Sa. 14. März 2020 um 16:31

Review: RAVPower PD Pioneer 60 W Powerbank USB-C mit 20000 mAh im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Powerbanks sind nützlich und mittlerweile in vielen Varianten erhältlich. Auch mit USB-PB, Power Delivery, haben wir schon welche für euch getestet. Die PD Pioneer RP-PB201 von RAVPower bringt nicht nur stolze 20’000 mAh Akkukapazität mittels Lithium-Ionen-Zellen, sondern kann an den beiden USB-Anschlüssen auch insgesamt 60 Watt Leistung liefern.

Lieferumfang der RAVPower PD Pioneer RP-PB201 Powerbank


RavPower PD Pioneer RP-PB201
RAVPower PD Pioneer RP-PB201. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Die RP-PB201 PD Pioneer von RAVPower wird geliefert mit einem 120 cm langen USB-C-zu-USB-C-Kabel und einer englischsprachigen Kurzanleitung. Mehr ist in dem Karton nicht vorhanden. Das Kabel ist allerdings recht dünn und macht nicht den hochwertigsten Eindruck. Dafür ist es mit einem Mikro-Klettband ausgestattet.

Eigenschaften der RAVPower PD Pioneer RP-PB201

Die Powerbank selbst ist mit 15.1 x 2.5 x 6.7 cm vergleichsweise klein und wiegt nur 374 Gramm. Nur zur Veranschaulichung: Die dodocool PD Powerbank mit 20100 mAh und 45 Watt ist mit 19 x 6.5 x 2.3 cm deutlich länger, wenngleich auch dünner. Aber mit 478 Gramm ist die dodocool PD Powerbank knappe 100 Gramm schwerer, wohl auch aufgrund des für das Gehäuse der dodocool verwendeten Aluminiums. Die RAVPower PD Pioneer hingegen ist aus schwarzem, bruchfestem Kunststoff gefertigt.

 

Die Powerbank ist an der Oberseite mit dem Namen des Herstellers ausgestattet und auf der Rückseite mit Leistungsdaten und Seriennummer, sowie Zertifizierungs-Logos bedruckt. Die untere linke Ecke hingegen birgt die einzigen zwei Anschlüsse: Einen herkömmlich USB-A-Anschluss und einen USB-Typ-C-Anschluss. Beide sind mit ungewöhnlichen türkisen Isolatoren ausgestattet. Um Eck befindet sich die Ladestandanzeige, die aus vier blauen LED besteht. Sie wird mittels eines Tasters, der über den LED angebracht ist, aktiviert. Die Taste ist lediglich für den Akkufüllstandsanzeiger notwendig. Bei anderen Powerbanks muss eine solche erst gedrückt werden, um die mobile Stromreserve aufzuwecken und die Ausgänge zu aktivieren. Nicht so bei der PD Pioneer von RAVPower.

 

Noch wichtiger aber sind die elektrischen Eigenschaften und Leistungsdaten.

Die RAVPower RP-PB201 kann über den USB-PD-Eingang am USB-C-Anschluss mit maximal 30 Watt aufgeladen werden. Damit sind die 20’000 mAh Akkukapazität in knapp drei Stunden voll. Die kompatiblen Stromstärken und Leistungshöhen am PD-Eingang sind: 5 V bis 3 A, 9 V bis 3 A, 12 V bis 2.5 A, 15 V bis 2 A und 20 V bis 1.5 A. Hierfür ist natürlich ein entsprechendes PD-fähiges Netzteil als Stromquelle erforderlich, dass  30 Watt liefern kann. Während des Aufladenvorgangs kann übrigens am USB-A-Ausgang auch gleich wieder Strom entnommen werden. Natürlich zu Lasten der Ladegeschwindigkeit.

 

Der “ältere” USB-A-Ausgang liefert QuickCharge 2.0 mit bis zu 18 Watt alleine. Dabei sind die Schritte 5 V bis 3 A, 9 V bis 2 A und 12V mit bis zu 1.5 A zu erreichen.

 

Leistungsstärker ist technisch Bedingt der USB-C-Anschluss, der für USB-PD mit höherer Leistung als 1.5 A ja eine Grundvoraussetzung darstellt. Beim RAVPower PD Pioneer RP-PB201 sind am USB-PD-Anschluss bis zu 60 Watt Leistung möglich, sofern er alleine betrieben wird. Dabei sind folgende Spannungen und Stromstärken am PD-Ausgang verhandelbar: 5 V, 9V oder 12 V bis zu 3 A, 14.5 V bis zu 2 A, 15 V bis zu 3 A sowie 20 V bis zu 3 A.

 

Da die Gesamtleistung beider Ausgänge, USB-A und USB-C, zusammen auf insgesamt maximal 60 Watt reicht, sind diese Werte nicht in jeder Konstellation erreichbar. Denn wenn beide Anschlüsse gleichzeitig Strom liefern, ist der QuickCharge 2.0-Anschluss am USB-A-Port bei 15 Watt gedeckelt, während der Power Delivery-fähige USB-Type-C-Anschluss bei 45 Watt aufhört.

