Sa. 26. September 2020 um 6:55

Review: auvisio tragbarer USB-C Touchscreen 15.6 Zoll FullHD IPS im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Der bekannte Versandhändler PEARL hat ein sein spannendes Produkt verbessert, dass für viele von euch sicherlich auch interessant sein dürfte. Der mobile USB-C Monitor mit 15.6 Zoll FullHD IPS-Display von auvisio hat nun auch eine Touchscreen-Funktion bekommen. Der ansonsten technisch identische Monitor kann nunmehr also die Berührung von bis zu zehn Fingern erkennen und entsprechend verarbeiten.

 

Damit der mobile Monitor unterwegs benutzt werden kann, hat er nicht nur einen mini-HDMI-Anschluss und 10’000 mAh starkem Akku, sondern ebenfalls einen USB-Typ-C-Anschluss zur Video- und Datenübertragung sowie microSD-Slot und USB-Hub mit an Bord.

Lieferumfang des Auvisio Full-HD-IPS-Touchscreen NX-4687

Der Lieferumfang blieb identisch zum Modell ohne Touchscreen: Der tragbare IPS-Monitor kommt einem Steckernetzteil mit USB-C-Stecker, einem 2 m langen, schwarzen HDMI-Kabel mit Typ A und Typ C HDMI Stecker (regulärer HDMI und mini-HDMI), einem 2 m langen, schwarzen USB-C-zu-USB-C-Kabel und einer Kurzanleitung auf Deutsch sowie einer auf Französisch. Auch hier sind die Übersetzungen etwas sehr holprig geraten, AMD FreeSync heisst etwa “Kostenlose Sync” bzw. “Synchronisation gratuite”. Eine Transporttasche sucht man leider vergebens. Aber davon mal abgesehen ist der Lieferumfang vollkommen in Ordnung.

Hardware und Ausstattung des mobilen USB-C-Touchscreens

Der portable USB-C Touchscreen mit USB-C-Anschluss NX-4687 von auvisio ist ebenfalls 37 x 23.7 x 1.2 cm gross und wiegt circa 1.2 kg. Das Display selbst ist 35 x 20.7 cm gross und in einem 1 cm grossen Rahmen zu drei Seiten, der unten gar 3 cm breit ist, untergebracht. Die Auflösung des IPS-Panels ist ebenfalls 1920×1080 Pixel hoch, somit FullHD und bringt somit eine Pixeldichte von 141.2 ppi. Ein passabler Wert. Das Display ist exakt im Seitenverhältnis 16:9 und 15.6 Zoll Bildschirmdiagonale.

 

Der Touchscreen ist auch in einem Metallrahmen aus eloxiertem Aluminium eingebaut und besitzt einen ausklappbaren Standfuss, der etwas fragil wirkt. Dieser ist ein Bügel auf der Rückseite, der in beliebigem Winkel ausgestellt wird. Bei normaler, halbwegs vorsichtiger Bedienung geschieht dem Ständer eigentlich aber nichts. Er lässt sich nicht etwa von Hand verformen, auch wenn er so aussieht. Am Rahmen hält er mittels vier Magneten und entsprechenden Einsätzen.

Weiter sind auf der Rückseite nur noch Aufdrucke zum Produkt selbst sowie den Anschlüssen und Bedienelementen auf den Seiten des Monitor-Gehäuses zu sehen.

 

Im unteren Rahmen des Displays sind zwei 3-Watt-Stereo-Lautsprecher hinter silbernen Gittern verbaut. Auf der rechten Seite des portablen Monitors oben finden sich im Rahmen ein 3.5 mm Stereoklinken-Anschluss, ein USB-Typ-C-Anschluss, die mini-HDMI-Buchse und der micro-SD-Slot. Darunter sind vier blaue LED eingelassen, die den Akkuladestand jeweils in Vierteln signalisieren. Rechts unten findet sich ein weiterer USB-C-Anschluss, der allerdings nur zum Aufladen des Geräts dient. Darüber ist eine kleine, blaue Status-Leuchte zu finden, die den Status anzeigt. Vorsicht ist an dieser Stelle geboten, denn dieser Anschluss ist kein eigentlicher USB-C-Port und das mitgelieferte 12-V-Netzteil darf keinesfalls in den anderen USB-C-Anschluss gesteckt werden!

