So. 26. März 2017 um 16:30

Gadget Review: Playbrush Bluetooth-Controller für Zahnbürsten im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Heute testen wir für euch einen Bluetooth-Aufsatz für die Handzahnbürste. Playbrush, so der Name, verwandelt damit die Zahnbürste in einen Game Controller für Android und iOS und kommt mit kostenlosen Spielen, die das regelmässige und ausreichende Zähneputzen fördern sollen und so zur Mundhygiene und Zahngesundheit beitragen. Der Controller der gleichnamigen Firma aus Wien wurde in Grossbritannien entwickelt ist ein vulkanähnlicher Kegel aus Silkon, der 6 cm hoch ist und 3 cm Durchmesser an der Basis aufweist. Letztere besteht aus einem weissen Kunststoffteil, in dem die Technik untergebracht ist: Ein Bluetooth Smart-Modul sowie eine Status-LED und die notwendige Sensorik.

 

Aufgeladen wird das Gadget, indem der Silikon-Kegel, der in den Farben Pink und Blau erhältlich ist, abgenommen wird und so den darunterliegenden microUSB-Anschluss frei gibt. Insgesamt wiegt der Playbrush knapp 23 Gramm. Im Lieferumfang ist neben dem Playbrush eine Kinderzahnbürste von Signal, ein microUSB-Kabel sowie eine Kurzanleitung und eine Klarsichttasche mit zwei Saugnäpfen enthalten. Mit der Tasche kann das Smartphone am Spiegel oder an den Badezimmerfliesen befestigt werden, um die Hände frei und besseres Licht zu haben für’s Zähneputzen.


Das Prinzip der Playbrush ist nunmehr denbkar einfach. Nach dem Aufladen per USB-Kabel wird der Zahnbürstenhalter wieder auf die Unterseite der Playbrush gesteckt und zwar so, dass die Pfeile auf den beiden Teilen in einer Linie zu liegen kommen. In das Gerät wird nun die Zahnbürste gesteckt, die dank der relativ schmalen Öffnung des Silikon-Zahnbürstenhalters von ca. 1 cm gut darin festgehalten wird. Ist die Kinderzahnbürste mit einem Saugnapf am Griff ausgestattet, kann auch dieser direkt auf die Playbrush-Basis angebracht werden, wenngleich dies nicht offiziell unterstützt wird.

 

Die Verarbeitung des Playbrush ist einwandfrei. Das weisse Unterteil lässt sich nicht öffnen und ist solide verarbeitet. Das Gummi-Oberteil riecht nach nichts – ein gutes Zeichen – und macht ebenfalls einen stabilen Eindruck.

 

Durch leichtes Schütteln aktiviert sich das Gadget selbst und wartet auf eine Bluetooth Smart-Verbindung. Diese stellt man nunmehr per kostenloser App her, welche für iOS und Android verfügbar sind, wobei Apple-Geräte (bisher) zwei Apps mehr spendiert bekommen haben. Die Apps sind sowohl für Apple iPad als auch iPhone zu benutzen und auch unter Android sind Smartphones und Tablets bedienbar.

Utoothia
Utoothia
Entwickler: PLAYBRUSH LTD
Preis: Kostenlos
Utoothia Sky
Utoothia Sky
Entwickler: PLAYBRUSH LTD
Preis: Kostenlos
Utoothia Magic
Utoothia Magic
Entwickler: PLAYBRUSH LTD
Preis: Kostenlos
Utoothia Paint
Utoothia Paint
Entwickler: PLAYBRUSH LTD
Preis: Kostenlos
Utoothia
Utoothia
Entwickler: Playbrush LTD
Preis: Kostenlos
Utoothia Sky
Utoothia Sky
Entwickler: Playbrush LTD
Preis: Kostenlos
Utoothia Magic
Utoothia Magic
Entwickler: Playbrush LTD
Preis: Kostenlos
Utoothia Paint
Utoothia Paint
Entwickler: Playbrush LTD
Preis: Kostenlos

Diese gratis Apps sind der eigentliche Clou der Playbrush, denn sie ermöglichen es erst, das Zähneputzen unterhaltsam zu gestalten. Ein spezifischer Algorithmus sorgt dafür, dass die Richtung, Intensität und Geschwindigkeit beim Putzen erkannt und im Spiel entsprechend umgesetzt wird. So reichen die Apps von Defense-Spielen, bei denen Zahnmonster bekämpft oder die Zahnfee befreit werden muss, bis zu Plattformern mit  fliegenden Zeppelinen und Malbuch-Programmen.

