So. 11. Januar 2026 um 7:34

Review: OBI ENERGY TRACKER smarter Strommeter im Test

von Yves Jeanrenaud 0 Kommentare
Lesedauer: 3 Minuten

Wer ein Balkonkraftwerk betreibt oder sonst am eigenen Stromverbrauch zuhause interessiert ist, kann entweder in regelmässigen Abständen den Stromzähler ablesen oder einen Smart Meter einsetzen. Da die wenigsten einen digitalen Stromzähler mit Smart-Funktion vom Stromnetzbetreiber haben oder diese sehr teuer gemietet werden müssen, sind Smart Meter zum Nachrüsten hoch im Kurs. Neben Eigenbauten auf Basis der Tasmota-Firmware gibt es auch von Herstellern, etwa Ecoflow oder Zendure einen SmartMeter im Sortiment.

Doch auch der OBI Baumarkt verkauft einen Smart Meter. Wir haben ihn uns für euch genauer angesehen.

Lieferumfang des OBI ENERGY TRACKER Smart Meters

Im Karton mit dem ENERGY TRACKER von OBI ist neben dem Smart Meter selbst eine mehrsprachige Kurzanleitung, ein Metallring mit 3M Doppelklebepad sowie ein Schaumstoffwürfel mit Doppelklebepad. Ausserdem ist eine WLAN-Brücke in Form eines Steckernetzteils enthalten.

Hardware und Eigenschaften

Der OBI ENERGY TRACKER selbst ist ein kleines Gerät in einem schwarze Gehäuse mit orangenem Deckel .Unter dem schwarzen Deckel werden zwei AA-Batterien eingelegt zur Stromversorgung für bis zu zwei Jahre. Alternativ kann der ENERGY TRACKER auch per USB-C-Kabel mit Strom versorgt werden. Der Anschluss dazu ist oben rechts zu finden. Leider ist an der WLAN-Brücke kein USB-Port vorhanden. Unter der orangenen Fläche, die als Taste fungiert, ist eine Status-LED verbaut.

 

Auf der Unterseite ist eine gummierte Kreisrunde Leseeinheit zu finden. Dahinter ist die Infrarot-Schnittstelle, mit der das Gerät mit dem digitalen Hausstromzähler kommuniziert beziehungsweise dessen Daten ausliest. Digitale Stromzähler wie sie heute in fast allen Haushalten schon länger Standard sind, kommen nämlich mit einer digitalen Infrarot-Schnittstelle und einen Lichtsensor, über die Daten ausgetauscht werden können. Darüber kann jedoch nicht nur das Personal des Stromnetzunternehmens oder der Energieversorgerin die Daten auslesen und für die Rechnungsstellung benutzen, sondern eben auch Privatpersonen. Je nach Gerätemodell ist eine PIN erforderlich, um die Schnittstelle vollständig freizuschalten. Diese kann man beim Netzbetreiber aber meist problemlos anfragen.


OBI Energy Tracker
OBI Energy Tracker. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Das weisse Steckernetzteil verfügt auch über eine Status-LED. Die Bridge kann nur mit WLAN-Signalen im 2.4-GHz Frequenzband benutzt werden. Sie verbindet sich über eine Distanz von etwa 5 Meter im Sub-Gigahertz-Band mit dem OBI ENERGY TRACKER.

 

Dazu kommuniziert die Bridge zwischen 803 MHz und 930 MHz und benötigt selbst gerade mal 15 mA Wechselstrom zur eigenen Stromversorgung. Die Rückseite ist OBI-typisch in Orange gehalten.

Testeindruck

Der OBI Smart Meter ENERGY TRACKER wirkt solide und angemessen hochwertig. Das Gehäuse ist zwar aus relativ dünnem Kunststoff gefertigt, aber erfüllt seinen Zweck. Das Design wirkt durchdacht und intuitiv.

