Sa. 07. November 2020 um 6:59

Review: Blueair Classic 480i Luftreiniger im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Luftreiniger sind derzeit en vogue. Nicht nur, weil Covid-19 uns weiterhin in Atem hält, sondern auch, weil im Home Office die Luft doch oft gefühlt schlechter ist als im Büro. Wir haben den Blueair Classic 480i Luftreiniger getestet.

Lieferumfang des Blueair Classic 480i Luftreinigers

Der Blueair Classic 480i Luftreiniger kommt mit einem vorinstallierten Partikelfilter zur Entfernung von Pollen und Staub aus der Luft. Zudem ist ein Kaltgerätekabel mit 90-Gard-Winkel im Lieferumfang enthalten und eine mehrsprachige Bedienungsanleitung. Mehr nicht.

Hardware und Eigenschaften des Blueair Classic 480i

Der Luftreiniger selbst ist 59 x 50 x 27.5 cm gross und wiegt knapp 15 kg. Er steht in einem quaderförmigen Stahlgehäuse, dass vorne und hinten hellgrau und an den Seiten sowie oben antrazit-schwarz ist. Das elegante, minimalistische Design macht den Blueair Classic 480i sowohl im Büros als auch Privaträumen zu einem passenden Einrichtungsgegenstand.

 

Linksseitig am Kasten wird sodann die Raumluft eingesaugt und rechts wieder gefiltert ausgeblasen. Über den entsprechenden Gittern ist ein dezent und minimalistisch gestalteter Haltegriff zu finden. Dies erleichtert den Transport des nicht gerade federleichten Geräts enorm. Die Vorderseite birgt nur eine blaue LED neben dem Blueair Logo.

 

Oben ist ein Bedienfeld unter einer stabilen Kunststoffabdeckung angebracht, dass mittels Magneten sicher verschlossen wird. Hier sind eine beleuchtete Taste für die WLAN-Konnektivität und -Einrichtung, eine für die Steuerung der Lüfterdrehzahl und des Automatik-Modus vorhanden. Zudem sind LED-Anzeigen zum Filterzustand und der Luftqualität in Form von VOC und PM2.5 vorhanden.

 

Die Rückseite wiederum ist ohne Werkzeug oder Schrauben aufklappbar und eröffnet den Blick sowie den Zugriff auf den Filter. Dieser ist in einer Papp-Umverpackung in das Gerät eingesetzt und die passende, bebilderte Austauschanleitung ist ebenfalls direkt zu sehen.

 

Der standardmässig enthaltene Partikelfilter kann Asthmaauslöser wie Pollen, Staub, Haustierschuppen, Schimmelsporen, Rauch, Bakterien, Viren und vieles mehr aus der Luft entfernen.

 

Optional erhältliche SmokeStop-Filter sind mit Kokos-Aktivkohle ausgestattet, um nicht nur Partikel aus der Luft sondern auch zusätzlich gasförmige Schadstoffe, beispielsweise wie Rauch und Abgase, Gerüche oder Chemikalien sowie flüchtige organische Verbindungen (kurz VOC) effizient aus der Luft zu filtern. Dabei ist der Luftdurchsatz jedoch mit 476 m³ pro Stunde etwas geringer, doch dazu gleich.

Leistungsmerkmale

Der Blueair Classic 480i mit Partikelfilter ist dazu gebaut, die Luft in einem Raum mit 40 m² Grundfläche (und 2.4 m hohen decken) innerhalb von zwölf Minuten komplett zu filtern und von Staub, Pollen, Viren und Bakterien zu befreien. Damit wird der Raum fünf mal pro Stunde mit komplett sauberer Luft durchströmt, was auch aktuellen Empfehlungen und Studienergebnissen zur Eindämmung der Ausbreitung von SARS-CoV-2 COVID-19 aka Corona-Virus einher gehen würde.

 

Dank seiner hohen Energieeffizienz mit einem Verbrauch von 15 W bis 90 W unter Vollast kann der Classic 480i nahezu konstant betrieben werden und verbraucht kaum mehr als eine handelsübliche Glühbirne.

 

Der Geräuschpegel hält sich dabei ebenfalls in Grenzen: Mit 32 bis 62 dB(A) ist er zwar etwas lauter als andere Luftreiniger, die wir bereits testen, aber auch deutlich leistungsfähiger. Luft ohne Pollen und Staub mit bis zu 510 m³ pro Stunde ausstossen zu können, ist eine mehr als solide Leistung. Dafür ist die Lautstärke dann wiederum verhältnismässig gering. Mancher Staubsauger macht mehr Krach. Die Ventilatorgeschwindigkeit ist in drei Stufen manuell konfigurierbar, per App und am Bedienfeld. Je langsamer, desto leiser ist das Gerät natürlich auch. Zudem kann die Geschwindigkeit automatisch von der elektronischen Steuerung übernommen werden.

