Di. 06. Januar 2026 um 7:04

Review: NODI Flip – Musik, Hörbücher und Sprachnachrichten für Kinder ab 5 im Vorabtest

von Yves Jeanrenaud 0 Kommentare
Lesedauer: 3 Minuten

Wer Kinder hat und mit Kindern arbeitet, kennt das Problem: Sie möchten auch ein Smartphone. Möglichst bald und möglichst umfassend, zum Spielen, Chatten, Musikhören, für Hörspiele und social media und so weiter und so fort. Doch Studie um Studie zeigt, wie schlecht gerade social media für die Entwicklung von Heranwachsenden sein kann, wie schädlich ungehinderte Bildschirmnutzung und wie isolierend grenzenloser Medienkonsum sich auswirken kann. Darum wollen viele Eltern nicht, dass ihre Kinder in jungen Jahren ein eigenes Handy haben. Aber gleichzeitig sind die Erreichbarkeit auf dem Schulweg, die Medieninteressen auch nicht zu vernachlässigen.

Hier springt NODI Flip ein. Das Gerät ist zwar online – per WLAN je nach Modell auch per LTE – aber es bietet nur rudimentäre Funktionen: Eltern-kuratiertes Spotify und eine eigene Sprachnachrichten-App. Hinzu kommt ein kleiner KI-Tutor. Es hat keinen grossen Bildschirm, sondern bringt nur ein kleines OLED-Display mit. Wir haben den NODI Flip für euch vor dem Marktstart ausprobiert.

Lieferumfang des NODI Flip

Im Karton mit dem NODI Flip kommt ein USB-C-Ladekabel sowie eine Silikon-Schutzhülle und eine Trageschlaufe. Mehr nicht, wobei der Lieferumfang sich zum Verkaufsbeginn noch verändern könnte.

Hardware und Eigenschaften

Der NODI Flip besitzt einen internen Speicher von 16 GB für Audioinhalte und Sprachnachrichten. Das Gadget ist in zwei Varianten erhältlich: Mit WLAN im 2.4-GHz Frequenzband und mit WLAN und LTE. Letzteres führt dazu, dass der NODI Flip mit einer nanoSIM-Karte ausgestattet daher kommt und so auch unterwegs genutzt werden kann, ohne dass die Inhalte zuvor im Signalbereich des WLAN heruntergeladen werden mussten. Im Inneren des Geräts ist ein 3 Watt Speaker eingebaut. Daneben kann der NODI Flip auch mittels Bluetooth und per USB-C mit Kopfhörern verbunden die Audioinhalte wiedergeben. Dazu ist ein Akku von unbekannter Grösse verbaut, er für zwei bis drei Tage ausreicht oder 9 Stunden durchgängige Wiedergabe.


NODI Flip
NODI Flip. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Der NODI Flip ist nach Schutzklasse IP65 wetterfest und übersteht auch einen Sturz aus über einem Meter Höhe.

 Auf der Oberseite ist der Lautsprecher im rechten Bereich zu finden. Die agerundete Rückseite birgt drei Tasten: Ein/Aus, Lauter und Leiser. Auf der Vorderseite ist mittig das Farbdisplay mittig verbaut sowie links davon zwei Tasten zum Auf- und Ab-Navigieren. Rechts vom Display sind die Tasten Zurück und Bestätigen. Links am Gehäuse ist die Trageschlaufe angebracht.

Testeindruck

Der NODI Flip macht einen sehr gut verarbeiteten und hochwertigen Eindruck. Nichts wackelt oder knarzt. Die Tasten sind relativ schwergängig, können so aber auch nicht so leicht versehentlich gedrückt werden.

Der Spotify-Speaker liegt gut in der Hand und ist intuitiv zu bedienen. Auch das eigens entwickelte Menü ist einfach zu benutzen und kann auch von jüngeren, mit digitalen Geräten eher unerfahrenen Kindern, gut bedient werden.

Spotify

Für die Spotify-Einbindung indes ist es notwendig, dies auf einem Smartphone als App zu installieren und die NODI-App einzurichten. Nur so können Hörbücher und Musikalben auf den NODI Flip zugeordnet werden. Damit können Kinder auch nur das anhören, was Eltern zuvor für sie aktiv ausgewählt haben.

