Sa. 25. September 2021 um 8:23

Tribit Home im Test: Schlafzimmer-Lautsprecher mit zu tiefem Grollen

von Marcel Laser 0 Kommentare

Wir hatten bereits einige Produkte von Tribit im Test. Die Stormbox Pro wusste über alle Massen zu überzeugen und auch der kleine Micro hat einen tollen Start hingelegt. Nun haben wir mit dem Tribit Home ein weiteres Produkt erhalten, dass sich vor allem in den eigenen vier Wänden als „persönlicher“ Lautsprecher, sogar im Schlafzimmer, etablieren will. Gelingt das? Wir haben das neuste Modell der Familie ausgiebig ausprobiert.

Tribit Home Design: Schicke „Eier-Uhr“ mit LED-Effekten und toller Verarbeitung

Der neue Tribit Home erinnert mich vor allem an eine Eier-Uhr, zumindest entfernt und schlimm finde ich das nicht. Das Design ist durchaus gelungen. Der relativ üppig wirkende Lautsprecher ist vorne und hinten mit Stoff umspannt und weisst einen LED-Ring im Querschnitt auf, der sich einmal um die gesamte Mitte des Modells zieht. In der Front ist im oberen Segment eine Anzeige für die Uhr und Funktionen integriert. Um die Anzeige herum ist ein berührungsempfindlicher Ring angebracht, mit dem ihr die Features des Speakers steuert.

 

Die Verarbeitung ist Tribit-typisch hervorragend. Der Lautsprecher wirkt massiv und sehr stabil. Zudem ist er aufgrund seines hohen Gewichts von 1.2 Kilogramm (!!) sehr standfest. Da muss man sich schon blöd anstellen, diesen unabsichtlich irgendwo herunter zu stossen. Unten im Standfuss findet ihr übrigens auch weitere Anschlüsse. Einmal für AUX, der auch gleichzeitig als Antenne für das eingebaute FM-Radio genutzt werden kann, SD-Karten-Leser und ein USB-A-Anschluss zum Laden von anderen Geräten.


Bilder: PocketPC.ch / Laser

Technische Daten und massive schwächen beim Klang

Die verbaute Technik kann sich auf den ersten Blick übrigens sehen lassen. Zwei Lautsprecher und ein passiver Radiator finden im Tribit Home ihren Platz. Der Hochtöner misst circa einen Zoll und ein Treiber mit circa 3 Zoll ist für die Mitten und Tiefen verantwortlich. Die Produktbeschreibung wirkt allerdings etwas verwirrend. Denn auf der einen Seite ist von einem 30 Watt starken D-Verstärker die Rede und in anderen technischen Daten sind es 25 Watt. Was nun genau stimmt, konnten wir im Test leider nicht verifizieren. Auf der offiziellen Produktseite ist aber eine Gesamtleistung von rund 25 Watt (15 W + 10 W) angegeben. Wir lassen das einmal so stehen.

 

Technische Daten im Kurzüberblick

  • Treiber: 3 Zoll Mid-Bass, 1.2 Zoll Hochtöner, 3.5 Zoll passiver Radiator
  • Leistung: 25 Watt (15 W + 10 W)
  • Masse und Gewicht: 220 x 150 x 92 mm, 1.2 Kilogramm
  • Konnektivität: Bluetooth 5.0, FM-Radio, AUX
  • Besonderheiten: LED-Ring und LCD-Anzeige, Touch-Ring

Allerdings kann der Klang mit den tollen Spezifikationen leider nicht mithalten. Der Lautsprecher hat einen starken tiefen Unterton, der die Mitten und Höhen nahezu verschluckt. Dynamik ist es gar nicht bis maximal kaum. Das ist vielleicht für extrem basslastige Musik interessant, aber wer einen Lautsprecher am Kinderbett für Hörbücher mit Nachtlicht (dazu später mehr) oder auch am Schlafzimmer-Nachttisch haben will, um seichte Musik zum Einschlafen zu hören, der kommt hier kaum auf die Kosten. Vor allem ruhige Musik oder auch die Erzählstimmen der Vorleser:innen (Hörbücher etc.) werden durch die sehr tiefe Ton-Charakteristik förmlich auseinander genommen.

Ihr könnt auch zwei Home-Speaker miteinander verbinden und so im Stereo-Modus laufen lassen.

