So. 22. April 2018 um 18:15

Review: Reolink Argus 2 IP-Kamera mit Solarpanel im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Es gibt viele Gründe und Orte für eine Überwachungskamera und manchmal wäre es gut, wenn diese ohne viel Aufwand montiert werden könnte. Die Firma Reolink hat mit der Argus 2 eine nach IP65 Schutzklasse wetterfeste 1080p IP-Kamera auf den Markt gebracht, die nicht nur über Infrarot-Nachtsicht und PIR-Bewegungsmelder verfügt, sondern auch mit zwei vielseitigen Halterungen und integriertem aber austauschbaren Akku daher kommt. Natürlich ist der obligatorische microSD-Kartenslot zur lokalen Aufzeichnung von Bildern und Videos auch dabei. Doch der Reihe nach.

 

Die Reolink Argus 2 wiegt mit Akku 350 Gramm und ist 119 x 65 x 59 mm gross. Das weisse Gerät mit schwarzer Front erinnert entfernt an einen Minion oder an ein Ei und wird mit allerlei Zubehör geliefert. Neben Kamera und passender Silikonhülle mit Schirmchen über der Linse (was praktisch im Ausseneinsatz ist, da so Regentropfen nicht die Optik verschlechtern), sind Kurzanleitung, microUSB-Kabel, Überwachungskamera-Sticker, CR123A-Akku mit 5400 mAh Kapazität (die für acht bis zwölf Stunden Dauerbetrieb ausreicht), einem weissen, flexiblen Metall-Stativ, einer Halterung in Kugelform, die magnetisch am Argus 2 hält, zwei Pakete passender Schrauben und Dübel sowie entsprechende Bohrschablonen, eine kurze Schlaufe mit Öse und eine Nadel für den Reset mit dabei. Ebenfalls mitgeliefert wird ein Nylongurt für die Befestigung ohne Schrauben, an Laternenmasten oder Bäumen etwa.

 

Die Verarbeitung der Argus 2 und aller Zubehörteile ist hervorragend und lässt keine Wünsche offen.


Reolink Argus 2

Die Kamera selbst filmt mit 2 Megapixel 1080p (1920 x 1080 Pixel) bei 15 fps durch ihr Objektiv f = 3,26 mm fix, F = 2,2; in einem Betrachtungswinkel von 110 Grad. Sie kann auf FAT32-formatierte microSDs, die rechtsseitig unter einer Silikonabdeckung eingelegt werden, direkt aufnehmen. Dort ist auch der Reset-Taster versteckt. Die Unterseite der rundlichen Kamera zeigt in der kugelförmigen Ausbuchtung ein handelsübliches Stativgewinde, in das auch das mitgelieferte Mini-Stativ geschraubt werden kann.

 

Die Vorderseite zeigt im schwarzen Kunststoffteil unterhalb der Kameralinse, um die herum acht Infrarot-LED angebracht sind, die die Nacht bis zu zehn Meter weit erhellen, eine per App deaktivierbare Status-LED und darunter wiederum den PIR-Bewegungsmelder sowie Lautsprecher und Mikrofon. Die Argus 2 kann nämlich ebenfalls Ton in beide Richtungen übertragen, so dass sie beispielsweise auch im Eingangsbereich von Gebäuden eingesetzt werden kann. Der PIR-Sensor hat ein Sichtfeld von 120 Grad und ist per App in drei Reichweiten konfigurierbar: Niedrig: (2-4 Meter), Mittel (4-6 Meter) und Hoch (6-9 Meter).

 

Der rückseitig angebrachte Akku hat mittig einen microUSB-Eingang unter einer Silikonabdeckung und wird einfach aufgesteckt. Der Einrastmechanismus hält zuverlässig und sicher. Er muss mittels oben am Akku befindlicher Taste gelöst werden, will man den Akku abnehmen. Sobald die Kamera mit Strom versorgt wird, wird sie aktiviert und kann in Betrieb genommen werden.

 

Die vielseitigen Befestigungsmöglichkeiten durch das mitgelieferte Zubehör ermöglichen es, die Kamera dort zu platzieren, wo man sie wirklich braucht. Klug gelöst ist dabei auch die Befestigung per Gurt, der einfach durch die herausnehmbare Metalscheibe des Stativs geschlauft wird. Die Sicherheitsschlaufe dient dazu, der Reolink Argus 2, die sowohl geschraubt als auch magnetisch sehr gut hält, nochmals ein klein wenig mehr Sicherheit zu geben.

