So. 12. November 2023 um 11:58

Review: shoefresh mini Schuherfrischer im Test

von Yves Jeanrenaud 0 Kommentare
Lesedauer: 5 Minuten

Wer Sport macht, kennt das Problem bestimmt: Über kurz oder lang fangen die Sportschuhe an, ziemlich ĂŒbel zu riechen. Das liegt wohl vor allem an den Bakterien, die sich auf den Schweiss stĂŒrzen und diesen, unter anderem in stinkende ButtersĂ€ure umwandelnd, abbauen. Um dem entgegenzuwirken, sollten wir unsere Treter immer möglichst bald möglichst trockenlegen. Doch das ewige Stopfen mit Zeitungspapier oder die Schuhe unter die Heizung stellen ist auch nicht die Lösung. Gerade bei Sportarten auf Kunstrasen, Hockey etwa, sind die Schuhe einfach jedes mal triefend nass, so dass das oft auch gar nichts mehr bringt. Das niederlĂ€ndische Unternehmen Schoebrand hat hier mit dem shoefresh, in unserem Test der shoefresh mini, Abhilfe mittels WĂ€rme und Ozon versprochen. Wir haben uns das Gadget mal genauer angesehen.

Lieferumfang des shoefresh mini Schuherfrischers

Der shoefresh mini, der im Gegensatz zum grossen shoefresh nicht als stationÀres GerÀt sondern zum Mitnehmen konzipiert ist, kommt entsprechend auch mit einem kleinen Stoffbeutel zum Transport. Hinzu kommen drei kurze Anleitungs-FaltblÀtter in mehreren Sprachen: NiederlÀndisch und Englisch, Italienisch und Polnisch sowie Deutsch und Französisch. Mehr ist im Karton nicht enthalten.

Hardware und Eigenschaften

Der shoefresh mini besteht im Kern aus zwei kleinen, keilförmigen Schuheinlagen, die jeweils etwa 120 Gramm wiegen und 163 x 63 x 32 mm gross sind. Diese sind hauptsĂ€chlich aus weissem Kunststoff gestaltet, mit eine, tĂŒrkisblauen Streifen als Akzent, und weisen auf der Ober- und der Unterseite dreistrahlige Öffnungen auf. Die beiden SchuheinsĂ€tze des shoefresh mini sind per Kabel miteinander verbunden, wobei an der Verbindung die Steuerungseinheit zu finden ist.

 

Die Steuerung ist simpel gestaltet und besteht aus einer roten LED, die anzeigt, dass das GerĂ€t eingesteckt ist, einem Schalter zum Ein- und Ausschalten der Schuherfrischungsfunktion und einer grĂŒnen LED, die anzeigt, dass die Schuherfrischung gerade im Gange ist. An der Steuerungseinheit ist ein handelsĂŒblicher, zweipoliger Eurostecker Typ C (CEE 7/16) zu finden. Somit ist der shoefresh auch in der Schweiz einzusetzen.

 

Der shoefresh mini wiegt, alles zusammen 360 Gramm. Da es zwingend auf 220 V Wechselstrom angewiesen ist, kann das GerÀt jedoch nicht ohne Weiteres weltweit benutzt werden.


shoefresh mini travel Schuherfrischer
Der shoefresh mini Schuherfrischer. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Testeindruck und Funktionsweise

Den shoefresh mini Reise-Schuherfrischer benutzt man denkbar einfach. Die Einlagen-Teile des GerÀts werden in die Schuhe geschoben, das GerÀt eingesteckt und eingeschaltet. Als kleinste geeignete Schuhgrösse hat sich hier etwa 27/28 in der Praxis erwiesen. Der Hersteller macht keine Angaben dazu.

 

Sodann erzeugt der shoefresh im Inneren aus der Raumluft Ozon, O3, und WĂ€rme. Die WĂ€rme trocknet die Schuhe und die als “aktiver Sauerstoff” bezeichnete Ozonbegasung tötet Bakterien ab, die fĂŒr die Geruchsbildung verantwortlich sind.

Ozon?!

Doch halt! Ozon? Erinnern wir uns vage an den Chemieunterricht, ist dies ein starkes und giftiges Oxidationsmittel. Das wollen wir nicht unbedingt in unserer Wohnung freisetzen! Hier kann man jedoch wiederum beruhigen, denn der shoefresh mini mit gerade mal 10 Watt Leistungsaufnahme macht nur 10 Minuten lang Ozon, dann wieder 110 Minuten lang Pause und nach acht Stunden, also vier DurchgÀngen, schaltet sich das GerÀt sowieso wieder ab. Es muss dann zunÀchst wieder eingeschaltet werden.

