So. 10. Mai 2020 um 6:55

Review: auvisio tragbarer USB-C Monitor 15.6 Zoll FullHD IPS im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Der bekannte Versandhändler PEARL hat ein neues Flaggschiff-Produkt im Sortiment, dass für viele von euch sicherlich auch interessant sein dürfte. Der mobile USB-C Monitor mit 15.6 Zoll FullHD IPS-Display von auvisio. Dieser portable Monitor kommt nicht nur mit einem mini-HDMI-Anschluss und 10’000 mAh starkem Akku, sondern ebenfalls einen USB-Typ-C-Anschluss zur Video- und Datenübertragung sowie microSD-Slot und USB-Hub mit an Bord.

Lieferumfang des auvisio FullHD IPS-Monitor NX-4650

Der tragbare Monitor kommt zusammen einem Steckernetzteil mit USB-C-Stecker, ein 2 m langes, schwarzes HDMI-Kabel mit Typ A und Typ C HDMI Stecker (regulärer HDMI und mini-HDMI), ein 2 m langes, schwarzes USB-C-zu-USB-C-Kabel und eine Kurzanleitung auf Deutsch und eine auf Französisch. Wobei diese ganz arg einer automatisierten Übersetzung zum Opfer gefallen zu sein scheinen. AMD FreeSync wird beispielsweise stumpf mit “Kostenlose Sync” bzw. “Synchronisation gratuite” übersetzt. Übrigens auch im On Screen Display (OSD) des Bildschirms selbst.

Hardware und Ausstattung des mobilen USB-C-Monitors

Der portable USB-C Monitor mit USB-C-Anschluss NX-4650 von auvisio ist 37 x 23.7 x 1.2 cm gross und wiegt knapp 1.2 kg. Das Display selbst ist 35 x 20.7 cm gross, da der Monitor einen 1 cm grossen Rahmen zu drei Seiten und unten gar 3 cm Rahmen aufweist. Die Auflösung des IPS-Panels ist mit 1920×1080 Pixel FullHD und ergibt somit eine Pixeldichte von 141.2 ppi.Nicht das weltbeste Panel, aber immer noch gut.

 

Die gute Nachricht ist hierbei, dass die 15.6 Zoll im Seitenverhältnis 16:9 sich wirklich auf die Panel-Diagonale beziehen und nicht etwa den Monitor selbst, wie sich einfach errechnen lässt: Im rechtwinkligen Dreieck ist die dritte Seite durch  ​\( c = \sqrt{a^2 + b^2} \)​ definiert, da ​\( \cos(90°)=0 \)​ und somit ​\( c = \sqrt{a^2 + b^2 – 2ab * \cos(\gamma)} \)​etwas vereinfacht werden kann. Doch genug Geometrie an dieser Stelle. Wichtig ist dies nur, da erfahrungsgemäss gerade günstigere und unbekanntere Monitor-Hersteller sich da mitunter auch mal anders verhalten.

 

Der Monitor ist in einem Metallrahmen aus eloxiertem Aluminium gefasst und besitzt einen ausklappbaren Standfuss. Dieser besteht aus einem recht dünn erscheinenden Bügel auf der Rückseite, der in beliebigem Winkel ausgeklappt werden kann. Er ist aus dem selben Metall wie der Rahmen gefertigt und hält am unteren Rahmen mittels vier Magneten und Blechplättchen auf der Rückseite. Weiter birgt die Rückseite, bis auf den Standfuss, lediglich Aufdrucke zum Produkt selbst sowie den Anschlüssen und Bedienelementen auf den Seiten des Monitor-Gehäuses.

