So. 11. Juli 2021 um 8:03

Review: NFC e-Paper 4.2 Zoll eInk Display im Test

von Yves Jeanrenaud 0 Kommentare

Wir hatten bereits das kleinere Geschwister des heutigen e-Paper Displays mit NFC im Test, den NFC e-Paper 1.54 Zoll eInk Anhänger. Das so genannte elektronische Paper, auch e-Paper oder eInk genannt, kennen viele sicherlich vom Reader, beispielsweise dem Amazon Kindle. Die Technik, die einer Ausgründung aus dem berühmten MIT Media Lab entsprang, hat enorme Vorteile: Sie kommt ohne konstante Stromversorgung aus, hat sehr gute Kontrastwerte und benötigt auch zum Aktualisieren des angezeigten Inhalts nicht viel Energie.

Kurz gesagt besteht das Display nicht aus leuchtende Punkten, sondern aus winzig kleinen Kugeln, die mit einem durchsichtigen Öl und unterschiedlich geladenen und mit Farbpigmenten gefüllten Kapseln befüllt sind. Diese sind etwa bei 300 ppi ePaper-Displays gerade mal 84.7 µm, also 0.0847 mm klein im Durchmesser! Durch ihre magnetische Ladung können sie durch kurzzeitiges Anlegen von Strom an den Elektroden ausgerichtet werden und so die jeweiligen Farbpigmente zeigen – oder eben nicht. Die Pigmente schwimmen dann nämlich durch das Öl der Kügelchen und man sieht die andere Farbe. So stellen eInk Displays die einzelnen Pixel dar. Mehr als drei Farben pro Kügelchen ist allerdings nicht möglich.

 

Im Folgenden ist eine kleine und vereinfachte schematische Darstellung des Aufbaus eines eInk-Displays zu sehen. Wer mehr über diese zugegeben recht faszinierende Technologie erfahren will, findet beispielsweise bei Wikipedia mehr zu Elektronischem Papier


ePaper Schema
ePaper Funktion als Schema. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Ein e-Paper Display mit NFC-Anbindung ist nun aber dazu da, portabel bzw. ortsflexibel und ohne konstante Stromversorgung ein Bild oder einen Text anzuzeigen, wobei noch nicht mal ein Rechner an das Display angeschlossen werden muss. Die Energieversorgung für das Update des Displays kommt via NFC auf die Elektronik des Waveshare eInk Gadgets und die Inhalte werden via App auch per NFC darauf programmiert. Danach bleibt das Display sehr lange in dem zuletzt aktualisierten Zustand. Somit eignet sich das NFC e-Paper 4.2 Zoll Waveshare eInk Display etwa für dynamische Türschilder, Preisauszeichnungen oder andere Anwendungen, bei denen man nicht überall die Stromversorgung so einfach herstellen kann oder möchte und auch Akkus keine gute Lösung wären.

 

Übrigens sind NFC-e-Paper euch bestimmt schon mal im Alltag begegnet. Manche Supermärkte haben diese seit Jahren an ihren Regalen hängen um euch die Produktpreise anzuzeigen. Natürlich nicht immer in der Grösse. Smartphones und anderes digitales Zubehör hat auch immer mal wieder ein eInk-Display bekommen – mehr oder weniger erfolgreich.

Hardware und Eigenschaften

Das Waveshare e-Paper Display mit 4.2 Zoll Display-Diagonale ist 105 x 94 x 9.90 mm gross und wiegt knapp 78 Gramm. In weissem ABS-Kunststoff mit abgerundetem Rahmen und Ecken ist das zweifarbige ePaper hinter einer Kunststoffscheibe geschützt und von einem hellgrauen Passe-Partout eingefasst. Die Auflösung beträgt 400 x 300 Pixel und die Pixeldichte der Anzeige im klassischen Seitenverhältnis 4:3 bemisst somit 120 dpi. Das ist weniger als beim e-Paper-Anhänger und bei näherer Betrachtung durchaus sichtbar pixelig, denn auf den 84.8 mm x 63.6 mm des 4.2-Zoll Displays ist ein einzelner Bildpunkt 0.212 mm gross. Das kann man mit blossem Auge gerade noch erkennen. Der Anhänger hat Bildpunkte von gerade mal 0.138 mm Grösse.

