur einmalig verwendet werden können, lassen sich ausschliesslich aber sehr komfortabel per App via Bluetooth 4.2 konfigurieren. Ohne Code kann das Gerät per Smartphone auch direkt oder mittels Smart Home-Ablauf entsperrt werden.

 

So muss man nicht mehr den Schlüsseldienst rufen, wenn man doch den Hausschlüssel vergessen hat, denn im Xcase Schlüsseltresor ist ja noch einer sicher deponiert. Wer eine AirBnB- oder Ferienwohnung vermietet, kann mit dem smarten Key Safe die Schlüsselübergabe jederzeit und ohne eigene Anwesenheit sicher abwickeln.

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