 

Hierzu benutzt der Luftreiniger integrierte Sensoren, um sich automatisch an die jeweils aktuellen Bedingungen in der Umgebung anzupassen. Zusätzlich wird die Luftqualität draussen beurteilt, wenn über die App der genaue Standort eingerichtet wird. Ebenfalls kann der Luftfilter von Blueair mit Amazon Alexa Skill ausgestattet per Sprachsteuerung bedient werden. Dazu verbindet sich das Gerät per 2.4 GHz-Frequenzband mit einem WLAN.

 

Diese Luftsensoren messen Feinstaub (PM2.5), also Partikel mit einem Durchmesser von 2.5 µm (Mikrometer) oder kleiner, sowie flüchtige organische Verbindungen (VOC), beispielsweise Formaldehyd. Zudem werden die Lufttemperatur und die Luftfeuchtigkeit bestimmt. All diese Messwerte sind auch in der zugehörigen App sichtbar.

HEPASlient

Die geringe Lauflautstärke ist auch der HEPASlient-Technologie getauften Kombination geschuldet, die das schwedische Unternehmen Blueair einsetzt. Dabei werden elektrostatische und mechanische Filter kombiniert, weswegen letztere viel weniger dicht sein müssen und einen geringeren Luftdruck als herkömmliche HEPA-Filter benötigen bei vergleichbaren Filtereigenschaften. Auf der niedrigsten Stufe hört man vom Blueair Classic 480i kaum etwas und kann dazu gemütlich fernsehen, lesen oder arbeiten usw. Der Hersteller gibt hier einen Schalldruckpegel von 32 dB(A) an für Stufe 1, während 42 dB(A) bei Stufe 2 und 52 dB(A) bei Stufe 3 zu erwarten sind.


Blueair Classic 480i Luftreiniger
Der Blueair Classic 480i Luftreiniger. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud.

Installation und Betrieb

Der Blueair Classic 480i ist denkbar einfach einzurichten. Nach dem Auspacken muss er nur mit Strom versorgt werden und ist eigentlich sofort einsatzbereit.

 

Die Steuerung über das Bedienfeld des Luftreinigers ist sehr intuitiv und einfach gestaltet. Die drei Tasten sind gut zu spüren und touch-empfindlich. Die zumeist blauen LED erhellen die Informations- und Statusanzeigen gut. Mit einem Fingerdruck lässt sich so ganz einfach die Geschwindigkeitsstufe regeln oder das Gerät in den Automatikmodus versetzen. Im programmierbaren Nachtmodus wird nur minimal Luft bewegt, um den Lärmpegel so gering wie Möglich zu halten.

 

Die Einrichtung der WLAN-Verbindung und der App hingegen war zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Nicht nur ist es, wie bei vielen Smart Home-Geräten leider, nur möglich, ein WLAN-Signal im 2.4 GHz-Frequenzbereich zu nutzen, es brauchte auch mehrere Anläufe, um den Installationsprozess abzuschliessen.

 

Die App ist kostenlos für Android und iOS verfügbar.

Blueair
Preis: Kostenlos
‎Blueair
Preis: Kostenlos

Doch Vorsicht! Die Blueair Friend-App funktioniert nicht, lediglich Blueair, die diese ersetzt. Die alte App ist zum Teil aber noch in den App Stores zu finden.

Screenshots: PocketPC.ch / Jeanrenaud

 

Wie viele Smart Home- und IoT-Apps möchte auch BlueAir einen Useraccount eröffnen, in dem das Geärt und unsere Daten abgelegt werden. Das ist jedoch erfrischenderweise optional und die App kann auch so genutzt werden.

 

Nachdem die Blueair App den Zugriff auf Standortinformationen bekommen hat, kann der Einrichtungsprozess übrigens erst richtig fortschreiten. Dies liegt einerseits daran, dass Blueair uns nicht zuzutrauen scheint, den Namen des WLAN-Signals (die SSID) richtig eintippen zu können und diesne auslesen möchte. Andererseits braucht Blueair den Standort des Geräts natürlich für präzisere Luftqualitätsmessungen. Wichtig ist, der App unter Android nicht nur einmalig den Zugriff zu gewähren, da der Installationsprozess sonst nicht funktioniert.

 

Nun wird das WLAN-Passwort eingegeben und das Smartphone mit dem unverschlüsselten Signal classic-config verbunden, um die Einstellungen zu übermitteln. Alsdann ist der Bluerair Classic 480i Luftreiniger mit dem WLAN und somit via Internet der Blueair Cloud verbunden.

 

Danach ist oft erstmals etwas Geduld gefragt, weil ein Firmware-Upgrade eingespielt wird, was schon mal zehn Minuten in Anspruch nehmen kann. Währenddessen kann das Gerät zwar benutzt werden, aber die Werte werden nicht in der App ausgegeben, was zunächst etwas irritiert und frustriert.