 

Neben der stromlosen Darstellung glänzt ja e-Paper Technologie vor allem mit einem grossen Kontrast, guter Lesbarkeit auch unter direktem Sonnenlicht und einem guten Betrachtungswinkel. Auch dieses Display, geschützt unter transparentem ABS-Plastik, kann 170 Grad Ablesewinkel vorweisen und sieht gut aus auch bei gleissendem Sonnenschein.

 

Auf der Rückseite ist mittig eine rechteckige Einbuchtung zu finden, in die die mitgelieferten, doppelseitigen Klebebänder von 3M passen. Damit lässt sich das Waveshare NFC eInk Display einfach auf planen Oberflächen befestigen. Eine LED oder ähnliches gibt es nicht.

 

Um das ganze Display zu aktualisieren sind circa 4 Sekunden vom Hersteller vorgegeben. Das ist gerade mal halb so lang wie beim NFC-Anhänger, der dafür aber eine Farbe mehr, nämlich rot, mit brachte. Wie gesagt dient die NFC-Schnitstelle eines iOS– oder Android-Smartphones dazu, die Bildinformationen zu übermitteln und den Strom für die Aktualisierung des Displayinhalts zu liefern.

NFC e-Paper 4.2 Zoll Waveshare eInk Display
NFC e-Paper 4.2 Zoll Waveshare eInk Display. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Testeindruck des NFC 4.2 Zoll Waveshare eInk e-Paper Display

Das e-Ink Gagdet macht einen stabilen und guten Eindruck. Die Kunststoffscheibe auf der Vorderseite gibt zwar etwas nach, wenn man drauf drückt, berührt aber das eigentliche Display nicht, wenn man es nicht übertreibt. Leider ist der ABS-Kunststoff nicht gerade kratzfest, so dass man doch aufpassen muss auf das Display. Ansonsten wirkt alles durchaus hochwertig und gut verarbeitet. Nichts wackelt oder knarzt. Die auf der Rückseite sichtbaren Schrauben sind gut versenkt und nicht überdreht worden, wie es manchmal bei Chinaprodukten der Fall ist. Hier wurde die Qualitätssicherung ernst genommen.

 

Zum Benutzen des ePaper Displays von NFC21 wird wieder zunächst die kostenlose App für das Smartphone oder Tablet benötigt. Für iOS-Geräte ist diese recht problemlos zu installieren, denn sie ist im App Store verfügbar.

 

‎NFC E-Tag
Preis: Kostenlos

 

Leider sieht das für Android anders aus. Der Hersteller Waveshare hat diese immer noch nur zum Download als APK-Datei bereitgestellt:

 

https://www.waveshare.com/w/upload/NFCTag_EN.apk

 

Man muss also immer noch umständlich die Unbekannten Quellen zur Installation freigeben, was ein Sicherheitsproblem darstellen kann und nach dem Installieren der NFC App von Waveshare besser wieder deaktiviert werden sollte.

Screenshots: PocketPC.ch / Jeanrenaud

 

Ansonsten ändert sich nicht wirklich viel im Vergleich zum anderen NFC e-Paper aus dem Sortiment von NFC-Tag-Shop.

 

Die App ist sowohl unter iOS als auch Android identisch aufgebaut und relativ intuitiv. Zunächst wird das Gerät anhand der Displaygrösse ausgewählt – in diesem Falle also “4.2INCH E-PAPER”. Anschliessen kann man Bilder aus der Galerie des Smartphones auswählen oder neue Fotos schiessen. Zudem kann ein Text eingegeben werden, verschiedene Filter und Effekte, die jeweils mit einer Vorschau anzeigen, was sie bewirken, sind auch mit dabei.

