Sa. 16. Juli 2022 um 7:38

Review: Crucial X6 Portable SSD im Test

von Yves Jeanrenaud 2 Kommentare

Speicherplatz brauchen wir immer, vor allem unterwegs. Da sind schnelle Solid State Drives das Mittel der Wahl, um kostengünstig und komfortabel seine Daten ablegen zu können.

Wir haben darum die X6 Portable SSD von Crucial mit 2 TB Kapazität getestet.

Lieferumfang der Crucial X6 Portable SSD

Im Paket enthalten sind neben dem SSD-Laufwerk ein USB 3.2 Gen-2 Type-C-USB-Kabel für Datenraten bis zu 10 GB/s sowie eine Schnellanleitung in mehreren Sprachen, darunter auch Deutsch und Französisch. Optional dazu gibt es einen passenden USB-C- auf USB-A-Adapter, der allerdings nur in einer kleinen Plastiktüte verpackt daher kommt.

Hardware und Eigenschaften

Die Crucial X6 Portable SSD ist naturgemäss klein. Mit nur 11 x 69 x 64 mm und 42 Gramm Federgewicht passt das Solid State Drive auch bequem in die Hosentasche. Das Gehäuse ist beinahe quadratisch und kieselförmig. Es hat abgerundete Ecken und Seiten. Auf der Vorderseite des matt-schwarzen Gehäuses befindet sich ein glänzendes, ovales Fenster mit dem Schritzug „Crucial by micron“. Auf der Rückseite zeigt das Fenster die Produktbezeichnung Crucial X6 SSD sowie die Kapazitäts- und Typenangabe von 2TB Portable SSD. Darunter befindet sich ein Aufkleber mit Konformitäts-Zeichen, Herstellungsangaben und der Seriennummer.

 

Technisch bedingt kommt das Laufwerk ohne bewegliche Teile aus, ist somit vor Vibrationen und Stürzen gut geschützt. Selbst aus 2 m Höhe auf Teppichböden zu fallen macht der X6 SSD von Crucial nichts aus und auch gegen extreme Temperaturen sei die SSD gefeilt, ohne dass Crucial näher darauf eingeht, was damit gemeint sein könnte.


Crucial X6 Portable SSD 2 TB
Crucial X6 Portable SSD 2 TB. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

 

Laut Hersteller kann die Crucial X6 Portable SSD 2 TB Datenraten von bis zu 800 MB/s im sequentiellen Lesen, wobei die Werte die maximale Leserate im Benchmark-Tool Crystal Disk Mark 6.0.2 x64 angeben soll. Doch dazu später mehr.

 

Das mitgelieferte USB-C-Kabel ist 23 cm lang und ebenfalls schwarz. Es ist relativ starr und dick. Die beidseitigen USB-Typ-C-Stecker sind vergleichsweise lang und weisen eine Aussparung in der linken Ecke auf. Diese ist für die Nase des USB-A-Adapters von Crucial gedacht. Warum es nur eine solche Aussparung gibt und wozu diese erforderlich sein soll, erschliesst sich indes nicht.

 

Die Crucial X6 Portable SSD ist ausgelegt für die USB 3.1 Gen. 2 Schnittstelle mit bis zu 10 GB/s. Gleichzeitig ist sie abwärtskompatibel mit USB 3.2 Gen. 1 sowie USB 3.1 Gen. 1 und USB 3.0 mit technisch bis zu 5 GB/s.

 

Der zugehörige USB-C-Anschluss befindet sich am Gehäuse der X6 SSD zur rechten Seite. Hier sind keine Aussparungen oder Nasen vorhanden, so dass jeder handelsübliche USB-Typ-C-Stecker passt.

Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Testeindruck zur Crucial X6 Portable SSD

Die SSD von Crucial macht einen hervorragend verarbeiteten Eindruck. Nichts wackelt oder knarzt, alles sitzt. Es sieht auch alles robust und langlebig fabriziert aus.

 

Crucials portable SSD X6 lässt sich problemlos einrichten. Dank Plug-and-Play ist der externe Speicher in allen gängigen Betriebssystemen nahezu sofort Einsatzbereit und liefert seine 2 Billionen Byte an Kapazität. Egal ob unter Linux, Windows oder MacOS X sowie Android, das Gerät wird sofort korrekt erkannt und eingerichtet. Selbst auf der Sony PlayStation und der Microsoft Xbox One lässt sich die SSD einfach anschliessen und benutzen.

 

Wie alle Speicherhersteller ist auch Crucial einer, der in Potenzen von Zehn rechnet. Damit sind 2 TB rohe, unformatierte Speicherkapazität also 2 x 1012 Byte und nicht 2×240 Byte, was 2 TiB entspräche. Realistisch verbleiben am Schluss, nach dem Formatieren mit dem exFAT Dateisystem von Werk aus knapp 1.81 TiB, etwa 1’998’309’031’936 Byte auf dem Datenträger für das Speichern unserer Dateien. Das ist in Ordnung soweit.

