So. 08. Dezember 2019 um 7:03

Review: Bowers & Wilkins Formation Flex im Test

von Yves Jeanrenaud1 Kommentare

Die Formation Suite von Bowers & Wilkins bietet eine einzigartige Multiroom-Lösung mit unterschiedlichen, kabellosen HiFi-Komponenten. Das neueste Mitglied, der kompakte Lautsprecher Formation Flex, basiert auf der gleichen Hochtonarchitektur, die bereits in der preisgekrönten 600er Serie von B&W verbaut wurde. Er verspricht einen hochwertigen Klang bei gleichzeitig vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten. Der aktive Lautsprecher mit entkoppeltem Doppelkalotten-Hochtöner eignet sich für den flexiblen Einsatz im robusten Formation Mesh-Netzwerk und im heimischen WLAN, einzeln oder im Doppel für hochaufgelösten Stereosound mit 92/24 Bit.

Diesen Nachzügler der Formation-Reihe hat Bowers & Wilkins erst im September vorgestellt.


Bowers & Wilkins Formation Flex
Der Bowers & Wilkins Formation Flex (Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud)

Lieferumfang

Zusammen mit dem Lautsprecher Formation Flex liefert Bowers & Wilkins zwei Netzkabel (eines für Grossbritannien sowie eines für den Rest Europas), eine Kurzanleitung in englischer Sprache, Garantieinformationen sowie eine sechzigtägige Lizenz für Musik-Dienst und -Tool Roon. Eine ausführliche und mehrsprachige Anleitung ist online als PDF verfügbar.

Design des Bowers & Wilkins Formation Flex

Der Formation Flex von Bowers & Wilkins ist 215 mm hoch und hat einen Durchmesser von 130 mm. Er wiegt 2.3 kg und ist zylindrisch Gebaut. Die Oberseite ist mit einer Glasfront bewaffnet und beherbergt dieselbe

berührungsempfindliche Oberfläche zur Bedienung, wie sie beim Formation Wedge von Bowers & Wilkins zu finden ist. Den Flex gibt es nur in der Farbvariante Schwarz, wobei das geschwungene Wabengitter, ähnlich wie beim Wedge wiederum, hier nun rund um den Zylinder des Formation Flex von einem Schwarzen Stoff bedeckt wird und ebenfalls die Bedienoberfläche an der Oberseite schwarz hinterlegt ist. Der Sockel des Formation Flex wiederum ist silbern umrundet und trägt den Schriftzug Bowers & Wilkins.

 

Auf der Unterseite ist ein Gummiring zu finden, der dem Flex einen sicheren Stand bietet. Zudem sind hier der Stromanschluss, ein USB-C-Anschluss für den Service, eine Reset-Taste sowie ein RJ45 Ethernet-Anschluss untergebracht.

 

Die Verarbeitung ist, wie von Bowers & Wilkins gewohnt, hervorragend und einzigartig. Alles wirkt stimmig und passt genau aufeinander, keine übermässigen Spaltmasse oder Grate. Der Flex Lautsprecher macht einen robusten und sehr hochwertigen Eindruck.

Hardware

Der B&W Formation Flex ist selbstverständlich kompatibel zum B&W Mesh-Netzwerk der Formation-Reihe. Dieses robuste, proprietäre Funknetz trägt dazu bei, einen störungsfreien Musikgenuss trotz WLAN und Bluetooth-Netzen in unmittelbarer Nachbarschaft zu ermöglichen. Zudem ist auch der Formation Flex Room-ready und für Spotify Connect gebaut. Daneben unterstützt er auch Apple AirPlay 2 und Bluetooth 4.1 mit aptX HD-, AAC- und SBC-Codecs. Der Flex kann alleine oder mit einem zweiten Exemplar in perfekter Lautsprechersynchronisation zum Stereo-Sound betrieben werden. Oder aber er spielt zusammen mit der Formation Bar und optional Formation Bass zum 5.1 Heimkino-Sound mit High-Fidelity-Qualität. Es sind hier weitere individuelle Kombinationen, etwa mit der Formation Audio und anderen Komponenten der Formation Suite auch möglich. Das kompakte kabellose Musiksystem beherbergt einen 25 mm entkoppelten Doppelkuppel-Hochfrequenz-Treiber sowie einen 100 mm Kegelbass und Mitteltöner aus Glasfasergewebe. Damit liefert der Flex kristallklaren Sound im Frequenzbereich von 50 Hz bis 28 kHz mit zwei mal 50 Watt Ausgangsleistung.

