So. 27. Dezember 2020 um 7:01

Review: Belkin BOOST↑CHARGE UV-Sterilisator im Test

von Yves Jeanrenaud 0 Kommentare

In diesen Zeiten ist es an vielen Orten wichtig, alltägliche Gegenstände sterilisieren zu können. Das Smartphone, die Hausschlüssel – vieles, was wir täglich anfassen, kann so nämlich Keime übertragen und uns unter Umständen krank machen. Das ist nicht erst seit SARS-2 CoVID-19 so, aber nun natürlich um so präsenter.

 

Der bekannte Hersteller Belkin hat ein neues Produkt vorgestellt, das hier unterstützen will. Wir haben den BOOST↑CHARGE UV-Sterilisator für euch getestet.

Lieferumfang des Belkin BOOST↑CHARGE UV-Sterilisators

Die Ladestation mit UV-C-Licht wird geliefert mit einer Kurzanleitung ohne Worte, einem 18 Watt Ladegerät sowie einem 120 cm langes USB-C-Ladekabel. Das Ladegerät ist zu Qualcomms QuickCharge 3.0 kompatibel.

Hardware und Eigenschaften

Der Belkin UV-Sterilisator ist 199 x 118 x 35 mm und ist aus robustem, weissen Kunststoff gefertigt. Die Oberseite zeigt neben dem Belkin-Schriftzug und Logo einen Kreis in der Mitte mit Blitz-Symbol. Dahinter verbirgt sich die Qi-kompatible Inuktionsladespule für kabelloses Aufladen mit bis zu 10 Watt. Damit lassen sich neuere Smartphones, egal ob Apple iPhone, Samsung Galaxy S20 oder andere, ohne ein Kabel einzustecken, drahtlos mit Strom versorgen. Auch Hüllen bis zu 3 mm Dicke stören dabei nicht. 10 Watt sind hier mehr, als der handelsübliche, erste Qi-Standard liefern konnte und erlauben so einen deutlich schnellen Ladevorgang. Eine LED in der rechten Hälfte der Oberseite zeigt den aktiven Qi-Ladevorgang an.

 

Die Unterseite zeigt vier Gummifüsschen für sicheren Stand auch auf glatten Oberflächen. In der Rückseite ist der USB-C-Anschluss zur Stromversorgung untergebracht.

 

Vorne am UV-C-Sterilisator ist eine kleine Nut zum öffnen des Deckels angebracht sowie eine Taste und zwei LED. Diese Taste steuert die UV-Sterilisator-Funktion. Ein einfacher Druck aktiviert die beiden UV-C-emmitierenden LED im Inneren für drei Minuten. Es leuchtet dann nur die linke LED blau auf, um dies anzuzeigen. Doppelt gedrückt wird ganze 10 Minuten Sterilisiert und beide LED leuchten. Drei mal drücken beendet den Vorgang und die LED erlischen. Wenn der Deckel geöffnet wird während die UV-C LED aktiv sind, werden diese sofort gestoppt um Schäden an der Haut oder gar den Augen zu vermeiden. Dennoch ist es natürlich zu empfehlen, das Gerät erst auszuschalten. Das blaue Licht, was im inneren des Geräts zu sehen ist, ist übrigens nicht UV-C-Licht, denn das ist für das menschliche Auge nicht sichtbar. Es ist vielmehr als Sicherheitslicht zu betrachten, das einen Bestrahlungsvorgang anzeigt.

 


Belkin BOOST↑CHARGE UV-Sterilisator
Belkin BOOST↑CHARGE UV-Sterilisator. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

 

Im Belkin BOOST↑CHARGE UV-Sterilisator mit drahtlosem Ladegerät selbst können nun allerlei nicht-poröse Gegenstände bis zu 178 x 94 x 14 mm untergebracht werden. Schlüssel, Kreditkarten, Ringe, Bargeld – aber auch das Handy eben. Was man so tagtäglich anfasst und womöglich in Berührung mit krankheitserregenden Viren und Bakterien kommt. Gerade Dinge, die andere Personen auch berühren, werden hier wohl bevorzugt eingelegt werden, doch auch die eigenen, persönlichen Gegenstände können hiermit gereinigt werden. Der UV-Sterilisator mit den erwähnten zwei desinfizierenden UV-C-LED-Leuchten eliminiert in den 10 Minuten Laufzeit zu 99.99 Prozent der Bakterien auf den Gegenständen. Auch viele Viren, darunter das SARS-2 CoVID-19 Corona-Virus ist empfindlich auf UV-C-Licht und wird davon effektiv eingedämmt.

Damit das Licht im Gerät auch die Unterseite etwas besser erreichen kann, sind die LED links- und rechtsseitig angebracht und die Innenseite des Sterilisators von kleinen Noppen durchzogen, so dass Gegenstände nicht bündig und plan aufliegen.

