Sa. 05. Juni 2021 um 8:04

UGreen HiTune T2 im Test: Oder warum ihr vielleicht 10 Euro drauflegen solltet

von Marcel Laser 0 Kommentare

Es hört nicht auf und jeder Hersteller bringt irgendwie, irgendwo neue True Wireless Kopfhörer auf den Markt. Auch der für seine guten Powerbanks bekannte Hersteller UGreen hat eigene Kopfhörer im Aufgebot. Wir haben die UGreen HiTune T2 zum Testen erhalten und sind mit diesen einige Tage und Wochen durch unseren Alltag gelaufen. Wir schildern euch hier nun unsere Eindrücke.

UGreen T2 Design: Kopfhörer sind gut verarbeitet, gemischtes Wertigkeits-Gefühl

Ein grösseres Problem von True Wireless Kopfhörern, die im Markt recht günstig angeboten werden, ist vor allem die Verarbeitung. In erster Linie gibt es hier allerdings kaum etwas zu beanstanden. Sowohl die Ohrstöpsel, als auch die Ladeschale offenbaren keine grösseren Rillen oder andere vermeintliche „Bruchstellen“. Durch die matte Oberfläche wirkt vor allem die Ladeschale hochwertig, die übrigens einen guten Verschluss im oberen Drittel aufweist. Das ist für chinesische Produkte dieser klasse nicht selbstverständlich.

 

Nehmt ihr die Kopfhörer aber aus der Ladeschale, wird es etwas paradox. Diese sind sowohl in matt als auch glänzend gehalten, was für einen merkwürdigen Look sorgt. Auch die Grösse ist im Vergleich zu diversen Mitbewerbern zu nennen, da die UGreen T2 gefühlt wuchtig ausfallen. Der Stil – wo höchstwahrscheinlich der Akku drin steckt – fällt länger als bei vielen Konkurrenzmodellen aus. Der Eindruck, der über die Ladeschale auf den ersten Blick entsteht, verpufft mit den Kopfhörern dann doch wieder schnell.

 

Das ändert aber auch weiterhin nichts an der guten Verarbeitung der Stöpsel und der Ladeschale. Dennoch bekommt der Eindruck einen ungewöhnlichen Twist, da sich die Kopfhörer selbst nicht ansatzweise so hochwertig anfühlen, wie das mitgelieferte Case. 


Bilder: PocketPC.ch / Laser

UGreen T2: Technik fällt im Vergleich zum Preis respektabel aus

Interessant wird es auch bei der Technik, denn was haben komplett kabellose Kopfhörer in der Preisklasse zwischen 40 und 50 Euro überhaupt zu bieten? Meist wirklich nicht viel, doch die Ausstattung der UGreen T2 liest sich dann doch respektabel. Wir Blicken hier auf Bluetooth 5.0, USB-Type-C zum aufladen, mehrere Mikrofone, leichtes Koppeln mit Android sowie iOS und sogar kabelloses Laden mittels Wireless Charging Qi ist mit an Bord.

 

Die Treiber im Inneren messen knapp 7 mm und verbaut sind zwei Mikrofone pro Ohrstöpsel, um die Stimme so klar wie möglich aufnehmen zu können, sofern ihr telefonieren wollt. An Bluetooth-Protokollen werden mit HSP, HFP, AVRCP und A2DP die üblichen Verdächtigen unterstützt. Zudem ist ein Gaming-Mode verbaut, der die Kopfhörer in eine niedrige Latenz zwingt, aber auch den Akkuverbrauch erhöht. Ein Feature, dass wir bereits von den knapp 200 Euro bzw. SFr.  teuren Razer Hammerhead Pro kennen.

Sehen auf einem Produktbild toll aus, doch im echten Leben fühlt sich das Modell dann doch „anders“ an. Bild: UGreen

Sound-Qualität eher unterdurchschnittlich, dem Preis entsprechend

Irgendwie muss immer wieder der Preis erwähnt werden, denn daran müssen sich die Kopfhörer messen lassen, auch beim Sound. Denn auch hier setzen wir den rund 45 Euro bzw. Schweizer Franken unsere Erwartungen an und wurden in diesem Fall eher nicht sonderlich überrascht, denn der Klang ist eher unter dem Durchschnitt angesiedelt. Um das herauszufinden haben wir auch diese Kopfhörer durch unseren bekannten Parcours unterschiedlicher Genres gejagt.

