Mi. 25. Juli 2018 um 16:22

Review: Feuerwear Gordon Messenger-Bag getestet

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Ihr kennt das Unternehmen Feuerwear bestimmt schon aus unseren Testberichten. In Köln benutzt man ausgediente original Feuerwehrschläuche für innovative Up-Cycling Produkte mit Macken und Aufdrucken – alles Unikate und in einem urbanen, praktischen Stil.

Heute testen wir für euch die Neuauflage des Feuerwear Gordon Messenger Bags. Seit knapp vier Jahren ist er auf dem Markt und bewährt sich in vielen Alltagseinsätzen überall, auch ohne dass Brände gelöscht oder Menschen gerettet werden müssen – wobei, wer weiss?

 

 


Feuerwear Gordon

Die Messengertasche für die Schulter namens Gordon ist in zwei Ausführungen, mit 15 Liter oder mit 18 Liter Fassungsvermögen, erhältlich. Bis auf die Grösse unterscheidet beide Modelle jedoch nichts weiter. Wir haben uns mal die kleine Version des Feuerwear Gordon genauer angeschaut und wochenlang ausgiebig getestet.

Masse der Feuerwear Gordon

Aus charakteristischem Feuerwehrschlauch gefertigt, besticht das Unikat in den Farben Rot, Schwarz oder Weiss. Die Feuerwear Gordon 15 L  misst 34 x 37 x 15 cm und hat ein Laptopfach bis 13 Zoll, das 24.5 x 34 cm misst. Das grosse Innenfach misst 33 x 35.5 x 13 cm und ist somit 15.23 Liter gross. Die ganze Tasche wiegt 1.35 kg. Das ist nicht wenig Eigengewicht, doch die wasserfeste stabile Messenger bag hat es in sich!

Der Taschendeckel

Unter dem 24×36 cm grossen Taschendeckel, der mit Klettverschlüssen und zusätzlichen variablen Gurten sicher verschlossen wird, findet sich allerlei Durchdachtes an Fächern und Ausstattung. Der Deckel selbst hat einerseits rechts zwei Schlaufen im Befestigungsgurt, durch die beispielsweise ein Bügelschloss oder anderes Zubehör wie batteriebetriebene Rück- oder Signallichter befestigt werden können. Links gibt ein dezenter, wasserfester Reissverschluss den Zugriff auf ein extra Fach im Taschendeckel frei, in das beispielsweise gut das Portemonnaie und das Smartphone passen. Die Klettverschlüsse des Deckels können, möchte man diesen lieber geräuschloser öffnen, auch mit den mitgelieferten optionalen Abdeckungen versehen werden. Praktisch, wenn man öfter mal in Bibliotheken unterwegs ist.

In Gordons Inneren

Neben dem Laptopfach und dem grossen Innenfach der Feuerwear Gordon, in das bequem auch zwei Leitz-Ordner passen, ist ein weiteres, grosses Reissverschlussfach zu finden. Dies beherbergt zwei Extra-Fächer mit einer Breite von jeweils 9.5 cm und 17 cm, beispielsweise für das Smartphone und die Powerbank, zwei Stiftehalter, ein Schlüsselband mit um 360 Grad drehbarem Schlüsselbundclip sowie auch davor nochmals genug Platz für allerlei Dinge. Diese Fächer, wie auch das grosse Innenfach, sind mit weichem Textil ausgekleidet; das Laptopfach ist mit einem extra Neoprentuch abgetrennt, um so Laptop oder Tablet bis 13 Zoll (bzw. 15 Zoll beim 18 L-Model) vor Kratzern zu schützen. Die Rückseite der Tasche ist darum auch nach aussen hin gepolstert und bietet so zusätzlichen Schutz, sowohl des Laptops, als auch des Rückens.

Mittig auf der Rückseite gleich im Anschluss an den Taschendeckel ist eine Trageschlaufe aus Textil angebracht, so dass die Feuerwear Gordon auch wie eine Aktentasche in der Hand getragen werden kann.

