Fr. 29. November 2019 um 10:18

Review: Toshiba RC500 500 GB NVMe SSD von KIOXIA im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Schnellen Datenspeicher brauchen wir zuhauf. Darum haben wir für euch eine NVMe SSD im M.2 2280 Format getestet, die von KIOXIA, ehemals Toshiba Memory, explizit für den Gaming-Markt ausgelegt wurde.


Toshiba OCZ RC500 500 GB NVMe SSD von KIOXIA

Lieferumfang und Hardware der Toshiba RC500 500 GB NVMe SSD von KIOXIA

Die NVMe SSD wird ohne viel Schnickschnack geliefert. KIOXIA, ehemals Toshiba Memory, legt dem 80 x 22 x 2.38 mm kleinen Speicherriegel nur ein kleines Papier bei, wie man die SSD schadfrei aus dem Blister nimmt. Mehr ist nicht im Karton. Das braucht es aber auch gar nicht, denn die NVMe Typ M.2 2280-S2-M ist denkbar einfach zu installieren. Einen PCIe 3 x4L Anschluss identifizieren, einstecken, festschrauben, fertig.

Schnell und unproblematisch ist die Toshiba RC500 SSD installiert. Die NVMe Speicherriegel sind in den beiden Grössen 250 GB und 500 GB erhältlich.

 

Dabei sind alle Chips auf der Oberseite der Platine zu finden, so dass die Unterseite gänzlich flach, so dass sie selbst in schmalen Laptops gut untergebracht werden kann. Sie wiegt naturgemäss sehr wenig, genauer knapp 7 Gramm.

Im Inneren steckt ein NAND Speicher mit 96 Layer 3D BiCS TLC und ein PCI Express (PCIe) Controller der Base Specification Revision 3.1a, der so bis zu theoretischen Symbolrate von 32 GT/s ermöglicht. Mit einem typischen Stromverbrauch von unter 4 Watt und ca. 50 mW im Standby ist das Speichermodul für viele Anwendungen bestens geeignet.

 

Was an dieser Stelle auffällt, ist dass noch immer auf den älteren Standard PCIe 3 gesetzt wird, obschon auch der Nachfolger PCIe 4.0 seit über zwei Jahren auf dem Markt ist und das neue PCIe 5.0 dieses Jahr veröffentlicht wurde. KIOXIA will nach eigener Aussage dabei vor allem auf grösstmögliche Kompatibilität setzen, da die RC500 Serie als Nachfolge der RC100 weiterhin auf das Einstiegs- und Mainstreamsegment im Solid State Drive Markt zielt. Auch wird noch auf TLC statt QLC gesetzt, was kleinere Speichergrössen bedeutet. QLC würde eine SSD mit weit über 100 TB Speicherkapazität ermöglichen. Beides, sowohl QLC als auch PCIe 4 mit entsprechend im Vergleich doppelten Symbolraten, soll aber langfristig bei KIOXIA-Produkten ebenfalls Einzug halten.

Dafür ist dank BiCS-4-TLC mit 96 Layern die Preisgestaltung eben entsprechend tiefer ausgefallen und es sind keinen signifikanten Leistungseinbrüche zu verzeichnen, wie dies bei vielen heutigen QLC-Laufwerken der Fall ist.

Man will mit der Toshiba RC500 Serie von KIOXIA also nicht unbedingt Benchmark-Rekorde brechen, sondern vornehmlich eine günstige Lösung zum Aufrüsten bestehender Systeme bieten. Zielpublikum ist im Mainstream-Sektor zu finden, so KIOXIA, da gerade gemischte Anforderungen mit einigen grossen Speicherblöcken aber auch vielen kleinen, verteilten, die BiCS-Technologie sehr gut ausspielen können. 

Benchmarks und Performance

Doch schauen wir uns die Leistung erst mal an. Dazu haben wir das beliebte und bekannte Benchmark-Programm CrystalDiskMark in der Version 6.0.1 x64 auf Windows 10 x64 mit eine Intel Core i7-5880U und 16 GB RAM laufen lassen.

Dabei sind jeweils drei mal fünf Durchläufe gemacht worden mit den Standardeinstellungen des Benchmark-Tools. Dazwischen waren immer mehre Minuten Unterbrechung und Reboots, um Lerneffekte des Controllers zu verringern. Im Nachfolgenden sind zwei Screenshots zu sehen, die durchschnittliche Werte aus der Testserie abbilden.

 

Wie ihr sehen könnt, sind die Ergebnisse jedoch durchaus gut. Gerade kleine Speicherblöcke schreibt die RC500 NVMe SSD erstaunlich schnell und das Dateisystem macht kaum einen Unterschied.

 

Vor allem beim sequenzielles Lesen und Schreiben einer 1 GiB grossen Speichereinheit zeichnet die SSD jedoch schöne Werte von ca. 1750 MB/s.

Wichtig ist jedoch, dabei zu bedenken, dass die SSD mit einem SLC-Puffer ausgestattet ist, der gerade grössere Dateien massiv schneller 3-bitweise bzw. 1-bitweise liest und schreibt. Dieser beträgt knapp 10 GiB auf der RC500 mit 500 GB von KIOXIA, wie der AJA Systemtest zeigt. Beim Schreiben ist dies besonders drastisch zu spüren, denn ab ca. 10 GB werden aus den durchschnittlichen 1500 MB/s plötzlich noch 780 MB/s mit deutlichen Schwankungen. Beim Lesen sieht dies ähnlich, wenngleich nicht ganz so drastisch aus, wenn die Datenrate hier von ca. 1500 MB/s auf ca. 1200 MB/s nach 10 GB abfällt.

Im Alltag

Im Alltag jedoch fällt der SLC-Cache kaum auf. Zwar sind 4K Videokameras und Smartphones heute keine Seltenheit mehr, doch dennoch wird man nicht all zu oft wirklich riesige Datenmengen auf einen Rutsch schreiben wollen. Für die angepeilte Zielgruppe, Gaming und Menschen, die ihre Laptops und Rechner aufrüsten möchten, ist die NVMe SSD durchaus solide und schnell bei allen alltäglichen Aufgaben.

Preise und Fazit

Die unverbindlichen Preisempfehlungen (UVP) von KIOXIA für die RC500 NVMe SSD-Serie belaufen sich auf 39,90 Euro bzw. 43.90 SFr. für die 250 GB Variante sowie 59,90 Euro bzw. 65.90 SFr. für die 500 GB Version. Diese wurden gerade kürzlich nach unten angepasst, obschon die RC500 erst im August vorgestellt wurden. Selbstverständlich sind tagesaktuelle Preise, online wie offline, durchaus anders aussehen. Ein Vergleich lohnt sich also.

Wenngleich keine Spitzenwerte, so vermag die RC500 NVMe SSD für den PCIe 3 Bus mit 4 Lanes zu überzeugen. Für durchaus konkurrenzfähige Preise und mit fünf Jahren Garantie und einer Lebensdauer von 200 TB TBW (Total Bytes Written), wobei nur 100 TB für die 250 GB-Variante angegeben werden, liefert die RC500 eine solide Performance fürs Gaming und die Aufrüstung von PC und Mac. Mit BiCS 4 TLC scheint hier Toshiba eine gute Weiterentwicklung der eigenen NAND-Flashspeicher-Technologie gelungen zu sein, die günstige SSD-Speicher mit solider Leistung ermöglicht.

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