Sa. 20. Februar 2021 um 7:11

EarFun Air Pro im Test: Muss ein Pro-Modell immer teuer sein?

von Marcel Laser 0 Kommentare

Für mich persönlich waren die EarFun Air im vergangenen Jahr schon eine kleine Überraschung. Sehr günstig und mit sinnvollen Funktionen sowie einem guten Klang ausgestattet, konnte ich den kleinen Stöpseln eine Menge abgewinnen. Natürlich verbleiben die Klang-Kronen eher in hochpreisigen Regionen, etwa bei den Razer Hammerhead Pro, doch brauchbare In-Ears müssen nicht teuer sein. Das wollen nun auch die EarFun Air Pro zeigen, die einige Funktionen mehr bieten, als das Non-Pro-Modell. Auch diese haben wir nun ausprobieren können.

EarFun Air Pro im Test: Mattes Plastik, spaciges Design und hochwertig verarbeitet

Das bei In-Ear-Kopfhörern “massenweise” Plastik zum Einsatz kommt, ist mir natürlich bewusst, anders lässt es sich auch nicht wirklich bequem umsetzen und EarFun macht mit seinen Air Pro einmal mehr alles richtig. Das kleine, runde Ladecase fühlt sich richtig hochwertig an und knarzt an keiner Stelle. Im Inneren finden sich die Stöpsel, die gut in ihre Vorrichtung eingelegt werden können.

Alles wirkt unheimlich stabil und wirklich gut durchdacht. Das im Vergleich zu den Vorgängern etwas kleiner wirkende Case hat allerdings eine interessante Funktion verlosen. Kabelloses Aufladen ist leider nicht mehr möglich. Dafür kommen die Kopfhörer wieder mit USB-C-Anschluss und sind nach IPX5 vor Schweiss geschützt, was Sportlerinnen und Sportlern gefallen dürfte. Insgesamt gibt es hier nichts zu beanstanden.


Bilder: PocketPC.ch / Laser

Viel Technik für wenig Geld: Von ANC bis Ambient-Sound vieles dabei

Schaut man sich die Verpackung an, so verspricht EarFun eine Menge Funktionen für das kleine Paket und den doch recht niedrigen Preis. Verbaut sind unter anderem eine Active Noise Canceling-Funktion und auch sogenanntes Ambient-Sound kommt zum Einsatz. Der Sound wird über überraschend grosse 10-mm-Treiber in euren Gehörgang gedrückt. Folgende technische Daten gibt der Hersteller an.

 

Technische Daten der EarFun Air Pro

  • 10-mm-Treiber
  • Unterstützt Active-Noise-Canceling und Ambient-Sound
  • Bluetooth 5.0 mit bis zu 15 Metern Reichweite
  • Bluetooth-Profile: A2DP, AVRCP, HFP, HSP
  • Bis zu 9 Stunden Akkulaufzeit (ohne ANC)
  • Mit Ladeschale bis zu 32 Stunden Laufzeit (ohne ANC)
  • Gewicht inklusive Ladeschale bei rund 53 Gramm

Mit Ambient-Sound könnt ihr Geräusche aus der Umgebung in euer Ohr weiterleiten lassen. Dazu nehmen die Mikrofone die Umgebungsgeräusche auf. Somit lassen sich auch Gespräche führen oder Ansagen am Gleis verständlich anhören, ohne dass ihr die EarFun Air Pro aus den Ohren nehmen müsst. Das funktioniert eigentlich ganz gut, doch gibt es Produkte, die diese Technik etwas effizienter umsetzen. Ich persönlich empfand das durchgesickerte Klangbild als leicht übersteuert.

EarFun Air Pro im Klangtest: Sound-Profil angenehm unaufgeregt

Wie klingen aber nun die rund 70 Euro teuren Funktions-Monster? Auch hierfür haben wir die Ohrstöpsel durch einen breit gefächerten Parcours gejagt, der sowohl das Spielen auf mobilen Endgeräten vorsieht, als auch unterschiedliche Genres bei Musik liefert.