Das Gurtsystem des Messenger-Bags

Der verstellbare extra-breite Gurt mit Schnellverschluss und Schulterpolster ist 133 cm lang. Der Gurt an sich ist schon bemerkenswert. Nicht nur ist er 4.5 cm breit und mit einer abnehmbaren, verstellbaren Polsterung in Taschenfarbe ausgestattet, die per stabilem Klettverschluss über die gesamte Länge von 23 cm auch breiteste Schultern schützt. Es ist auch eine Öse mit Schnellverschluss durch einen Klettverschluss dabei, mit der die Tasche beim Transport auf dem Rücken durch einen quer getragenen Zusatzgurt zum Dreieck befestigt werden kann. Das ist besonders praktisch beim Radfahren oder Skateboarden, wenn man nicht ständig die grosse Tasche daran hindern möchte, auf den Bauch zu rutschen. Der dafür erforderliche Zusatzgurt wird einfach an der Unterseite der Tasche durch Steckschnallen angeklippt, wenn er nicht gebraucht wird. Zudem verfügt der Gurt der Feuerwear Gordon über stabile, niedrigprofilige Schnallen aus Kunststoff mit einer Metallfeder, mit denen der Gurt an der Tasche befestigt wird. Dank dieser Schnallen lässt sich die Tasche leicht von Rechts- auf Linkstragen umstellen. Auch darum kann das Schulterpolster und die Halterung für den Dreieck-Quergurt nicht nur abgenommen, sondern auch gedreht werden. Dies zeigt sich am Besten im untenstehenden Video. Zudem lässt sich das Schulterpolster, gerade bei aktuellen Höchsttemperaturen ein nicht zu unterschätzender Vorteil, somit auch waschen.

Weiter verfügt der Tragegurt der Gordon mit der knapp 6 cm breiten Steckschnalle über ein Schnellverstellsystem: Die Gurtschnalle ist über das übliche Schnallensystem geschlauft verstellbar, hat aber am Ende des Tragegurts eine grosse Kunststofföse befestigt, statt einfach nur doppelt umgenäht zu sein. Damit lässt sich der Taschengurt einfach und bequem enger stellen und näher an den Körper ziehen. Dies wird auch im Video unten gut illustriert. Eine zusätzliche Schnalle an diesem Teil des Gurts hält das unbenutzte Gurtteil indes am Platz. Die riesige Steckschnalle ist überdies auch praktisch, um die Tasche schnell abzunehmen, ohne erst den Tragegurt über den Kopf heben zu müssen. Das ist nützlich, wenn man sie eben mit oder auch ohne zusätzlichen Quergurt über der gegenüberliegenden Schulter trägt und dazu noch einen Helm auf dem Kopf, über den man mit dem Gurt der Tasche nun erst müsste.

Dass die Schnallen, mit denen der Tragegurt an der Tasche befestigt wird, so flach ausfallen, ist übrigens durchaus bemerkenswert. Wie oft hat ihr euch schon über verdrehte Rechtecke oder zerknüllte Gurte an Ringen an dieser Stelle einer Umhängetasche oder eines Messenger Bags gegrämt? Nun, vielleicht ist das ja auch nur mein Ärgernis, aber die Schnallen der Gordon Fahrradtasche sind hier eine lobenswerte Ausnahme.

Kritik

Das alles funktioniert sehr, sehr gut. Die Tasche ist, wie von Kölner Upcycling-Pionier Feuerwear nicht anders gewohnt, ausgezeichnet verarbeitet. Alle Nähte passen, alles ist sauber vernäht und gefertigt. Die Macken und Gebrauchsspuren am Material sowie die Aufdrucke machen das Unikat erst recht einzigartig und verleihen im Charakter. Es ist eben nicht aus fabrikneuem Stoff gefertigt und aalglatt, sondern hat eine Geschichte.