Testeindruck zum Belkin BOOST↑CHARGE UV-Sterilisator

Wir haben die Mini-Sonnenbank für das Smartphone analog zu unserem letzten UV-C-Test unter die Lupe genommen. Gleich vorne weg: Auch wenn dies kein bakterieller Labortest ist, vermittelt unser Versuch doch ganz gut einen Eindruck von der Effektivität des Belkin-Geräts.

 

Zum Test haben wir drei frische, versiegelte Petrischalen mit bereits aufgebrachter Nährlösung aus der Kühlung genommen und geöffnet. Ein 2 Franken-Stück haben wir in der ungewaschenen Hand ausgiebig gedreht und dann in jede der drei Petrischalen mittig aufgedrückt. Dazwischen natürlich nochmals das Geldstück ausgiebig angefasst, um weitere Keime zu übertragen und so ein halbwegs gleiches Biom zu hinterlassen und anschliessend um Belkin UV-Sterilisator bestrahlt.

 

Eine Petrischale dient hierbei als Kontrolle, für die zweite wurde das Geldstück 3 Minuten bestrahlt, für die dritte 10 Minuten. Dann wurden die Petrischalen verschlossen, nicht versiegelt, beschriftet und bei beinahe konstanten 28 °C aufbewahrt. Ein kleiner Datenlogger mittels BMP180  an einem Raspberry Pi zeigt nämlich, dass es im Schränkchen mit dem heimischen Router immer etwa gleich warm und ähnlich feucht blieb. Fast optimale Bedingungen also für Bakterienwachstum. Nach einer Inkubationzeit von sechs Tagen wurden die Schalen geöffnet und abgelichtet. Nachfolgend ist das Ergebnis zu sehen.

Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud

 

Während die Kontrollgruppe mittig und etwas verteilt auch einige kleine Bakterienkulturen aufweist, ist in der drei Minuten-Petrischale nur ein kleiner Pilzbewuchs und ein etwas grösserer zu sehen, die beide recht weit von der Mitte entfernt liegen. Sie sind vielleicht eher auf Kontaktkontamination beim Eindrücken oder Herausnehmen der Münze zurückzuführen. Sterile Handschuhe wurden dabei nicht getragen, was sich hier als Fehler herausstellt. die dritte Schale jedoch ist vollkommen frei von Bakteriensiedlungen geblieben. Sie wurde mit einem zehn Minuten bestrahlten Geldstück präpariert.

 

Das alle drei Nährlösungen gestockt und teilweise zersplittert sind, zeigt, dass wir uns bei der Luftfeuchtigkeitsmessung vertan haben. Die aktuelle Jahreszeit und die damit verbundene Heizperiode hat den Behelfs-Inkubator wohl zu sehr ausgetrocknet. Das Kondenswasser an Petrischalendeckeln spricht auch dafür. Es ist anzunehmen, dass die Bakterien nicht über den ganzen Versuchszeitraum wachsen konnten. Dennoch hatten ja alle drei Schalen die gleichen Bedingungen zu erdulden, so dass das Ergebnis insgesamt doch wieder hilfreich ist für unseren Test. Schliesslich betreiben wir hier ja kein Biolabor.

 

Es zeigt sich also, dass der Zweifränkler erstens nicht sonderlich viele Bakterien übertrug, wenn wir uns den letzten Test ähnlicher Art als Vergleich vor Augen führen. Zweitens war der Aufbewahrungsort während der Testdauer nicht perfekt, aber dennoch zeigt sich, dass schon die drei Minuten Bestrahlung ausreichten, um sehr viele Bakterien zu vernichten, während die zehn Minuten scheinbar alle gegrillt haben.

 

Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud

 

Preis und Fazit zum Belkin BOOST↑CHARGE UV-Sterilisator

Die Belkin BOOST↑CHARGE UV-Sterilisator-Ladestation kostet beim Hersteller 69,99 Euro bzw. SFr., während die aktuell wohl durch die Pandemie bedingte Nachfrage den Preis beim Online-Giganten Amazon in die Höhe getrieben hat.

 

 

Alles in allem funktioniert der Boost Charge UV-Sterilisator mit Qi-Funktion sehr gut. Er bestrahlt und desinfiziert ordentlich, die Ladefunktion klappt, wie von Belkin gewohnt, tadellos. Was jedoch etwas unverständlich bleibt, ist, dass die Qi-funktion auf dem Deckel und nicht in der UV-C-Sonnenbank angebracht wurde. Das Handy zu laden während des sterilisiert wird, wäre doch vielleicht auch angenehm. Lobenswert ist auch der Lieferumfang inklusive Netzteil und USB-C-Kabel, aber ohne viel Schnickschnack.

 

Wer also eine drahtlose Qi-Ladestation mit 10 Watt sucht, die auch noch Alltagsgegenstände per UV-C-Licht sterilisieren kann, ist mit dem Belkin BOOST↑CHARGE UV-Sterilisator gut bedient.

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