So. 08. Februar 2026 um 7:02

Sony Inzone Mouse-A im Test: Netter Ersteinstieg, aber auch gut genug?

von Marcel Laser 0 Kommentare
Lesedauer: 6 Minuten

Mit der Sony Mouse-A unter der eigenen Hausmarke Inzone, will der japanische Hersteller vor allem der Konkurrenz rund um Logitech, Razer und Co. entgegentreten. Die erste Computer-Maus von Sony! Der Markt ist hart umkämpft und grade als Ex-Profi weiss ich relativ gut, wie sehr man an seinen Eingabegeräten hängt, wenn man sich erst daran gewöhnt hat. Kann die Sony Inzone Mouse-A im Test zeigen, dass sie meine Logitech G502 ablöst? Ich muss sagen, ich bin von dem Erstlingswerk beeindruckt, aber habe auch einiges an Kritik.

Inzone Mouse-A im Test: Allzweck-Design, sehr leicht und auch leichtfüssig

Der Unterschied fängt hier schon beim Gewicht an. Meine Logitech G502 kommt auf 104 Gramm, was absolut kein Leichtgewicht ist. Die Inzone Mouse-A wiegt mit 48 Gramm (ohne Kabel) nicht einmal die Hälfte! Und das merkt man auch. Beides mit meiner verlässlichen Küchenwaage gewogen. Der Unterschied ist aber nicht nur in Zahlen riesig, sondern auch massiv spürbar. Im Test gleitet Sonys Nager um Welten leichter über das Mauspad und dank eines überaus nervig antrainierten Muskelgedächtnisses habe ich fast eine Woche gebraucht, um mich an Gewicht und Gleitfähigkeit zu gewöhnen. Das ist aber nicht negativ gemeint! Im Gegenteil, denn es ist schwer wieder auf ein höheres Gewicht wieder umzusteigen.

 

Mehr Tests der Sony Inzone Produktreihe

Dass Sony beim überaus überraschenden Gewicht gespart hat, merkt man der Maus aber auch deutlich an. Sie fühlt sich sehr hol an, aber nicht minderwertig. Unten ist eine wabenförmige Struktur eingefräst, die noch mehr Gewicht spart, da weniger Material zum Einsatz kommt. Die Buttons sind leichtgängig, klicken aber satt genug für Feedback ein. Sie liegt dabei sehr gut in der Hand, aber meine Hände sind auch in etwa mittelgross, wenn man das so nennen kann und das ist irgendwie eine ziemlich gute Grösse für viele Mäuse. Dank des Universal-Designs zeigt sich die Inzone Mouse-A im Test auch für Linkshänder geeignet, aber dann ist der Zugriff auf die Seitentasten schwieriger.

 

Das Design selbst, lässt mich allerdings wirklich kalt. Die Mouse-A sieht ein wenig wie eine Büro-Maus aus den frühen 2000er Jahren aus, die einfach nur auf Gaming getuned wurde. Keine echte Identität ist hier zu erkennen. Razer Mäuse hingegen haben immer etwas unverkennbares. Selbst die Logitech G Pro X hat mit ein wenig Mut zur Kante an den Tasten ein wenig Wiedererkennungsmerkmal. An sich mag ich ja schlichtes Design und bin auch kein Fan von LEDs und hier punktet Sonys Inzone Mouse-A im Test ja auch, aber ein wenig mehr hätte schon sein dürfen.


Bilder: PocketPC.ch / Laser

Technische Daten der Inzone Mouse-A im Check

Die neue Sony-Maus kann aber tatsächlich nicht nur beim Gewicht beeindrucken. Einige andere Zahlen sind hier auch interessant. Beispielsweise schafft sie eine Abtastrate von bis zu 30’000 DPI! Das ist wahnsinnig hoch und auch ehrlich gesagt nur für Grenzfälle wirklich eine gute Idee, da die Mouse-A dadurch fast unbedienbar schnell wird. Die Option ist aber zumindest da. Extrem hoch ist auch die Pollingrate der Funkeinheit. Satte 8000 Hz, die die Latenz bei der Eingabe nahezu eleminieren. Klar, ihr könnt die Maus auch an das mitgelieferte Kabel anschliessen, aber ihr werden keinen Unterschied zwischen Kabel- oder Funkbetrieb feststellen und das ist wirklich ein absolutes Must-have-Feature im Wettkampfbereich, wenn ihr Kabel sowieso nur als störend empfindet. Stark, Sony!

