Sa. 08. Januar 2022 um 7:04

Review: PEARL VisorTech WLAN-Kohlenmonoxid-Melder im Test

von Yves Jeanrenaud 0 Kommentare

Kohlenstoffmonoonoxid-Vergiftungen sind eine ernstzunehmende Gefahr. Das unsichtbare, geruchlose CO-Gas entsteht etwa bei unvollständigen Verbrennungsvorgängen. Egal ob Gas- und Ölheizungen, Kaminöfen, Automotoren oder der Grill. Wenn etwas verbrennt, wird neben CO2 unter Umständen auch CO freigesetzt. Das gefährliche an dem heimtückischen Gas: Kohlenstoffmonoxid bindet das Hämoglobin im Blut und reduziert die Menge des Sauerstoffs, die im Körper zirkuliert. Kohlenmonoxid-Vergiftungen können in hohen Konzentrationen innerhalb von Minuten zum Tod führen. Wir haben darum den PEARL VisorTech WLAN-Kohlenmonoxid-Melder getestet.

Lieferumfang des WLAN Kohlenmonoxid-Melders

Der PEARL VisorTech WLAN-Kohlenmonoxid-Melder ZX-3068-901 wird geliefert mit einer Kurzanleitung auf Deutsch und Französisch sowie dem Text der GPL-Lizenz. Zudem ist eine Wandhalterung, vier bereits eingelegte AA-Alkali-Batterien und zwei Sechser-Dübel sowie Schrauben mit dabei.

Hardware und Eigenschaften

Der smarte WLAN-Kohlenmonoxid-Melder ist 130 x 75 x 35 mm gross und wiegt 280 Gramm. Das weisse Kunststoffgehäuse hat auf der Vorderseite eine Sirene mit 85 dB Lautstärke zur Linken. Rechts befindet sich eine grosse Taste und mittig ein LCD. Die Taste dient zum Einrichten per WLAN, worauf wir später eingehen werden, und zum Test der Alarm-Funktion. Drückt man die Taste, schaltet das Gerät kurzzeitig in den Alarm-Betrieb, indem eine CO-Konzentration von 300 ppm simuliert wird.

LCD

Die Flüssigkristallanzeige zeigt CO-Konzentration in ppm (parts per million) in der Raumluft sowie den Batterieladezustand an. Darunter sind drei LED-Statusleuchten untergebracht. Eine grüne LED links zeigt den Normalbetrieb und eine unproblematische Kohlenmonoxid-Konzentration an. Mittig ist eine gelbe LED zur Fehleranzeige und rechts eine rote LED für den Alarm.

Der VisioTech WLAN-CO-Melder von PEARL entspricht der Norm DIN EN 50291-1 für elektrische Geräte zur Detektion von Kohlenmonoxid in Wohnhäusern.

WLAN

Das WLAN-Modul im Inneren des CO-Sensors für die Smart Home-Anbindung kann lediglich im 2.4 GHz-Frequenzband arbeiten. Der Espressif-Chipsatz im Inneren, vermutlich ein ESP32, ist nicht in der Lage, im 5 GHz-Frequenzbereich ein WLAN-Signal zu nutzen.

LED Signale

Die Normal-LED blinkt jeweils all 50 Sekunden einmal kurz auf. Ist die CO-Konzentration zu hoch, schlägt das Gerät Alarm. Die rote Alarm-LED blinkt schnell und der schrille Alarmton ist zu hören. Ist die Konzentration nur kurzzeitig erhöht, wird stiller Alarm ausgelöst. Dabei blinkt die rote Alarm-LED im 10-Sekunden-Takt auf, während der Alarmton noch nicht zu hören ist. Sinkt die Konzentration innerhalb von 10 Minuten nicht unter den Schwellenwert, geht der stille Alarm in den Alarm über, sodass die rote Alarm-LED schnell blinkt und der Alarmton zu hören ist. Andernfalls erlischt der stille Alarm und der WLAN-Kohlenmonoxid-Melder geht in den Normalbetrieb zurück.

Alarm!

Alarm wird ab einer Konzentration von 50 ppm CO in der Raumluft nach circa 80 Minuten ausgelöst. Das entspricht 57.28 mg/m3 Raumluft.  Hier ist die maximale Konzentration, der eine erwachsene, gesunde Person für acht Stunden ausgesetzt sein darf (35 ppm bzw. 30 ppm in der Schweiz) überschritten. Die rote Alarm-LED blinkt jede zweite Minute auf.

 

Ab 100 pmm CO in der Luft wird nach etwa 30 Minuten jede zweite Minute die rote LED ausgelöst und die Sirene ertönt. Hier ist mit Kopfschmerz, Müdigkeit, Schwindel und Übelkeit zu rechnen.

 

Ab 300 ppm schaltet der Alarm nach etwa 50 Sekunden zur Dauersirene um und die rote LED blinkt schnell auf. Denn nun wird es gefährlich. Innerhalb von Stunden kann die CO-Vergiftung bei diesen Konzentrationen lebensbedrohlich werden!

 

Die elektrochemisch gemessene Kohlenmonoxid-Konzentration wird jeweils immer auf der LC-Anzeige dargestellt.