 

Ein kleinwenig Kritik ist aber auch bei der Feuerwear Gordon angebracht: Das Schnellverstell-System des Tragegurts, so durchdacht und nützlich es ist, funktioniert nur bei sehr leicht beladenen Taschen wirklich gut. Ansonsten ist die Zugkraft der Tascheninhalte und die Reibung des Gurts an den Schnallen und Ösen einfach zu hoch, um mit sinnvollem Kraftaufwand den Gurt beim Tragen der Gordon noch enger stellen zu können.Auch verdreht sich der Rest-Gurt unterhalb der grossen schwarzen Steckschnalle trotz zusätzlicher Halterung gerne mal beim Ablegen der Tasche und muss dann in dieser Halterung wieder gedreht werden. Da hier genügend Freiraum vorhanden ist, ist das kein grösseres Problem, allerdings fällt es im Alltag doch auf. Wenn man die Tasche jedoch eher durch Öffnen der Steckschnalle am Tragegurt ablegt, passiert dies nicht. Allerdings muss dann darauf geachtet werden, nicht den ganzen Gurt beim erneuten Zusammenstecken zu verdrehen. Hier wäre eine dezente passende Markierung auf beiden Steckteilen der riesigen schwarzen Schnalle, vielleicht stilvoll in Form des Feuerwear-Logos, vielleicht hilfreich. Schade übrigens auch, dass der Schlüsselclip nicht abnehmbar ist. So habe ich darauf verzichtet, ihn zu verwenden, da mir ein Ab- und Anstecken des Schlüsselbundes an dem kurzen Gurt zu umständlich wurde.

 

Zudem verleitet die Tasche zum Überladen. Ja, das ist ein Kritikpunkt, schliesslich sagt die Orthopädie uns, dass es nicht gerade gesund für Rücken und Bewegungsapparat sei, wenn man sich zu einseitig mit Gewicht belastet. Darum sind ja Rucksäcke auch Messenger-Bags für den exzessiven Gebrauch oder grössere Gewichte vorzuziehen. Die Feuerwear Gordon, das möchte ich an dieser Stelle jedoch erwähnen, bietet derartig viel Platz und gute Sortier- und Zugriffsmöglichkeiten, dass zu den 1.35 kg Eigengewicht schnell mal ein paar mehr hinzu kommen und ich in den vergangenen Wochen nicht selten mit über 10 kg herum lief. Das merkt man aber auch schnell, spätestens am nächsten Morgen an der verspannten Schulter- und Nackenpartie. Da hilft vermutlich nur diszipliniertes Weniger-Packen oder Aufbautraining, um die Muskulatur zu stärken.

Preis und Fazit

All diese Funktionen und Finessen sowie die Handarbeit und das Material haben natürlich ihren Preis. So kostet die Feuerwear Gordon 15L 189 Euro bzw. SFr. im Feuerwear-Shop inklusive kostenloser Lieferung innerhalb Deutschlands. Die 18 Liter-Variante ist mit 210 Euro bzw. SFR. nochmals etwas teurer. Das mag auf den ersten Blick nach viel Geld klingen, jedoch ist die Langlebigkeit und Innovation der Feuerwear-Tasche sowie der Upcycling-Gedanke ebenso wie die Fertigungs- und Produktionsbedingungen hierbei mit zu berücksichtigen, so dass man für sein Geld nicht nur ein Unikat mit Charakter und Geschichte, sondern einen nützlichen Hingucker mit vielen durchdachten Funktionen für den alltäglichen Gebrauch erhält. Die wenigen Kritikpunkte fallen dermassen wenig ins Gewicht, dass an dieser Stelle nichts anderes als eine Kaufempfehlung ausgesprochen werden kann. Wer einen Messengerbag für Laptop, Tablet, allerlei Alltagsgegenstände und weiteres sucht, macht mit der Feuerwear Gordon sicherlich nichts verkehrt. Egal, ob 18 oder 15 Liter Fassungsvermögen, Gordon macht eine gute Figur und nimmt so viel mit für euch, dass es leicht schon zu schwer wird. Übrigens ist die Tragetasche auch für nicht-technische Einsätze, beispielsweise als nicht so alltägliche und wirklich mal cool aussehende Wickeltasche, gut zu gebrauchen.

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