Sa. 06. Februar 2021 um 7:15

Review: Reolink RLC-1220A UHD 12 MP PoE IP-Kamera im Test

von Yves Jeanrenaud 0 Kommentare

IP-Kameras von Reolink haben wir für euch schon mehrfach unter die Lupe genommen. Der Hersteller bietet ein vielfältiges Sortiment an smarten Überwachungskameras an. Doch heute schauen wir uns eine neue Turret-Kamera von Reolink an. Die RLC-1220A bietet nämlich nicht nur die Möglichkeit der Anbindung via Power-over-Ethernet (PoE), sondern kommt mit satten 12 Megapixel Auflösung für beste Bildqualität daher. Was sie sonst noch kann, lest ihr in unserem Test.

Lieferumfang der Reolink RLC-1220A

Die IP-Kamera RLC-1220A von Reolink wird geliefert mit einigem an Zubehör. Neben einem blauen, 1 m langen Ethernet-Kabel und einer mehrsprachigen Kurzanleitung ist ebenfalls ein wasserdichter Schraubdeckel mit dabei, um die Verbindung zum Netzwerkkabel zu schützen. Ein Sticker mit dem Hinweis auf die installierte Videoüberwachung sowie eine Lochschablone zur Montage und einen Satz passende Schrauben und Dübel sind ebenfalls im Päckchen enthalten.


Reolink RLC-1220A PoE IP-Kamera
Reolink RLC-1220A 12 MP UHD PoE IP-Kamera. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Hardware und Eigenschaften der Reolink RLC-1220A

Die Überwachungskamera selbst ist in klassischer Turm-Bauweise gestaltet. Ein kugelförmiger Kamerakörper, der in einer zylindrischen Schale untergebracht ist, wird mittels Bodenplatte an der Wand oder Decke befestigt. Das ganze Gerät ist in dezentem Weiss gehalten und aus robustem Metall gefertigt sowie nach Schutzklasse IP66 gegen Wasser und Staub gefeilt. Für den Ausseneinsatz also schon mal bestens ausgerüstet.

 

Die kreisförmige Basis der RLC-1220A IP-Cam von Reolink hat einen Durchmesser von 105.3 mm. Insgesamt ist die Kamera 95 mm hoch und wiegt 467.5 Gramm. Sie ist frei um 360 Grad drehbar und um 70 Grad neigbar. Allerdings geschieht dies von Hand und ohne Feststellschraube, wie bei anderen Kameramodellen von Mitbewerbsfirmen.

 

Ein rückseitiger microSD-Slot für Speicherkarten bis zu 256 GiB sind dezent im Aluminiumgehäuse versteckt. Da die RLC-1220A nicht über WLAN-Anbindung verfügt, ist ein Anschluss per Kabel notwendig. Hierfür ist eine ca. 1 Meter kurze Peitsche mit drei Teilen durch einen Kabelkanal in der Kamerabasis geführt. Diese mündet in die RJ45-Ethernet-Kupplung, einen Anschluss für ein optionales 12 V-Netzteil sowie einen Reset-Taster. Über den Ethernet-Anschluss passt die mitgelieferte Verschlusskappe mit Gummidichtungen, um das ganze wasserdicht zu machen. Auch die Montageplatte mit vier Bohrungen für Befestigung am Untergrund ist aus weiss einbrenn-lackiertem Aluminium gefertigt und hat mittig eine kreisrunde Öffnung. Durch diese kann die Kabelführung dezent und sicher gelöst werden, sollte man diese, etwa um sie vor Sabotage oder Manipulation zu schützen, nicht seitlich herausführen wollen. Die Kamera wird jedoch nur auf die Grundplatte gedreht und nicht weiter gesichert.

 

Dadurch, dass die smarte IP-Kamera auf Power-over-Ethernet (PoE) nach IEEE 802.3af unterstützt, reicht es aus, ein einziges Ethernet-Kabel (mindestens Cat. 5e) zu verwenden, um die Überwachungslösung von Reolink zu betreiben. Das ist je nach Montageort eine deutliche Erleichterung und lässt dezente Installationen zu.

 

Prägnant hingegen am Design ist der Objektivteil mittig im kugelrunden Kameragehäuse als quadratischer Aufbau mit abgerundeten Ecken und schwarzem Hintergrund zu sehen. Hier ist auch das Mikrofon untergebracht sowie der Tageslichtsensor für das automatische Umschalten auf den Infratormodus und Nachtsicht. Dafür sind wiederum um die Linse der Kamera selbst ganze 18 Infrarot-LED angebracht, die bis zu 30 Meter weit die Dunkelheit erhellen. Der verbaut 1/2.49 Zoll CMOS-Sensor hat dank des f=5.0 mm Autofokus-Objektivs (F=1.6) einen Blickwinkel von 67 Grad horizontal und 41 Grad vertikal aufzuweisen. Videoaufnahmen liefert die RLC-1220A von Reolink mit einer Auflösung von bis zu 4096 x 3072 Pixel, was 12.0 Megapixel (MP) entspricht, bei 20 Bildern pro Sekunde (fps).

 

Arbeiten kann die Aussen-Kamera bei Temperaturen von -10 °C bis 55 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 10 bis 90 Prozent. Dank IP66 kann sie auch mal im Regen stehen und ihren Dienst verrichten.

Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud

 

Neben der bekannten Verwendung mittels kostenloser Reolink App kann die RLC-1220A zudem aber auch über den Webbrowser bedient werden.

 

‎Reolink
Preis: Kostenlos
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Die App funktioniert sowohl auf Apple iOS-Geräten wie auf Google Android identisch und tadellos. Sie ist einwandfrei übersetzt und intuitiv zu bedienen. So sieht es auch in der Web-App aus.

 

Dabei sind nahezu dieselben Funktionen und Möglichkeiten wie in der App gegeben. Es lässt sich die Bewegungserkennung konfigurieren und auf eine smarte Erkennung von Personen, Tieren und/oder Fahrzeugen justieren. Ebenso können Alarme und Aktionen eingerichtet werden, von der Push-Benachrichtigung in die App und per E-Mail bis zum Upload via FTP und dem Speichern auf der lokalen microSD-Karte. Zudem kann ein Aufnahme-Zeitplan eingerichtet werden, so dass etwa innerhalb der Geschäftszeiten keine Alarme ausgelöst werden.

 

Bis zu 20 lokale Accounts (aber nur ein Admin-Konto) und bis zu zwölf simultane Videostreams werden von der Reolink RLC-1220A 12MP IP-Kamera unterstützt, wobei zwei den Hauptstream mit bis zu 20 fps und zehn im Substream mit bis zu 15 fps laufen.

 

Das Videomaterial wird im H.265 Codecs mit bis zu 8192 Kbps kodiert und optional auch mit Ton aufgezeichnet. Zudem kann die Kamera verschiedene DDNS-Provider direkt nutzen und ebenfalls ONVIF sprechen, den Industrie-Standard für die Anbindung an Videoüberachungssysteme jegwelcher Hersteller. So lässt sie sich einfach an einen NVR anschliessen, beispielsweise auch an ein entsprechendes NAS. Weiter kann die IP-Kamera via App mit Google Assistant und Amazon Alexa und somit per Sprachbefehl aufgerufen werden.

 

Einzig die digitalen Assistenzprogramme und Zeitlupenaufnahmen sind nur per App konfigurierbar. Die Einstellungen hierfür sucht man im Webinterface der RLC-1220A vergeblich. Die entsprechenden Aufzeichnungen hingegen werden dort einwandfrei angezeigt.

Testeindruck der RLC-1220A 12 MP Kamera

Die Kamera von Reolink ist tadellos verarbeitet und macht einen soliden, robusten Eindruck. Auch die Kabelführung lässt nicht zu wünschen übrig und ist flexibel genug ausgestaltet, um verschiedene Montageoptionen zu erlauben.

Schade ist jedoch, dass weder die Kamera in ihrer Ausrichtung noch auf der Bodenplatte irgendwie justiert werden kann. Wer sie also beschädigen oder unbrauchbar machen will, kann sie entweder von Hand umdrehen oder ganz leicht von der Montageplatte drehen und herunterreissen. Umso wichtig ist die gut gewählte Position der Kamera in einer möglichst schlecht erreichbaren Höhe.

 

Die Einrichtung der IP-Cam erfolgt wie gewohnt einfach per App und QR-Code, lässt sich aber auch im erwähnten, übersichtlich und recht intuitiv gestalteten Webinterface bewerkstelligen. Letzteres ist ein Plus, was den professionellen Einsatzbereich der RLC-1220A nochmals hervorhebt. Dass man als Alternative zum HTML5-Videostream im Browser jedoch auf Flash zurückfallen soll, ist mehr als anachronistisch und irritierend. Zudem kann man die Vorschau im Browser nicht in den Clear-Modus mit der maximalen Auflösung verfrachten.

Preis und Fazit zur Reolink RLC-1220A PoE Kamera mit 12 MP

Die Reolink RLC1220A ist als fest montierte Netzwerkkamera mit Power-over-Ethernet (PoE) auf 48 V Spannung für 124,99 Euro bzw. SFr. beim Hersteller gelistet. Im Handel ist sie bis dato noch nicht erhältlich. Wir ergänzen an dieser Stelle, sobald sich dies ändert.

 

 

Insgesamt ist die Reolink-Cam ein tolles Stück Sicherheitstechnik. Die 12 Megapixel Auflösung und die vergleichsweise grosse Sensorik machen die PoE-Kamera zu einer optimalen Lösung für die Überwachung und Sicherung verschiedenster Bereiche. Egal ob zuhause oder im Betrieb ist die IP-Cam gut einzusetzen. Dank intelligenter Aufnahme und Wiedergabe sieht man auf Fingertipp nur die Szenen, die interessant sind. Etwa weil eine Person, ein Tier oder ein Fahrzeug zu sehen ist. Zu den tollen Funktionen und durchdachten Features kommt die solide Verarbeitung, PoE und einfache Montage, so dass die RLC-1220A von Reolink als Gesamtpaket überzeugt. Google Assistant und Amazon Alexa sind da nur noch nettes Beiwerk. Hingegen ist die flexibel erweiterbare lokale Speichermöglichkeit per microSD und die vielfältigen Optionen und Einstellungen für die Aufnahmesteuerung etwas, was Reolink vom Markt abhebt- auch bei dieser Kamera. Da lässt es sich durchaus verzeihen, dass kein Netzteil im Lieferumfang enthalten ist oder die Kameraausrichtung nicht festgeschraubt werden kann.

Video: Reolink

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