Fr. 21. September 2018 um 16:48

Review: MEATER Smartes Fleischthermometer im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Im Sommer grillen sehr viele gerne. Gefühlt alle. Und auch die Statistiken bestätigen das: 95.8% aller Menschen in Deutschland und auch in der Schweiz und Österreich sieht es nicht anders aus. In der Schweiz grillieren die Menschen durchschnittlich jeden neunten Tag im Jahr! Da kommt das MEATER Fleischthermometer gerade recht! Es handelt sich dabei nämlich, kurz gesagt, um ein innovatives, smartes Thermometer, dass per Bluetooth die Kerntemperatur des Grillguts und der Umgebung misst und kabellos an die App auf dem Android- und iOS-Gerät sendet.


MEATER

Geliefert wird MEATER von Apption Labs aus dem britischen Leicester in einem schlichten Karton. Doch darin befindet sich ein weiterer, stabiler, in dem das Gerät inklusive Ladedock sicher und staubgeschützt aufbewahrt werden kann. Der MEATER selbst besteht aus einem 13 x 0.7 cm Spiess aus Edelstahl mit 8 mm Durchmesser und einem quadratischen Kopfteil. Letzterer ist schwarz lackiert und beherbergt den zweiten Sensor, mit dem MEATER die Umgebungstemperatur misst als Referenz und für den Garprozess auf dem Grill sowie natürlich die Funkmodule. MEATER wiegt knapp 7 Gramm und ist toll verarbeitet. Das Gadget macht einen hochwertigen und soliden Eindruck, wie gemacht für ambitionierte Grillchefs und Hobbysmoker.

Die 15.6 x 3.7 x 2.3 cm grosse Ladestation besteht überwiegend aus Holz und hat vorderseitig die entsprechende Aussparung für den MEATER sowie zwei Ladekontakte. Neben dem Schacht, der das MEATER Fleischthermometer aufnimmt, ist eine kleine LED sowie ein kleiner, schwarzer Taster zu finden. Die Taste und die LED dienen der Ladezustandsanzeige.

Auf der Rückseite sind zwei mittelstarke Magnete, mit denen das Holz-Case beispielsweise am Grill oder an anderen magnetischen Oberflächen in Küche und Haushalt befestigt werden kann. Dazwischen findet sich eine, ebenfalls magnetisch verschlossene, Holzklappe, unter der eine handelsübliche AAA-Batterie eingelegt wird, um die MEATER Dockingstation mit Strom zu versorgen.

Das MEATER Fleischthermometer ist insofern einzigartig, als dass es als erstes smartes Thermometer zwei Sensoren beinhaltet, um Aussen- und Innentemperatur gleichzeitig zu messen. Das ist insbesondere wichtig, wenn man delikate Rostbraten oder exotische Fleischsorten zubereiten will. Zu viel Hitze im Inneren und das Fleisch wird trocken und fade. Zu wenig und es bleibt zu viel Saft und Blut im Gargut. Zu wenig Temperatur aussen und es bildet sich keine deliziöse Kruste. Zu viel und das Fleisch verkohlt.

Dabei ist wichtig, dass der MEATER-Spiess nicht wasserdicht ist, sondern lediglich wasserfest. Das heisst, beim Braten sollte er nicht unter der Oberfläche verschwinden. Zudem sind die Temperaturen, bis zu denen MEATER eingesetzt werden kann für das Aussenthermometer 275 Grad Celsius. Im Bratgut misst MEATER bis zu 100 Grad Celsius.

 

Die Verarbeitung von MEATER ist sehr gut und macht einen robusten und langlebigen Eindruck. Ob allerdings der Lack am oberen Teil des MEATER für immer hält, ist nicht so sicher. Das wiederum wäre aber nur ein optisches Problem.

Funktion von MEATER

Das Ganze funktioniert einwandfrei. Ist MEATER einmal eingerichtet, also per Bluetooth oder WLAN mit dem Handy verbunden, lassen sich in der kostenlosen App alle Einstellungen vornehmen: Die Fleischart, also Rind, Schwein, Huhn, Schaf oder Fisch beispielsweise und anschliessend das entsprechende Fleischteil. Sodann schlägt MEATER die passende Zieltemperatur vor. Das kann übrigens auch über Amazons digitale Assistentin Alexa erfolgen, so dass man das Smartphone- oder Tablet-Display gar nicht anfassen muss. Wenn man nicht den automatischen Modus nutzen möchte, sondern selber weiss, wie heiss und wie lange etwas grilliert oder gebraten werden soll, kann man auch den Custom-Modus nutzen.

Der Thermometer-Spiess selbst wird, wie wir das von herkömmlichen Bratenthermometern kennen, in das Fleisch gesteckt. Hierbei ist es wichtig, dass es mindestens 6.6 cm tief im Gargut steckt. Diese Länge ist mit einem kleinen, gravierten Ring im Edelstahlgehäuse von MEATER markiert und beim Auspacken findet sich dort eine grosse, rote Warnung aufgeklebt, dies unbedingt zu beachten.

Nun kann man in der App während des Garvorgangs die Kern- und Aussentemperatur verfolgen und erhält eine Schätzung zur verbleibenden Garzeit. Sobald der Koch- bzw. Grillprozess abgeschlossen ist, erhält man eine Push-Benachrichtigung und einen Hinweis, wie lange das Fleisch nun ruhen sollte, bevor man es anschneidet. Zudem bekommt man mit der App ein Grill-Tagebuch, dass zeigt, was man zuvor wie zubereitet hatte.

 

 

Das funktioniert alles sehr gut und zuverlässig.

Natürlich muss man möglichst für den ganzen Vorgang das Android- oder iOS-Gerät relativ nahe am Grill bleiben. Verliert das Fleischthermometer die Verbindung, bekommt die App auch keine Daten. Ist man dann wieder in Reichweite des Funkmoduls, das sich auch im schwarzen Teil des MEATER befindet, setzt die App ihre Funktion wieder fort. Der Hersteller spricht von ca. 10 Meter typischer Reichweite. Schliesslich sind Grillgeräte in der Regel aus Metall gefertigt und geschlossen, was Funkwellen eher nicht zuträglich ist.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, mittels MEATER Link die Reichweite zu vergrössern. Dabei ist ein Smartphone oder Tablet, beispielsweise das Ersatzgerät, dass sonst in der Schublade verstaubt, quasi das Gateway. Die Daten zum Bratvorgang werden per WLAN verschickt und kann dann auf anderen Geräten benutzt werden. Die optionale MEATER Cloud-Funktion sendet die Daten die Wolke von Apption Labs, von wo aus sie zuverlässig und unbegrenzt abgerufen werden kann. Ebenfalls gibt es den MEATER Block vorzubestellen, der neben einer WLAN-Funktion für die beschriebene Link- und/oder Cloud-Funktionen auch bis zu vier Fleischthermometer aufnimmt und lädt.

Preis

MEATER kostet beim Hersteller Apption Labs 89.- Euro bzw. SFr. plus 5 Euro Versand (12 Euro in die Schweiz).

Fazit

Wer gerne grössere Portionen Fleisch grilliert oder brät, ist mit MEATER bestens ausgestattet. Klar, für das Minutensteak oder das kleine Plätzli in der Pfanne ist das Fleischthermometer nicht geeignet, aber eben auch einfach nicht nötig. Und Gemüse geht auch nicht wirklich, also für Vegetarier_innen iet MEATER auch eher ungeeignet. Für den Sonntagsbraten oder das Barbecue ist MEATER eine tolle, smarte Ergänzung und hilft, die Zubereitung zu perfektionieren.

vg-wort
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