 

Auf der Oberseite sind vier Tasten untergebracht: Ein/Ausschalten, Lauter, Leiser und Menü. Wie bei vielen Monitoren sind die Tasten auch mehrfach belegt und Lauter/Leiser dienen zur Navigation im OSD, während Menü als Zurück und Ein/Aus als Bestätigen dienen. Das ist etwas umständlich, aber relativ schnell eingewöhnt.

 

Links unten ist ein herkömmlicher USB-3.0-Anschluss mit blauem Isolator verbaut.

 

Das Touchscreen-Panel selbst wird auch bei diesem NX-4687 Modell von einer Kunststoffscheibe geschützt. Diese ist entsprechend anfällig für Fingerabdrücke und Kratzer. Sie ist auch nicht entspiegelt. Das macht den Ausseneinsatz etwas schwieriger. Die Helligkeit der LED-Hintergrundbeleuchtung ist akzeptabel und macht den USB-C-Bildschirm auch bei heller Umgebung durchaus einsatzfähig, vorausgesetzt, es spiegelt nichts.

 

Das OSD ist identisch zum Nicht-Touch-Monitor von auvisio und bietet die üblichen Einstellungen von Lautsprecherlautstärke und Bildschirmhelligkeit, -kontrast und -schärfe hin zur Auswahl der Eingabequelle und die Display- sowie OSD-Rotation. Die Sprache des Menüs kann eingestellt werden und das Seitenverhältnisses kann manuell von 16:9 auf 4:3 konfiguriert werden. Auch kann das Überschreiben des beschleunigten Bildaufbaus aktiviert werden (V-Sync). Zudem kann man automatisch den Blauanteil des Bildes zu reduzieren um die Augen zu schonen. Für diese Preisklasse erstaunlich wird AMD FreeSync sowie Ultra HDR unterstützt.

 

Bei AMD FreeSync wird die Aktualisierungsrate des Displays der Grafikkarte angepasst. Ultra HDR bietet HDR 2084, um High Dynamic Range-Videos und -Spiele darzustellen, die einen grösseren Dynamik- und Farbumfang und somit bessere Bilder bieten.

 

Die Verarbeitung ist absolut in Ordnung und lässt kaum zu Wünschen übrig. Der Monitor wirkt solide genug für den täglichen, mobilen Gebrauch, wenngleich das Display nicht sonderlich gut geschützt zu sein scheint. Dazu später mehr.


Auvisio mobiler Full-HD-IPS-Touchscreen NX-4687
auvisio mobiler Full-HD-IPS-Touchscreen NX-4687. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Testeindruck zum mobilen auvisio Full-HD-Touchscreen NX-4687

Der portable Touchscreen von 15.6 Zoll Grösse wird über die entsprechende Taste auf der Oberseite Ein- und Ausgeschaltet. Er hat zudem eine Ausschalt-Automatik, wenn kein Eingangssignal zu verzeichnen ist. Das spart Akku. Auch das Einstecken eines USB-C-Kabels oder der Anschluss eines HDMI-CEC-Geräts wecken den IPS-Touchscreen aus dem Standby auf. Ein angestecktes USB-C-Kabel, auch ohne angeschlossenes Gerät, verhindert übrigens den automatischen Standby. Hier scheint die Elektronik nicht sicher zu sein, ob ein Eingangssignal anliegen könnte. Schade.

Akkulaufzeit

Der Hersteller gibt auch bei diesem Modell an, dass der fest verbaute 10’000 mAh Lithium-Ionen-Akku für bis zu fünf Stunden Laufzeit hält. Diese sind auch durchaus drin. Per USB-C sind fünf Stunden keine Seltenheit, per miniHDMI betrieben reicht der Akku auch durchaus mal länger.

Aufladen

Das Aufladen des internen Akkus klappt mit dem 2 A starken Netzteil relativ zügig. In wenigen Stunden ist die Batterie wieder voll. Auch bei dem Modell sind wir, wie beim NX-4650, nicht glücklich über den Pseudo-USB-C-Anschluss für das Ladegerät. Es ist kein USB-Ladegerät und die Buchse am Touchscreen ist auch kein USB-C-PD-Anschluss. Das ist nicht gut und kann zu Verwechslung und somit zu Schäden führen!

