Do. 13. Mai 2021 um 8:20

Tribit Stormbox Pro im Test: Gelingt die Challenge gegen JBL und Bose?

von Marcel Laser 0 Kommentare

Der chinesische Hersteller Tribit will es wissen. Langsam aber stetig kommt auch der Name langsam in Europa an. Kein Wunder, schliesslich musste auch ich feststellen, dass bisher alles was ich von Tribit ausprobieren durfte deutlich über dem Durchschnitt lag. Beispielsweise die kleine, aber feine Tribit Stormbox Micro, die bis heute einer meiner absoluten Lieblings-Mini-Lautsprecher ist. Nun will der Hersteller auch in anderen Regionen fischen: Die Tribit Stormbox Pro soll es mit Bose, JBL und Co. aufnehmen. Gelingt das?

Interessantes Zylinder-Design mit dem typischem Feeling von Stoff

Die Tribit Stormbox Pro ist wirklich nicht gross, fühlt sich allerdings aufgrund des hohen Gewichts sehr massiv und hochwertig an, wenn ihr sie zum ersten Mal aus der Verpackung holt. Stolze 1000 Gramm, also eine ganze Milchtüte, wiegt der kleine Sound-Koloss und hat dadurch und durch seinen breiten Standfuss unten einen sehr guten Halt, auch bei hoher Lautstärke. Vibrationen bringen ihn nicht aus der (Stand-)Fassung, was durchaus löblich ist und von China-Ware nicht immer erwartet werden kann. Gleich vorweg: Tribit ist nicht unbedingt der klassische “China-Böller”-Hersteller, sondern genau wie Huawei oder Xiaomi für hohe Qualität bekannt.

 

Das merkt man auch der Stoffummantelung an, die fest und engmaschig um den Klangkörper greift. Ich konnte keine Einschlüsse feststellen, keine Fransen oder unsaubere Übergänge. Die gesamte Tribit Stormbox Pro fühlt sich durchweg sehr hochwertig an und das muss sie tatsächlich auch sein. Denn Fehler kann man sich bei einer IP67-Zertifizierung nicht erlauben. Der Lautsprecher überlebt also auch ein Wasserbad von einem Meter bis zu 30 Minuten. Ein versehentliches Eintauchen im Pool ist also drin, sofern ihr diesen schnell wieder rettet.

Der zyldinderartige Trapez-Look (merkwürdig zu beschreiben) mutet anfänglich allerdings etwas merkwürdig an. Die meisten Lautsprecher sind rund, sehen auch einmal aus wie Zeppeline oder sind gleich eckig. Mir persönlich gefällt aber der nach oben etwas kompakter werdende Look aber ganz gut. Der Henkel aus Silikon, der als Tragegriff fungiert, besteht aus Silikon, ist allerdings fest mit dem Gehäuse verbunden und lässt sich nicht abnehmen. Ist allerdings ein praktisches Gimmick, fällt aber Design-technisch leicht aus dem Rahmen. Gestört hat es mich aber nicht.


Bilder: PocketPC.ch / Laser

Die Technik: Das steckt in der Tribit Stormbox Pro

Doch wer es wirklich mit JBL und Bose (Zitat des Herstellers…) aufnehmen will, der muss auch ordentlich was verpacken. Bose steht für guten, klaren Klang und JBL eben für dröhnende Bässe. Jetzt will Tribit sogar beides angehen? Interessant. Doch was steckt eigentlich alles technisch in der Tribit Stormbox Pro?

 

Wir blicken hier auf ein kleines 2.1 System. Es handelt sich um zwei Lautsprecher und einen Subwoofer im kleinen Gehäuse. Flankiert wird das Ganze noch einmal von zwei passiven Radiatoren. Tribit gibt den Frequenzbereich von 60 bis 20.000 Hertz (20 kHz). Der Akku misst starke 10’000 mAh und kann per Reverse-Charging auch als Powerbank herhalten.

 

Technische Daten der Stormbox Pro im Überblick

  • Masse: 96 x 96 x 180 mm
  • Gewicht: 1000 Gramm
  • Lautsprecher: 1x 76.2 mm Subwoofer, 2x 40 mm Lautsprecher, 2x Passiv-Radiatoren
  • Leistung: rund 40 Watt
  • Frequenzbereich: 60 Hertz bis 20’000 Hertz
  • Akku: 10’000 Milliamperestunden (mAh)
  • Verbindung: Bluetooth 5.0
  • Sonstiges: Kann als Powerbank fungieren, Stereo-Modus mit zweiter Stormbox Pro

Ihr könnt übrigens eine zweite Stormbox Pro koppeln, um echten Stereo-Sound zu erzeugen. Das soll den Klang noch einmal deutlich verbessern. Leider konnte ich das aufgrund des Fehlens einer zweiten Box nicht ausprobieren, doch glaube ich dieses durchaus sofort. Vielleicht stellt uns Tribit ja noch ein zweites Modell für einen Vergleich zur Verfügung, aber aktuell genügt auch die eine Box.

