Mi. 08. August 2018 um 12:47

Review: Toshiba OCZ RC100 NVMe-SSD getestet

von Yves Jeanrenaud2 Kommentare

Wer seinen Laptop oder Desktop-Rechner mit schnellem SSD-Speicher aufrüsten will, kommt derzeit um NVMe nicht herum. Non-Volatile Memory express, kurz NVMe, steht für nichtflüchtige Massenspeicher, die per PCI-Express-Schnittstelle verbunden werden, ohne herstellerspezifische Treiber zu benötigen. Die Technologie, die seit gut sieben Jahren auf dem Markt ist und ursprünglich für Server entwickelt wurde, besticht vor allem durch ihre Geschwindigkeit im Vergleich zu SATA oder anderen Zugriffsmöglichkeiten auf Speicher, die dank parallelen Datenzugriffe rasend schnell ist. Das hat natürlich seinen Preis, doch Toshiba will hier mit einer Budget-Variante für ein ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis sorgen. Der Name OCZ, vielen noch als Flash- und NAND-Speicherhersteller ein Begriff, ist nunmehr ja fester Bestandteil des Toshiba-Sortiments und wird als Produktname in der Einstiegsklasse eingesetzt.

 

Die Toshiba RC100 NVMe-SSD kommt im m2 2242 Formfaktor daher, ist mit 22 x 42 mm winzig klein und wiegt nur knapp 3 Gramm. Sie ist damit nur noch ein wenig grösser als eine SD-Karte. Drei Varianten sind verfügbar: Von 120 GB über 240 GB bis zu 480 GB, die jedoch alle über zwei PCIe 3.1-Lanes (NVMe 1.2.1) angesprochen werden, womit Transferraten bis 2 GB/s maximal möglich werden. Versprochen werden hierbei vom Hersteller für die drei Speichergrössen technisch bedingt auch unterschiedliche Transferraten: Lesend soll die 120 GB-Version auf 1.350 MB/s, die beiden grösseren Varianten 1.600 MB//s bieten. Schreibend ist bei der 12 GB-Variante 700 MB/s, bei der 240 GB-Variante 1.050 MB/s und bei der grössten im Trio 1.100 MB/s vom Hersteller angepriesen. Dazu nutzt die SSD den B- und M-Konnektor, womit sie in alle M.2-Sockel passt statt nur in M-Sockel und dennoch schneller ist als SATA.

 

Geliefert wird die OCZ RC100 NVMe SSD ohne viel Schnickschnack in einer Kunststoffverpackung und ist vorne wie hinten mit grossen Aufklebern versehen. Wir hatten die 240 GB-Version der Toshiba OCZ RC100 NVMe SSD im M.2-Formfaktor zum Test vorliegen.


Toshiba OCZ RC100 NVMe SSD

Der darauf verbaute 3D-NAND-Speicher basiert auf dem Toshiba-eigenen BiCS Flash genannten TLC mit 3 bits pro Zelle und 64 Layern. Damit hat Toshiba als einer der wenigen Hersteller auch im Einstiegssegment 3D-NAND-Speichertechnologie im Sortiment. Um dabei die Kosten im M2-Segment nach unten anpassen zu können, verzichtet Toshiba auf Pufferspeicher in Form von DRAM und nutzt, dank PCIe, auf Host-Memory-Buffer-Technologie, kurz HMS, bei der der PC Daten im Arbeitsspeicher zwischenlagert, um den Datendurchsatz zu beschleunigen.

Dies zeigt sich im Benchmark durchaus als vielversprechend, schliesslich liefert CrystalDiskMark 3 hier für sequenzielles Lesen und Schreiben Werte von 1595 MB/s bzw. 1065 MB/s, was sehr nahe an den vom Hersteller angegeben Werten liegt. Auch 4K-Dateien im sequenziellen und anschliessend randomisierten Zugriff liefern noch gute Testwerte ab: 4 KiB Q8T8 687.8 MB/s bzw. 558.3 MB/s, 4KiB Q32T1 mit 560 MB/s bzw. 457 MB/s und im 4 KiB Q1T1 noch stolze 54.4 MB/s lesend und 168 MB/s schreibend.