 

Technische Daten im Überblick

  • Nur rund 48 Gramm Gewicht ohne Kabel (selbst gewogen)
  • Bis zu 8000 Hz Abtastrate bei Funkverbindung durch Dongle
  • Bis zu 30’000 DPI Empfindlichkeit bei der Sensoreinstellung
  • Optische Schalter für Buttons
  • Kein (störendes) RGB
  • Rund 90 Stunden Betriebsdauer im kabellosen Modus

Auf dem Blatt Papier bietet Sony hier mit seiner Mouse-A der Inzone-Serie durchaus ein mehr als überdurchschnittliches Paket in der technischen Oberklasse. Ich bin an dieser Stelle auch unglaublich froh, dass Sony in seiner Inzone-Linie grundsätzlich auf überschwängliches LED-geblinke verzichtet. Das kommt auch der Akkulaufzeit der Maus zugute, die in unserem Test über 90 Stunden durchhält! Das ist mehr als das doppelte als meine Logitech G502. Da ich viel zwischen MacBook zum Arbeiten und meinem Gaming-PC wechseln muss, ist das durchaus eine Erleichterung, da weniger Ladezyklen dazwischen liegen. So kann ich die Maus einfach über eine Woche kabellos am KVM-Switch hängen lassen und muss mich um das Aufladen nicht kümmern.

Sony Inzone Mouse-A Test
Wer hat den Knopf zum Profil-Wechsel auf die Unterseite der Maus gelegt?! Bild: PocketPC.ch / Laser

Wie schlägt sich die Sony Inzone Mouse-A im Praxistest?

Aber wie spielt es sich denn jetzt mit der Sony Inzone Mouse-A im Test? Ich habe die Maus durch einen mir geläufigen Spieleparcour gejagt. Darunter auch unter Wettkampfbedingungen in Ranking-Matches für Spiele wie Starcraft 2 und Warcraft 3 (ich komme hauptsächlich aus dem professionellen RTS-Genre der 2000er bis 2010er Jahre) sowie natürlich eher casual in Guild Wars 2, Cyberpunk 2077, Elder Scrolls IV: Oblivion Remastered und Halo Master Chief Collection.

 

Die Maus weisst eine sehr gute Gleitfähigkeit auf und durch das sehr geringe Gewicht, reduziert sich der Widerstand noch einmal deutlich. Sie liegt zudem auch sehr gut in der Hand und der Mauszeiger bewegt sich präzise von A nach B. Besonders schön: Durch die sehr genau einstellbaren Sensoren und Polling-Raten, könnt ihr die Maus mit etwas Einarbeitung ziemlich exakt an eure Bedürfnisse anpassen. Ihr solltet dafür aber auch ein wenig Zeit einplanen da wir hier von sehr hohen Zahlenspannen reden und ein wenig herumspielen hilft hier, die perfekte Einstellung zu finden. Die Daumentasten liegen zumindest für meine Hand optimal und gut erreichbar in der Stromlinienform der Maus.

 

Besonders beeindruckt, hat mich vor allem die nicht einmal mehr spürbare Latenz im kabellosen Modus der Maus. Es reicht bereits eine Einstellung von rund 1000 Hz, um ein sehr gutes Gleichgewicht aus Laufzeit und Leistung zu erzielen. Dank der optischen Schalter in den Tasten fühlt sich das Auslösen sehr Reaktionsschnell an und reiht sich damit ebenfalls in die sehr gute Latenz ein, für ein absolut starkes Gesamtbild beim Zocken.

Sony Inzone Mouse-A Test
Liegt wirklich sehr gut in der Hand und lässt sich unglaublich leichtfüssig bewegen. Bild: PocketPC.ch / Laser

Eine Sache, die mir aber persönlich ziemlich auf die Eier geht und im E-Sport eine mittelschwere Katastrophe sein kann, ist ein fehlender Knopf irgendwo auf der Oberseite der Maus, für das Umstellen von Profilen. Stattdessen müsst ihr die Maus umdrehen und einen Knopf auf der Unterseite bedienen, was im Wettkampf unmöglich ist. Gerade im Egoshooter-Bereich wechseln viele Profis on the Fly Profile auf der Maus, um für unterschiedliche Situationen gewappnet zu sein. Selbst im RTS-Genre kann das in schnellen Micro-Situationen einen Vorteil haben mit verschiedenen DPIs zu arbeiten.

 

Das ist natürlich etwas, dass die Casual-Gamer-Bubble, die mit Abstand den Grossteil stellt, vermutlich nicht so doll betreffen wird. Aber für eine Maus, die auch noch für den Wettkampf mit-beworben wird, ist das für mich eigentlich ein kleines No-Go.

Sony Inzone Mouse-A Test
Rechts meine Jahre alte Logitech G502 gegen die Sony Inzone Mouse-A auf der linken Seite. Bild: PocketPC.ch / Laser

Software: Sony Inzone Mouse-A mit Linux und macOS kompatibel! Aber…

Sony hat mit dem Inzone HUB eine Software gebaut, mit der ihr im Endeffekt die meisten Inzone-Produkte ohne Probleme steuern, aktualisieren und einstellen könnt. Auf der einen Seite ist der Inzone HUB schön aufgeräumt, alles ist klar ersichtlich und die Bedienung intuitiv. Allerdings ist die Software auch sehr Basic in ihren Möglichkeiten, aber ich bin an dieser Stelle schon froh, dass es wirklich eine einheitliche Software für die gesamte Produktpalette gibt.

