Sa. 08. August 2020 um 7:19

Review: KIOXIA EXCERIA 1TB NVMe SSD RC50001T00 im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Wir hatten bereits die kleinere SSD von KIOXIA, ehemals Toshiba Memory, bei uns auf dem Prüfstand. Heute nun kommt die 1 TB grosse SSD vom Typ NVMe in der Grösse M.2 2280 unter die Lupe.


KIOXIA Exceria RC50001T00 1 TB NVMe SSD m.2 2280
KIOXIA EXCERIA NVMe 1 TB SSD im Format m.2 2280. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Lieferumfang und Ausstattung der KIOXIA 1TB NVMe SSD RC50001T00

Der SSD-Speicherriegel von KIOXIA kommt in einer Kunststoffschale in einer kleinen Kartonbox daher. Dabei liegen eine kleine, rein bebilderte Anleitung, wie die SSD ungefährlich aus der Schale entnommen werden kann sowie eine mehrsprachige Kurzanleitung. Die Installation der NVMe Typ M.2 2280-S2-M ist denkbar einfach. Man braucht nur einen PCIe 3x4L Anschluss im Format M.2, steckt die Karte ein und schraubt nach 80 mm das Ende der SSD fest. Fertig.

 

Alle Chips der EXCERIA-Reihe von KIOXIA sind allesamt auf der Oberseite der Platine untergebracht. Damit passt sie dank flacher Unterseite auch in sehr schmale Laptops und andere Geräte. Sie wiegt technisch bedingt nahezu nichts, nämlich knapp 7 Gramm. Konform zum Format m.2 Typ 2280-S2-M ist sie 80.15 x 22.15 x 2.23 mm winzig.

 

Hauptbestandteil der SSD für den PCI Express-Bus (PCIe) ist ein NAND Speicher mit 96 Layer 3D BiCS TLC Der PCIe-Controller entspricht der Specification Revision 3.1a und liefert so technisch Symbolraten von 32 GT/s. Die SSD weist einen typischen Stromverbrauch von weniger als 4 Watt und ca. 50 mW im Standby auf.

 

Die EXCERIA NVMe SSD steht in direkter Nachfolge der KIOXIA RC500 und setzt ebenfalls noch auf den älteren PCIe 3-Standard. Der neuere PCIe 4.0 und auch PCIe 5.0 ist laut KIOXIA aus Kompatibilitätsgründen nicht implementiert worden. Da die EXCERIA-Reihe auch vor allem auf das Einstiegs- und Mainstreamsegment im Solid State Drive Markt zielt, ist dies vielleicht auch nicht verkehrt so. Gleichzeitig kommt im NAND-Speicherblock TLC zum Einsatz, dass im Gegensatz zum moderneren QLC weniger Speicherplatz bedeutet. Letzerers kann technisch und theoretisch bis über 100 TB Speicherkapazität ermöglichen. Doch die neuen QLC-SSD sollen noch immer mit Leistungseinbrüchen zu kämpfen haben, was beim bewährten TLC-Verfahren nicht der Fall ist.

 

Dank BiCS-4-TLC mit 96 Layern ist die Preisgestaltung der EXCERIA-Reihe von KIOXIA entsprechend moderat und die SSD gibt es in den Grössen 250 GB, 500 GB und 1000 GB. Letzeres wird zwar auch als 1 TB vermarktet, ist aber bei genauem Hinsehen bei weitem weniger. Nach dem Partitionieren und Formatieren bleiben noch ca. 930 GB zur Benutzung übrig.

 

Das die SSD der EXCERIA-NVMe-Reihe keine Geschwindigkeitsrekorde brechen soll, ist an der Stelle also auch schon mal klar. Mit bis zu 1’700 MB/s lesend und 1’600 MB/s schreibend ist die maximale sequenzielle Geschwindigkeit eher im Mittelfeld anzusiedeln. Auch die maximale zufällige Lese-/Schreibgeschwindigkeiten, die KIOXIA mit 350’000 IOPS bzw. 400’000 IOPS angibt, sind eher durchschnittlich.

 

Die KIOXA EXCERIA PLUS-Reihe, die in den Kapazitäten 500 GB, 1000 GB und 2000 GB erhältlich ist, zielt auf das gehobenere Gaming-Marktsegement ab und bietet sequenzielle Lese-/Schreibgeschwindigkeiten von 3’400 MB/s bzw. 3’200  MB/s und zufällige Lese-/Schreibgeschwindigkeiten von  680’000 IOPS bzw. 620’000 IOPS ab. Wir haben hier jedoch die etwas langsamere und dafür preiswertere NVMe SSD vorliegen.

 

Zielgruppe sollen hier alle sein, die eine günstige Lösung zum Aufrüsten bestehender Systeme suchen und gemischte Anforderungen mit Zugriffen auf einige grosse Speicherblöcken aber auch vielen kleinen, verteilten Datensegmenten haben. Hier kann die BiCS-Technologie ihre Vorteile ausspielen. 