Montage und Inbetriebnahme

Das Anbringen des ENERGY TRACKER von OBI ist denkbar einfach. Da die meisten digitalen Stromzähler über die Licht-Schnittstelle verfügen, die per magnetischer Halterung den Lesekopf aufnehmen, wird auch der Smart Meter von OBI magnetisch befestigt. Der kreisrunde Gummiaufsatz hält so ganz einfach am Stromzähler. Ist die Magnethalterung nicht stark genug, hilft der Metallring ab. Wenn der Abstand zum Stromzähler zu gross ist, kann mit dem anklebbaren Schaumstoffwürfel die Stabilität hergestellt werden. Spätestens dann hält der ENERGY TRACKER Stromzählerausleser aber gut am Stromzähler.

 

Zur Inbetriebnahme und Benutzung benötigt man die heyOBI App. Diese gibt es für iOS und Android.

Einrichtung per App

heyOBI: DIY-Projekte mit OBI

Diese Haus-App des Baumarkts OBI dient in der Regel zum Planen des Einkaufs und zum Bestellen, für Prämien- und Sammelaktionen sowie zum Suchen der gewünschten Artikel im Markt oder der Aufnahme zum Produktsupport und Heimwerksberatungdienst von OBI. Nun ist darin eben auch der ENERGY TRACKER integriert.

Screenshots: PocketPC.ch / Jeanrenaud

 

Die heyOBI App leitet Schritt für Schritt durch die Einrichtung des OBI ENERGY TRACKER und zeigt anschliessend die ausgelesenen Zahlen an. Dabei ist der Stromverbrauch in Echtzeit und in ansehnlichen Grafiken zu sehen, die Verbrauchsübersicht und die daraus resultierenden Stromkosten. Natürlich muss dazu der Strompreis eingetragen werden. Wer eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach hat, sieht in der heyOBI App auch die PV-Einspeisung deines Zweirichtungszählers. In Kombination mit einem Balkonkraftwerk ist dies nicht so einfach, da hier meistens der Stromzähler ganz normal nur in eine Richtung laufen und messen kann. 

 

Das funktioniert soweit aber alles sehr gut und zuverlässig. Vorausgesetzt natürlich, dass der eigene Stromzähler auch kompatibel ist. Dazu gibt es bei OBI aber eine sehr lange Kompatibilitätsliste und eine FotoCheck-Funktion, bei der man den eigenen Stromzähler fotografiert und gleich weiss, ob der ENERGY TRACKER damit funktionieren wird. Schade ist jedoch, dass das Gerät nicht in der Schweiz verkauft wird. wer aber in Deutschland oder Österreich den ENERGY TRACKER kauft, kann diesen auch in der Schweiz betreiben, aber muss in der App eine falsche Adresse angeben. 

Die Schweiz ist noch aussen vor

Was noch nicht geht, OBI aber plant, ist die Integration ins Smart Home. Derzeit sind alle Daten nur in der App auf dem Handy gefangen. Auch arbeitet OBI nach eigenen Angaben daran, dass einzelne Geräte am Stromverbrauch erkannt werden und mehr als ein Stromzähler sowie andere Geräte mit der WLAN-Bridge verbunden werden können.

Preis und Fazit

Den smarten Stromzählerausleser OBI ENERGY TRACKER gibt es nur bei OBI direkt zu kaufen für günstige 29,99 Euro bzw. SFr., wobei die Schweizer Baumarktkette OBI diesen (noch) nicht anbietet und die App für Haushalte in der Schweiz mit einer falschen Adresse überlistet werden muss. Das ist natürlich suboptimal.

 

Insgesamt ist der OBI ENERGY TRACKER ein gutes Produkt, dass einfach und bequem die Daten des digitalen Stromzählers auf das Handy bringt. So erkennt man schnell, wo sich im eigenen Haushalt einfach Energie und damit bares Geld sparen lässt. Hätte die WLAN-Bridge auch einen USB-Ausgang für die Stromversorgung des Smart Meters und wäre der Smart Meter auch in der Schweiz offiziell verfügbar, käme die Smart Home-Einbindung bald per Update oder zumindest eine API, wären wir vollends zufrieden.

Video: OBI

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