Bild

Der Blickwinkel des Touch-Monitors ist technisch bedingt sehr gross. Selbst seitlich betrachtet werden die Farben kaum dunkler und bleiben satt. Das IPS-Panel liefert schöne und präzise Farben und gute Kontraste. Allerdings ist das relativ starke Spiegeln des Displays durchaus störend und schränkt die Nutzung deutlich ein. In direktem Sonnenlicht ist der auvisio USB-C-Touchscreen nur sehr eingeschränkt zu gebrauchen.

Konnektivität

Per USB-C angeschlossen an Laptops und Smartphones, die Samsungs DeX unterstützen, kann so nicht nur der Monitor als zweiter Screen genutzt bzw. der Bildschirminhalt gespiegelt werden, sondern auch auf den (zusätzlichen) USB-3.0-Anschluss und den (zusätzlichen) microSD-Slot zugegriffen werden. Letzterer jedoch verkraftet Speicherkarten vom Typ SD SDHC und SDXC lediglich mit bis zu 128 GB Platz. Das klappt alles soweit ganz gut. Auch an Smartphones von Huawei oder am Apple MacBook Pro lässt sich der portable Bildschirm von auvisio per USB-Typ-C gut benutzen.

 

 

Für die Touchscreen-Funktionalität musste allerdings erst einiges ausprobiert werden. Unter Windows 10 wurde dieser nämlich zunächst nur erkannt, wenn das Gerät per USB-C angeschlossen war. Dann war aber das Display schwarz weil unerkannt! USBDeview half da auch nicht viel, ausser das klar war, dass das Gadget sich als Verbundgerät am USB-Host anmeldete. Eingaben per Finger auf dem Bildschirm haben zwar funktioniert, aber ohne Bild ist das irgendwie nichts. Selbst das Entfernen des Geräts aus dem Gerätemanager von Windows brachte nichts.

 

Per HDMI war dann das Bild da, aber natürlich kein Touchscreen mehr. Erst nachdem das Gerät ausgeschaltet war, am HDMI Anschluss angesteckt aufgeweckt und dann per USB-C auch noch verbunden wurde, konnte Bildausgabe und Touchscreen gleichzeitig benutzt werden. Von da an jedoch reichte auch das USB-C-Kabel alleine aus. Es schien, eines der beiden Systeme hat nun endlich erkannt, was da über USB genau kommuniziert.

Unter Debian Squeeze und unter MacOS X zeigten sich ähnliche Kapriolen. Meist fehlten passende Treiber.

 

Die Verwendung als externer Touchscreen klappt dann aber doch sehr gut. Die Eingaben sind halbwegs genau und passabel schnell. Auf jeden Fall ist es für die eingebaute Bildschirmtastatur von Windows 10 sowie für die üblichen Maus-Geschäfte mehr als ausreichend. Hochpräzise Grafikdesign-Arbeiten sind damit natürlich nicht zu erwarten.

 

 

Das Vorgängermodell war insbesondere auch deswegen interessant, weil es mit der Hybridkonsole Nintendo Switch benutzt werden konnte. Das ist auch mit dem NX-4687 problemlos möglich, allerdings nicht als Touchscreen. Als reiner externer Monitor per USB-C verbunden jedoch klappt das problemlos.  Allerdings würde auch an dieser Stelle eher empfehlenswert sein, den portablen Touchscreen nicht gleichzeitig mit Strom zu versorgen, wenn das japanische Gaming-Device angeschlossen ist. Auch wenn so der Akku des NX-4687 schneller leer läuft, da die Switch über den USB-C auch Strom zieht, ist die Gefahr so geringer, die Konsole zu beschädigen. Gerade die Nintendo Switch soll angeblich dazu tendieren, sich auch mal zu viel Strom und Spannung zuzumuten.

Samsung DeX

Bei Samsung-Geräten mit dem hauseigenen DeX kann das Smartphone bzw. Tablet als Touchpad konfiguriert werden, während alle Ausgaben auf dem USB-C-Monitor erscheinen. Eine Tastatur lässt sich am Monitor einstecken und so das Gerät als PC-Ersatz benutzen. Die Touchscreen-Funktion des NX-4687 geht an dieser Stelle ebenso wie bei der Nintendo Switch allerdings flöten.

