Mi. 30. Dezember 2020 um 7:01

Review: Lexar Professional 1066x SILVER microSD-Karte im Test

von Yves Jeanrenaud 0 Kommentare

Speicherplatz auf Smartphones ist heutzutage immer noch wichtig. Auch wenn vieles in der Cloud gespeichert wird, brauchen die Apps lokal schnell mal dutzende wenn nicht hunderte Gigabyte Speicherplatz. Da sind microSD-Speicherkarten das Mittel der Wahl, um in den allermeisten Fällen den Speicherbedarf befriedigen zu können. Doch greift man zur Budget-Variante, schlägt sich das doch auch schnell mal in der Geschwindigkeit nieder. Lexar, weltweit führende Marke für Flash-Speicherlösungen, hat darum letzten Monat die SILVER-Serie seiner SDHC bzw. SDXC Speicherkarten vorgestellt. Wir haben uns für euch die Lexar Professional 1066x microSDXC SILVER mit 128 GB Speicherplatz angeschaut.

Lieferumfang der Lexar Professional 1066x microSD

Die Lexar Professional 1066x microSD SILVER kommt im dünnen Pappbriefchen mit kleinem Kunststoffblister. Darin ist ein microSD-zu-SD-Karten-Adapter enthalten sowie die Speicherkarte selbst. Mehr nicht. Lexar verzichtet auch auf die virtuelle Beigabe von Apps oder weiteren Gadgets.

 


Lexar Professional 1066x microSD SILVER 128 GB
Alles drin: Die Lexar Professional 1066x microSD SILVER 128 GB. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Hardware und Eigenschaften

Über die äusseren Eigenschaften der microSDXC-Karte gibt es nicht so viel zu sagen. Sie ist standardkonform 11.0 x 15.0 x 0.7 mm klein, wiegt knapp 0.25 Gramm und bei der Lexar SILVER-Serie in Schwarz und – wer hätte es gedacht? – Silber gehalten. Das obere Drittel ist Schwarz und vom Lexar-Schriftzug geprägt.

 

Unten sind die entsprechenden Leistungsklassen und Eigenschaften aufgedruckt:

microSDXC

Zunächst einmal das microSDXC-Logo. Ganz kurz: Eine microSD-Karte, die bei SanDisk bei Markteinführung ursprünglich noch T-Flash-Karte, TransFlash-Karte oder kurz TF-Card hiess, ist gemäss Secure Digital Association ab 32 GB Speicherplatz als microSDXC (für eXtended Capacity) zu bezeichnen. Zwischen 4 GB und 32 GB Kapazität hingegen heissen die Speicherkartenzwerge microSDHC (für High Capacity). XC und HC zeigen also lediglich die Speicherplatzgrössenklasse an. Zudem erlauben diese in verschiedenen Hardware-Versionen neue und höhere Geschwindigkeiten in der Datenübertragung zu realisieren.

V30 – Video Speed Class 30

Daneben findet sich die Bezeichnung V30. Dies ist die Video Speed Class 30,  die also mindestens 30 MB/s sequentielles Schreiben erlaubt.

I – UHS-I

Das römische I steht für UHS-I-Technologie. UHS wiederum ist die Abkürzung für Ultra High Speed. UHS-I hat die Geschwindigkeit des Speichercontrollers von 50 MB/s auf 104 MB/s erhöht. Moment, 104 MB/s? Der Hersteller Lexar macht doch auf der Verpackung die Angaben 160 MB/s lesend und 120 MB/s schreibend?!

 

Wie das geht, werden wir später noch anschauen. Erst mal zu den weiteren Symbolen auf der Karte selbst.

U3 – UHS-Speed Class 3

Die kleine Ziffer drei in einem U steht für UHS Speed Class 3 (U3), die eine Mindestschreibgeschwindigkeit von 30 MB/s garantiert. Dies ist für 4K-Videoaufnahmen wichtig.

C10 – Class 10

Gleichzeitig ist die microSD 1066x von Lexar auch mit der Geschwindigkeitsklasse Class 10 ausgezeichnet, was mit der kleinen Ziffer Zehn im Dreiviertelkreis (oder dem Buchstaben C) angezeigt wird. Diese garantiert mindestens 10 MB/s Schreibgeschwindigkeit. Weil dies niedriger ist als die voran genannten Klassenbezeichnungen, ist dieses Symbol nur auf der Verpackung zu finden und nicht mehr auf der Karte selbst. Es würde UHS U1 und V10 entsprechen.

