Di. 10. September 2019 um 8:55

Review: Linksys LAPAC1750C Dual-Band Cloud WLAN Access Point im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Wir hatten vor einiger Zeit den Linksys LAPAC1750PRO WLAN Access Point getestet. Nun testen wir das neue Modell mit Cloud Manager. Der Linksys LAPAC1750C Dual-Band Cloud WLAN Access Point richtet sich primär an Personen, die IT-Infrastrukturen aufbauen und warten, denn der WLAN-Zugangspunkt bietet nicht nur 802.11ac mit bis zu 1750 Mbit/s im 2.4 GHz- und 5 GHz-Frequenzbereich gleichzeitig, sondern ebenfalls Remote-Management und Zero-Touch-Provisionierung. Über eine zentrale Plattform können so mehrere Access Points für verschiedene Standorte und auch mehrere Kundinnen und Kunden verwaltet und mit Echtzeit-Statistiken überwacht werden.


Linksys LAPAC1750C

Hardware und Lieferumfang

Der Linksys LAPAC1750C ist 24.31 x 23.70 x 4.37 cm gross, wiegt 508 Gramm und ist sechseckig. Die Vorderseite ist geprägt vom Linksys-Logo und einer grossen Status-LED. Oben an der schrägen Seite der Vorderseite ist eine Öffnung für ein Kensington-Lock zu finden. Ansonsten ist das weisse Kunststoffgehäuse geschlossen. Die Rückseite beherbergt eine Menge Lüftungsöffnungen sowie im unteren Teil die Anschlüsse: Ein 12 V Stromeingang, ein Ethernet-Anschluss. Dieser ist nach IEEE 802.3at PoE+ Power-over-Ethernet-fähig und ermöglicht es, den Access Point ohne zusätzliche Stromleitung zu installieren, da die Versorgung über das Ethernet-Kabel läuft. Zudem ist hier eine Reset-Taste zu finden und die Halterung für die Aufhängung. Diese besteht aus einem dreistrahligen Kunststoffteil, dessen Gegenstück aus Blech und die passenden Metallschrauben, für die Befestigung an Rigips-Wänden und -Decken etwa, mitgeliefert werden. Weiter mitgeliefert werden auch Schrauben und Dübel, um die Kunststoff-Aufhängung direkt an Wand oder Decke zu befestigen. Auch ist ein internationales Steckernetzteil dabei, dass den LAPAC1750C mit maximal 15 Watt versorgt, wenn man nicht auf PoE setzt. Ein blaues Ethernet-Kabel, eine Bohrschablone sowie Kurzanleitung und Garantieinformationen runden das Paket ab. Auch eine CD (ja, tatsächlich!) mit der Produktdokumentation ist mit dabei.

Linksys LAPAC1750C

Die technischen Werte des Linksys LAPAC1750C AccessPoints lassen sich aber auch sehen. Eine 3×3 MIMO Antennenkonfiguration sorgt für bis zu acht WLAN-Signale (SSID), sowohl im 2.4 GHz- und 5 GHz-Frequenzbereich zugleich, also bis zu 16, und bis zu acht VLANs. Dabei sind Signalstärken über den Antennengewinn von bis zu 1.7 dBi bei 2.4 GHz und 1.9 dBi bei 5 GHz drin.

Die marktüblichen Funktionen, wie dynamische Kanalauswahl, WPA2 PSK und WPA2 Enterprise-Verschlüsselungen, Wireless Client Isolation und Band Steering sind ebenso mit dabei. Für Business-APs nicht ungewöhnlich, kann direkt auf dem Gerät auch WPA, mit einem RADIUS-Server konfiguriert werden und nicht nur die für Heimgeräte übliche MAC-basierte Zugriffssteuerung nutzen. Zudem können Rogue APs erkannt und ein 802.1X Supplicant konfiguriert werden. Interessant ist auch die Konfiguration eines Captive Portals mit Splash-Seite direkt auf dem AP und die Möglichkeit, die Bandbreite pro SSID zu begrenzen.

Linksys Cloud Manager

Wichtigstes Merkmal des LAPAC1750C ist wohl die Cloud Manager-Funktionalität. Diese ist standardmässig und ohne Extrakosten aktiv und ermöglicht es, den Access Point über business.linksys.com zu verwalten. Allerdings nur für fünf Jahre. Danach muss die Cloud Manager-Lizenz erneuert werden Die Funktion kann aber auch einfach deaktiviert werden, womit der Linksys LAPAC1750C identisch zum LAPAC1750PRO wird. Doch was liefert der Cloud Manager genau und warum kann es sinnvoll sein, diese Funktion zu benutzen?