Der praktische Tragegriff sieht “unkonventionell” aus, aber ist durchaus eine tolle Idee für den Transport. So hält man die Stormbox Pro sicher im Griff. Bild: PocketPC.ch / Laser

Tribit Stormbox Pro im Sound-Test: Schwieriger Spagat zwischen Preis und Klang?

Bei aller theoretischen Technik und Features: Der Klang muss schlussendlich stimmen und hier sind wir nun auch angelangt. Auch wenn 2.1 drauf steht und durchaus drin steckt, so ist es keine Stereo-Box, denn der Klang strahlt seitlich ab. Echter Stereo-Sound wird erst mit einer zweiten Stormbox Pro möglich. Für einen ausgiebigen Sound-Test habe ich einmal mehr meine altbekannte Liste verwendet. Auch habe ich einige Mobile Games mit dem mobilen Bluetooth-Lautsprecher ausprobiert.

 

Und beim Abspielen der ersten Tracks, wird einem gleich klar: Dieser kleine Klang-Zylinder kann eine ganze Menge! Der Klang ist tatsächlich fast schon kristallklar. Höhen und Mitten sind trotz des leichten, bissigen Untertons sehr gut zu vernehmen und alle Tonbereiche bleiben differenziert vernehmbar. Dass die Tribit Stormbox Pro es mit JBL aufnehmen will, wird vor allem bei basslastiger Musik klar. Der erzeugte Druck ist stark und kommt im Vergleich zu den kleinen Proportionen sogar (positiv) überraschend.

 

Musiker und BandsSoundtracks von Filmen, Video- und ComputerspielenGespielte Spiele
  • Pendulum – Immersion
  • Skrillex – Bangarang
  • Michael Bublé – To Be Loved
  • Billy Talent – Billy Talent III
  • Anberlin – Blueprints for City Friendship
  • Infected Mushroom – Deeply Disturbed
  • Green Day – American Idiot
  • Lindsey Stirling – Shatter Me
  • Blind Guardian – A Night at the Opera
  • Vanessa Mae – The Classical Album
  • Schandmaul – Narrenkönig
  • Eminem – 8 Mile
  • Killigrew – Tales of Hope
  • Killigrew – The Lost Chapter
  • Killigrew – Distorted Dreams
  • Killigrew – Hiraeth
  • Austin Wintory – Journey (Original Soundtrack)
  • Guild Wars 1 und 2 – Original Soundtracks
  • Pacific Rim – Original Soundtrack
  • Vaiana – Original Soundtrack
  • Enders Game – Original Soundtrack
  • Uncharted – Original Soundtrack
  • Halo 2 und 3 – Original Soundtracks
  • Baldur’s Gate 2 – Original Soundtrack
  • Skyrim – Original Soundtrack
  • StarCraft II – Original Soundtrack
  • Rocket League – Original Soundtrack
  • Portal 2 – Original Soundtrack
  • The Witcher 3 – Original Soundtrack
  • Game of Thrones – Original Soundtrack
  • Destiny – Original Soundtrack
  • Monster Hunter World – Original Soundtrack
  • Real Racing 3 (Mobile)
  • Monument Valley 2 (Mobile)
  • Childrens of Sky (Mobile)
  • The Elder Scrolls: Blades (Mobile)
  • Stranger Things: The Game (Mobile)
  • Arena of Valor (Mobile)
  • Fortnite (Mobile)
  • Call of Duty Mobile (Mobile)
  • Genshin Impact (Mobile)
  • Call of Duty Mobile (Mobile)
  • Dead Trigger 2 (Mobile)
  • Oceanhorn 2 (Mobile)

 

Aber auch Trance, Melodic House oder poppiges Classic in Form von Vanessa Mae hält die Tribit Stormbox Pro im Test absolut stand! Zudem kann die maximale Lautstärke auf ein Niveau aufgedreht werden, das selbst in einem Einfamilienhaus mit angrenzendem Nachbar absolut zu Problem werden würde. Allerdings verliert die Box dann umgehend an Präzision. Stellt ihr die Stormbox Pro auf Maximum wirken die Höhen und Mitten plötzlich orientierungslos und werden vom völlig verzerrten Bass verschluckt. Das passiert aber nur dann, wenn man die Lautstärke sowieso auf ein unangenehmes Level stellt.