Benchmarks und Performance

Schauen wir uns die Leistungsdaten abseits der Herstellerversprechen und Laborbedingungen an. Dazu haben wir wieder das beliebte und bewährte Benchmark-Programm CrystalDiskMark in der Version 6.0.1 x64 auf Windows 10 x64 mit eine Intel Core i7-5880U und 16 GB RAM laufen lassen.

 

Nach mehreren Durchläufen mit Standardeinstellungen, Ausschalten und Neustartendes Systems, Lerneffekte des Controllers zu minimieren, wurden die durchschnittlichsten Werte aus der Testserie hier abbilden.

 

Wie zu sehen ist, sind die Ergebnisse durchaus annehmbar. Gerade kleine Speicherblöcke schreibt die KIOXIA NVMe SSD erstaunlich schnell und kann sie ebenso fix lesen.

 

Vor allem beim sequenzielles Lesen und Schreiben einer 1 GiB grossen Speichereinheit zeichnet die SSD schöne Werte von über 1700 MB/s.

 

Was jedoch zu bedenken ist an dieser Stelle, ist der SLC-Puffer der SSD. Dieser taucht in der Produktbeschreibung von KIOXIA nur etwas versteckt auf, obschon es dafür eigentlich keinen wirklichen Grund gibt. Er hilft bei sequenziellen Zugriffen enorm. Denn grössere Dateien werden damit massiv schneller 3-bitweise bzw. 1-bitweise gelesen bzw. geschrieben Dieser Single-Level-Cache ist bei der 1000 GB-Version knapp 30 GB gross und führt zu traumhaften Datenraten von an die 1700 MB/s. Danach fällt die Geschwindigkeit jedoch rasant ab und pendelt sich ungefähr bei 800 MB/s ein für Schreibzugriffe in Serie. Lesend sind hier Abfälle von etwa 1600 MB/s auf knapp 1200 MB/s nach den 30 GB zu verzeichnen.

 

Auch zufällige Zugriffe sind mit etwa 1200 MB/sbis 1600 MB/s immer noch ansehnlich schnell und zeigen genügend Leistungsreserven für die meisten moderaten Anforderungen.

KIOXIA NVMe SSD mit SLC: Eindruck im Alltag

Der SLC-Cache ist jedoch im Alltag eher nebensächlich. Auch wenn man öfter 4k-Videodateien verschiebt, ist die SSD immer noch schnell. Nicht alle brauchen wirklich konstant hohe Datenraten und wichtiger sind Leistungsspitzen, etwa beim Systemstart oder beim Öffnen aufwändiger Spiele. Dabei unterstützt die Exceria NVMe SSD mit SLC-Funktion das System gut.

 

Klar, Samsung etwa liefert hier locker die doppelte Perfomance ab, aber dafür sollte sich der Preis entsprechend sehen lassen können.

 

Zudem ist die Wärmeentwicklung bei der NVMe SSD auch durchaus moderat. Von 42 Grad steigt diese unter Vollast im Benchmark auf knapp 75 Grad auf den Chips ohne Kühlkörper an. Da sind Mitbewerbsprodukte mit schnell mal über 100 Grad schon am Drosseln!

Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Preise und Fazit

Die EXCERIA NVMe von KIOXIA kann in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis punkten. Mit 129.90 SFr. bzw. 119.- Euro unverbindliche Preisempfehlung (UVP) ist die 1 TB Variante vergleichsweise günstig. Wer nicht ganz so viel Speicherplatz braucht, kommt für knappe 50.- für 250 GB und ungefähr 70.- für 500 GB zu einem SSD-Speicher.

Fazit

Damit ist die NVMe SSD nicht viel teurer als eine SHDD mit vergleichbarer Kapazität und dabei deutlich schneller. Auch kaum eine schon technisch bedingt langsamere SATA SSD kommt an dieses Preis-Leistungs-Verhältnis heran. Beispielsweise ist die 2.5 Zoll SATA SSD von KIOXIA mit 960 GB auch um die 110,- Euro bzw. SFr. am Markt.

 

Wenngleich sie keine Spitzenwerte liefert, so kann die EXCERIA NVMe-SSD von KIOXIA für den PCIe 3 Bus mit 4 Lanes zu überzeugen. Mit konkurrenzfähigen Preise und mit fünf Jahren Garantie sowie einer Lebensdauer von 400 TB TBW (Total Bytes Written) ist der schnelle Speicherriegel durchaus eine Überlegung wert. Gerade wer ein ein bis zwei Jahre älteres System beschleunigen möchte, muss ja nicht zum Nonplusultra greifen und Geld für Leistung ausgeben, die gar nicht benötigt oder gar technisch abgerufen werden kann.

 

Der BiCS 3D TLC liefert KIOXIA weiterhin eine solide NAND-Flashspeicher-Technologiebasis für die günstige SSD-Speicher mit solider Leistung.

Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud

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