 

Das funktioniert soweit aber, nach anfänglichen Schwierigkeiten, relativ gut. Der NODI Flip lädt die Tracks problemlos herunter und spielt sie zuverlässig ab. Auf dem Display ist auch das Cover, wenngleich auch sehr klein, zu sehen, sowie die weiteren Titelinformationen. Die Tonqualität ist gut und auch die Wiedergabe per Bluetooth-Kopfhörer oder mittels Kabel am USB-C-Anschluss funktioniert gut. Schade nur, dass kein 3.5-mm-Stereoklinkenanschluss vorhanden ist.

Video: NoDi

Sprachnachrichten

Die Sprachnachrichten können vom NODI Flip aus nur zur Eltern-App auf Smartphones und Tablets verschickt werden beziehungsweise zu anderen NODI Flips, wenn diese zuvor entsprechend in der Eltern-App eingetragen bzw. freigegeben wurden. Die Kontaktkreise sind somit stark eingeschränkt. Es lassen sich so aber auch die Freundinnen und Freunde mit Smartphone einpflegen, wenn diese die NODI App installieren, so dass das eigene Kind nicht ganz ausgeschlossen von deren digitaler Kommunikation sein muss.

 

Das Versenden und Empfangen von Sprachnachrichten funktioniert tadellos und auch die Qualität ist durchaus gut. Allerdings, und das ist hier Absicht, nicht gleichzeitig zum Spotify-Hören. Multitasking ist nicht möglich, denn man pausiert die Wiedergabe, um an das Menü für die Sprachnachrichten zu öffnen. Da kleine Benachtichtigung-Symbol, dass eine neue eingegangene Sprachnachricht anzeigt, kommt ohne Audiosignal und ist auch denkbar unauffällig, womit also Kinder nicht unnötig gestresst werden.

Wecker und Nachtmodus

In der Eltern-App kann nicht nur ein Wecker für den NODI Flip konfiguriert werden, sondern auch eine Nachtabschaltung, so dass die Medienzeit auch im Tagesablauf einfach gesteuert werden kann. So kann man einstellen, dass nach 20:00 Uhr keine Nachrichten und/oder keine Hörbücher mehr funktionieren und vor 07:00 Uhr ebenfalls der NODI Flip nur als Wecker fungiert.

Lerninhalte

Im derzeitigen Test-Stadium kommt der NODI-Flip mit einer einfachen Lern-App, die eine Hand voll Wörter auf Französisch und Englisch wiedergibt und anzeigt: Tiernamen und Zahlen. Die Sprachausgabe ist noch etwas mechanisch und die Inhalte begrenzt, ebenso deren Zweck. Hier wird sich bis zum Marktstart vermutlich aber noch mehr tun.

Tracking

Der NODI Flip hat derzeit keine Tracking-Funktion integriert, kann aber laut NODI mit einem zusätzlich erwerbbaren Tracking-Handle kombiniert werden, so dass das Gadget in Apples Find-Me-Netz genutzt werden kann. Für Android ist eine Tracking-Funktion noch in Arbeit.

Preis und Fazit

Der NODI Flip kostet mit WLAN+LTE 199,- Euro bzw. SFr. und nur mit WLAN-Unterstützung 169.- Euro bzw. SFr., wobei der Vorverkauf beendet ist und die Markteinführung für April 2026 geplant ist. Das Gerät ist jeweils mit gelben Gehäuse im Angebot, kommt aber mit unterschiedlichen Silikon-Hüllen, die diverse Farbakzente ermöglichen.

 

Insgesamt stellt der NODI Flip ein interessantes Konzept dar, um Audioinhalte aus der Streaming-Plattform Spotify für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren sicher und komfortabel bereit zu stellen. Anstatt teure Tonis zu kaufen, kann man so einfach mit dem eigenen Spotify-Konto (auch der kostenlosen Variante) die Hörspiele und Geschichten aussuchen und dem Kind zur Verfügung stellen, ohne dass dieses dann ständig am Bildschirm klebt. Schade ist nur, dass derzeit nur Spotify unterstützt wird und keine Kopfhörerklinke verbaut wurde. Aber so gesehen würde es dafür auch der gute alte MP3-Player von vor 25 Jahren oder gar der Walkman aus den 1980er tun: Von Eltern händisch ausgewählte Audioinhalte für Kinder sind damit auch heute noch möglich und das auch noch datensicherer weil offline.

 

Die Sprachnachrichten erlauben einen einfachen Kommunikationsweg, der versucht, Datenschutz, Sicherheit und Komfort zu verbinden. Das ist auch das eigentliche Plus des NODI Flip, denn hierüber wird ein Stück weit Smartphone kindgerecht simuliert, dass einen wirklichen Mehrwert bieten kann.

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