Mo. 06. Juni 2022 um 7:14

Review: FIFINE T669 Studio USB-Kondensatormikrofon mit Scherenarm und Shock Mount im Test

von Yves Jeanrenaud 0 Kommentare

Egal ob für den Podcast, das Let’s Play Video auf YouTube oder andere Audioaufnahmen. Ein gutes Mikrofon ist unverzichtbar. Da ist meist das verbaut Mic-Array im Laptopbildschirm oder der Webcam einfach nicht mehr ausreichend, gerade weil diese Konstruktionen störanfälliger sind und Umgebungsgeräusche bis zum eigenen Atemgeräusch zu undifferenziert mit aufnehmen. Das mag in der Videokonferenz mit dem Elternbeirat noch ok sein, wirkt aber an vielen anderen Stellen unprofessionell. Darum haben wir uns das FIFINE T669 Studio USB-Kondensatormikrofon im Test genauer angesehen.

Lieferumfang des FIFINE T669 USB-Studio-Kondensatormikrofons

Zunächst fällt die schlichte Verpackung des FIFINE T669 auf. Im Karton befindet sich in weichen Schaumstoff verpackt das Mikrofon selbst, das mit einem Metallring an der abnehmbaren Pivot-Halterung befestigt ist.

Ein Windscreen in Form einer Schaumstoff-Schutzkappe und ein 15 cm hohes Dreibein für den mobilen Einsatz sind ebenfalls mit dabei. Weiter befindet sich im Lieferumfang des FIFINE T669 ein Schreibtisch  Arm mit drei Gelenken und zwei Segmenten von 36 cm Länge, die mit jeweils zwei langen Sprungfedern in Position gehalten werden. Am Ende des Arms ist ein Adapter von 3/8 Zoll auf 5/8 Zoll verbaut. Dieser wird für den mitgelieferten Schock Mount benötigt. Ein anschraubbarer Pop Filter, der Windschutz für das USB-Studiomikrofon mit einem eigenen 20 cm langen Arm ist ebenfalls mit dabei. Eine C-Klemme für die Befestigung am Schreibtisch und ein 2.5 Meter langes USB-Kabel sowie Ersatzteile in Form von Gummibändern für den Schock Mount und Puffer für die Klemmen runden das Paket ab.

Hardware und Eigenschaften

Das ganze Set wiegt knapp 1.5 kg. Die Pirvot-Halterung kann um 175 Grad geschwenkt werden und ist für den mitgelieferten Dreibein-Ständer von knapp 15 cm Höhe gedacht. Damit kann das Mikrofon einfach auf jeglichen Oberflächen platziert werden. Zudem ist dafür der Windscreen in Form eines passenden Schaumstoff-Keppis für das kreisrunde Mikrofon vorhanden.

 

Schraubt man den Metallring an der Unterseite des Mics ab, kann das Gerät damit im Schock Mount befestigt werden. Dabei handelt es sich um eine Kunststoffschreibe mit Lochaussparung, die mit Hilfe von zwei Gummibändern an 16 Punkten in einem Rahmen gehalten wird. So werden viel weniger Erschütterungen auf das Mikrofon übertragen und können die Aufnahme weniger beeinträchtigen. Dieser Schock Mount ist an einem 5/8 Zoll Arm befestigt.


FIFINE T669 Studio USB-Kondensatormikrofon mit Scherenarm und Shock Mount
Das FIFINE T669 Studio USB-Kondensatormikrofon mit Scherenarm und Shock Mount. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Der Scherenarmständer ist aus Stahl gefertigt, robust und auf Langlebigkeit ausgelegt. Während das untere Segment, das in die C-Klemme gesteckt wird und in dieser optional festgeschraubt werden kann, ganze 36 cm über dem Tisch endet, ist der obere Arm 33 cm lang.

so kommt der ganze Arm voll ausgestreckt auf 74 cm Länge. Alle drei Gelenkstellen des Scherenarmständers lassen sich mittels grosser Flügelschrauben fixieren, so dass sich die Position des FIFINE Studiomikrofons nicht aus Versehen verändert. Die Tischhalterung in C-Form ist mit einem relativ langem Drehgewinde ausgestattet und hat eine gummierte Oberseite innen, so dass die Tischfläche nicht so leicht beschädigt wird.