 

 

Sobald alles erledigt ist, kann der Luftfilter per Blueair App von überall auf der Welt aus gesteuert und ausgelesen werden. Das klappt auch tadellos und nach ohne jegliche weiteren Probleme. Neben den PM2.5 und VOC Werten im zeitlichen Verlauf ist auch der Filterstatus beziehungsweise dessen Einsatzalter und ein paar technische Details zum Gerät anzeigen. Die Feinstaub-Werte lassen sich übrigens auch ganz einfach testen: Einfach ein Tuch über den Schrank wischen und neben dem Classic 480i von Bluair ausschütteln, schon geht die PM2.5-Zahl nach oben!

 

Wichtiger ist indes natürlich auch der Hinweis, wie viel Filterleistung rechnerisch noch vorhanden ist. Blueair empfiehlt nämlich alle sechs Monate einen Filterwechsel. Während die Leuchte am Gerät selbst als Filtertimer anzeigt, wenn es nach sechs Monaten Betrieb an der Zeit ist, den Filter auszutauschen, kann dies auch die App direkt vermelden. Natürlich erkennt das Gerät auch über den Verschmutzungsgrad der Luft, wenn der Filter vor Ablauf des halben Jahres erschöpft wäre und ausgetauscht werden müsste. Auch das wird per LED und in der App angezeigt, wahlweise per Push-Benachrichtigung. So vergisst man nicht, den Filter auszutauschen. Den alten Filter muss man übrigens dann im Restmüll entsorgen, er kann nicht aufbereitet oder gereinigt werden.

 

Weiter kann in der App die Helligkeit der LED eingestellt sowie eine Kindersicherung aktiviert werden. Letztere bewirkt, dass die Tasten des Bedienfeldes nichts bewirken. Sie gilt allerdings nur solange, bis das Gerät vom Strom getrennt wird. Nach dem erneuten Einschalten kann ganz normal das Bedienfeld am Classic 480i von Blueair benutzt werden.

 

Auch sind feingradige Zeitpläne für den Luftreinigungsbetrieb in der Blueair App konfigurierbar, so dass etwa in Büroräumen zu Stosszeiten mehr gereinigt wird, als in den Pausen oder umgekehrt, je nach gewünschtem Geräuschpegel und Ergebnis. Eine Geofencing-Funktion wäre an der Stelle vielleicht noch wünschenswert.

 

Die Anbindung an Amazon Alexa klappt via zugehörigen Skill auch ganz gut. Per Sprachbefehl lässt sich so die Funktion des Luftreinigers steuern. Nett, aber nicht unbedingt nötig.

Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Preis und Fazit zum Blueair Classic 480i Luftreiniger

Der Blueair Classic 480i ist eher als professionelles Gerät zu sehen, denn als Gadget und das schlägt sich auch im Preis nieder. Mit Partikelfilter in der Standardausführung kostet der Blueair Classic 480i Luftreiniger beim Hersteller 689,- Euro bzw. SFr., während er mit SmokeStop Filter gleich mit 739,- Euro bzw. SFr. zu Buche schlägt. Beim Online-Shops wie beispielsweise Amazon ist das Gerät, auf das es zwei Jahre erweiterte Garantie nach Registrierung beim Hersteller  gibt, jedoch teilweise auch deutlich preiswerter zu bekommen.

 

Ersatzfilter, die, wie bereits erwähnt, etwa halbjährlich anfallen, kosten bei Amazon derzeit, 60,- Euro bzw. SFr. für den herkömmlichen Particle Filter und 94,- Euro bzw. SFr. für den SmokeStop Filter.

 

Alles in Allem ist der Blueair Classic 480i ein idealer Luftreiniger für mittelgrosse Räume. Dadurch, dass in beiden Seiten handliche Griffe eingelassen sind, kann das Gerät auch an wechselnden Standorten eingesetzt werden. Eine vergleichsweise leise und leistungsfähige Filterung der Atemluft in geschlossenen Räumen ist so ein Kinderspiel.

 

Die smarte Anbindung an die App ist nützlich und schnörkellos umgesetzt. Schön ist auch an dieser Stelle, dass sowohl Anleitung wie App in verschiedenen Sprachen, darunter auch Deutsch und Französisch, ausgeführt sind.

 

Vielleicht hat das schwedische Gerät einen stolzen Preis, der sich jedoch vermutlich durch die zuverlässige und langlebige Konstruktion, die Blueair hier verspricht, wieder rentiert. Das Design fügt sich in professionelle wie private Umgebungen gut ein und der Blueair Classic 480i hilft dabei, eine saubere und gesunde Atemluft zu gewährleisten.

 

Wer sich also einen Luftreiniger anschaffen möchte, etwa um Corona Viren aus dem Raum zu verbannen, sollte sich den Blueair Classic 480i aus Schweden in jedem Fall genauer anschauen.

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