Sa. 17. Oktober 2020 um 7:01

Review: InLine 5-Port PoE+ Gigabit Ethernet Switch im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Power over Ethernet, kurz PoE, ist, wie der Name verrät, dazu da, Strom über das Ethernet-Netzwerkkabel zu übermitteln. Für IP-Kameras, WLAN-Access Points und vieles mehr kann so die manchmal umständliche Installation einer Steckdose für die Stromversorgung gespart werden. Dies bringt vor allem den Vorteil mit, dass das Gerät nur ein LAN-Kabel braucht und so viel flexibler aufgestellt werden kann. Etwas, was auch in immer mehr Privathaushalten gewünscht wird, zumal die Geräte mit PoE-Unterstütztung mehr und die Preise niedriger werden. Darum haben wir uns den 5-Port PoE+ Gigabit Ethernet Switch von InLine genauer angeschaut.

Lieferumfang

Mit dabei ist beim InLine 5-Port PoE+ Gigabit Ethernet Switch jeweils eine Anleitung auf Deutsch und Englisch, vier Gummifüsschen, ein Kaltgerätekabel sowie Montagewinkel, mit denen der Swich in einem 19-Zoll-Rack aufgenommen werden kann. Passende Schrauben zum Befestigen der Montagewinkel sind auch mit dabei.


InLine 5-Port PoE+ Ethernet Switch
InLine 5-Port PoE+ Gigabit Ethernet Switch. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Hardware und Eigenschaften des InLine 5-PortGigabit  PoE+ Netzwerk Switch

Ein Switch, eigentlich Switching Hub, ist bekanntermassen ein Netzwerkgerät zum Weiterleiten von Daten in einem Netzwerk zwischen verschiedenen Netzwerksegmenten zu verteilen. Dafür lernt das Gerät anhand der MAC-Adresse, zu welchem Anschluss welches Datenpaket weitergeleitet werden soll und verhindert so Kollisionen. Auch kann mit einem Switch die Datenrate besser ausgenutzt werden. Was beim Gerät von InLine unter der Artikelnummer 32305P hinzu kommt, ist die Möglichkeit, angeschlossene Ethernet-Kabel mit Strom zu versorgen und so Power-over-Ethernet anzubieten.

 

Das im schwarzen 11-Zoll-Metallgeäuse verbaute Gerät ist 279 x 179 x 44.5 mm gross und wiegt knapp 270 Gramm. Die Rückseite birgt einzig den Anschluss für das mitgelieferte, dreipolige Kaltgerätekabel. Damit wird der PoE-Switch mit Strom versorgt, von 110 bis 240 V und bis maximal 1.5 A bei 50 Hz oder 60 Hz Wechselstrom. Somit ist das Gerät nahezu weltweit einsetzbar.

 

Links wie rechts sind in dem lüfterlosen Gerät Schlitze und Gitter zu finden, die zur Kühlung dienen, sowie jeweils vier Öffnungen für die Schrauben der Montagewinkel. Auch hier ist, wie beim PoE+-Gigabit-Injektor von InLine, eine spiralförmige Öffnung auf der linken Seite zu sehen, wie sie üblicherweise für Lüfter eingesetzt wird. Das rührt wohl daher, dass die Gehäuseform als Blaupause für andere Geräte ebenfalls benutzt wird.

 

Unten finden sich vier Vertiefungen für die Gummifüsschen sowie ein Typenschild mit Seriennummer. Die Oberseite ist gänzlich blank und schwarz.