 

Im Fehlerfall blinkt die gelbe mittlere LED dreimal pro Minute, worauf ein 2-facher Signalton ertönt. Ist der Batteriestand niedrig, ist der Signalton hingegen drei mal zu hören all 60 Sekunden. Die vier AA-Mignon-Zellen reichen jedoch laut PEARL Versandhandel für 10 Jahre Laufzeit aus.


PEARL VisorTech WLAN-Kohlenmonoxid-Melder ZX-3068-901
VisorTech WLAN-Kohlenmonoxid-Melder ZX-3068-901 von PEARL. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Auf der Oberseite des PEARL VisorTech WLAN-Kohlenmonoxid-Melder ZX-3068-901 sind zwei Öffnungen zu finden. Ein kleines Loch, das aussieht, als wäre es für einen Reset-Taster sowie ein Schlitz, der üblicherweise für microSD-Karten benutzt wird. Beides jedoch sind nicht das, wonach sie aussehen, sondern dienen der Luftzirkulation für den CO-Sensor im Inneren!

 

Benutzt wird der WLAN-CO-Melder mit der PEARL-eigenen, kostenlosen ELESION-App für Android oder iOS, oder aber mit Smart-Life und Tuya Lösungen.

Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Testeindruck

Der PEARL VisorTech WLAN-Kohlenmonoxid-Sensor ZX-3068-901 macht einen soliden Eindruck. Die Montage gelingt dank mitgeliefertem Zubehör einfach und schnell.

Das LCD ist gut lesbar, kontrastreich und circa 1.3 cm hoch. Auch die drei LED-Signale sind gut sichtbar. Der Alarmton ist mit 85 dB laut und schrill, so dass man davon auch aufwachen sollte. Rauchmelder, wobei gesagt werden muss, dass der VisorTech WLAN-CO-Melder wirklich nur Kohlenmonoxid und keinen Rauch oder irgend ein anderes Gas erkennen kann, sind ähnlich laut.

 

Die Einbindung per ELESION-App klappt problemlos, nachdem man sich aus dem Support-Bereich von PEARL die Anleitung als PDF konsultiert. Die App selbst wie auch die Kurzanleitung weist nicht so genau darauf hin, dass zum Paring die grosse Taste für drei Sekunden gedrückt werden muss, bis die grüne LED beginnt zu pulsieren. Könnte man auch selber drauf kommen.

 

‎ELESION
Preis: Kostenlos

 

Danach folgt eine einfache und intuitive Konfiguration und fortan zeigt die App nicht nur die aktuelle CO-Konzentration in ppm an, sondern auch den Batteriestand und meldet Alarme zudem per Push-Benachrichtigung. Letztere ist irritierenderweise auf Englisch geblieben trotz ansonsten gut übersetzter App.

 

 

Ob der Melder nun im Ernstfall funktioniert, konnten wir natürlich nicht ernsthaft ausprobieren. Mit Kohlenmonoxid ist schliesslich nicht zu spassen. Aber alles deutet darauf hin. Alarm und Push-Benachrichtigung per App funktionieren im Testfall zumindest tadellos und nahezu sofort. Auch die Verbindung mit Amazon Alexa oder Google Home Assistant klappt via Elesion-App.

 

Was wiederum irritiert ist die vermeintliche microSD-Öffnung an der Oberseite des Gehäusesdes VisorTech WLAN-Kohlenmonoxid-Melders. Die Produktbeschreibung des PEARL-Versandhandels und auch das Handbuch sagen dazu nichts weiter. Man muss also der Versuchung widerstehen, eine Speicherkarte in das Gerät stecken zu wollen. Was jedoch die Online-Produktseite interessanterweise erwähnt ist, dass der VisorTech WLAN-Kohlenmonoxid-Smart-Sensors auch die Raumtemperatur messen und anzeigen würde. Dem ist jedoch nicht so. Weder LCD noch App zeigen dergleichen Werte an, auch wenn auf dem LCD wohl eine Zeile oberhalb der Kohlenmonoxid-Konzentration noch übrig wäre. Vielleicht braucht es hierfür noch ein Firmware-Upgrade. Die Anleitung hingegen sagt nichts zu einem etwaig verbauten Temperatursensor.

Preis und Fazit

Den VisorTech WLAN-Kohlenmonoxid-Melder ZX-3068-901 gibt es für 39,99 Euro bzw. 49.95 SFr. bei PEARL zu kaufen. Auch bei Amazon ist der CO-Melder erhältlich.

 

 

Alles in Allem ist der PEARL VisorTech WLAN-Kohlenmonoxid-Melder eine sinnvolle Smart Home-Ergänzung zur Steigerung der eigenen Sicherheit, gerade wenn man Brennstoffe verfeuert. Egal ob Schwedenofen oder Ölheizung, aber auch die eigene Garage können so einfach gesichert werden, um einer lebensbedrohlichen Kohlenmonxid-Vergiftung vorzubeugen.

 

Die Batterie-Lebensdauer von zehn Jahren indes wird wohl kaum erreicht werden, da dass Sensormodul vorher altern wird und nicht mehr zuverlässig arbeiten kann . Klar ist der Melder kein Ersatz für weitere, teilweise auch gesetzlich vorgeschriebene, Sicherheitsmassnahmen, wie etwa Rauchmelder. Aber er ergänzt diese wohl ganz gut, trotzt kleinerer Schwächen in der Produktbeschreibung. Der darin angepriesene Temperatursensor wäre eine nette Zusatzfunktion.

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