Sa. 14. August 2021 um 7:51

Review: Vacos Cam IR Akku IP-Kamera im Test

von Yves Jeanrenaud 0 Kommentare

Gerne testen wir für euch IP-Kameras unterschiedlicher Hersteller, denn bei einem richtigen Smart Home wird oft auch die digitale Videoüberwachung sehr gerne genommen. Die Vacos Cam hatten wir für euch vergangenes Jahr im Test. Als WLAN-Kamera mit eingebautem Akku ist vor allem dann nützlich, wenn die IP-Cam an schwer zugänglichen Orten angebracht werden soll oder man aus anderen Gründen keine Netzwerk- oder Stromkabel verlegen kann, will oder darf. Der Nachfolger ist nun heute auf dem Prüfstand: Die aktualisierte Vacos Cam IR.

Lieferumfang der Vacos Cam IR

Geliefert wird die Vacos Cam IR wiederum mit einem microUSB-Kabel zur Stromversorgung von einem Meter Länge, einer Wandhalterung in Halbkugelform und einer klassischen Halterung mit Stativgewinde. Zwei Packungen passender Schrauben und Dübel sowie ein mehrsprachiges Handbuch und ein Hinweis-Sticker, um auf die Videoüberwachung hinzuweisen, sind ebenfalls mit dabei. Interessanterweise ist auf unserer Verpackung der Produktname Vacos Cam SE zu lesen. Vermutlich wurde der Name im Zuge des Verkaufsstarts geändert, denn der Hersteller selbst spricht nur noch von der Vacos Cam IR.

 


Vacos Cam IR SE
Sieht fast gleich aus, wie die alte: Die Vacos Cam IR. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Hardware und Eigenschaften der Vacos Cam IR

Die Vacos Cam IR selbst ist immer noch 88 x 76 x 76 mm gross und wiegt knapp 280 Gramm. Die Kamera im weissen Kunststoffgehäuse ist quaderförmig und läuft leicht spitz zu. Rückseitig findet sich in der mittigen, gummierten Vertiefung für die Halbkugel-Halterung ebenfalls das Stativgewinde für die zweite mitgelieferte Halterung. Darunter ist eine Taste zur Einrichtung und für den Reset angebracht.

 

Auf der Unterseite ist der microUSB-Anschluss verbaut, über den der 6700 mAh grosse, interne Akku aufgeladen wird. Der USB-Port wird von einer Gummilasche gegen Staub und Wasser geschützt. Die Kamera ist nach Schutzklasse IP65 vor Staub und Spritzwasser gefeilt. Weil sie von -20 °C bis 50 °C eingesetzt werden kann, ist sie für drinnen wie den Outdoor-Einsatz geeignet.

 

Der interne Akku ist für bis zu einem halben Jahr Laufzeit konzipiert.

Auch ist auf der Unterseite der Lautsprecher zu finden sowie ein Sticker mit den Produktinfos und einem QR-Code für die Einrichtung per App.

 

Auf beiden Seiten der IP-Cam ist immer noch der Herstellername Vacos eingeprägt.

 

Die Vorderseite ist aus schwarzem Kunststoff und birgt in der Mitte die Kameralinse mit  2.6 mm Durchmesser und einer Brennweite von f/1.6 mit einem Blickwinkel von 130 Grad. Rechts davon ist das Mikrofon untergebracht, darunter eine Status-LED sowie ein Helligkeitssensor, direkt über dem PIR Bewegungsmelder hinter einem erkennbaren, aber ebenfalls schwarzen Sichtfenster.

 

Die beiden LED-Scheinwerfer über der Kameralinse beim Vorgängermodell fehlen hier bei der Vacos Cam IR nun. Dafür sind zwei Infrarot-LED verbaut, die es der Kamera erlauben, nachts bis zu 10 Meter weit zu sehen. Allerdings nun nur noch in Schwarz/Weiss.

 

Das Bild wird von einem 1/2.9 Zoll CMOS-Bildsensor aufgenommen und in Videos mit 2 MP (1920 x 1080 Pixel) FullHD 1080p verwandelt. Komprimiert wird das Bild mit dem Codec H.264+, während die Audiokomprimierung in beide Richtungen G.711 A mit 64 kb/s schafft. Damit lässt sich eine recht Störfreie Zwei-Wege-Kommunikation realisieren.

 

Die Vacos Cam IR kann in WLAN-Netzwerken nach IEEE 802.11b/g/n Standard eingebucht werden, jedoch nur im 2.4 GHz-Frequenzband.Wer auf reine 5 GHz Netze setzt, kann diese IP-Kamera nicht nutzen.

 

Mit dem 16 GB grossen eMMC-Speicher können lokale Aufnahmen von Standbildern und Videos angelegt werden. Zudem gibt es einen 7 Tage kostenlosen Zugang zu Vacos eigener Cloud-Speicherlösung.

 

Die zugehörige App erlaubt es, neben dem direkten Konfigurieren und Benutzen der IP-Kamera auch die Verknüpfung zu Amazon Alexa und damit zum Echo Show anzulegen. Mittlerweile wird auch der Google Assistant unterstützt. Apples Siri indes ist nur als Kurzbefehl möglich, nicht jedoch direkt mit dem Kamerabild, da die Vacos Cam IR nicht Made for iOS (MFi) ist.

Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Installation und Benutzung der Vacos Cam IR IR

Wie bei vielen IP-Kameras dreht sich alles um die hauseigene, kostenlose App, die es auch hier für iOS und Android gibt. Sie ist einfach zu bedienen und erlaubt die schnelle, einfache Einrichtung der Kamera. Zunächst wird ein Konto bei Vacos eröffnet. Danach kann man den QR-Code auf der Kamera-Unterseite einscannen und das WLAN-Signal im 2.4-GHz-Frequenzbereich konfigurieren. Die App besteht immer noch auf dem Zugriffsrecht zu den Standortinformationen und erlaubt es nicht, den WLAN-Namen selbst einzutippen. Wie ärgerlich und unnötig.

 

‎VACOS
Preis: Kostenlos
Vacos
Preis: Kostenlos

 

Sobald die Kamera eingerichtet ist, kann sie weltweit über die App aufgerufen und konfiguriert werden. Durch die rückseitige, magnetische Halterung kann sie an praktisch jedem Ort angebracht werden, der vom WLAN-Signal abgedeckt wird. Auch Türrahmen und Regalhalterungen sind geeignet, da der Magnet selbst sehr stark ist. Die mitgelieferten Halterungen erlauben natürliche eine bessere und stabilere Befestigung. Ist übrigens mal die Netzwerkverbindung unterbrochen, nutzt die Kamera einfach die 16 GB festverbauten, schnellen Speicher, um Aufnahmen im Fall der Fälle abzulegen. Diese könnend danach einfach via App wieder abgerufen werden.

 

Die Ki von Vacos, die Fehlalarme verhindern soll, die der PIR-Sensor auslöst, ist abermals verbessert worden mit der Vacos Cam IR. Die Kamera erkennt lokal und ohne Cloud-Anbindung, ob sich eine Person oder ein Tier im Erfassungsbereich des Infrarot-Sensors von 8 Metern befindet. Erst dann wird Alarm geschlagen. So soll man weniger Push-Nachrichten in die App oder unnötige Sirenengeräusche über den Kameralautsprecher bekommen.

Testeindruck zur Vacos Cam IR

Die Verarbeitung der Kamera ist immer noch tadellos und einwandfrei. Sie macht einen robusten, hochwertigen Eindruck. Nichts knarzt oder wackelt.

Mit dem angemessenen Lieferumfang und der einfachen Installation ist die Kamera auch schnell am Bestimmungsort angebracht. Mit dem grosszügig bemessenen Akku, der für ein halbes Jahr mit nur einer Ladung auskommen soll, ist die IP-Kamera nochmals sehr flexibel aufzustellen.

 

Das nun bei der Vacos Cam IR wiederum das Nahezu-Alleinstellungsmerkmal der beiden Warmweissen LED-Scheinwerfer für vollfarbige Nachtsicht durch herkömmliche Infrarotsicht ersetzt wurde, erstaunt. Dafür ist der Preis um 20 US-Dollar gesunken.

 

Der verbaute Lautsprecher kann per App nicht nur benutzt sondern auch in der Lautstärke reguliert werden. Das klappt ganz gut soweit, nur ist das Mikrofon weiterhin recht empfindlich auf Umgebungsgeräusche.

 

Der Kamerasensor produziert wie beim Vorgängermodell schöne, klare Bilder. Allerdings mit nur 2 Megapixel, was schnell mal verwaschen und unscharf wirken kann.

Preis und Fazit zur Vacos Cam IR

Die Vacos Cam IR gibt es beim Hersteller für 99.- US-Dollar erhältlich. Auch Amazon hat die Produkte von Vacos im Sortiment. Das separat erhältliche Solar-Panel versorgt die Kamera mit kostenlosem Strom und erhöht somit die Autonomie der Netzwerkkamera ungemein. So muss sie selbst nicht mal mehr zwei mal pro Jahr aufgeladen werden sondern läuft quasi unbegrenzt weiter.

 

 

Alles in Allem ist die Vacos Cam IR ein interessantes Update der Vacos Cam geworden. Die weiterhin solide Verarbeitung und die einfache Einrichtung, eine gute Flexibilität sowie ein ansehnlicher Lieferumfang stehen der Kamera gut. Die für 1080p gute Bildqualität, der extrem laute Speaker und das eingebaute Mikrofon machen die Netzwerkkamera auch zu einer guten Gegensprechanlage.

 

Die Vacos App erfüllt ihren Zweck und erlaubt die rudimentäre Bedienung. Immer noch nicht lassen sich die Videoauflösung, die PIR-Empfindlichkeit der KI einstellen.

 

Dennoch ist die Kamera im Einstiegssegment gut aufgehoben und bietet für den etwas gehobenen Preis durchaus ihre Leistung an. Vor allem die lange Akkulaufzeit und der vergleichsweise gute CMOS-Sensor von Sony stehen der IP-Kamera gut. Dass wir zur Cloud gezwungen werden und nur den fest verbauten lokalen Speicher ohne microSD-Erweiterung nutzen können, ist indes schade. Ebenso ist die Auflösung von 1080p einfach nicht mehr zeitgemäss. Da wäre mehr wirklich wünschenswert.

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