Einrichtung und Benutzung

Der Formation Flex von Bowers & Wilkins wird direkt über die App eingerichtet. Die kostenlos für Android und iOS erhältliche Bowers & Wilkins Home erlaubt in nur wenigen Minuten das konfigurieren des WLAN-Signals, dass der Flex Lautsprecher nutzen soll und die Einrichtung in Räume bzw. Spaces. Darüber lässt sich einfach und intuitiv die Multiroom-Erfahrung bedienen und die Namen der Räume sind auch direkt für AirPlay und optional für die Bluetooth-Verbindung verfügbar, so dass dem kabellosen Musikgenuss nichts mehr im Wege steht.

 

Bowers & Wilkins Home
Preis: Kostenlos
‎Bowers & Wilkins Home
Preis: Kostenlos

 

Doch das Streaming auf das Klangwunder für HiFi-Fans, das, wie die ganze B&W Formation-Reihe, mit einer 96/24 Bit Audioauflösung aufwartet, ist nicht nur klassisch per Bluetooth oder via AirPlay 2 möglich. Der Formation Flex Lautsprecher unterstützt hochauflösendes Streaming aber auch mittels Spotify connect und Roon. Hier wird der Audioinhalt nicht mehr über das Smartphone, Tablet oder den PC geladen und auf die Formation-Geräte gestreamt, sondern diese steuert die Wiedergabe nur noch. Ähnlich wie es auch bei DLNA möglich ist, kommt der Datenstrom direkt vom Dienst bzw. vom eigenen Roon Core.Serve. Sind in einem Space oder Raum mehrere Formation-Geräte gruppiert, wird der Sound dann auf allen entsprechend gleichzeitig und synchronisiert ausgegeben.

 

Das Ganze funktioniert erstaunlich gut. Die Verbindung zur Wiedergabequelle ist schnell hergestellt und selten vergeht mehr als eine Sekunde, bis die Musik spielt. Diese Verzögerung tritt allerdings nur beim Aufwecken aus dem Standby-Modus auf, die der Flex nach 15 Minuten betritt. Die gut ausgerichteten WLAN-Antennen des Flex erreichen das, leider nur im 2.4 GHz Frequenzbereich verfügbare, heimische WLAN-Netz auch in entlegenen Winkeln zuverlässig. Dies ermöglicht ein wirklich recht flexibles Positionieren des WLAN-Speakers. Auch die Bluetooth-Reichweite ist beachtlich und birgt kaum jemals Verbindungsprobleme oder merkliche Latenzen.

 

Das Bedienfeld hingegen dient zur rudimentären Steuerung des Flex. Ein Druck auf das berührungsempfindliche Formation-Symbol etwa bewirkt an dieser Stelle, dass der Lautsprecher die aktuelle AirPlay-Wiedergabe auf einem anderen Formation-Gerät ebenfalls aufnimmt. Lauter und Leiser steuern die Lautstärke und Play/Pause die Wiedergabe. Wer ein Gerät per Bluetooth 4.1 zum Flex verbinden will, muss diesen zunächst in der App zum Pairing freigeben.

Klangeigenschaften des B&W Formation Flex

Bowers & Wilkins wirbt auch für den Formation Flex mit einzigartiger Klangtreue für ein reines und klares Audioerlebnis. Um dies abzubilden, habe ich mich an der Test-Playliste des Kollegen Renken orientiert und muss sagen, dass für einen Mono-Speaker ein herausragend schönes und ausgewogenes Klangbild entsteht. Die Lautstärke ist für eine so kleines Gadget erstaunlich und auch der Bass kommt deutlich zur Geltung, ohne dass beides je wirklich übersteuern oder scheppern würde. Jedes Musik-Genre klingt, wie es klingen soll und ist, abhängig von Position im Raum und dessen Klangeigenschaften sehr getreu wiedergegeben.