A2 – Application Performance Class 2

Mit der Klassifizierung der Application Performance Class 2, die mit A2 auf der Karte angezeigt wird, ist die für microSD-Speicherkarte Lexar Professional 1066x der SILVER Serie zudem für Anwendungen bei Android Smartphones ausgewiesen. Auf A2 Speicherkarten können Apps mit einem Android Adaptable Storage-fähigen Gerät schnell ausgeführt und gespeichert werden. Nahezu alle heutigen Smartphones ab Android 6.0 unterstützten dieses Speichermodell.

1066x

Die Angabe 1066x steht für den Geschwindigkeitsfaktor verglichen mit der ersten Generation SD-Karten mit 12.5 MB/s.

Kapazität der Lexar Professional 1066x microSD 128 GB

Darunter ist die Kapazitätsangabe 128 GB zu lesen, wobei 1 GB bei Lexar  1 Milliarde Byte (1’000’000’000 Byte), also rechnerisch 953.6743 GiB. Die 128 GB sind also rein rechnerisch 119.20928 GiB, bevor die Speicherkarte formatiert wird. Das Dateisystem exFAT verbraucht davon nochmal knapp 2 GB, so dass zum effektiven Speichern von Daten noch 117 GiB übrig bleiben. Das ist soweit aber vollkommen üblich in der Datenträgerbranche und somit ok.

 

 

Die Rückseite zeigt Konformitäts-Logos sowie die Seriennummer und den Schriftzug „Made in Taiwan“

 

Raue Umgebungen

Wie alle microSD-Speicherkarten ist auch die 1066x von Lexar wasserdicht, stossfest, vibrationsbeständig und unempfindlich gegen Röntgenstrahlen. Doch Lexar hat seine SILVER-Serie speziell für raue Umgebungen wie die Profi-Fotografie zertifizieren lassen:

 

Nach IEC 60529 und Schutzklasse IPX7 zertifiziert für den Schutz gegen Eintauchen in Wasser bis zu 30 Minuten und bis zu einer Tiefe von 1 Meter ist die Speicherkarte auch in nassen Umfeldern einsatzfähig.

Ein Strosstest von 200 G (1961.23 m/s2) für 3 ms, 150 G (1471 m/s2) für 10 ms in drei Richtungen und je drei Mal überlebt die Speicherkarte auch und Vibrationen nach IEC 60512-6-4 ebenso. Die ISO7816-1 Richtlinien erfüllend überlebt die Speicherkarte auch die Einwirkung von Röntgenstrahlen.

 

Die microSD-Karte 1066x von Lexar kann zwischen 0 °C und 70 °C benutzt und von -25 °C bis 85 °C gelagert werden, ohne Schaden zu nehmen.

Benchmarks der Lexar Professional 1066x microSD SILVER 128 G

Der Hersteller Lexar gibt für seine SILVER UHS-I microSD 1066x Lesegeschwindigkeiten von bis zu 160 MB/Sekunde und Schreibgeschwindigkeiten bis 120 MB/Sekunde an. Dies trotz des langsameren UHS-I-Controllers, der eigentlich nur für 104 MB/s ausgelegt ist. UHS-II hätte das erklärt, denn dies geht bis 312 MB/s Schreibend, aber UHS-I? Der neuere Standard UHS-II würde zudem nicht nur acht sondern 15 Kontakte, weil sie zwei eigene Lanes jeweils für den Datentransfer verwenden und so noch schneller werden können. Sie sind abwärtskompatibel zu UHS-I-Geräten, allerdings teurer und bis heute deutlich weniger verbreitet. Wohl auf deswegen hat Lexar auf UHS-I gesetzt.