 

An der Vorderseite sind zehn grüne LED sowie fünf RJ45-Ethernet-Anschlüsse zu sehen. Die erste grüne LED von Links aus ist mit Power beschriftet und zeigt die Stromversorfung des PoE+-Switches an. Unter LNK/ACT finden sich dann die nummerierten Statusanzeigen für die fünf ebenfalls nummerierten LAN-Ports, die durch Blinken die Datenübertragung anzeigen. Eine Zeile darunter, die mit PoE angeschrieben ist, zeigt an, dass ein PoE-fähiges Gerät mit dem jeweiligen Port verbunden und erkannt wurde. Jeder Anschluss unterstützt IEEE802.3x Flow-Control für den Vollduplex- und Backpressure für den Halbduplex-Modus. Die Ports 1 bis 4 können per PoE+ bis zu 25.5 W Leistung ausliefern. Sie erfüllen also nicht ganz die vollen Möglichkeiten eines PoE-Plus-Anschlusses, der bis zu 30 W Leistung erlaubt. Zudem ist die Leistung auf 75 Watt über alle Ports hinweg gedeckelt, so dass knapp drei der vier PoE-Leitungen auf maximaler Leistung laufen könnten.

 

Der Store-and-forward Gigabit-Switch lernt MAC-Adressen der Ethernet-Frames automatisch und aktualisiert dabei seine 1K grosse Tabelle. Er hat eine Switching-Kapazität von 10G. Das Gerät ist unmanaged und erledigt somit alles ohne Zutun oder Administration. Alle Ports sind gegen Kurzschluss, Überspannnung und Überhitzung geschützt.

Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Testeindruck zum InLine 5-Port Gigabit PoE+ Ethernet Switch

Trotz dieser oben erwähnten Einschränkungen was die Leistung an geht, verrichtet der tadellos verarbeitete Switch seinen Dienst gut. Auf den vier PoE-Anschlüssen lassen sich eine Raspberry Pi 3 mit PoE-Shield, der Linksys LAPAC1750C WLAN-AccessPoint sowie zwei IP-Netzwerkameras tadellos betreiben. In nur wenigen Sekunden hat der Switch ausgehandelt, ob und wie viel Strom über welche Adern des Ethernet-Ports per PoE+ geschickt werden darf und geht in den Normalbetrieb über. Es ist keine nennenswerte problematische Wärmeentwicklung zu bemerken.

 

Auch herkömmliche Geräte ohne PoE-Funktion lassen sich natürlich problemlos am InLine Gigabit-PoE+-Switch betreiben. Dann bleibt die untere LED auf dem Switch eben einfach aus und kein Strom fliesst. Da anhand der Status-LED leider nur ob und nicht sichtbar ist, wie viel Leistung über die Drähte 1 und 2 (positiv) und an Pin 3 und 6 (negativ) des RJ45-Steckers anliegt, kann man allerdings nur am Endgerät sehen, ob es PoE+ erfordert und entsprechend auch bekommt. Die Fehlersuche gestaltet sich dann manchmal etwas komplizierter.

 

Denn natürlich muss das entsprechende Kabel verwendet werden. Für Gigabit-Netzwerke ist hier Cat.5e bzw. Cat.6 erforderlich und die Kabellänge sollte 100 Meter nicht überschreiten. Auch über die Datenrate der Ethernet-Ports gibt die Statusanzeige leider keine Auskunft.

Preis und Fazit zum InLine 5-Port Gigabit PoE+ Netzwerk Switch

Ab 84,90 Euro bzw. SFr. gibt der Hersteller den 5-Port Gigabit-PoE+  Netzwerkswitch derzeit an. Der Amazon-Preis liegt mit 95,80 Euro immer noch darüber, jedoch auch unter der UVP von 99,90 Euro bzw. SFr.

 

 

Alles in Allem eignet sich der InLine 5-Port Gigabit PoE+ Netzwerk Switch gut, um ein bestehendes Netzwerk einfach um vier weitere Geräte mit PoE- und PoE+-Funktion zu erweitern. Dadurch, dass das Gerät sowohl als Desktop- als auch als Einbaugerät genutzt werden kann, eignet es sich für viele Einsatzzwecke. Auch wenn günstigere Modelle am Markt verfügbar sind, bleibt der InLine Switch eine Überlegung wert. Viele Mitbewerbsprodukte können entweder kein PoE+ liefern oder sind nicht in der Lage, 24 W passiv zu bieten.

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