So. 01. November 2020 um 7:13

Tribit QuietPlus 72 im Test: Taugt der günstige ANC-Kopfhörer aus China?

von Marcel Laser0 Kommentare

ANC-Kopfhörer sind häufig nicht ganz günstig, doch dafür bekommt ihr für über 300 Euro und mehr schon mit dem Sony WH-1000XM4 oder auch dem Bose Quiet Comfort zwei überragende Beispiele dieser Kategorie. Da wirkt der günstige Tribit QuietPlus 72 schon ein wenig deplaziert. Doch was leistet das Modell wirklich? Wir haben den Kopfhörer eine Zeit lang ausprobiert.

 

Tribit QuietPlus 72 im Test: Sehr gute Verarbeitung aber sehr wackliger Sitz

Wer den Tribit erstmals aus der Verpackung holt, wird unweigerlich feststellen, dass enorm viel Plastik zum Einsatz kommt. Aber das können wir aufgrund des sehr günstigen Preises auch verstehen. Wir haben hier schliesslich einen vollwertigen ANC-Kopfhörer für unter 70 Euro am Start. Das macht sich eben auch in den Materialien bemerkbar, um den Preis zu halten.

 

Nichtsdestotrotz ist die Verarbeitung gelungen. Aufgrund der hohen Flexibilität des Materials knarzt es etwas bei ruppiger Gangart, doch das dürfte nicht der Regelfall sein, wann geht man auch schon so zu Werke wie wir, um die Geräte ausgiebig zu testen? Grundsätzlich fühlt sich der Kopfhörer wirklich sehr hochwertig an. Auch die Knöpfe sitzen fest im Gehäuse und Wackeln in unserem Testmuster kein Stück.

 

Anders sieht es beim Schiebe-Schalter aus, der es wirklich an “Clickyness” vermissen lässt. Er wackelt zwar nicht, fühlt sich aber im Vergleich zu der sonst sehr guten Verarbeitung etwas deplatziert an. Wir können uns auch vorstellen, dass dieser irgendwann ausleiert. Einen absoluten Langzeittest konnten wir aber noch nicht starten. Insgesamt gefällt uns die Verarbeitung aber wirklich gut und da lässt sich zu dem Preis auch nur wenig meckern.

 

Was ebenfalls auffällt ist der Sitz auf dem Kopf. Der Anpressdruck des Kopfhörers ist irgendwie kaum da. Ihr solltet es daher vermeiden mit ihm Sport zu treiben. Denn bei hastigen Bewegungen hält er dort nicht lange. Jetzt habe ich persönlich sowieso schon eine recht schmale Birne, was den wackligen Eindruck noch verstärkt. Zwar trägt das alles zu einem sehr angenehmen Tragegefühl bei, doch hat man auch häufiger Angst den Kopfhörer zu verlieren.


Technik des QuietPlus 72: Bluetooth 5.0 und sogar Klinken-tauglich

Was man China-Gadgets oft nicht ansieht, sie sind meist doch voll mit feinster Technik. Der Tribit QuietPlus 72 macht es ebenfalls so und trumpft vor allem mit aktuellem Bluetooth 5.0 auf, nutzt USB-C fürs Aufladen und kann aber auch mit der guten alten 3.5-mm-Klinke umgehen, falls ihr einmal auf diese angewiesen seid. Rundum also flexibel einsetzbar, was wir wirklich begrüssen.

 

Technische Daten im Überblick

  • Treiber: 40 Millimeter
  • Funk: Bluetooth 5.0
  • Aktive Geräuschunterdrückung (ANC)
  • Gewicht: 265 Gramm
  • Akkulaufzeit: Bis zu 30 Stunden
  • Audio-Codecs: SBC und AAC

Was uns allerdings etwas verwirrt, dass es aptX von Qualcomm nicht in den Kopfhörer geschafft hat. Die Ausstattung ist für den Preis überdurchschnittlich und aptX hätte dem QuietPlus 72 noch einen schönen Zusatz gegeben. Aber man kann ja nicht alles haben, vor allem wenn man sparen will. Das sehen wir an dieser Stelle durchaus en.

 

Übrigens liegen alle benötigten Kabel samt komfortabler Tragetasche dem Lieferumfang bei. Ja, auch ein 3.5-mm-Klinkenkabel und ein Kabel für das Aufladen des Headsets. Die Ausstattung ist also wirklich üppig.

Tribit QuietPlus 72 im Test
Die Verarbeitung wirkt hochwertig und das ist sie im Grossen und Ganzen auch. (Bild: PocketPC / Laser)

Tribit QuietPlus 72: Solider Sound aber kein all zu hohes Niveau

Noch wichtiger ist aber schlussendlich der gebotene Sound. Hersteller Tribit verspricht euch einen starken Klang mit tiefen Bässen. Ich hab den Kopfhörer durch meine Standard-Musikliste gejagt, die ich für unsere Kopfhörer-Tests nun schon seit langer Zeit nutze. Die Genres reichen von klassisch, bis elektronisch, Pop und Alternative. In der Tabelle könnt ihr die Liste gerne durchgehen.

