Do. 15. Juni 2017 um 14:11

Review: Marshall Monitor Bluetooth-Kopfhörer im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Marshall Amplification ist seit Jahrzehnten eine feste Grösse in der Musikbranche. Für viele Musikschaffende ein stehender Begriff, legendär sind die Gitarrenverstärker aus Bletchley wie der Bluesbreaker Type 1962. Seit einigen Jahren ist der Name Marshall auch in der Smartphone-Welt zu finden. So ist etwa auch ein Android Phone mit dem Namen Marshall London veröffentlicht worden. Heute widmen wir uns dem Marshall Monitor getauften Bluetooth-Headset, dem dritten Bluetooth-Kopfhörer aus dem Haue Marshall.

 

Geliefert wird das 185 x 160 x 125 mm grosse und 340 g schwere Headset mit einer mehrsprachigen Anleitung, einem Transportbeutel, einem microUSB-Kabel zum Aufladen sowie einem 1.2 m langem 3.5-mm-Stereoklinken-Kabel mit Mikrophon und Bedientaste. Der Clou am Kabel, welches selbstverständlich nicht nur dazu dient, den Kopfhörer auch ohne Bluetooth einzusetzen, sondern auch den 3.5-mm-Eingang als Ausgang zu benutzen und so eine weitere Person mithören lassen zu können, ist sicherlich auch das markante Design der Stecker. Der um 90 Grad abgewinkelte Stecker ist von goldenen Manschetten umhüllt und mit Federspiralen ummantelt, wie wir es von hochwertigen Gitarrenkabeln kennen.

 

Der Monitor-Kopfhörer selbst ist als Overear konzipiert, zusammenklappbar und sehr robust aufgebaut. Die Aufhängung der Ohrteile ist aus Metall und die spiralförmigen Kabel von den Ohrteilen zum Kopfbügel hin haben ordentlich Spielraum, ohne sich gefährlich verhaken zu können. Klassisch in schwarzem Leder und Kunststoff gehalten und mit dem typischen weissen Marshall-Schritzug auf den Ohrmuscheln sowie goldfarbenem Bedienknopf und aufgechraubten R-L-Schildern sieht er sehr nach Musikequipment aus.

 

Im Inneren schlummert ein Akku, der für mehr als dreissig Stunden kabellosen Musikgenuss sorgen soll sowie je 40 mm grosse dynamische Treiber mit einem Frequenzbereich von 10 Hz – 20 kHz und einer Impedanz von 28 Ohm. Die Empfindlichkeit liegt bei 92 dB Schalldruckpegel.

 

Die Bluetooth-Verbindung unterstützt APTX, das verlustfreie Audiokompressionsverfahren von Qualcomm. Am linken Ohrteil ist ein multifunktionaler Bedienknopf aus goldfarbenem Metall zu finden, der wie eine Art Mini-Joystick funktioniert. Rechts sind microUSB- und 3.5-mm-Buchse sowie eine kleine Öffnung für die Status-LED zu finden.


Verarbeitet ist das Headset hervorragend. Alle Nähte an der Lederummantelung des Bügels oder auch an den Kunststoffpolstern der Ohrmuscheln sind sauber und gerade, alle Öffnungen und Applikationen machen einen sauberen Eindruck und insgesamt wirkt das ganze Gerät sehr hochwertig.

 

Der Tragekomfort ist für derart stabile und nicht gerade leichte Overear Headphones erstaunlich hoch. Die Kopfhörer drücken nicht und sitzen auf verschiedenen Köpfen gut und angenehm, auch mit Brillen und Sonnenbrillen. Die Länge der Bügel lässt sich komfortabel einstellen. Allerdings ist exzessives Headbanging mit den Marshall Monitor Bluetooth Kopfhörern nicht zu empfehlen, da durch das Eigengewicht die Kopfhörer dann gerne verrutschen oder gar herunterfallen können.

 

Das Zusammenklappen für den einfacheren Transport klappt einwandfrei und intuitiv. die beiden Hörmuscheln werden dabei mit den Öffnungen aneinander gelegt und in den Kopfbügel hineingelegt, so dass das ganze Gadget deutlich weniger Platz braucht und auch weniger anfällig für Beschädigungen ist.

 

Doch was leistet der Overear-Kopfhörer? Die Verbindung ist denkbar und mittlerweile gewohnt einfach per Bluetooth herzustellen. Langer Druck auf den Bedienknopf auf der linken Ohrmuschel und ein entsprechendes akustisches Signal zeigt die Paarungsbereitschaft des Marshall-Headsets an. Am Gerät auswählen – Fertig. Nunmehr kann per Druck auf den Joystick ein Lied pausiert oder abgespielt werden, durch Hoch- und Runterziehen die Lautstärke angepasst oder durch Vor und Zurück das Stück ausgewählt werden.

 

Ebenso können über die Taste Anrufe angenommen, beendet oder abgewiesen werden, denn im Marshall Monitor ist auch per Mikrofone eine Telefonfunktion verbaut. Die zwei verbauten passiven Mikrofone sind hier auch rauschunterdrückend konstruiert und sollen nach Möglichkeit die Umgebungsgeräusche aus der Konversation heraus halten.

 

Die Schallisolierungseigenschaften des Kopfhörers, der je nach Grösse, das ganze Ohr komplett umschliesst und sich dabei weich an den Kopf andrückt, sind erstaunlich gut. Es ist natürlich kein komplettes Ausschalten der Umgebungsgeräusche möglich, doch sind Gespräche oder Musik in Zimmerlautstärke nahezu gar nicht mehr wahrzunehmen, wenn man den Monitor trägt. Das Klangbild ist erstaunlich ausgewogen. Ein satter Sound für alle Bereiche, von ordentlichen Bässen ohne diese zu überzeichnen bis hin zu kristallklaren Höhen macht das Headset zu einem Allround-Talent.

 

Nahezu alle Musikrichtungen klingen richtig gut mit dem Kopfhörer, sofern sie nicht auf massiv wummernde Bässe setzen. Techno beispielsweise ist da echt fehl am Platz, aber alles, was auch nur annähernd Richtung Rock, Metal, Grunge oder Punk geht, aber auch Dub und Electro klingen hervorragend und definiert. Auch per Kabel zeigt sich übrigens das selbe Bild.

Die Akkulaufzeit ist mit 30 Stunden durchaus als realistisch zu bezeichnen. Oftmals sind ein paar Quäntchen mehr Laufzeit zu verzeichnen, bis der eingebaute Akku schlapp macht, natürlich abhängig von der Musik und Lautstärke sowie der Distanz der Bluetooth-Verbindung. In mehreren Durchläufen kamen wir bei mittlerer Lautstärkeneinstellung allerdings immer gut an die 30 Stunden heran, wenn nicht darüber.

Preis

Für 249,- Euro bzw. 245.- SFr. direkt beim Hersteller Marshall Headphones oder bei digitec.ch gibt es den Marshall Monitor Bluetooth zu kaufen. Bei Amazon ist er unterdessen auch schon günstiger zu bekommen.

Fazit

Die Marshall Monitor Bluetooth Kopfhörer sind ein sehr feines Stück Technik und für Fans der Marke sicherlich ein Muss. Aber auch für alle anderen sind sie durchaus zu empfehlen, denn sie bieten einen hervorragenden Tragekomfort und tolle Verarbeitung bei gleichzeitig sehr ausgewogenem Klangspektrum und sehr guter Akkulaufzeit.

vg-wort
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