Gesamteindruck

Alles in Allem macht der portable USB-C-Touchscreen einen ähnlich guten Eindruck wie das Modell ohne Touch-Funktion. Als weiteres Display unabhängig von den HDMI-Anschlüssen des Host-Geräts kann der auvisio mobile Full-HD-IPS-Touchscreen NX-4687 für noch mehr visuellen Arbeitsplatz sorgen. Die Empfindlichkeit des Touchscreen ist durchaus brauchbar, wenngleich nicht sehr hoch, und erlaubt es, ohne viele Verrenkungen den zusätzlichen Displayplatz auch direkt produktiv nutzen zu können. Klar ist eine Stifteingabe, etwa zum digitalen Zeichnen, hier nicht möglich, doch das wäre wohl auch eher etwas für eine andere Zielgruppe. Kapazitive Stifte, wie sie immer mal wieder für Smartphones angeboten werden, funktionieren entweder gar nicht oder sind eher ungenau auf diesem Bildschirm.

 

 

Da der mobilen Touchscreen trotz Akku nicht besonders gross oder schwer ist, passt gut in Laptop-Taschen für 15- und 17-Zoll-Geräte. Auch hier hätte durchaus eine Transporttasche mitgeliefert werden dürfen.

Preis und Fazit zum tragbaren auvisio FullHD IPS-Touchscreen mit USB-C und HDMI

Den mobilen Monitor NX-4687 von PEARLs Eigenmarke auvisio mit FullHD-IPS-Touchscreen und USB-C sowie HDMI-Eingang gibt es für 299.95 SFr. bzw. 247,70 Euro direkt bei PEARL und auch bei Amazon. Damit ist der Touchscreen derzeit 30.- SFr. bzw. 47,75 Euro teurer als das Modell ohne Touch.

 

 

Der portable auvisio USB-C-Touchscreen mit FullHD-Auflösung und Akku für unterwegs macht auch einen guten Eindruck. Dank USB-Typ-C und Mini-HDMI-Anschluss ist er vielseitig einsetzbar. Er hat die Stärken, aber auch die Schwächen, des Vorgängermodells übernommen und bringt mit der 10-Punkte-Fingereingabe einen deutlichen Mehrwert.

 

Nicht nur im Urlaub und auf Reisen ist ein grosser Screen fürs Streaming und Gaming einfach praktisch. Der integrierten Akku ist eine kleine Besonderheit und praktisch, denn so werden die ohnehin schon schwachbrüstigen Akkus von Smartphone, Tablet oder Laptop, nicht noch mehr strapaziert. Auch die Nintendo Switch dankt es dem USB-C-Display beim mobilen Zocken.

 

In der Review des  auvisio USB-C Monitor 15.6 Zoll FullHD-IPS hatten wir bereits angemerkt, dass ein Touchscreen dem Gerät gut stehen würde. Schön, dass das geklappt hat! Mit dem NX-4687 hat PEARL ein spannendes Produkt nochmals einen Schritt verbessert, dass durch die solide technische Ausstattung zu einem vergleichsweise günstigen Preis überzeugen kann. Gerade die Akkugrösse ist bei Mitbewerbsprodukten in der Preisklasse oftmals nicht zu sehen oder deutlich kleiner. Dafür nimmt man die holprige Übersetzung oder den nicht funktionierenden Standby bei angeschlossenem USB-C-Kabel eher noch mit einem Augenzwinkern in Kauf. Bei dem vergleichsweise kleinen Aufpreis für die Touch-Funktion würde ich immer raten, dieses Modell statt des Vorläufers zu kaufen.

 

Was immer noch absolut sträflich bleibt in unseren Augen, ist die Ladebuchse in Form eines USB-C-Anschlusses, der allerdings wohl kein USB-C-PD-Anschluss ist. Dies ist nicht nur gefährlich, kann doch das Gerät selbst, aber auch daran angeschlossene Geräte durch die 12 V bei 2 A beschädigen, wenn das Ladegerät des Displays falsch angeschlossen wird. Auch das Netzteil ist darum wohl eher etwas für den Giftschrank als die Kabelkiste. Schade, dass dieses Problem nicht angegangen wurde.

Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud

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