Sa. 03. Oktober 2020 um 6:34

Review: Vacos Cam Akku IP-Kamera im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

IP-Kameras schauen wir für euch immer mal wieder an. Denn in vielen Smart Homes sind die digitalen Augen gern gesehen. Schliesslich versprechen sie durch ihre Überwachungsfunktion auch ein Stück weit Sicherheit. Doch manchmal ist es ziemlich umständlich, eine IP Cam zu montieren. Strom und Ethernet-Kabel quer über den Balkon oder durch den Garten verlegen, kann doch ziemlich nerven. Auch beim Camping ist es manchmal einfach nicht so praktisch, mit Kabeln hantieren zu müssen. Da kommt eine WLAN-Kamera gerade recht, die auch noch einen eingebauten Akku hat! Darum haben wir uns die Vacos Cam einmal genau angeschaut.

 

Lieferumfang der Vacos Cam

Geliefert wird die Vacos Cam mit einem 1 Meter langen microUSB-Kabel zur Stromversorgung, einer Wandhalterung in Halbkugelform. Zudem ist eine Halterung in Form eines eher herkömmlichen Ständers mit Stativgewinde dabei, wie wir ihn von vielen IP-Kameras bereits kennen. Eine Sammlung passender Schrauben und Dübel sowie ein mehrsprachiges Handbuch und ein Hinweis-Sticker sind ebenfalls mit dabei.


Vacos Cam
Vacos Cam mit Lieferumfang. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Hardware und Eigenschaften der Vacos Cam

Die Vacos Cam selbst ist 88 x 76 x 76 mm gross und wiegt 277 Gramm. der leicht zugespitzte Quader ist aus weissem Kunststoff.Auf der Rückseite ist in der mittigen, gummierten Vertiefung für die Halbkugel-Halterung ebenfalls das Stativgewinde zu finden. Darunter ist eine Taste zur Einrichtung und für den Reset angebracht.

 

Auf der Unterseite ist, von einer Gummilasche geschützt, ein microUSB-Anschluss verbaut, über den der 6700 mAh grosse, interne Akku aufgeladen wird. Dieser soll für bis zu sechs Monate Laufzeit ausreichen. Zudem findet sich hier der Lautsprecher und ein Aufkleber mit Typenbezeichnung und QR-Code für die Einrichtung per App.

 

Auf beiden Seiten der IP-Cam ist der Herstellername Vacos eingeprägt.

Die Vorderseite ist in Schwarz gehalten und beherbergt mittig die Kameralinse mit  2.6 mm Durchmesser und einer Brennweite von f/1.6 mit einem Blickwinkel von 130 Grad. Rechts davon ist das Mikrofon untergebracht, darunter eine Status-LED sowie ein Helligkeitssensor, direkt über dem PIR Bewegungsmelder. Über der Kameralinse sind zwei LED-Scheinwerfer verbaut, die bis zu 10 Meter weit die Dunkelheit verbannen sollen. Hinter der Linse ist ein 1/2.8 Zoll CMOS-Bildsensor vom Typ Sony IMX307 verbaut, der Videobilder mit 2 MP (1920 x 1080 Pixel) FullHD 1080p liefert.

 

Da die Kamera nach Schutzklasse IP65 wasserfest ist und von -20 °C bis 50 °C eingesetzt werden kann, darf sie auch getrost draussen benutzt werden.

 

Für die Videokomprimierung kommt H.264+ zum Einsatz, während die Audiokomprimierung in beide Richtungen G.711 A mit 64 kb/s einsetzt.

 

WLAN kann die Vacos Cam nach 802.11b/g/n, jedoch nur im 2.4 GHz-Frequenzband. Der verbaute 16 GB fassende eMMC-Speicher dient zur lokalen Aufnahme von Bild- und Videoaufnahmen, während Vacos eine eigene Cloudspeicherlösung anbietet, die 90 Tage kostenlos ausprobiert werden kann.

 

Neben der hauseigenen App unterstützt die Vacos Cam zudem Amazon Alexa und den Echo Show. Google Assistant Support soll noch folgen.

Inbetriebnahme und Verwendung

Die für iOS und Android verfügbare, kostenlose Vacos App gleicht anderen IP-Kamera-Lösungen sehr. Entsprechend einfach ist sie auch einzurichten. Nachdem ein Konto angelegt wurde, kann man einfach den QR-Code scannen und das WLAN-Signal, leider nur im 2.4-GHz-Frequenzbereich, einrichten. Dazu braucht die App leider Standortzugriff, als ob wir nicht selbst unseren WLAN-Signalnamen eintippen könnten.

‎VACOS
Preis: Kostenlos
Vacos
Preis: Kostenlos

Ist die Kamera erst mal in der App installiert, kann sie an jedem beliebigen Ort, der vom entsprechenden WLAN abgedeckt wird, angebracht werden. Dank der magnetischen Halterung auf der Rückseite ist das auch sehr flexibel zu bewerkstelligen. Türrahmen, Schrauben, Regalhalterungen – vieles Eignet sich, die Kamera direkt aufzunehmen. Die beiden mitgelieferten Halterungen erlauben es auch, recht einfach und mit nur wenig handwerklichem Einsatz die Kamera präzise und sicher zu montieren. Die magnetische Halbkugel eignet sich dabei vor allem für Anwendungen, bei denen die Kamera nahe an der Wand angebracht sein soll.