 

Musiker und BandsSoundtracks von Filmen, Video- und ComputerspielenGespielte Spiele
  • Pendulum – Immersion
  • Skrillex – Bangarang
  • Michael Bublé – To Be Loved
  • Billy Talent – Billy Talent III
  • Anberlin – Blueprints for City Friendship
  • Infected Mushroom – Deeply Disturbed
  • Green Day – American Idiot
  • Lindsey Stirling – Shatter Me
  • Blind Guardian – A Night at the Opera
  • Vanessa Mae – The Classical Album
  • Schandmaul – Narrenkönig
  • Eminem – 8 Mile
  • Killigrew – Tales of Hope
  • Killigrew – The Lost Chapter
  • Killigrew – Distorted Dreams
  • Killigrew – Hiraeth
  • Austin Wintory – Journey (Original Soundtrack)
  • Guild Wars 1 und 2 – Original Soundtracks
  • Pacific Rim – Original Soundtrack
  • Vaiana – Original Soundtrack
  • Enders Game – Original Soundtrack
  • Uncharted – Original Soundtrack
  • Halo 2 und 3 – Original Soundtracks
  • Baldur’s Gate 2 – Original Soundtrack
  • Skyrim – Original Soundtrack
  • StarCraft II – Original Soundtrack
  • Rocket League – Original Soundtrack
  • Portal 2 – Original Soundtrack
  • The Witcher 3 – Original Soundtrack
  • Game of Thrones – Original Soundtrack
  • Destiny – Original Soundtrack
  • Monster Hunter World – Original Soundtrack
  • Real Racing 3 (Mobile)
  • Monument Valley 2 (Mobile)
  • Childrens of Sky (Mobile)
  • The Elder Scrolls: Blades (Mobile)
  • Stranger Things: The Game (Mobile)
  • Arena of Valor (Mobile)
  • Call of Duty Mobile (Mobile)
  • Genshin Impact (Mobile)
  • Call of Duty Mobile (Mobile)
  • Dead Trigger 2 (Mobile)
  • Oceanhorn 2 (Mobile)
  • Baldurs Gate: Enhanced Edition (Mobile)
  • Final Fantasy 7 (Mobile)

 

Freunde von Bass kommen aber sicherlich auf ihre Kosten. Der Grundton ist sehr dunkel und das Wummern tritt somit stärker zutage, als die Mitten und Höhen. Letztere werden in den meisten Musikstücken allerdings völlig überrannt. Zudem klingen die Kopfhörer distanziert, als wenn eine Art von Scheibe zwischen mir und den Stöpseln liegen würde. Diese Situation führt zu einem stumpfen Klang der mehr Hall ausstrahlt, als wir gerne gehabt hätte.

 

Es findet somit auch kaum Differenzierung statt. Alles klingt sehr matschig und greift unkontrolliert ineinander über. Auch sind Gespräche in Form von Telefonaten nicht einfach, da die Stimme nicht klar, sondern eher entfernt und blechern aufgenommen wird.

Sehen nicht nur sehr groß aus, sie sind es auch. Ein normaler AirPod wirkt um einiges filigraner und hat eine längere Akkulaufzeit. Bild: PocketPC.ch / Laser

Akkulaufzeit: Durchschnitt – Low Latency Mode: Nicht bemerkbar

Eigentlich hätten wir uns gefreut, wenn die riesigen Stäbe zum Ende hin auch einen riesigen Akku beinhalten würden, doch die Stöpsel kommen auf gerade einmal 4 Stunden. Das ist jetzt nicht wirklich schlecht, aber irritiert ein wenig, da wir eher mit 5 Stunden gerechnet haben. Wir reden hier übrigens von der Herstellerangabe. Beim Hören von Musik war nach 3 Stunden bereits Ende. Das Case schafft noch einmal zusätzlich 16 weitere Stunden, diese Angabe können wir durchaus bestätigen.

 

Interessant ist übrigens der von UGreen genutzte Low Latency Modus. Dieser verkürzt die Latenz für die Übertragung auf rund 60 ms, was zu einer deutlich geringeren Verzögerung beim Spielen sorgen soll. Gemerkt haben wir davon allerdings nichts. Allerdings bemerkt man einen deutlich höheren Akkuverbrauch, warum wir an dieser Stelle von dem Modus eher abraten möchten. 

Von glänzend bis matt ist alles dabei. Das Design ist sehr gemischt, aber die Verarbeitung ist dennoch gut. Bild: PocketPC.ch / Laser

Fazit: Für 10 Euro mehr gibt es bereits deutlich besseren Klang

Die UGreen T2 sind kostengünstig und das muss man ihnen durchaus zugute halten. Auch ist die Ausstattung für diesen Preis überdurchschnittlich gut, denn Wireless-Charging unterstützt sogar Modelle weit über 100 Euro nicht immer. Zudem ist ein Gaming-Modus für niedrige Latenzen ebenfalls nicht selbstverständlich.

Doch da hört es auch schon auf. Der Klang ist wirklich nicht gut, viel zu dunkel und artet in einen blechernen Hall aus, der keinen Spielraum für weitere Klang-Differenzierungen lässt. Immerhin ist die Akkulaufzeit in Ordnung, reisst aber auch keine Bäume aus. Daher können wir den Punkt vernachlässigen.

 

Zuletzt spricht vielleicht noch der Preis für die UGreen T2, allerdings könnt ihr 10 Euro bzw. Schweizer Franken mehr drauflegen und euch die Earfun Air holen. Diese kommen weder mit kabellosem Aufladen, noch mit einem Modus für niedrige Latenzen, aber das braucht es in dieser Preisklasse auch nicht. Die Earfun Freebuds klingen um Welten besser und halten sogar länger durch. Daher sprechen wir an dieser Stelle keine Empfehlung für die UGreen T2 aus.

 

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