 

Im unteren Rahmen des Displays sind zwei Lautsprecher für 3 Watt Stereo-Sound verbaut, die mit kleinen, silbernen Gittern sichtbar sind. Auf der rechten Seite des portablen Monitors oben finden sich im Rahmen ein 3.5 mm Stereoklinken-Anschluss, ein USB-Typ-C-Anschluss, die mini-HDMI-Buchse und der micro-SD-Slot. Darunter sind vier blaue LED eingelassen, die den Akkuladestand anzeigen. Rechts unten findet sich ein weiterer USB-C-Anschluss, der allerdings nur zum Aufladen des Geräts dient. Darüber ist eine kleine, blaue Status-Leuchte zu finden, die den Ladestatus anzeigt.

 

Auf der Oberseite sind vier Tasten zu finden: Ein/Ausschalten, Lauter, Leiser und Menü. Wie bei vielen Monitoren sind die Tasten auch mehrfach belegt und Lauter/Leiser dienen zur Navigation im OSD, während Menü als Zurück und Ein/Aus als Bestätigen dienen.

 

Links unten ist ein herkömmlicher USB-A-Anschluss mit blauem Isolator und USB 3.0-Spezifikation untergebracht.

 

Der Monitor selbst wird von einer Kunststoffscheibe geschützt. Diese ist entsprechend anfällig für Fingerabdrücke und Kratzer und spiegelt. Die Helligkeit der LED-Hintergrundbeleuchtung ist ansehnlich und macht den USB-C-Bildschirm auch bei heller Umgebung durchaus einsatzfähig.

 

Das OSD bietet die üblichen Einstellungen von Lautsprecherlautstärke und Bildschirmhelligkeit, -kontrast und -schärfe hin zur Auswahl der Eingabequelle und der Möglichkeit, das Display und das OSD separat zu drehen. Weiter kann hier die Sprache des OSD zwischen Deutsch, Französisch und Russisch ausgewählt werden. Weiteres Finetuning etwa des Seitenverhältnisses von 16:9 auf 4:3, des Überschreiben des beschleunigten Bildaufbaus sind mit dabei. Zudem gibt es eine Funktion, um den Blauanteil des Bildes zu reduzieren. Zudem, und das erstaunt in dieser Preisklasse dann doch, wird AMD FreeSync sowie Ultra HDR  unterstützt und kann im Bildschirmmenü ein- und ausgeschaltet werden.

Mit AMD FreeSync wird die Aktualisierungsrate des Displays der Leistung des Geräts und spezifisch der Grafikeinheit angepasst, um Verwischen und Stottern der Frames zu verringern. Ultra HDR erlaubt beispielsweise die Nutzung von HDR 2084, einem Verfahren, um High Dynamic Range Videos und Spiele darzustellen, die einen grösseren Dynamik- und Farbumfang und somit bessere Bilder bieten.


Auvisio mobiler Full-HD-Monitor NX-4650
auvisio mobiler Full-HD-Monitor NX-4650. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Testeindruck zum mobilen auvisio Full-HD-Monitor NX-4650

Ein- und Ausgeschaltet wird der Monitor für Unterwegs mit der entsprechenden Taste auf der Oberseite. Ein Druck von drei Sekunden schaltet das Gerät ein. Drückt man dieselbe Taste für fünf Sekunden oder erkennt der Monitor keine Eingangssignale, schaltet er sich wieder aus. Der Schriftzug des Herstellers ist hier dann während des Startvorgangs des Geräts für ca. 6 Sekunden zu sehen, bis nach einem Eingangssignal via HDMI oder USB-C gesucht wird.

Akkulaufzeit

Der Hersteller gibt an, der 10`000 mAh Lithium-Ionen-Akku hielte für bis zu fünf Stunden Laufzeit an. Diese lassen sich durchaus bestätigen. Im Betrieb per USB-C und mit mässiger Lautstärke bei voller Helligkeitseinstellung läuft der Monitor gut vier Stunden, bis die Akkuwarnung ins Bild eingeblendet wird und gut eine halbe Stunde später ist der Monitor aus. Per (mini-)HDMI ist die Reichweite der fest verbauten Batterie sogar noch besser. Knapp sieben Stunden reicht der Akku des portablen auvisio Full-HD-Monitors, wenn er über das HDMI-Kabel betrieben wird. Dabei war ebenfalls die Helligkeit auf Maximum und die Lautstärke gering. Für einen Büroalltag reicht das also durchaus.