 

Weil das eInk-Display nur zwei Farben anbieten kann – Schwarz und Weiss – müssen Grafiken gerastert werden, um schräge oder runde Kanten sowie Graustuffen und andere Farbverläufe möglichst gut aussehen zu lassen. Hier kommt eine simple aber seit langem bewährte Fehlerdifussion zum Einsatz, die so Grau simuliert.

 

Das Ganze klappt weiterhin gut und intuitiv. Schnell und einfach hat man mit wenigen Schritten das Bild so eingestellt wie gewünscht.

Ist man soweit zufrieden mit der Vorschau, muss nur noch das NFC Display an die NFC-Schnittstelle des Smartphones gehalten werden und schon werden die Daten und der Strom kabellos übermittelt. Auch hier ist wieder egal, ob wir mit dem Handy die Vorder- oder Rückseite des Displays berühren. Theoretisch könnte das Display also auch an einer Fensterscheibe befestigt werden.

 

 

Das Ersetzen des Display-Inhalts e-Paper Gagets dauert ungefähr vier Sekunden und währenddessen blinkt das Display auf. Das ist bei e-Ink nicht ungewöhnlich und technisch bedingt.

 

Das Ergebnis auf dem NFC e-Paper 4.2 Zoll Waveshare eInk Display ist dann nahezu genau das, was in der Vorschau auf dem Handy angezeigt wurde. Es ist hochgradig Blinkwinkelstabil, braucht keinerlei weitere Stromversorgung oder Verbindung zum Smartphone ist nahezu unendlich lange auf dem Display zu sehen. Klar sind die Pixel aus kurzer Distanz sichtbar, aber darauf kommt es kaum an bei dem Gerät.

 

Auch erwähnenswert ist ausserdem noch das Menü oben rechts in der App, in dem sich nicht nur die eigene Gallery verbirgt, die quasi den Verlauf der Display-Inhalte abspeichert.

In dem Menü kann zudem die einzigartige UID des NFC-Geräts angezeigt werden. Auch kann man das NFC ePaper verschlüsseln und ein Passwort setzen. Damit lässt sich verhindern, das jemand unbefugt oder versehentlich de e-Ink-Displayinhalt verändert. Unter iOS sind aber weniger Filter und Bildanpassungsoptionen in der App vorhanden. Auch die Möglichkeit zum Verschlüsseln und Passwortschützen fehlen. Das ist erstaunlich und bedauerlich.

Preis und Fazit zum NFC21 Waveshare 4.2 Zoll eInk e-Paper Display

Das Waveshare ePaper Display mit NFC-Schnittstelle gibt es bei unserem Partner nfc-tag-shop.de ab 61,90 Euro bzw. SFr. Beim Hersteller Waveshare selbst ist der Preis von 40.97 US-Dollar, allerdings ohne Versandkosten und Zoll angegeben.

 

Alles in Allem ist das NFC e-Paper 4.2 Zoll Waveshare eInk Display wie zuvor der NFC-Anhänger mit 1.54 Zoll e-Paper ein wirklich interessantes Gadget und technisch interessant. Auch wenn es nicht gerade billig ist, kann für bestimmte Einsatzzwecke unschlagbare Vorteile mit sich bringen. Keine Stromversorgung gewährleisten zu müssen und nahezu unbegrenzt das gleiche Bild anzeigen zu können sowie sehr guter Kontrast und tolle Lesbarkeit auch im Sonnenlicht sind nicht zu verachten. Da ist die Bildschirmauflösung durchaus vernachlässigbar und dafür die Grösse gut. So eignet sich das eInk NFC-Display für viele Einsätze, etwa als digitale Einkaufsliste oder Erinnerungsbrettchen an der Innenseite der Wohnungstür, für die Bürotürbeschriftung und mehr.

 

Schade nur weiterhin, dass unnötigerweise die Android-App als APK aus unbekannter Quelle installiert werden muss, iOS nicht dieselbe Ausstattung hat wie die für Android und das Display nicht besser vor Kratzern geschützt ist. Ansonsten aber ist das  ePaper super cool und funktioniert auch tadellos.

Video: Waveshare

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