 

Zudem ist die Erzeugung von O3 durch die Ionisierung von in der Raumluft enthaltenem Sauerstoff (O2), enorm ineffizient. Selbst im Labor können Ozongeneratoren wohl fĂŒr 1 kg Ozon aus gekĂŒhltem, hochreinen Sauerstoff 7 bis 14 kWh Strom und 1.8 m3/h KĂŒhlwasser gebraucht, einer Ausbeute von 4:9. Da hier nicht gekĂŒhlt sondern im Gegenteil noch geheizt wird, ist die Ausbeute verschwindend Gering. Und Ozon zerfĂ€llt unter normalen Bedingungen innert weniger Tage wieder zu Sauerstoff.

Bilder: PockePC.ch / Jeanrenaud

 

Der shoefresh mini erzeugt also vermutlich sehr, sehr wenig O3, auch wenn der Hersteller gar keine Angaben zur Effizienz seines Ionisationsprozesses namens Active Oxygenℱ Technologie, nennt. Man sollte aber wohl nicht die Nase in den Schuh halten, wĂ€hrend der shoefresh mini gerade grĂŒn leuchtet, um Atemwegsreizungen zu vermeiden. Der Hersteller rĂ€t aber nicht explizit davon ab. Ausprobiert habe ich das indes aber auch nicht, doch selbst der charakteristische Ozongeruch, den man etwa nach einem Gewitter kennt, ist nie zu bemerken gewesen. Auch nicht in kleinen, unbelĂŒfteten RĂ€umen.

Einsatzbereich und Schuharten

Der shorefrsh mini ist gebaut fĂŒr den Einsatz in feuchten Umgebungen, sollte aber nicht unter Wasser gesetzt werden. Da die Schuhe von Innen nach Aussen getrocknet werden, wird die OberflĂ€che weniger strapaziert. Die WĂ€rmeentwicklung ist zudem auch auf knapp 40 Grad beschrĂ€nkt, so dass alle Arten von Schuhen und alle Materialien mit dem shoefresh bedacht werden können – ob Nylon, Leder, Baumwolle oder Leinen bis zu Gummi und vieles mehr. Klar sind Sportschuhe wohl prĂ€destiniert fĂŒr die Schuherfrischung, doch auch die guten Anzugschuhe und selbst high heels sind nicht vor Schuhgeruch gefeilt und mit dem shoefresh mini einfach zu behandeln.

Eindruck aus dem Einsatz

Soweit, so einfach. Aber: Das Ganze kappt auch tadellos und erstaunlich effizient. Selbst schon wirklich erheblich stinkende Schuhe, bei denen nichts mehr half, werden wieder geruchsneutral! Die eingangs erwĂ€hnten, stĂ€ndig nassen Hockeyschuhe, bei denen Waschen, Fönen, Trocknen auf der Heizung, selbst Backpulver und alle möglichen Schuhsprays schon versagten hatten, sind nun wieder zu gebrauchen. DafĂŒr waren zwar zwei DurchlĂ€ufe zu acht Stunden nötig, aber nun sind riechen sie nicht mehr. Darauf kam es ja an.

Preis und Fazit

Der shoefresh mini ist direkt beim Hersteller fĂŒr 65,- Euro bzw. SFr. zu haben und damit auch das gĂŒnstigste Modell. Wer mehr Komfort möchte, bekommt fĂŒr 129.- SFr. bzw. Euro den shoefresh opod als stationĂ€res GerĂ€t mit Temperatur- und Laufzeitanzeige und der Möglichkeit, die Temperatur auf 40 Grad zu begrenzen fĂŒr hochwertige Lederschuhe. Zudem kann die Laufzeit auf 30 Minuten fĂŒr Sneaker und Lederschuhe mittels einfacher Programmauswahl auf dem Touch-LED-Display eingestellt werden. FĂŒr 169,- Euro bzw. SFr. gibt es den multi-fresher von shoefresh, der gleich zwei Paar Schuhe gleichzeitig erfrischen kann. Alle drei GerĂ€tegrössen gibt es in der Limited Edition jeweils auch in Schwarz.

 

 

Alles in allem ist der shoefresh mini ein erstaunlich simples, aber effektives Produkt. Die Benutzung ist einfach und meine Sportschuhe sind endlich frei von diesem ĂŒblen Gestank. Aber auch andere Schuhe, Sneaker etwa oder die Winterstiefel, kommen nun, meist nach lĂ€ngerem Tragen, einfach ĂŒber Nacht in den Genuss einer shoefresh Schuherfrischung.

 

Zum GlĂŒck habe ich beim letzten Urlaub in Groningen das Produkt im SportgeschĂ€ft gesehen. Ich persönlich möchte das GerĂ€t aus den Niederlanden nicht mehr missen und kann nur dazu raten, auf Amazon etwa auf den Black Friday Sale zu warten, und noch ein paar Prozente Rabatt rauszuschlagen.

mini, opod oder multi-fresher?

Mir reicht das Modell mini absolut aus um alle Schuhe der Familie zu erfrischen und das bisschen Komfort, dass ein Display und die Station mit sich bringen, waren mir persönlich den Aufpreis nicht wert.

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