 

Die Playbrush-Spiele laufen alle unter den Namen Utoothia und geben laufend Rückmeldung zum Zahnputzverhalten. Sie sind im Prinzip alle sehr ähnlich. Innerhalb von zwei Minuten müssen alle vier Richtungen ausreichend geputzt werden, um das Level zu bestehen. Putzt man zu schnell oder zu wenig, bekommt man sofort Rückmeldung in Form von Texteinblendungen angezeigt. Richtige Gamification wäre das noch nicht, gäbe es nicht auch ein Belohnungssystem! Jedes Spiel verteilt Medaillen für die Putzleistung und motiviert so zum regelmässigen Zähneputzen, mindestens zwei mal täglich. Darüber hinaus gibt es Ranglisten und Highscores.

Dabei lassen sich in jeder Playbrush-App bis zu sechs Profile anlegen, so dass der Bluetooth-Controller problemlos von mehr als einer Person benutzt werden kann. Die Spiele kommen ohne Internetverbindung aus, es sei denn, man möchte erweiterte Statistiken erhalten. Dann kann die Funktion im Spiel aktiviert werden und die Profile und Daten werden auf die Server von Playbrush übermittelt, so dass man beispielsweise als Eltern das Zahnputzverhalten der Kinder auch im Wochenverlauf genau im Blick haben kann. Dieses Dashboard wird per Browser aufgerufen und ist unter dashboard.playbrush.com verfügbar. Eine entsprechende Eltern-App ist in Planung. Ob diese Überwachung wirklich notwendig ist, bleibt fraglich.

 

Das Ganze funktioniert ziemlich gut. Nach einer kurzen Eingewöhnung  – schliesslich hält man nicht immer die Zahnbürste exakt so, wie empfohlen – ist man schnell und präzise beim Putz-Spielen. Dabei ist keine bestimmte Putztechnik vorgeschrieben, sondern es kann diejenige, die man erlernt hat, angewandt werden.

Die Spiele-Apps sind recht kurzweilig und erlauben es Kindern, die tägliche Mundhygiene nicht nur als lästige Pflicht zu erfahren. Dabei sind die Spiele für unterschiedliche Altersgruppen konzipiert worden.

 

Utoothia Sky und Utoothia Paint sind für drei bis fünf jährige Kinder empfohlen, während Utoothia und Utoothia Magic für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren gedacht sind. Playbrush hat vor, noch weitere Spiele zu veröffentlichen. Der Akku in der Playbrush versorgt den Bluetooth-Controller für etwa drei Wochen mit Strom.

Preis

Playbrush kostet bei Amazon 31,87 Euro, während LIDL gerade mal 22,99 Euro berechnet und auch der Hersteller selbst statt der ursprünglichen UVP von 29,99 Euro noch 24,99 Euro abruft. Für die Schweiz ist derzeit kein Einzelhändler bekannt, doch Tchibo hatte den Bluetooth-Aufsatz für die Handzahnbürste vergangenes Jahr im Sortiment.

Fazit

Playbrush verfolgt ein interessantes Konzept. Einfach zu bedienen und schnell zu erlernende Spiele-Apps sorgen dafür, dass Mundhygiene nicht mehr ganz so langweilig bliebt. Ob der Effekt länger an hält und die Motivationen via Gamification, sprich Highscores und Medallien, ausreichen, ist vermutlich ziemlich individuell. Für den günstigen Anschaffungspreis hingegen ist es jedoch sicherlich ein Versuch wert. Ob jedoch die Überwachung per Eltern-Dashboard wirklich klug ist und nicht vielmehr beim Zähneputzen dabei zu sein hilfreicher sein könnte – auch oder gerade wenn mit App-Hilfe geputzt wird, sei dahingestellt.

vg-wort
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