 

Musiker und BandsSoundtracks von Filmen, Video- und ComputerspielenGespielte Spiele
  • Pendulum – Immersion
  • Skrillex – Bangarang
  • Michael Bublé – To Be Loved
  • Billy Talent – Billy Talent III
  • Anberlin – Blueprints for City Friendship
  • Infected Mushroom – Deeply Disturbed
  • Green Day – American Idiot
  • Lindsey Stirling – Shatter Me
  • Blind Guardian – A Night at the Opera
  • Vanessa Mae – The Classical Album
  • Schandmaul – Narrenkönig
  • Eminem – 8 Mile
  • Killigrew – Tales of Hope
  • Killigrew – The Lost Chapter
  • Killigrew – Distorted Dreams
  • Killigrew – Hiraeth
  • Austin Wintory – Journey (Original Soundtrack)
  • Guild Wars 1 und 2 – Original Soundtracks
  • Pacific Rim – Original Soundtrack
  • Vaiana – Original Soundtrack
  • Enders Game – Original Soundtrack
  • Uncharted – Original Soundtrack
  • Halo 2 und 3 – Original Soundtracks
  • Baldur’s Gate 2 – Original Soundtrack
  • Skyrim – Original Soundtrack
  • StarCraft II – Original Soundtrack
  • Rocket League – Original Soundtrack
  • Portal 2 – Original Soundtrack
  • The Witcher 3 – Original Soundtrack
  • Game of Thrones – Original Soundtrack
  • Destiny – Original Soundtrack
  • Monster Hunter World – Original Soundtrack
  • Real Racing 3 (Mobile)
  • Monument Valley 2 (Mobile)
  • Childrens of Sky (Mobile)
  • The Elder Scrolls: Blades (Mobile)
  • Stranger Things: The Game (Mobile)
  • Arena of Valor (Mobile)
  • Fortnite (Mobile)
  • Call of Duty Mobile (Mobile)
  • Genshin Impact (Mobile)
  • Call of Duty Mobile (Mobile)
  • Dead Trigger 2 (Mobile)
  • Oceanhorn 2 (Mobile)

Und es ist wirklich überraschend, wie unaufgeregt die Earfun Air Pro im Test ihre Arbeit verrichten. Weder Höhen, Mitten noch die Tiefen übernehmen hier das Heft und bleiben durchweg differenziert und hörbar. Keiner der Bereiche überlagert sich klar. Ihr solltet allerdings ANC aktivieren, da ohne ANC die Mitten irgendwie an Vorsprung gewinnen. Es fehlt dadurch das Volumen.

 

Insgesamt kommt das Paar hier gut durch den Parcours. Allerdings muss ich auch nun noch eine Lanze für den Preis brechen: Die EarFun Ear Pro können nicht mit den AirPods Pro oder den Razer Hammerhead TWS Pro mithalten. Auch die Sennheiser Momentum 2 sind um Welten von den EarFun-Modellen entfernt, aber mit diesen möchte der Hersteller auch gar nicht konkurrieren. Das ist in dieser Preisklasse auch nicht möglich und so fehlt es den Stöpseln eben auch an der nötigen Dynamik.

Mit ANC und Ambient-Sound gibt es zwei Funktionen aus dem eher Oberklasse-Bereich für die Earfun Air Pro. Bild: PocketPC.ch / Laser

Fazit: Starkes Bundle aus Funktion, Leistung und Preis

Insgesamt kann ich aber einen sehr positiven Schlussstrich unter diesen Test ziehen. Die EarFun Air Pro haben eine sehr angenehme Klangqualität, ohne grobe Ausreisser und einem ausgewogenen Sound-Bild. Die Akkulaufzeit ist zudem mit bis zu 9 Stunden ohne ANC enorm und selbst mit ANC sind bis zu 7 Stunden drin. Das ist schon einmal deutlich mehr, als die grossen wie Razer und Apple an dieser Stelle bieten können, also ein schöner Pluspunkt.

 

Abzüge verteilen wir aber bei der Sprachqualität während einiger Telefonate, aber das ist ein Problem, das viele In-Ears dieser Kategorie miteinander teilen. Das Mikrofon richtet sich zwar zum Mund hin aus, doch ist der Klang recht blechern, wie mir einige Personen bestätigten. Mit einem Wechsel auf andere Kopfhörer wurde es dann wieder klarer.

 

Unterm Strich bleibt aber ein positiver Eindruck der EarFun Air Pro im Test, der vor allem durch den Preis noch einmal unterstrichen wird. Ihr dürft natürlich nicht die Qualität der grossen Hersteller erwarten, doch kosten die hier getesteten Stöpsel auch keine 200 Euro oder mehr. Sonder liegt die UVP bei 99 Euro bzw. SFr.. Aktuell könnt ihr die Air Pro auf Amazon sogar schon für rund 70 Euro kaufen.

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