Zudem ist der Inzone HUB nur für Windows verfügbar. Eine native App für Linux und macOS gibt es nicht. Aber Sony arbeitet hier auch mit einem API-Standard, der es euch erlaubt über den Webbrowser auf eure Geräte zuzugreifen. So könnt ihr ohne Probleme Einstellungen wie DPI, Polling-Rate und das Speichern von Profilen einfach über den Webbrowser vornehmen. Das hat vor allem den Vorteil, dass ihr nicht einmal die Software auf Fremd-PCs installieren müsst. Auf Turnieren, wo ihr eure eigenen Eingabegeräte zwar mitnehmen, aber keine zusätzliche Software auf PCs installieren dürft, ist das schon eine tolle Sache.

 

Das Ganze hat aber auch einen kleinen Haken: Spielt ihr so wie ich ausschliesslich auf Linux, lassen sich keine Firmware-Updates über den Webbrowser durchführen. Somit werdet ihr nachträglich von neuen, kommenden Features und Fehlerbehebungen erst einmal ausgeschlossen. Das ist natürlich ärgerlich und ich hoffe wirklich, dass sich Sony in Zukunft auch über die stark wachsende Zahl an Linux-Spielenden Gedanken macht. Noch hat der Hersteller hier die Möglichkeit als quasi Alleinstellungsmerkmal etwas auf die Beine zu stellen, wo viele andere Unternehmen noch ziemlich heftig versagen. Aber schauen wir mal was da noch kommt.

Bilder: PocketPC.ch / Laser

Fazit: Starkes Debut, mit unnötigen Schwächen, vor allem beim Preis

Ok, an dieser Stelle will ich erst einmal klarstellen: die Sony Inzone Mouse-A ist eine wirklich gute Gaming-Maus. Mir gefällt das schlichte Design, die hochauflösenden Sensoren und die wirklich krasse Pollingrate, die nahezu Null Latenz aufweist. Auch kann die Akkulaufzeit mit locker über einer Woche überzeugen und dank Inzone HUB im Browser sind auch Spielende anderer Systeme wie Linux und macOS nicht vollends ausgeschlossen. Im Endeffekt bringt die Inzone Mouse-A vieles mit, was eine waschechte Gaming-Maus dieser Klasse können sollte und liefert mit optischen Schaltern und einem frei platzierbaren Dongle sogar ein kleines Quäntchen mehr.

 

Frei von Kritik ist das Erstlingswerk von Sony an dieser Stelle aber nicht. Mein grösster Kritikpunkt ist vor allem der Profil-Wechsel-Knopf unter der Maus. Wer sich das ausgedacht hat und meinte, das wäre eine sehr gute Idee, hat vermutlich selten wettkampforientiert gespielt oder nicht einmal die Menschen im Blick gehabt, die zwischen Office und Gaming hin und her wechseln. Hier hätte ich mir mehr Funktionalität gewünscht. Auch können Spielende auf Linux und macOS keine Firmeware-Update aufspielen und auch wenn das in diesem Fall vermutlich nur eine kleinere Anzahl betrifft, so ist das in meinen Augen durchaus kritikwürdig.

 

 

Und nun kommen wir tatsächlich zum letzten Punkt: der Preis. Ein starker Sensor und eine hohe Pollingrate rechtfertigen in meinen Augen noch längst keine 179 Euro bzw. Schweizer Franken UVP, die Sony hier verlangt. Natürlich ist die Maus im freien Markt bereits im Preis etwas gesunken, aber vergleicht man die Feature-Vielfalt anderer Mäuse, wie eben der Logitech G502 oder der einer Razer Viper V3 Pro, dann wird es hier unglaublich schwierig. Auch wenn die Sony-Maus einer der leichtesten digitalen Nager ist, die ich bisher so testen durfte.

 

Noch einmal: schlecht ist die Sony Inzone Mouse-A nicht, im Gegenteil, ich halte sie für eine grundsolide Maus, die Spass macht und durchaus auch eine Bereicherung beim Gaming ist. Könnt ihr mit den Kritikpunkten und dem vergleichsweise hohen Preis leben, macht ihr durchaus nicht viel verkehrt. Es gibt aber Alternativen mit mehr Features und für deutlich weniger Geld. Ich bin aber gespannt, wohin Sonys Reise mit der Inzone-Marke noch führt, denn insgesamt zeigt sich durchaus ein Interesse des Herstellers daran, im Markt konkurrenzfähig zu sein.

Video: Sony

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