Zero-Touch-Provisionierung

Zunächst ermöglicht es die Cloud, nur mit Seriennummer und MAC-Adresse den Access Point einzurichten, ohne diesen in den Händen zu halten. Sobald dieser mit dem Internet verbunden wird, lädt er die Konfigurationdaten selbstständig.

Damit kann beispielsweise die Kundschaft direkt mit Linksys-Geräten aus dem Lager beliefert werden und alles andere ist erledigt. Das ist wirklich praktisch.

Remote Management

Weiter kann man man über den Linksys Cloud Manager jedes der registrierten Geräte zu verwalten, mit fast allen Funktionen, die auch lokal verfügbar sind. Dabei werden natürlich auch Netzwerkprobleme angezeigt, sowie in Echtzeit Statistiken und Übersichten geliefert. Letztere sind jedoch nur sieben Tage rückwirkend verfügbar. Auch die kabellosen Clients können über die Web-App direkt von unterwegs betrachtet werden und so beispielsweise blockiert oder in der Bandbreite begrenzt werden. Für all dies braucht es keine spezielle Software, denn es läuft browserbasiert von Tablet, Laptop oder Smartphone aus, von überall auf der Welt.

Warnungen

Es werden auch Warnungen direkt in der Cloud gesammelt und Benachrichtigungen verschickt, wenn Netzwerkprobleme auftreten. So bleibt man im Bilde, was sich vor Ort tut, ohne umständlich per VPN erst Verbindungen zu den, je nach dem vielen verschiedenen, Netzwerken herzustellen.

Mehrere User

Natürlich können auch mehrere Konten unter der eigenen Domain im Cloud Management Dashboard angelegt werden, so dass nicht nur ein Login Zugriff hat.

Kostenreduktion

Weil mit den Geräten direkt jeweils eine fünfjährige Lizenz zur benutzerfreundlichen Remote-Management-Plattform von Linksys mitgeliefert wird, kann potentiell viel Zeit und damit Geld gespart werden. Nicht nur, dass verschiedene Netzwerke und Standorte zentral verwaltet und administriert werden können, es müssen vor Ort keine Schulungen und Konfigurationen vorgenommen werden.

 

Mit der Cloud Management-Funktionalität, unter anderem des hier getesteten LAPAC1750C, will Linksys die Brücke schlagen zwischen WLAN-Produkten für den Heimsektor und Business-Anwendungen. Ziel ist es, kleine und mittlere Unternehmen sowie IT-Austrüstungsfirmen mit einer kostengünstigen, effizienten Lösung für WLAN-APs auszustatten. Cloud Management soll deswegen nicht nur auf Access Points von Linksys beschränkt bleiben, sondern auch nach und nach auf managed und smart Switches erweitert werden. Vorgesehen dabei sind bis zu hundert Geräte, was für viele Unternehmen wohl durchaus ausreichend sein sollte. Was jedoch noch im Dunkeln liegt, sind die Kosten, die nach den fünf Jahren Inklusiv-Linzenz entstehen. Online lässt sich dazu bisher nichts finden.

 

Wer möchte, kann sich übrigens die Linksys Cloud Manager Demo vor dem Kauf eines Geräts auch direkt online anschauen.

Gesamteindruck

Das Ganze funktioniert tadellos. Der LAPAC1750C hält, was er verspricht und liefert ein business-taugliches WLAN im robusten, PoE-fähigen Gehäuse mit vielen spannenden Funktionen. Die von Linksys Business Access Points bekannten Funktionen, wie die einfache SSID- und Sicherheitsverwaltung, Captive Portals für Gastnetze und die robuste Netzausrichtung zeigen sich auch bei der Cloud-Variante hier wieder. Einzig die lokalen Protokoll- und Benachrichtigungsfunktionen, etwa per SNMP oder syslog, sind im Cloud-Modus nicht verfügbar sondern eben auf letztere ausgelagert.

Die Cloud Management-Funktion, die auf den ersten Blick etwas wie auf die bestehende Hardwarepalette, nämlich die WLAN-Access Points LAPAC1200, LAPAC1750 und LAPAC2600, draufgebügelt anmutet, ist eine durchaus nützliche Ergänzung in der Produktlandschaft. Sie funktioniert nicht nur auf den ersten Blick zuverlässig und intuitiv, die Änderungen und Einstellungen werden in Sekunden auf das Gerät übernommen. Hier lässt Linksys kaum etwas zu wünschen übrig. Gut ist dabei auch, dass sie einfach deaktiviert und damit zum rein lokalen Management zurückgekehrt werden kann.