Testeindruck des RAVPower PD Pioneer RP-PB201

Die Powerbank RP-PB201 von RAVPower macht einen sehr guten ersten Eindruck. Die abgerundeten Ecken und die tadellose Verarbeitung machen den Zusatzakku in Ziegelsteinform recht ansehnlich. Die Leistungsdaten des Herstellers sind recht akkurat. Mit mehrfachen Ladevorgängen schätzen wir die reelle Kapazität des Verbauten Lithium-Ionen-Akkus auf etwa 18’000 bis 19’000 mAh. Das entspricht sicherlich 90 Prozent des aufgedruckten Wertes und ist besser, als es bei manchen Mitbewerbsprodukten der Fall ist. RAVPower gibt als minimale Kapazität der Akkuzellen auf der Powerbank selbst 19400 mAh an. Dies lies sich im Test nicht immer bestätigen, aber auch hier sind Schwankungen leider an der Tagesordnung.

 

Da bei USB-PD die Stromstärken und die elektrische Leistung vom angeschlossenen Endgerät und dem verwendeten Kabel abhängt und zwischen diesen drei Teilen aktiv ausgehandelt wird, ist das Testen der Ladeleistung etwas komplexer. Wir haben uns daher auf die Maximalleistung von 20 Volt bei 3 Ampere für USB-PD gestützt und messen diese auch entsprechend beim aufladen von Notebooks etwa. Aber auch die Hybridkonsole Nintendo Switch, allgemein sehr wählerisch was Stromquellen an geht, lädt mit der RAVPower PD Pioneer RP-PB201 in der vorgesehenen Höchstgeschwindigkeit. Denn die Powerbank kann, als eine von wenigen auf dem Markt, 15 V mit 3 A ausgeben, wie es das USB-C-Ladegerät von Nintendo selbst auch liefert. Entgegen aller Unkenrufe und Halbwahrheiten im Netz nimmt die Switch nämlich sehrwohl USB-PD zum Laden und ist entsprechend mit der Powerbank auch sehr zufrieden. Der USB-C-Anschluss PD Pioneer hält also, was RAVPower verspricht. Allerdings muss man sagen, dass das mitgelieferte USB-Type-C-Kabel dafür natürlich nicht geeignet ist. Hier ist es vielleicht klüger, ein anderes USB-C-Kabel mit Leistungsreserven zu verwenden.

 

Auch der USB-A-Anschluss mit QuickCharge 2.0 liefert genau das, was er soll und ist für Nicht-C-Geräte gut geeignet. Schade nur, dass hier noch der alte QuickCharge-Standard eingesetzt wird. Der verbaute Chipsatz könnte vermutlich mehr leisten.

 

Nach mehreren Dutzend Auf- und Entladeprozessen ist die Powerbank noch immer ähnlich fit wie frisch aus dem Karton. Die verbauten Lithium-Ionen-Zellen ermüden eben nicht so rasch, weisen auch keinen Memory-Effekt auf und sind gegen Temperaturschwankungen unempfindlicher als günstigere Lithium-Polymer-Akkus. Hier scheint nicht am falschen Ende gespart worden zu sein.

Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Preis und Fazit

Die RAVPower PD Pioneer RP-PB201 Powerbank mit 20’000 mAh, bis zu 60 Watt Aufgangsleistung und QuickCharge 2.0 sowie USB-Power Delivery kostet bei Amazon derzeit 59,99 Euro bzw. SFr.

Mit der Powerbank macht man sicherlich nichts verkehrt. Ein mobiler Stromspeicher mit guter, hoher Kapazität und guter Ausgangsleistung machen die RAVPower PD Pioneer RP-PB201 trotzt der Grösse und des Gewichts zu einem Must-Have. Auch wenn andere Powerbanks mit mehr Kapazität aufwarten können. Die RAVPower PD Pioneer kann damit zumindest an den meisten Flughäfen Europas ins Handgepäck mitgenommen werden. Ab 21000 mAh wird es mancherorts nämlich schon problematisch.

 

Für den recht ansehnlichen Preis bekommt man mit der RAVPower PD Pioneer RP-PB201 eine grosse Powerbank mit akzeptablem Gewicht und passender Grösse, grosser Kapazität und vielen guten Eigenschaften. Auch wenn nur QuickCharge 2.0 unterstützt wird, ist sie dank der 60 Watt USB-PD-Leistung ein idealer mobiler Begleiter für alle aktuelleren Geräte mit dem modernen Type-C Anschluss und lädt Nintendo Switch Spielkonsole, Smartphone und den Laptop gleichermassen immer mit der passenden Stromstärke und Spannung. Schade nur, dass das mitgelieferte Kabel nicht auf demselben Niveau ist und nur für den QuickCharge Betrieb taugt. Ein zusätzliches USB-C-Kabel, etwa das Choetech XCC-1002 mit 100 W, gehört also sicher mit in den Einkaufswagen.

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