 

Alle Teile, sowohl am Mikrofon selbst, als auch die Ständer und Verbindungen, sind weitgehend aus Metall gefertigt. Einzig die Füsschen des Dreibeins und die Halterungen direkt sind aus Gummi bzw. hartem Kunststoff gemacht. Nahezu alles ist in Schwarz gehalten.

 

Das Mikrofon selbst ist 120 mm hoch und hat einen Durchmesser von 48 mm. Auf der Vorderseite des T669 Studiomikrofons befindet sich ein frei drehbarer Lautstärkenregler, der knapp 200 Grad umfasst. Das im Inneren horizontal verbaute Kondensatormikrofon nimmt Schall in einem Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz auf und hat eine Empfindlichkeit von -43 dB ±3 dB (bei 1 kHz). Das Signal-Rauschverhältnis (SNR, S/N Ratio oder signal-to-noise ratio) beträgt 130 dB bei 1 kHz und weniger als 1 Prozent Gesamtoberschwingungsgehalt. Das bedeutet, dass dass der Soundpegel 130 dB höher ist als der Rauschpegel, was einen beachtenswert guten Signalpegel ergibt. Das T699 von FIFINE nimmt über USB 2.0 natürlich spezifikationskonform 5 V Strom mit jedoch lediglich 70 mA auf. Die 350 mW an Leistungsaufnahme sind also verschwindend gering. Zur Verbindung ist auf der Unterseite ein klassischer USB-B Anschluss zu finden, der das mitgelieferte Kabel erstaunlich gut fest hält.

 

Auch wenn das 16 mm Kondensator-Mic im Inneren waagerecht aufgehängt wurde – man kann es übrigens durch das Metallgitter des Gerhäuses sehen – ist es nur nach vorne gerichtet Schallempfindlich, also Unidirektional. Seine Richtcharakteristik ist als Polardiagramform eine Niere (Cardioid). Das heisst, das FIFINE Studiomikrofon ist an den Seiten weniger empfindlich und nach hinten nimmt es keinen Schall direkt auf. Man sollte also immer direkt in das Mikrofon sprechen, in Richtung des Volume-Reglers, und so waagerecht wie möglich vor dem T669 Kondensator-USB-Mic stehen bzw. sitzen.

 

Der Pop-Filter, der aus zwei Schraumstoffmatten im kreisrunden Metallrahmen besteht, hat einen Durchmesser von 120 mm. Er dient dazu, die lästigen Plopp-Geräusche zu reduzieren, wenn man beim Sprechen zu nahe ans Mikrofon kommt oder zu laut spricht. Auch Atemgeräusche werden damit reduziert, denn der Luftstrom wird gebremst. Diesen Filter für den Innengebrauch kann man mit einem flexiblen Arm und einer Klemme am Scherenarm des FIFINE T669 festschrauben.

Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Testeindruck

Das FIFINE T669 Studiomikrofon macht einen guten Eindruck. Verarbeitung und Material sind hochwertig, wenngleich die Farbe bei normalem Gebrauch doch schnell auch mal an den entsprechenden Stellen leidet. Das betrifft vor allem die Gewinde und Halterungen, aber das stört nicht weiter. Die Halterung am tisch ist solide und sicher. Das Mikrofon verrutscht nicht, auch wenn man es öfter weg dreht und schwenkt.