Aufladen

Das Aufladen des Akkus geht mit dem 2 A Netzteil relativ zügig. In knapp anderthalb Stunden ist die Batterie des Displays für digitale Nomaden wieder voll. Allerdings ist hierbei grosse Vorsicht geboten! Das Ladegerät erfüllt nämlich keine USB-C-Standards und darf nur und ausschliesslich am auvisio USB-C-Monitor verwendet werden und auf keinen Fall in die falsche USB-C-Buchse gesteckt werden. Es handelt sich wohl vielmehr um ein stupides Ladekabel, dass nur aus Designgründen in einem USB-C-Gewand daher kommt. Das hätte, meiner Meinung nach müsste, der Hersteller anders lösen.

Bild

Der Blickwinkel des Monitors sehr gross. Selbst wenn man nicht direkt von Vorne auf den Bildschirm blickt, werden die Farben kaum dunkler und weniger satt. Allerdings ist das relativ starke Spiegeln des Displays durchaus störend und schränkt die Nutzung fast auf Drinnen ein. Am prallen Sonnenlicht ist der auvisio USB-C-Monitor nur eingeschränkt zu verwenden. Dennoch liefert das IPS-Display schöne und präzise Farben und gute Kontraste.

Konnektivität

Per USB-C angeschlossen an Laptops und Smartphones, die Samsungs DeX unterstützen, kann so nicht nur der Monitor als zweiter Screen genutzt bzw. der Bildschirminhalt gespiegelt werden, sondern auch auf den (zusätzlichen) USB-3.0-Anschluss und den (zusätzlichen) microSD-Slot zugegriffen werden. Letzterer jedoch verkraftet Speicherkarten vom Typ SD SDHC und SDXC lediglich mit bis zu 128 GB Platz. Das klappt alles soweit ganz gut. Auch an Smartphones von Huawei oder am Apple MacBook Pro lässt sich der portable Bildschirm von auvisio per USB-Typ-C gut benutzen. Jedoch muss man am mitgelieferten USB-C-Kabel ab und an etwas wackeln, bis der Monitor erkannt wird. Da sind Kabel von anderen Herstellern, beispielsweise das Choetech Thunderbolt 3 USB-C-Kabel besser geeignet, wie es scheint.

 

Auch der Betrieb an der Hybridkonsole Nintendo Switch ist problemlos möglich. Dies erstaunt umso mehr, als dass sich das japanische Gaming-Device nicht unbedingt durch Kompatibilität hervor tut. Ich würde jedoch, aufgrund diverse Berichte zu ähnlichen Monitoren in Verbindung mit der Switch dazu raten, die Stromversorgung des mobilen Full-HD-Monitors NX-4650 von auvisio nicht über das Netzteil zu realisieren. Dann läuft zwar der Akku schneller leer, weil auch die Switch per USB-C mit Strom versorgt wird, aber dafür laufen wir weniger Gefahr, die Spielkonsole oder das Smartphone mit zu hohen Stromstärken oder Spannungen zu versorgen. Gerade die Nintendo Switch soll angeblich dazu tendieren, sich auch mal zu viel zuzumuten.

 

Im Übrigen weckt allein das Einstecken eines USB-C-Steckers, selbst eines Adapters ohne Kabel oder Gerät daran, den Monitor auf. Via HDMI hingegen ist der Monitor nur per HDMI-CEC möglich, was Laptops regelmässig nicht unterstützen. Jedoch scheint der Monitor bei angestecktem USB-C-Kabel nicht automatisch in den Standby-Modus wechseln zu können.

Samsung DeX

Nutzt man Samsungs DeX, kann das Smartphone bzw. Tablet als Touchpad konfiguriert werden, während alle Ausgaben auf dem USB-C-Monitor erscheinen. Und am USB-Anschluss des Displays kann man dann eine Tastatur anschliessen. So kann in gewisser Weise das Smartphone zum PC-Ersatz werden.