 

Vacos mach vor allem Werbung damit, dass die eingebaute KI Fehlalarme vorbeugen würde. Sie prüft nämlich die Bildinformationen nachdem der Bewegungssensor aktiviert wurde, ob der Umriss eines Menschen zu erkennen ist. Erst dann wird Alarm geschlagen. So soll man weniger Push-Nachrichten in die App oder unnötige Sirenengeräusche über den Kameralautsprecher bekommen.

Testeindruck zur Vacos Cam

Die Verarbeitung der Kamera ist tadellos und lässt nichts zu wünschen übrig. Nichts wackelt oder knarzt. Der Lieferumfang ist angemessen üppig und hilfreich. Nachdem die Installation der Kamera vergleichsweise einfach und intuitiv von Statten geht, lässt sich auch über den Einsatz der Kamera nicht viel Negatives berichten. Zwar erstaunt die Verwendung von Warmlicht-LED für die Nachtsicht etwas, denn üblicherweise werden bei IP-Kameras eher Infrarot-LED eingesetzt. Doch die LED-Scheinwerferchen haben natürlich den Vorteil, dass die Kamera auch bei Nacht vollfarbige Bilder liefern kann. Infrarot-Aufnahmen von Mitbewerbsprodukten sind technisch bedingt nur in Schwarzweiss zu bekommen.

 

Die Vacos Cam ist damit eine Ausnahme. Der fest verbaute Akku und das etwas ungewöhnliche Design machen die Kamera zu einem kleinen Hingucker, was jedoch nicht negativ sein muss. Die Akkuladung, die laut Hersteller für ein halbes Jahr ausreichen soll, ist entsprechend auch nicht gerade klein bemessen. Es zeigt sich in unserem ersten Test, dass dies auch durchaus realistisch bemessen sein könnte. Auf dem Balkon aufgehängt und sporadisch immer mal wieder aktiviert hat sie nach einem Monat Laufzeit gerade mal 18 Prozent der Batterieladung verbraucht und zeigt stolze 82 Prozent Ladung an.

 

Der verbaute Lautsprecher, dessen Lautstärke in der App gesteuert werden kann, ist praktisch, um die Vacos Kamera zusammen mit dem eingebauten Mikrofon als Gegensprechanlage zu benutzen. Das klappt auch recht gut. Nur sollte darauf geachtet werden, dass Strassenlärm und Windgeräusche nicht zu sehr das Mikrofon trüben können.

 

Der Kamerasensor reagiert recht zügig und die Bilder der Kamera sind ansehnlich. Klar sind 1080p nicht das Ende der Weisheit in Sachen IP-Kameras, doch für den Hausgebrauch liefert die Vacos Cam vermutlich ausreichend scharfe und detaillierte Bilder. Die Anbindung an Amazon Alexa konnte leider nicht zum Laufen gebracht werden. Hier scheint der Vacos Skill von Alexa nicht wirklich zuverlässig zu arbeiten. Schade.

 

Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud

 

Preis und Fazit zur Vacos Cam

Die Vacos Cam gibt es beim Hersteller für 139.- US-Dollar zu kaufen. Amazon listet die IP-Kamera derzeit für 129,99 Euro bzw. SFr. Zudem gibt es ein separat erhältliches Solar-Panel von Vacos, welches die Kamera somit autonom vom Stromnetz immer wieder aufladen und so in konstantem Betrieb halten kann.

Alles in Allem macht die Vacos Cam einen interessanten Eindruck und viele Dinge richtig. Eine solide Verarbeitung und eine einfache Einrichtung und Installation sowie ein ansehnlicher Lieferumfang runden das Produkt gut ab. Die gute, wenngleich nicht herausragende, Bildqualität, der laute Speaker und das solide empfindliche Mikrofon machen die Überwachungskamera auch zu einer guten Gegensprechanlage.

 

Die Vacos App könnte etwas mehr Einstellungsmöglichkeiten haben. Etwa die Videoauflösung oder die Empfindlichkeit des PIR Bewergungsmelders und der KI-Erkennung, wie es bei Reolink möglich ist, wären schick und nützlich. Die Alexa-Anbindung hat bei uns nach mehrmaligem Versuch nicht geklappt und da auch Google Assistant noch nachgeliefert werden soll von Vacos, bleibt zu hoffen, dass dies möglichst bald der Fall sein wird. Schade, denn das wäre alles sehr nützlich für den einen oder die andere Person.

 

Wer nun aber eine IP-Kamera im Einstiegssegment sucht, die auch nachts keine Schwarzweissbilder schiesst, kann sich die Vacos Cam durchaus mal näher anschauen. Der abgerufene Preis ist dann doch aber etwas hoch dafür.

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