 

Lexar gibt an, die Geschwindigkeitsangaben basieren auf internen Tests zu machen und aufgrund ihrer eigenen, fortschrittlichen Speichertechnologie über den UHS-I Spezifikationen von 104 MB/s zu liegen. Für die volle Geschwindigkeit soll laut Lexar Pressemitteilung ein Lexar Multi-Card 2-in-1 USB 3.1 Leser oder dem Lexar Professional Multi-Card 3-in-1 USB 3.1 Leser (Rev. B) notwendig sein. Oha! Das klingt ja dann schon mal anders.

 

Darum haben wir die 128 GB Lexar Professional 1066x microSD der SILVER-Serie gleich mal einer Benchmark-Reihe unterzogen. Dazu steckte sie direkt im Laptop und wurde mit CrystalDiskMark 6.0.1 x64 und 7.0.0 x64 jeweils zehn mal pro Dateisystem (NFTS und exFAT) in den Standardeinstellungen getestet. Die nachfolgenden Abbildungen zeigen die am besten den Durchschnitt treffenden Werte. Wie zu sehen ist, büsst die Karte unter NFTS etwas an Geschwindigkeit ein, was aber nicht weiter tragisch ist. Für den Alltag ist exFAT sowieso auf den Speicherkarten das gängigere Dateisystem, ist es schliesslich auch Bestandteil der microSDXC-Spezifikation und muss somit von allen Geräten entsprechend unterstützt werden.

Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Insgesamt zeigt sich ein solides Bild von schnellen Schreib- und Leseraten um die 90 MB/s bzw. 80 MB/s, wenn nicht die spezielle Hardware von Lexar selbst eingesetzt wird. Das ist für eine Speicherkarte dieser Klasse sehr gut. Wenn wir bedenken, dass UHS-I eigentlich Spezifikationen von technisch 104 MB/s zulässt und der SD-Slot im Laptop zwar über den PCIe-Bus angebunden, aber von unklaren Fähigkeiten ist, sind hier für den alltäglichen Gebrauch tolle Werte zu erreichen. Für 4k-Videos in Smartphones, Kameras und Drohnen, die Lexar explizit als Marktzielgruppe angibt, ist die Karte mehr als ausreichend schnell. Selbst 8k-Videoaufnahmen sind mit der Lexar Professional 1066x microSD noch gut drin.

 

Auch in der Nintendo Switch Hybridkonsole läuft die Lexar-Speicherkarte einwandfrei.

Preis und Fazit zur Lexar Professional 1066x microSD

Die SILVER-Serie der microSDHC- und microSDXC UHS-I-Karten von Lexar gibt es von 32 GB bis 512 GB. Darum auch SDHC, denn die 32 GB-Version ist eine solche und damit nicht A2, sondern nur A1-kompatibel.

 

Die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) für die 64 GB-Variante liegt bei 19,99 Euro bzw. SFr. und 34,99 Euro bzw. SFr. für 128 GB. Für 59,99 Euro bzw. SFr. gibt es 256 GB. Die Grössen 32 GB- und 512 GB sind noch nicht erhältlich.

 

 

Alles in Allem liefert die Lexar Professional 1066x microSD SILVER-Serie in Form der hier getesteten 128 GB-Variante solide Leistung ab, die über die UHS-I-Spezifikationen hinaus geht. Besonders ist die Zertifizierung für raue Umgebungen. Lexar gibt eine begrenzte 10-jährige Garantie auf die Karte und eine einjährige beschränkte Garantie auf den Adapter. Auch schön sind die hohen Lese- und Schreibraten in Verbindung mit den Lexar-eigenen Geräten.

 

Verglichen mit dem Marktführer SanDisk und deren Extreme microSDXC-Karten, die dieselben Geschwindigkeitsklassen bieten, ist die Lexar SILVER 1066x aber deutlich günstiger zu bekommen. Ein Plus für die Lexar allemal, egal, welches Lesegerät man einsetzt. Für den professionellen Einsatz in Kameras, Drohnen und anderen Geräten macht die Lexar 1066x UHS-I-Karte eine durchwegs gute Figur.

 

Ein einziges Manko hat die Lexar 1066x jedoch schon: Der mitgelieferte SD-Kartenadapter ist zwar mitunter für DSLR-Kameras ganz nützlich. Ich persönlich habe davon aber mittlerweile schon ein gutes Dutzend herumliegen, so dass ich diese Ressourcen gerne gespart hätte.

 

Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud

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