 

Zum Schluss müssen wir hier noch den Knopf für den “XBass” erwähnen. Dieser gibt der Box ein unheimliches Volumen, vor allem im Bass (logisch, oder?). Doch es klingt alles deutlich räumlicher und voluminöser. Es empfiehlt sich allerdings für Podcasts oder einfachere Tonwiedergaben, wie Telefongespräche, die Funktion zu deaktivieren, um den Klang mehr auf die Mitten und Höhen zu konzentrieren. Den auf der Amazon-Webseite beschriebenen 360-Grad-Klang gibt es allerdings nicht, warum auch immer diese Angabe gemacht wird. Schaut man auf der Hersteller-Webseite, ist dort nicht einmal die Rede von 360-Grad. Ein Punkt der Interessierte mehr als nur verwirren dürfte.

Ihr könnt auch zwei Modelle koppeln und so den satten Klang in Stereo geniessen. Wir konnten es leider noch nicht ausprobieren. Bild: Tribit

Starke Akkulaufzeit, lange Ladezeit und keine Anschlussmöglichkeit

Es gibt zwei Dinge, die direkt positiv herausstechen. Zum einen ist das der USB-C-Anschluss, über den ihr die Tribit Stormbox Pro aufladen könnt und zum anderen ist es die wirklich hohe Akkulaufzeit. Satte 24 Stunden gibt der Hersteller an und selbst mit aktiviertem XBass kam ich noch auf gute 22 Stunden, bei etwas unter mittlerer Lautstärke. Das ist völlig im Rahmen und für einen kompakten, mobilen Bluetooth-Lautsprecher mehr als respektabel. Verbaut ist ein 10’000 mAh grosser Akku und per Reverse-Funktion fungiert der Speaker auch als Powerbank. 5 Volt mit 1 Ampere stehen hier auf dem Datenblatt zu Buche.

 

Schade finde ich allerdings das Ausbleiben genereller Anschlussmöglichkeiten. Ihr könnt den Lautsprecher nur per Bluetooth mit Audio-Quellen verbinden. 3,5-mm-Klinke oder eine Erkennung per USB gibt es nicht. Dafür könnt ihr aber bis zu zwei Bluetooth-Geräte gleichzeitig koppeln und die Musik zwischen den Sender abwechselnd abspielen.

 

Ebenfalls als nicht ganz optimal entpuppt sich die Ladezeit. Ist die Stormbox komplett leer, dauert es fast 10 Stunden bis diese voll aufgeladen ist. Das finde ich in Anbetracht des USB-C-Anschlusses doch etwas merkwürdig und hätte mir für die 10’000 mAh schon etwas mehr Ladeleistung gewünscht. Doch kommt das langsamere Laden auch dem Akku und der Langlebigkeit der Box zugute.

 

 

Trotz USB-C lädt der Lautsprecher sehr langsam und wir hätten uns noch einen Klinkenanschluss gewünscht. Überzeugen kann vor allem die Akkulaufzeit. Bild: PocketPC.ch / Laser

Fazit: Wirklich so gut wie JBL und Bose? Die Frage ist knifflig

Tribit sucht ganz offen den Vergleich. Das junge JBL hat sich mittlerweile einen Namen gemacht und Bose ist sowieso eine Kategorie für sich. Schafft die Tribit Stormbox Pro im Test tatsächlich den Anschluss? Den Anschluss ja! Definitiv, denn der Sound ist überragend und das sieht man dem Lautsprecher so auch erst gar nicht an, doch die Augen und Ohren werden nach erstem Anspielen ziemlich gross. Doch reicht es nicht die beiden Global-Player auf einem Level zu begegnen oder gar zu überholen. JBL besiegt die Stormbox auf Bass-Ebene klar und Bose schafft es ein noch wesentlich harmonischeres Klangbild zu erzeugen.

 

ABER, diese Eigenschaften haben bei den beiden bekannten Konkurrenten ihren Preis. Lautsprecher von Bose oder JBL, die die Stormbox Pro von Tribit überlegen sind kosten deutlich mehr. Die Bose Soundlink Mini 2 kostet mit 170 Euro auf Amazon rund 50 Euro mehr, bietet aber in jedem Fall den besseren Sound. Der JBL Charge 5 hingegen klingt auch besser, hat aber eine etwas geringere Akkulaufzeit und kostet ebenfalls noch rund 170 Euro.

 

 

Doch setzt die Tribit Stormbox Pro genau hier an, beim Preis. Sie kostet 120 Euro und damit gut 50 Euro weniger als die direkten Konkurrenten. Dafür, dass diese klanglich nur derartig knapp dahinter liegt, dürfte die Stormbox für viele Interessierte eine starke Empfehlung sein. Zwar bekommt man mit dem JBL Charge 5 bereits in einer Box Stereo-Klang, doch kann die Stormbox Pro im Verbund mit zwei Boxen den wahrscheinlich besseren, raumfüllenderen Klang liefern. Eine Empfehlung sprechen wir also an dieser Stelle für diesen Preis durchaus aus.

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