 

Die zwei mal 50 Watt bringen genug Leistung auf den Tisch und auch wenn immer recht klar gesagt werden kann, von wo der Sound gerade kommt, eignet sich der Formation Flex sehr gut zur akustischen Raumausleuchtung.

Wem der Sound nicht so recht gefallen mag, kann über die B&W Home App noch für jedes verbundene Gerät der Formation-Reihe einzeln die Klangeigenschaften, genauer den Bass und die Höhen, regulieren. Schade nur, dass kein vollumfänglicher Equalizer in der App einprogrammiert wurde.

Mesh-Multiroom-Betrieb

Zusammen mit dem B&W Formation Wedge im Test, dem Nachfolgemodell des ikonischen Zeppelins von Bowers & Wilkins, zeigt sich die Stärke der Mesh-Funktechnologie des britischen Herstellers. Dies funktioniert einfach und tadellos. Keine Latenzen, keine Verzögerungen. Alle verbundenen Formation-Geräte werden synchronisiert abgespielt und ermöglichen so den unvergleichlichen Eindruck, den Multiroom bieten kann.

(Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud)

Preis und Fazit zum Formation Flex von B&W

Der neue Lautsprecher Bowers & Wilkins Formation Flex ist seit Ende September zum Preis von 495,- SFr, bzw. 449.99 Euro erhältlich.

Mit einem guten, hochaufgelösten Klang und spitzen Verarbeitung weiss B&W wieder einmal aufzutrumpfen.

 

Das absolut latenzfreie und synchron anhörende Multiroom-System lässt sich problemlos und einfach einrichten und bedienen. Auch wenn Bowers & Wilkins mit AirPlay 2 wieder einmal stark auf das Apple-Ökosystem setzt, ist eine Vernetzung und Verwendung via Bluetooth 4.1 dennoch problemlos möglich und auch andere Wiedergabegeräte lassen sich gut damit verwenden. Auch dann wird das Mesh-Netzwerk noch eingesetzt, so dass hochaufgelöstem Multi-Room Musikgenuss nichts entgegen steht. Gerade in Verbindung mit anderen Formation-Geräten wie dem Bwoers & Wilkins Wegde ist der Formation Flex eine tolle Sache.

 

Das Roon und Spotify Connect unterstützt werden, ist ein Plus für die Formation-Reihe und vermag zu überzeugen. Zumal dies von der Plattform unabhängig funktioniert. Egal ob Windows, MacOS X, Android oder iOS. Spotify steuert den mit dem eigenen Konto verbundenen Wiedergabeknoten dann selbsttätig per Dienst. Das ist sehr gut. Auch, dass die B&W Home App nunmehr über rudimentäre Einstellungen zum Sound, namentlich Bass- und Höhensteuerung, für jedes Formation-Gerät separat verfügt, ist begrüssenswert. Ein Equalizer hätte an dieser Stelle dennoch gut getan. Das könnte ja aber mit einem Update noch werden.

 

Schade nur, dass lediglich das 2.4 GHz-Frequenzband für WLAN unterstützt wird. Allerdings ist die etwas eingeschränkte Reichweite des 5 GHz-Frequenzbands vielleicht auch ein Grund, der diesen Kritikpunkt deutlich kleiner stehen lassen kann.

 

 

So oder so kann der Bowers & Wilkins Formation Flex absolut empfohlen werden. Wie so oft sollte allerdings auch an dieser Stelle geraten werden, sich das Gerät ausgiebig live anzusehen und vor allem anzuhören. Den verschiedenen Geschmäcker, Ansprüchen und Bedürfnissen in Sachen Musik wird wohl nicht jedes Gerät so einfach gerecht, wenngleich der Formation Flex sich alle Mühe gibt. Dazu empfiehlt es sich, den Handel vor Ort bei Bowers & Wilkins und B&W Group Schweiz herauszusuchen und zu besuchen.

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Eine Antwort zu “Review: Bowers & Wilkins Formation Flex im Test”

  1. Luna61 sagt:

    Das brauche ich dringend 🎶🎶

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