Für Managed Services Provider (MSP) und IT-Abteilungen mittelgrosser Unternehmen kann sich die Anschaffung solcher Cloud Managed-Geräte aber durchaus lohnen, spart sie doch den lästigen und zeitraubenden Gang zu verschiedenen Standorten, um die WLAN-Versorgung zu überwachen und zu gewährleisten. Leider sind die Statistiken manchmal etwas dürftig, beispielsweise lässt sich ein ungewöhnlich erhöhtes Traffic-Aufkommen nicht einem einzelnen Client zuordnen, so dass beispielsweise direkt Massnahmen erwogen werden könnten. Dies wird wohl auch mit dem Datenschutz zu tun haben, schliesslich sind hier viele, potentiell sensible Daten über die WLAN-Infrastruktur, in den Händen Dritter, so dass der Zugang eingeschränkt bleibt. Dennoch lässt sich fest halten, ist vermutlich die Ausstattung der Cloud von Linksys für viele in der Produkt-Zielgruppe avisierten Unternehmen, seien es MSPs oder direkt eigene IT-Abteilungen, durchaus ausreichend. Ein Peak im WLAN-Traffic lässt sich dann ja im zweiten Schritt beispielsweise auch auf dem managed Switch oder dem Router vor Ort, dennoch einfach per VPN-Verbindung remote, genauer unter die Lupe nehmen.

Die kabellose Signalleistung des LAPAC1750C lässt nicht zu wünschen übrig. Wir betreiben ja nunmal kein RF-Labor, aber im Alltagsgebrauch zeigt sich die Überlegenheit des Linksys-Geräts durchaus. Heim-Router mit integriertem WLAN etwa hinken deutlich hinterher, was Reichweite und Signalstärke des kabellosen Netzes bei Smartphones, Laptops und Tablets an geht. Wie von derartigen Geräten gewohnt, wird das WLAN nahezu nur nach vorne und seitwärts abgestrahlt, so dass keine Leistung in die Wand bzw. Decke dahinter verschwendet wird, die ja sowieso einiges davon absorbieren würde. Das gilt es natürlich bei der Montage zu bedenken. Den theoretischen Durchsatz von 1750 mbit/s erreicht man natürlich in der Realität nicht. 1300 Mbit/s im 5 GHz-Frequenzband und 450 MBit/s im 2.4 GHz-Frequenzband sind als physische Höchstraten kombiniert.

Nützlich ist zudem natürlich auch die PoE+-Funktionalität. Einen entsprechenden Switch oder passenden Adapter vorausgesetzt, kann so die Montage sehr einfach geschehen und lediglich ein Kabel muss zum Bestimmungsort geführt werden, über dass dann Stromversorgung und Ethernet-Daten gleichzeitig laufen.

Preis und Fazit zum Linksys LAPAC1750C

Die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) für den Linksys LAPAC1750C Dual-Band Cloud WLAN Access Point liegt bei 180,- Euro bzw. 211.- SFr., was in Anbetracht der Ausstattung und Funktionalität durchaus günstig zu sein scheint. Zudem sind Online-Shops wie amazon und digitec.ch bereits deutlich mit dem Preis nach unten gegangen, seit der AP vergangenes Jahr auf den Markt gebracht wurde.

Alles in allem ist der LAPAC1750C von Linksys eher nichts für den Heimgebrauch. Die Cloud und die PoE-Funktion wird wohl kaum jemand zuhause wirklich gewinnbringend nutzen wollen. Allerdings ist für den Einsatz in kleinen und mittleren Unternehmen sowie für IT-Ausstatterinnen der LAPAC1750C ein wirklich interessantes Produkt, dass vor allem durch die einfache und kostengünstige Cloud-Management-Funktionalität besticht. Schliesslich liegt der Anschaffungspreis im gleichen Rahmen wie derjenige der Vorgängermodelle ohne Cloud-Möglichkeiten und ist weiterhin auch  erschwinglich. Was jedoch nach den fünf Jahren mit dem Auslaufen der Erstlizenz geschieht, bleibt indes noch offen. Linksys scheint eher auf ein Austausch der Hardware in dieser schnelllebigen Branche zu vertrauen. Im Zweifelsfall kann auch einfach zur lokalen Lösung zurückgeschaltet werden. Wer also eine Cloud-WLAN-Lösung sucht, ist mit dem Linksys LAPAC1750C sicherlich sehr gut bedient.

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