Mo. 24. September 2018 um 10:01

iOS 12 installieren? Das sind die neuen Funktionen

von Barbara Walter-Jeanrenaud0 Kommentare

Apple hat es sich zur lieben Gewohnheit gemacht, in regelmässigen Abständen Updates zu seinem mobilen Betriebssystem iOS 12 zu veröffentlichen. Mit iOS 12 halten nun heuer viele spannende neue Funktion auf iPhones und iPads Einzug. Manches davon sah man bereits auf anderen OS wie beispielsweise Android, wiederum anderes ist einzigartiger. So oder so führt an iOS 12 für alle, die ein iPhone oder iPad besitzen, kaum ein Weg vorbei.


Apple iOS 12

Wie installiere ich iOS 12?

Nun, zuallererst das Wichtigste: Wie bekommt man die neue Version von Apples Betriebssystem für iPhone und iPad. Ganz einfach: Die Installation erfolgt in aller Regel Over The Air (OTA), also kabellos im WLAN. Das Apple-Gerät lädt iOS 12 von den Servern Cupertinos herunter, in der Standardeinstellung automatisch, und bietet die Installation an. Dabei ist wichtig: Nicht nur die aktuellen Geräte aus Cupertino, also iPhone XS (Max) und iPhone XR, werden unterstützt. Jedes Gerät, das kompatibel zu iOS 11 ist, bekommt nun auch iOS 12. Das heisst, zurück bis zum Apple iPhone 5S und dem Apple iPad mini 2 sowie dem iPod Touch der sechsten Generation (kauft diese Geräte eigentlich überhaupt noch jemand?) sind alle Generationen von iPhones und iPads abgedeckt. Notabene sind das sind das 14 iPhone- und elf iPhone-Modelle.

Alternativ zum kabellosen Download direkt auf das iOS-Device könnt ihr auch, beispielsweise wenn der Speicherplatz des iPhones oder iPads gerade zu voll ist, die Installation via Apple iTunes auf dem Mac oder PC erledigen. Einfach per Lightning-Kabel mit dem Rechner verbinden, in iTunes die Eigenschaften des Geräts öffnen und Update auswählen.

Warum sollte ich iOS 12 installieren?

Ein neues Betriebssystem kann etwas gewöhnungsbedürftig sein, weil vielleicht plötzlich gefühlt alles anders ist. Warum sollte ich das Update also machen, wenn ich doch zufrieden mit iOS 11 oder iOS 10 bin auf meinem iPhone oder iPad? Nun, erstens einmal wegen der Sicherheit. Jedes Update bringt in der Regel auch sicherheitsrelevante Funkionen und Neuerungen mit sich. Die sind oft nicht sichtbar, aber wichtig, die Daten auf eurem iOS-Gerät vor dem Zugriff unbefugter Dritter zu schützen.

Zudem verspricht Apple verbesserte Geschwindigkeit und Performance gerade für ältere Geräte. Mit einem iPhone 6 beispielsweise starten die Apps merklich schneller und auch Multitasking, also das Verwenden mehrerer Apps zur gleichen Zeit, geht spürbar flüssiger von der Hand. Das Scrollen in Apps und Browser sind schneller geworden, das Keyboard und das Teilen-Menü kommen Schneller auf den Schirm. Ebenfalls ist die Kamera schneller und etwas besser geworden.

Daneben sind viele spannende oder auch (nur) verspielte neue Funktionen mit an Bord, beispielsweise die berühmt-berüchtigten Animojis, die nun als Memojis personalisiert werden können. Ihr könnt also damit animierte Emoji-Charaktere erstellen und teilen und in FaceTime nutzen,w as nunmehr bis zu 32 Personen gleichzeitig verbinden kann.

Verliere ich Apps oder Daten bei der Installation von iOS 12?

