Sa. 05. Dezember 2015 um 14:49

Review: Zeppelin Wireless von Bowers & Wilkins im Test

von Jörg Renken0 Kommentare

Der Zeppelin Wireless ist die dritte Auflage des Ur-Zeppelins von Bowers & Wilkins. Erstmals verzichtet Bowers & Wilkins bei der Zeppelin-Reihe auf einen Docking-Anschluss. Dadurch nähert sie sich der A-Serie mit dem A7 (wir testeten) und dem A5 an. Gleichzeitig behält der neue Zeppelin aber die stylische Form des Ur-Zeppelin bei. Ein Grund für uns, den neuen Zeppelin Wireless zu testen.

Lieferumfang und technische Details des Zeppelin Wireless

Der Lieferumfang des Bowers & Wilkins Zeppelin Wireless umfasst folgende Gerätschaften und Zubehör:

  • Bowers & Wilkins Zeppelin Wireless
  • Stromkabel
  • Bedienungsanleitung, etc.

Was die technischen Details angehen, so sind sie beim Bowers & Wilkins  Zeppelin Wireless wie folgt: In dem 18.8 x 66 x 18.3 cm (H x B x T) grossen und mit einem Gewicht von 6.5 kg schweren Bowers & Wilkins Zeppelin Wireless sind insgesamt fünf Lautsprecher verbaut worden, welche folgende Werte aufweisen.

  • 2 x 25-mm-Aluminiumkalotten-Hochtöner mit doppelter Kalotte (je 25 Watt),
  • 2 x 90-mm-Fixed Suspension Transducer-Mitteltöner (je 25 Watt),
  • 1 x 150-mm-Tieftöner mit 50 Watt.

Dabei hat jeder Lautsprecher wieder seinen eigenen Class-D-Verstärker. Diese Verstärker sind – nach Angabe von Bowers & Wilkins – doppelt so schnell wie die im Zeppelin Air, welchen ihr hier in unserer letzten Review noch einmal begutachten könnt.

 

Was die Schnittstellen angeht, so hat der Zeppelin Wireless (wie seine Vorgänger auch) folgende Schnittstellen:

  • Ethernet (RJ45)
  • AUX
  • USB (Service only).

Ferner unterstützt der Zeppelin Wireless die Codecs aptX, AAC und SBC. Musik kann man – wie auch bei seinen Vorgängern – per Airplay streamen. Neu hinzugekommen ist jetzt allerdings auch das Streamen per Spotify Connect und Bluetooth (Version 4.1, Class 2). Beides funktioniert problemlos. Allerdings benötigt man auf Grund der Vorgaben von Spotify beim Stream per Spotify Connect einen Premium-Account.

Darstellung des Innern des Zeppelin Wireless
Ein Explosionsbild des Zeppelin Wireless. Gut zu erkennen ist die Verteilung der Lautsprecher.

Aussehen, Verarbeitung und Bedienung des Zeppelin Wireless

Waren der Zeppelin und der Zeppelin Air schon früher Stilikonen, so gilt das für den Zeppelin Wireless – wie wir finden – noch mehr. Dadurch, dass der silberne Streifen in der Mitte des Zeppelin (Air) und der Docking-Arm entfallen sind, kommt die Form des Zeppelin Wireless noch besser zur Geltung. Auch die etwas gröbere Ausführung des Stoffes, der die Lautsprecher verdeckt passt sehr gut zum neuen Gesamtbild des Zeppelin Wireless und macht ihn zu einem echten Eyecatcher. Auch die Rückseite ist jetzt umgestaltet worden, denn sie ist mattschwarz und beherbergt die Bedienelemente, die früher auf dem verchromten Mittelstreifen zu finden waren. Der An/Aus-Schalter ist ebenfalls auf die Rückseite gewandert und befindet sich nun in einer Reihe mit dem Reset-Knopf, dem AUX-Eingang, der Buchse für den Strom und dem Ethernet-Anschluss.

Zeppelin Wireless
Der Zeppelin Wireless

Was sollen wir noch gross über die Verarbeitung bei Bowers & Wilkins sagen. Egal ob Kopfhörer, Lautsprecher oder aber Soundsystem. Wir haben bei keinem Produkt von Bowers & Wilkins irgend einen Makel entdecken können. Und wie ihr wisst, haben wir schon eine ganze Menge der B&W-Produkte in Augenschein genommen. Die Spaltmasse sind – egal welches Produkt man sich ansieht – alle gleichmässig, Grate etc. sucht man vergebens und auch bei dem gewebten Stoff auf der Frontseite finden sich keine Webfehler. So sollen Produkte sein und man muss der Firma anrechnen, dass sie durchaus erstklassige Verarbeitungsqualitäten abliefert.