Damit mischt die OCZ RC100 SSD von Toshiba im vorderen Mittelfeld der M.2 Solid State Drives mit.

Was die Energieeffizienz an geht, soll die RC100 deutlich weniger Energie verbrauchen als High-End-SSD-Karten. Im L1.2 Sparmodus sollen nur noch 5 mW verbraucht werden, im Alltag lediglich 3.2 Watt.

In unserem Benchmark konnten wir, den Grundverbrauch rausgerechnet, unter Vollast gut 5 Watt Stromverbrauch verzeichnen und im Leerlauf knapp 0.9 Watt. Einen Tiefschlafmodus konnten wir nicht provozieren und so dessen Energiewert ausmachen.

Temperaturen unter Vollast gehen jedoch auch schnell mal in die Höhe, was vermutlich auch etwas dem Design, es ist nahezu alles in einem Chip verbaut, geschuldet ist. Ein einfaches Infrarotthermometer zeigte hier 75 Grad Celsius an.

Wer also eine Kühlung der M.2 SSD vornehmen kann, ist hier sicherlich gut beraten, um einer Leistungsdrosselung als Schutzfunktion bzw. vorzeitigem Verschleiss vorzubeugen. Apropos Verschleiss: Die OCZ RC100 von Toshiba hat vergleichsweise niedrige TBW-Werte. Die 120 GB-Variante soll für 60 TB Schreibzyklen herhalten, die 240 GB für 120 TB und die 480 GB hingegen für 240 TB. Das ist nicht sehr viel, wird jedoch durch die drei Jahre Garantiezeit komplettiert und ist für eine Consumer-SSD durchaus als vertretbar zu bezeichnen.

Preis

Die Toshiba OCZ RC100 NVMe M.2 2242 SSD gibt es schon ab 48,90 Euro bzw. 44.90 SFr. UVP, nämlich bei der 120 GB Variante, zu kaufen. Die 240 GB-Version kostet 69,90 Euro bzw. 64.90 SFr. und die grösste Version mit 480 GB hat eine unverbindliche Preisempfehlung von 129,90 Euro bzw. 119.- SFr. erhalten. Der Handel ist hierbei allerdings teilweise seit dem Marktstart Mitte Juni schon deutlich von der Preisempfehlung abgewichen. So verkauft Steg die drei Varianten der Toshiba OCZ RC100 für 64.90 SFr., 84,90 SFr. und 149,90 SFr., übrigens ohne OCZ in der Produktbezeichnung. Tagesaktuelle Preise von Amazon seht ihr im Folgenden.

Fazit

Die Toshiba OCZ RC100 ist ein wirklich interessantes Produkt, das genau zwischen kostengünstige SATA-SSD und blitzschnelle NVMe-SSD passt. Mit durchaus konkurrenzfähigen Datenraten und einem guten Preis ist die SSD für alle mit passendem Mainboard oder Laptop eine gute Wahl. Dass die Toshiba OCZ RC100 M.2 NVMe SSD keine Verschlüsselung auf Hardware-Ebene unterstützt, ist vielleicht bei einem Consumer-Produkt noch vernachlässigbar. Die Temperaturentwicklung hingegen sollte einem zu denken geben und gegebenenfalls muss entsprechend durch Kühlung entgegengewirkt werden, um Leistungseinbussen zu verhindern. Für den abgerufenen Preis jedoch ist die RC100 eine sehr spannende SSD für den Einstieg in schnelle Datentransferraten. Der kleine Formfaktor macht die Toshiba NVMe SSD zur ersten Wahl bei beengten Platzverhältnissen, etwa in Laptops, All-in-One- oder Mini-PCs.

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2 Antworten zu “Review: Toshiba OCZ RC100 NVMe-SSD getestet”

  1. night sagt:

    Kommt trotzdem immer noch nicht an Intel oder Samsung heran.

  2. Yves Jeanrenaud sagt:

    das sagt doch auch niemand?

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