Benchmarks

Interessanter sind die Datenraten. Die 800 MB/s werden zumeist nur unter Laborbedingungen erreicht. Selbst via USB 3.2 Gen 2 angeschlossen und auf einem Intel Core i7 der achten Generation, was nicht die aktuellste Maschine darstellt, ist aber diese Geschwindigkeit nur selten im Test sichtbar. Im Mittel wirft CrystalDiskMark 8 jedoch gute sequenzielle Leseraten von knapp 470 MB/s aus und ist beim Schreiben mit 385 MB/s nur wenig darunter. Spannend hingegen werden die zufälligen Speicherzugriffe, bei denen die X6 Portable SSD von Crucial jedoch rapide abfällt und sich bei etwa 21 MB/s lesend und 40 MB/s schreibend einfindet.

 

Auch im echten Kopiervorgang von vielen kleinen oder wenigen sehr grossen Dateien zeigt sich, dass die Crucial X6 SSD zu Beginn mit etwa 450 MB/s rennt, dann aber rasch auf etwa 100 MB/s im Schreibvorgang einbricht. Das passiert, sobald mehr als 800 GB geschrieben werden und SLC-Modus verlassen werden muss. Und wenn die SSD zu mehr als der Hälfte gefüllt ist, sinkt die Grösse, die im SLC- statt im QLC-Modus geschrieben werden kann, auch rapide ab auf etwa 100 GB.

 

Selbiges beim Lesen, wo circa 550 MB/s im Explorer beim Lesen von 100 GB grossen Dateien von der SSD erreicht werden.

 

Damit befindet sich die tragbare SSD im unteren Mittelfeld der Leistung in ihrer Preisklasse und eignet sich vor allem für das inkrementelle Befüllen und gelegentliche Lesen.

 

Übrigens ist die Wärmeentwicklung des Solid State Drives auch unter Vollast sehr akzeptabel. Das Gehäuse wird zwar leicht warm, aber nie so, dass man sich Sorgen machen würde.

CrystalDiskMark. Screenshots: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Preis und Fazit

Die Crucial X6 Portable SSD gibt es in den Kapazitäten 500 GB, 1 TB, 2 TB und 4 TB, wobei die kleinste Variante zudem auch noch mit 540 MB/s deutlich langsamer ist gegenüber 800 MB/s der grösseren SSD-Versionen. Dabei werden Preise von derzeit 59,99 Euro, 84,89 Euro, 160,99 Euro sowie 370,92 Euro bzw. SFr. auf Amazon abgerufen.

 

 

Alles in Allem ist die X6 Portable SSD von Crucial eine solide, durchschnittlich schnelle und robuste Speicherlösung für unterwegs. Das simple Gehäuse, die gute Anbindung und Kompatibilität sowie die verfügbaren Kapazitäten machen die Crucial X6 SSD zu einem Rundumtalent für alle möglichen Geräte, Betriebssysteme und Einsatzgebiete. Egal, ob man schnell das Backup anlegen muss oder Daten offline austauschen oder aufbewahren möchte. Mit der SSD von Crucial ist das problemlos machbar. Einzig für grosse Datenmengen oder hohe Schreiblasten ist die SSD wenig geeignet aufgrund des vergleichsweise kurzen SLC-Modus.

 

Wer jedoch die SSD als externen Speicher benutzt und hin und wieder Dateien darauf schreibt oder Spiele darauf installiert, wird mit der Crucial X6 durchaus Freude haben und von der verbauten Controller-Technik wenig merken.

 

Was hingegen der optionale USB-A-Adapter soll und warum dieser eine Ausbuchtung hat, erschliesst sich bis zum Schluss nicht. Auch mit Adaptern von anderen Herstellern erreicht die Curcial X6 SSD dieselben Leistungscharakteristika und Eigenschaften. Es scheint nicht wirklich technische Gründe für die Fixierung der Orientierung des Steckers zu gebe, zumal USB-Typ-C ja genau daraus ausgelegt ist, in beide Richtungen verdreht angeschlossen werden zu können. Die Aussparung am Kabel und die passende Nase am Adapter hätte es nicht gebraucht. Und den Adapter direkt in den Lieferumfang zu legen, wäre auch nicht zu verachten gewesen. Im Bundle zu kaufen lohnt sich dies indes nicht, denn er schlägt mit über 11 Euro bzw. SFr. ebenso unverständlich teuer zu Buche.

Video: Crucial

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2 Antworten zu “Review: Crucial X6 Portable SSD im Test”

  1. TiRohn sagt:

    Ein weiterer prima Testbericht, danke! Ich suche immer noch nach einer Möglichkeit, unterwegs meine Bilder von der SD Karte meiner digitalen Spiegelreflex auf ein externes Speichermedium zu bringen, aber hier scheint es nichts mehr zu geben (Fototank)… oder weiss hier jemand einen Tipp?

  2. Yves Jeanrenaud sagt:

    Gerne!
    puh, ich weiss nicht, ob solche Geräte noch angeboten werden. Aber es geht theoretisch mit einem Android Smartphone auch. Also via USB OTG den SD-Kartenleser ansprechen und kopieren. Oder direkt eine microSD im Adapter in der Spiegelreflex benutzen

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