Reolink
Preis: Kostenlos
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Die App, welche für Andoid und iOS kostenlos verfügbar ist, kommuniziert bei der ersten Einrichtung per Audiosignal mit der Kamera oder kann mittels QR-Code, welcher sich auf der Rückseite des Akkus aufgeklebt befindet, konfiguriert werden. Hierbei kann nun die Netzwerkkamera entweder als eigener WLAN-Access Point nur dann Bilder zu einer App senden, wenn sich entsprechend Geräte zu ihr verbinden, oder aber die Argus 2 wird in einem bestehenden WLAN-Netzwerk eingebucht. Dabei unterstützt das Gerät WLAN 802.11b/g/n im 2.4 GHz-Frequenzband, leider nicht im 5 GHz-Band, und konfiguriert sich dort nach der Einrichtung automatisch, so dass keine Portweiterleitungen oder ähnliches vorgenommen werden müssen.

 

In der App lassen sich allerlei Einstellungen vornehmen, die Bewegungserkennung konfigurieren und entsprechende Reaktionen darauf (Aufnahme starten und deren Dauer, akustischer Alarm, E-Mail und/oder Push-Benachrichtigungen versenden etc.) sowie lokale, sprich auf der microSD und In-App-Aufnahmen machen und verwalten. Dabei werden Videos als MP4  mit H.264 codecs mit 33 kbit/s und Fotos als JPEG mit 1080p gespeichert. Auch für Windows 10 und MacOS X ist vor Kurzem eine eigene, entsprechende Reolink Client-Software erschienen.

 

Das Ganze funktioniert sehr intuitiv und ist im Handumdrehen eingerichtet und problemlos zu bedienen. Die Bilder sind ordentlich scharf und gut ausgeleuchtet, die Linse hat jedoch eine leichte Fischaugen-Optik, so dass an den Rändern alles leicht konvex verzerrt wird, was aber in den meisten Fällen kaum stören wird. Die Tonübertragung ist nur Mono und nicht gerade auf höchstem Niveau, aber sie reicht aus, um zu hören, was vor Ort vor sich geht bzw. um entsprechend sich aus der Ferne verständlich zu machen.

 

Allerdings haben sowohl Bild als auch Ton eine Latenz zwischen drei und fünf Sekunden zu verzeichnen. Richtig live ist anders. Der Hersteller Reolink gibt als Betriebstemperaturspanne -10° bis +55° Celsius an, was vor allem auf den PIR-Sensor zutrifft. Bei sehr kalten Temperaturen versagt die temperaturgestützte Bewegungserkennung.

Das zusätzlich erhältliche Reolink Solar Panel ist extra für den unabhängigen Einsatz der Reolink Argus 2 konzipiert. Es besteht aus einem robust verbautem Solarpanel im dezenten, schwarzen Kunststoffrahmen, dass bis zu 480 mA bei bis zu 6 V liefert und mit einer Kurzanleitung, einer schwarzen Wandhalterung aus Metall, passenden Schrauben und Dübeln, einer Bohrschablone sowie einem Videoüberwachungshinweis-Sticker geliefert wird.

 

Das Solarpanel ist 13 x 20 x 1.2 cm gross und lässt sich an der per Stativschraubverschluss befestigter Wandhalterung komplett frei um 360 Grad drehen und 180 Grad neigen. Am 4 Meter langen microUSB-Kabel ist eine grosse Silikongummi-Litze, die zusätzlich den Anschluss wetterfest macht.

 

Die Stromversorgung über die Solarzellen funktioniert einwandfrei und selbst wenige, diesige Stunden Tageslicht reichen aus, um den Akku wieder mit Strom zu versorgen, so dass wirklich eine konstante, kabellose Videoüberwachung möglich ist.

Preis

Die Reolink Argus 2 wetterfeste IP-Kamera gibt es beim Hersteller für 129.99 USD. Das Reolink Solar Panel kostet 29.99 USD. Im Bundle für 204.90 SFr. gibt es die IP-Cam direkt inklusive Solarpanel bei STEG.

Fazit

Mit der Reolink Argus 2 bekommt man für relativ wenig Geld eine gute HD-Netzwerkkamera für den Innen- und Ausseneinsatz im unauffälligen, kleinen Design mit viel Zubehör. Sie macht passable Bilder, wenngleich auch etwas verzögert, und lässt sich überall, dank Solar-Panel wirklich überall, problemlos anbringen und betreiben. Schade ist nur, dass lediglich 2.4 GHz WLAN-Signale unterstützt werden. Auch ist keine Einbindung in Smart Home Applicances wie Apple Home Kit oder Google Home möglich, was nett gewesen wäre.

vg-wort
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