So oder so gehen bei dem Update in aller Regel keinerlei Daten auf dem Gerät verloren. Es ändert sich unter Umständen etwas an der Home Screen-Anordnung, aber kaum eine App und kein Foto oder Chatverlauf wird danach nicht mehr verfügbar sein. Ist eine App wirklich absolut inkompatibel zu iOS 12, wird das System entsprechend warnen und die App deaktivieren müssen. Da aber die Betaversion schon länger verfügbar war und auch die SDK für Developer schon längst auf iOS 12 aktualisiert wurde, sind eigentlich alle mittelmässig bis gut unterhaltenen Apps längst mit einem Update versehen worden. Wer sich dennoch unsicher ist, kann in Apple iTunes ein Backup des Geräts anlegen und bei Bedarf zurückspielen.

Sind Probleme mit dem Update zu erwarten?

Es gab bei iOS-Updates auch schon mal Probleme, das darf man an dieser Stelle nicht verschweigen. Allerdings beschränkten diese sich meistens auf die Verfügbarkeit der Update-Server, welche dem Ansturm an gleichzeitigen Installationswünschen nicht gewachsen waren. Allerdings war auch mit Updates zwischen den Versionen, also innerhalb der Version 11 oder 10, schon Probleme zu beobachten, die einzelne Modelle oder Modell-Gruppen betrafen und teilweise lahmlegten. Diese wurden aber bisher immer sehr schnell und problemlos behoben, so dass kaum zu befürchten ist, wieder so etwas anzutreffen. Natürlich besteht die Gefahr, dass einige Apps (noch) nicht kompatibel zu iOS 12 sind, aber wie gesagt sind SDK und Beta-Versionen schon lange verfügbar und die Wahrscheinlichkeit ist eher Gering, dass ihr Apps nach dem Update vermissen würdet.

Was ist denn neu bei iOS 12?

Apple iOS 12 bringt viele neue Funktionen auf iPhones und iPads. Im Folgenden findet ihr eine Aufstellung der wichtigsten Neuerungen und Verbesserungen. Insgesamt bringt iOS 12 fast fünf Dutzend Veränderungen mit.