 

Das Kondensatormikrophon lässt sich am Scherenständer problemlos befestigen und dank des 2.5 M langen USB-Kabels einfach anschliessen. Dass hier auf den alten USB-B-Stecker gesetzt wird und kein USB-Typ-C zum Einsatz kommt, verwundert im Jahre 2022 doch etwas. Ein Kostenfaktor dürfte das wohl kaum sein.

 

Das Mikrofon wird sodann von allen gängigen Betriebssystemen und Konsolen erkannt. Egal ob Sony PlayStation 4 oder PS5, Nintendo Switch, Mac oder PC. Auch unter Linux klappt alles. Nur die Xbox weigert sich standhaft. Das Gerät wird sodann als generisches USB-PnP-Mikrofon angezeigt und kann entsprechend konfiguriert werden. Unter Windows empfiehlt der Hersteller, die softwareseitige Verstärkung zwischen +14 dB und +20 dB einzustellen. Unter MacOS X ist dies nicht nötig. Jedoch braucht es immer die Option, das Gerät als Eingabequelle mit Playthrough oder auch für die Sprachsteuerung zu registrieren. Unter Debian Linux (Bullseye) klappt die Einrichtung ebenfalls auf Anhieb. Ein Rauschen ist nicht im Alltag nicht zu vernehmen und die Klangqualität ist gut.

 

Auch wenn der Schwenkarm nicht gerade lang ist und man die Montageposition doch gut wählen muss, ist das FIFINE T669 flexibel am Tisch einzurichten. Die Audioqualität ist gut und ausgeglichen. Die Aufnahmen weisen keine Probleme mit Zisch- und Plopplauten auf und sind weder zu basslastig noch übertrieben hochtönig. Der Regler von gut 5 mm Länge ist gut greifbar und nützlich, da so unabhängig von den Lautstärkeeinstellungen am Rechner bzw. der Konsole der Mikrofonpegel gesteuert werden kann. Auf der geringsten Stufe ist das Mikrofon komplett stumm, auf der höchsten maximal laut. Für den Hausgebrauch ist es jedoch meistens etwas über der mittleren Einstellung zu finden.

 

Der die stossdämpfende Schock Mount-Halterung ist insofern praktisch, als man während des Sprechens auch gut Tippen kann, ohne dass das Mikrofon dabei über Gebühr wackelt und so das Klangbild verändert oder gar verzerrt.

Preis und Fazit

Das FIFINE T669 USB-Studiomic gibt es für 54.99 US-Dollar beim Hersteller. Auf Amazon werden derzeit 57,99 Euro bzw. SFr. für das T669 Kondensator-Mikrofon fällig, wobei jedoch ein 15 Euro-Rabattcoupon das ganze Set auf 42,99 Euro bzw. SFr. bringt. AliExpress ruft derzeit 57.13 SFr. inklusive Versand für das FIFINE T669 bzw. 60,76 Euro ab.

 

 

Das FIFINE T669 USB-Kondensatormikrofon mit Scherenarm und Shock Mount ist ein tolles Studiomikrofon mit guten Eigenschaften und praktischem Zubehör für vergleichsweise wenig Geld. Es kann sich mit deutlich teureren Lösungen vergleichen lassen und ist, auch wenn der Schwenkarm etwas kurz ist und ein USB-B-Stecker statt eines modernen USB-C-Anschlusses zum Einsatz kommt, überzeugend. Ein kleines Case, in den man das Dreibein zusammen mit Mikrofon und USB-Kabel gut mitnehmen könnte, wäre zudem ein gutes Plus gewesen.

Für knapp 50 Franken bzw. Euro gibt es aber ein Kondensatormikrofon mit Stossdämpfer-Aufhängung und Mikrofon-Arm sowie einem zusätzlichen Tripod mit Schaumstoff-Hülle für den Gebrauch unterwegs oder ohne den Tischständer. Die guten Klangeigenschaften und Empfindlichkeit machen das T660 von FIFINE zu einem alltagstauglichen Mikrofon für den Heimgebrauch, Podcasts und Streaming.

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