Gesamteindruck

Alles in Allem macht der portable USB-C-Monitor einen sehr guten Eindruck und bringt den Vorteil mit sich, als drittes Display angeschlossen werden zu können. Denn wenn mit dem Laptop schon ein zweiter Bildschirm per HDMI-Kabel verbunden ist, kann der auvisio Full-HD USB-C-Monitor NX-4650 via USB-Typ-C Kabel zusätzlich verbunden werden und ermöglicht so noch mehr visuellen Arbeitsplatz. Da die Ausmasse des mobilen Monitors sich durchaus in Grenzen halten, passt er gerade noch in Laptop-Taschen und -Sleeves für 15 Zoll-Geräte. Manchmal ist eines 17-Zoll-Modell angenehmer zu benutzen. Schade, dass der Hersteller hier spart und nichts mitliefert.

Preis und Fazit zum tragbaren auvisio FullHD IPS-Monitor mit USB-C und HDMI

Den mobilen Monitor NX-4650 von PEARLs Eigenmarke auvisio mit FullHD-IPS-Display und USB-C sowie HDMI-Eingang gibt es für 269.95 SFr. bzw. 199,95 Euro bei PEARL und vermutlich auch bald bei Amazon.

 

Der portable auvisio USB-C-Monitor mit FullHD-Auflösung und eingebautem Akku für mehrere Stunden macht einen guten Eindruck und ist dank USB-Typ-C und Mini HDMI-Anschluss sehr vielseitig einsetzbar. Egal ob beim Camping oder im Zugabteil, als zweiter Bildschirm zum Präsentieren oder als grosser Screen beim Filmgenuss sowie beim Gaming mit Konsole oder Laptop macht er eine gute Figur. Gerade mit dem integrierten Akku sticht das Gerät aus der Masse hervor und ist besonders praktisch. Denn es kann doch so benutzt werden ohne die ohnehin schon schmalen Stromreserven unserer mobilen Begleiter wie Smartphone, Tablet oder Laptop, auch noch zu strapazieren. Auch die Nintendo Switch dankt es dem USB-C-Display.

 

Mit dem NX-4650 hat PEARL ein spannendes Produkt in seinem Sortiment, dass durch die technische Ausstattung zu einem vergleichsweise sehr günstigen Preis überzeugen kann. Bei Mitbewerbsprodukten ist für das Geld oftmals weniger – zumal meist kein Akku – drin. Da kann man auch über manche Übersetzungsfehler oder den nicht-automatischen Standby bei eingestecktem USB-C-Kabel hinwegsehen.

 

Schade hingegen ist, dass der portable Monitor kein Touchscreen ist. Dies wäre, gerade per USB-C, komfortabel zu realisieren gewesen und würde die Verwendung nochmals enorm verbessern und die Einsatzmöglichkeiten vergrössern. Vermutlich würde dies aber den Preis doch auch empfindlich erhöhen. Eine Schutzhülle wäre als i-Tüpfelchen im Lieferumfang auch begrüssenswert gewesen und sicherlich nicht unbedingt sehr teuer.

 

Was absolut unverständlich bleibt, ist die Ladebuchse in Form eines USB-C-Anschlusses, der allerdings wohl kein USB-Anschluss ist. Dies ist mitunter nicht ungefährlich, kann es doch das Gerät selbst, aber auch daran angeschlossene Geräte durch die 12 V bei 2 A beschädigen, wenn das Ladegerät des Displays falsch angeschlossen würde. Ich würde darum das Steckernetzteil gut wegschliessen, um nicht versehentlich mein Smartphone oder andere Geräte damit zu laden und auch die Ladebuchse des Monitors mit einem Stöpsel verschliessen. Zu gross wäre meine Sorge, es irgendwann dann doch falsch einzustecken und damit zu beschädigen.

Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud

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