  1. Schnellere Kamera. Apple spricht von einer bis zu 70 Prozent schnelleren Kamera, gerade für ältere iPhone-Modelle.
  2. Im Herbst diesen Jahres wird FaceTime bis zu 32 Personen gleichzeitig unterstützen. Bisher ist das nicht möglich. Leider ist es bislang nur angekündigt.
  3. Memoji. Ein selbstgebautes Animoji. Diese animieren Smiley-Gesichert eben, nur selbst gemacht.
  4. Vier neue Animojis. Neben Dem Gespenst und dem Tiger gibt es neu auch ein Koala und ein T-Rex, die euch ihr Gesicht leihen.
  5. Kameraeffekte für FaceTime und Messages. Sticker und Texte, Effekte und Animationen können nun in die Videounterhaltungen und Fotos eingebaut werden.
  6. ARKit 2 ermöglicht es, neue, bessere Augmented Reality Apps zu entwickeln. Zudem können nun USDZ-Bilder aus Browser oder Mails verarbeitet werden. Wenn wir also beispielsweise ein AR-Bild in einen Artikel platzieren, kann es unter iOS 12 direkt betrachtet werden, ohne zusätzliche App.
  7. Die Massband App hilft, per AR die Ausmasse von Objekten in der echten Welt zu vermessen – solange sie rechteckig sind. Quasi die mitgelieferte Demo für das neue ARKit 2.
  8. Bildschirmzeit. Damit könnt ihr genau verfolgen, wie lange ihr das iPhone oder iPad und wann genutzt habt und Limits setzen, beispielsweise für Kinder oder die eigene Selbstkontrolle.
  9. Die Mitteilungen bzw. Benachrichtigungen wurden verbessert. Sie können nun gruppiert werden, so dass Apps, die viele Mitteilungen anzeigen, nicht gleich den ganzen Sperrbildschirm füllen. Siri kann nun die Benachrichtigungen des Lockscreens der verschiedenen Apps sehen und entsprechend Vorschläge unterbreiten. Und: Endlich kann man direkt auf dem Sperrbildschirm die Benachrichtigungen der Apps verwalten, zum Beispiel still stellen.
  10. A propos still: Nicht Stören ist nun endlich mit Optionen ausgestattet und kann so beispielsweise an einen Ort, an eine Tageszeit oder Zeitpunkt gebunden sowie per Zeitplan verwaltet werden.
  11. Unter Für Dich sind in der Fotos App nunmehr Fotos smart zusammengestellt, inklusive Vorschlägen, diese mit den darauf abgebildeten Menschen zu senden. Auch die Fotosuche wurde verbessert und es können nun Fotos im RAW-Format bearbeitet werden.
  12. Siri kann nun Kurzbefehle. Das virtuelle Assistenzprogramm aus Cupertino schlägt nun auf dem Sperrbildschirm Aktionen vor, die aus den Daten, beispielsweise dem Kalender, abgeleitet werden und kann auch mit Kurzbefehlen gesteuert werden. Statt also eine App zu suchen, zu öffnen und eine Aufgabe auszuführen, kann nun Siri direkt mit der Aufgabe selbst betraut werden. Darüber hinaus wurde Siris Funktionsumfang deutlich vergrössert und Fragen zu Essen, Stars, Motorsport-Statistiken und vielem mehr integriert.
  13. DoNotTrack – echt jetzt! Der Safari Browser sendet nicht nur DoNotTrack-Informationen im HTTP Header an Webseiten, er verhindert unter iOS 12 auch aktiv, dass Kommentar- und Teil-Funktionen auf Webseiten unerlaubt das Nutzungsverhalten verfolgen. DoNotTrack ist ja bisweilen nur eine Bitte. Wenn die Webseite sich nicht daran halten mag, hilft das Flag nicht viel. Safari unter iOS 12 verspricht, dies nun zu ändern. Neben dem Anti-Tracking gegen social media werden auch Gerätemerkmale verschleiert, um gezieltes Anzeigen von personalisierter Werbung zu verhindern. Safari bringt damit einen Tracking-Blocker (keinen AdBlocker) frei Haus mit.
  14. Apple Books und die Aktien App wurden ebenfalls neu gestaltet und verbessert. Ebenso hat Apple Maps nun hochauflösendes Kartenmaterial und verarbeitet Veränderungen der Daten nun schneller. Es werden auch komplett anonymisierte Daten der Millionen iPhones stetig in die Verbesserung von Maps gesteckt.
  15. Eine Sprachmemos App gehört neu auch zum Funktionsumfang für iPads. Früher gab es den Apple Sprachrekorder nur für iPhone.
  16. Wer die Passwort-Speicher-Funktion von iOS nutzt, bekommt nun ganz automatisch komplexe, starke Passwörter generiert. Auch kann nun auf doppelt verwendete Passwörter hin geprüft werden. Passwörter können auch geteilt werden zwischen mehreren Geräten und dank der Passwortmanager API mit Apps von Drittherstellern, beispielsweise Lastpass oder Roboforms.
  17. Zweistufen-Autorisierungscodes per SMS werden nunmehr automatisch ausgelesen und für die App oder Webseite als Vorschlag unterbreitet. Man muss sie nicht mehr extra kopieren und einfügen.
  18. Für CarPlay sind nun erstmalig auch Navi-Apps von Dritten benutzbar.
  19. Der Stromverbrauch kann nun in den Einstellungen zur Batterie angezeigt werden. Dort sind neu Statisten der letzten 24 Stunden oder zehn Tagen zu finden und nach App aufgeschlüsselt. Eine Funktion, die ihr sicher von Android seit langem schon kennt und dabei hilft, besonders Stromhungrige oder auch oft benutzte Apps zu identifizieren.
  20. Die künftigen iOS Updates lasen sich nunmehr optional komplett automatisch installieren. Nachts, sofern eine WLAN-Verbindung besteht, wird ein etwaig bereitstehendes Update geladen und installiert, ohne dass man aktiv werden muss. Bisher wird man ja auf das Update hingewiesen, muss etwaig geänderten Bedingungen zustimmen und den Download starten. Danach muss die Installation auch nochmals bestätigt werden. Mit der neuen Funktion entfällt dieser Prozess ganz.
vg-wort
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