Musiker und BandsSoundtracks von Filmen, Video- und ComputerspielenGespielte Spiele
  • Pendulum – Immersion
  • Skrillex – Bangarang
  • Michael Bublé – To Be Loved
  • Billy Talent – Billy Talent III
  • Anberlin – Blueprints for City Friendship
  • Infected Mushroom – Deeply Disturbed
  • Green Day – American Idiot
  • Lindsey Stirling – Shatter Me
  • Blind Guardian – A Night at the Opera
  • Vanessa Mae – The Classical Album
  • Schandmaul – Narrenkönig
  • Eminem – 8 Mile
  • Killigrew – Tales of Hope
  • Killigrew – The Lost Chapter
  • Killigrew – Distorted Dreams
  • Killigrew – Hiraeth
  • Austin Wintory – Journey (Original Soundtrack)
  • Guild Wars 1 und 2 – Original Soundtracks
  • Pacific Rim – Original Soundtrack
  • Vaiana – Original Soundtrack
  • Enders Game – Original Soundtrack
  • Uncharted – Original Soundtrack
  • Halo 2 und 3 – Original Soundtracks
  • Baldur’s Gate 2 – Original Soundtrack
  • Skyrim – Original Soundtrack
  • StarCraft II – Original Soundtrack
  • Rocket League – Original Soundtrack
  • Portal 2 – Original Soundtrack
  • The Witcher 3 – Original Soundtrack
  • Game of Thrones – Original Soundtrack
  • Destiny – Original Soundtrack
  • Monster Hunter World – Original Soundtrack
  • Neverwinter Nights (Mobile)
  • Real Racing 3 (Mobile)
  • Monument Valley 2 (Mobile)
  • Childrens of Sky (Mobile)
  • The Elder Scrolls: Blades (Mobile)
  • Stranger Things: The Game (Mobile)
  • Arena of Valor (Mobile)
  • Call of Duty Mobile (Mobile)
  • EVE Echos (Mobile)
  • The Room Trilogie (Mobile)
  • Order & Chaos 2 (Mobile)
  • Among Us (Mobile)
  • Genshin Impact (Mobile)

Die Vorstellung des Tribit QuietPlus 72 kann hier im Test als leicht über dem Durchschnitt angesehen werden. Wir vermissen allerdings eine gewisse Präzision und auch die Dynamik ist nicht immer auf der Höhe. Das liegt wohl aber auch an der leicht dunklen Betonung der Klänge, um die Tiefe im Sound hervorzuheben. Das führt allerdings dazu, dass wir häufiger die Mitten im Klang vermissen.

 

Kurios wird es beim Einschalten der aktiven Geräuschunterdrückung, denn der Sound wird dadurch zwar breiter und auch etwas voluminöser, doch wirkt das Klangbild nahezu wie erstarrt. Grundsätzlich arbeitet das ANC aber ganz ok und filtert die Umgebungsgeräusche durchschnittlich heraus. Die Leistung ist allerdings weit von anderen (aber halt auch deutlich teureren) Kopfhörern entfernt.

Tribit QuietPlus 72 im Test
Neben Bluetooth 5.0 gibt es auch USB-C und Klinke als weitere Anschlüsse. Die Akkulaufzeit ist mit knapp 30 Stunden ebenfalls ordentlich.

Fazit: Günstiger wird ANC wahrscheinlich nicht mehr

Muss es immer der richtig teure Kopfhörer sein? Die Frage lässt sich nur schwer beantworten, denn die Elite von Sony und Bose im ANC-Bereich bietet oftmals so viel mehr. Der Tribit QuietPlus 72 macht aber ebenfalls einen guten Job. Das ANC funktioniert und filtert einige Hintergrundgeräusche heraus. Allerdings kostet der hier getestete Kopfhörer nicht einmal ein Viertel des Preises! Das sollte man bedenken.

 

Insgesamt hat uns das Klangbild des QuietPlus 72 ganz gut gefallen. Der Sound ist im allgemeinen sehr klar, auch wenn wir schwächen in der Dynamik und den Mitten feststellen mussten. Das ist aber aufgrund des Preises zu verschmerzen, denn Musik kann der Kopfhörer durchaus und vor allem etwas poppiges Material oder eben Elektronik beherrscht das Tribit-Headset absolut. Fans dieser Genres kommen hier durchaus auf ihre Kosten. Auch die 30 Stunden Akkulaufzeit sind absolut in Ordnung in dieser Klasse.

 

Apropos Kosten: Der Tribit QuietPlus 72 macht insgesamt eine ordentliche Figur und das zu einer UVP von rund 70 Euro auf Amazon. Für diesen Preis bekommt jedenfalls kaum etwas vergleichbares. Im Moment hat Tribit auch eine grosse Rabatt-Aktion am Start. Wenn ihr den Code FXWTFGJR auf der Herstellerwebseite beim Kauf eingebt, bekommt ihr satte 30 Prozent Rabatt auf den Preis.

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