LED-Lichter eine tolle Idee – LCD-Anzeige für mich zu hell

Besonderes Augenmerk verdienen vor allem die verbauten LED-Lichter, die nicht nur als Nachtlicht oder auch Lampe eingesetzt werden können. Sie strahlen bei Bedarf auch in Regenbogenfarben und coolen Animationen um den Lautsprecher herum. Zudem lässt sich über den Touch-Ring die Helligkeit der Lichter einstellen. Das macht aus dem Lautsprecher ein tolles Nachtlicht. Allerdings müsst ihr für die Treffsicherheit ein wenig üben, vor allem dann wenn ihr gerade erst wach geworden seid und alles mögliche trefft, aber nicht den Punkt für das einschalten des Lichts.

 

So gut mir der LED-Streifen auch gefällt, so merkwürdig empfinde ich die LCD-Anzeige für die Uhrzeit. Diese zeigt übrigens auch die gerade genutzte Funktion an, wie Bluetooth-Verbindung oder FM-Radio. Für mich persönlich ist diese allerdings zu hell! Es stört mich am Nachttisch durchaus beim Einschlafen. Der Helligkeitssensor ist eine gute Idee, der die Anzeige sogar abdunkelt, aber es wird leider nicht dunkel genug, zumindest für mich. Da sind seichte Rottöne eher mein Favorit, da diese die Umgebung nicht sonderlich erhellen. Das weiss-blaue Licht des LC-Displays stört mich aber dann durchaus doch. Daher habe ich den Lautsprecher von meinem Nachttisch wieder verbannt.

Die LCD-Anzeige ist groß und super ablesbar. Allerdings ist sie mir im Dunkeln einfach viel zu hell. Bild: PocketPC.ch / Laser

Kein Akku verbaut, aber eine Ladebuchse für USB-Geräte

Der Tribit Home Speaker ist übrigens nicht mobil, was viele nun überraschen dürfte. Er hat einen festen Stromanschluss mit Netzteil. Er braucht also eine Steckdose in der Nähe um zu funktionieren. Aber genau darum ist er gut im Schlaf- oder Kinderzimmer auf dem Nachttisch einsetzbar. Genau wie in der Küche. Eben dort, wo er längere Zeit als Medienplayer stehen soll.

 

Wer nun denkt „dann fehlt mir aber eine Steckdose für mein Ladegerät“, den können wir an dieser Stelle etwas beruhigen. Der USB-A-Anschluss ist genau hierfür gedacht. Ein zusätzlichen Netzteil am Bett oder eine Steckdose ist somit nicht nötig. Der Anschluss lädt Smartphones spielend auf. Bei grossen Tablets, die durch ihre Displays allerdings viel Energie fressen oder eben riesige Akkus haben, dauert es dann aber ein bisschen länger.

Der Tribit Home Speaker muss immer am Strom angeschlossen sein. Einen integrierten Akku gibt es nicht. Bild: PocketPC.ch / Laser

Fazit: Nicht die Qualität einer StormBox Pro, dafür aber günstiger

Der Tribit Home Speaker bietet die von Tribit gewohnte Verarbeitungsqualität. Mich überrascht immer wieder, wie gut die Produkte des chinesischen Herstellers verarbeitet sind. Eine mir bis dato bekannte Qualität lässt er allerdings vermissen: die beim Klang. Denn dieser kann bei weitem nicht mit den von uns bereits getesteten Modellen des gleichen Herstellers mithalten. Warum sich Tribit hier für einen derart dunklen, verschlossenen Grundton entschieden hat, ist mir schleierhaft. Grade Hörbücher oder seichte Musik zum einschlafen klingen so nicht besonders gut.

 

Gefallen hat mir wiederum die Integration der Lichter. Der LED-Streifen macht definitiv etwas her und die warme Lichtquelle taugt wunderbar als Nachttischlampe. Wiederum nicht ganz so gut gefällt mir die LCD-Anzeige für die Uhrzeit. Diese ist auch im gedimmten Zustand sehr hell, zumindest für mich persönlich. Helligkeit empfindet im Einschlafprozess jeder Mensch anders. Für mich war es jedenfalls einen Tick zu hell. Toll wiederum ist die etwas höhere Funktionsvielfalt durch FM-Radio, als Bluetooth-Speaker oder eben auch SD-Karte sowie AUX, kann er in allen Bereichen eingesetzt werden.

 

Schwierig wird es aber dann doch bei meinem Hauptkritikpunkt. In meinen Augen ist der Klang nicht wirklich gut. Immerhin der Tribit Home mit rund 90 Euro bzw. Schweizer Franken UVP günstiger als die StormBox Pro. Dennoch solltet ihr schauen, dass ihr das Modell vielleicht irgendwo Probehören könnt, damit es eurer Musikrichtung entsprechend passt.

 

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