Die Bedienung des Zeppelin Wireless

Die Bedienung des Zeppelin Wireless hat sich gegenüber seinen Vorgängern ein wenig verändert. War damals noch eine Fernbedienung im Lieferumfang enthalten, so sucht man sie beim neuen Zeppelin Wireless vergebens. Die Bedienung erfolgt jetzt hauptsächlich per Smartphone (z. B. per Airplay oder iOS-App). Hat man das Smartphone oder Tablett einmal nicht zur Hand, so kann man mit den Bedienelementen auf dem oberen Teil der Rückseite des Zeppelin Wireless diesen auch bedienen. Möglich ist dabei: Start/Stopp sowie Lauter und Leiser. Wenn man irgendwann die Musik am Smartphone oder Rechner ausschaltet, so geht der Zeppelin Wireless nach einer gewissen Zeitspanne in den Ruhestand. Im Standby verbraucht er dann rund 0,3 Watt. Will man den Zeppelin Wireless manuell in den Ruhestand versetzen, so muss man dafür nur die Power-Taste drücken. Diese ist allerdings neben der Ethernet-Buchse an der unteren Rückseite angebracht. Je nach Aufstellungsort ist sie dann (leider) manchmal nur schwer zu erreichen, daher sehen wir das ein wenig als fehlplatziert an. Da der Zeppelin Wireless allerdings – wie bereits gesagt – auch selbstständig in den Standby-Modus geht, ist das wirklich Jammern auf höherem Niveau.

Bowers & Wilkins Control
Entwickler: B&W Group Ltd
Preis: Kostenlos

Mit Hilfe der App (sei es für iOS, Mac oder PC) richtet man seinen Zeppelin Wireless ein, spielt Firmware-Updates ein oder aber kann die Musik steuern, wie die folgenden Bilder demonstrieren sollen. Die Bedienung funktioniert an dieser Stelle auch sehr intuitiv. Bei jedem Punkt gibt es entsprechende Hilfestellungen, so dass man sich problemlos darin zurecht findet.

 

Der Klang des Zeppelin Wireless

Kommen wir jetzt einmal zu dem, was ein Musiksystem definiert: Seinen Klang. Betrachtet man klangtechnisch den Zeppelin Wireless und vergleicht man ihn mit dem Ur-Zeppelin und seinem Nachfolger, den Zeppelin Air, so sieht man eine Entwicklung in die richtige Richtung. Waren die Zeppeline der ersten und zweiten Generation schon zu ihrer Zeit sowohl im Design als auch im Klang für viele wegweisend, so setzt auch der Zeppelin Wireless seine ureigene Duftmarke. 

 

Wie üblich habe ich auch hier wieder meine Musikliste (siehe hier) benutzt, um den Klang des Zeppelin Wireless zu beurteilen. Die Titel habe ich mir sowohl auf dem Zeppelin Air als auch auf dem Wireless angehört. Dadurch konnte ich einen direkten Vergleich zu seinem Vorgänger ziehen. Was einem als erstes auffällt, ist die Tatsache, dass die Stücke auf dem neuen Zeppelin Wireless wesentlich voluminöser, satter und runder klingen, als auf dem Vorgänger. Die einzelnen Instrumente kommen noch klarer raus als beim Zeppelin Air. Wenn wir uns den Anfang von Keith Don’t Go anhören, so hört man beim Zeppelin Wireless deutlich, wie bei der Akustikgitarre die einzelnen Seiten angezupft werden. Auch beim Stück Music von John Miles hört man deutlich einen Unterschied. Beim Zeppelin Wireless werden die Tiefen wesentlich sauberer abgebildet als es beim Air der Fall ist. Einzelne Instrumente werden auch differenzierter rüber gebracht. Ganz besonders bei Fluch der Karibik kann man meiner Meinung nach im grossen Orchester einige Instrumente neu entdecken. Auch bei diesem Stück werden die Instrumente sauberer getrennt, als bei seinen Vorgängern.

 

Alles in allem klingt der Zeppelin Wireless gegenüber dem Zeppelin Air wesentlich perfekter und ausgewogener. Wie es scheint, hat Bowers & Wilkins an den richtigen Schrauben gedreht. Ist der Klang des neuen Zeppelin Wireless jetzt perfekt? Nein, denn das gibt es meiner Meinung nach nicht. Jeder hört auf seine ureigenste Art und Weise die Musik und nimmt den Klang anders war. Allerdings liefert der Zeppelin Wireless einen deutlich „perfekteren“ Klang als seine Vorgänger. Mit dem entsprechenden Tuning kann man also in nahezu alle Klangbilder hineinschnuppern und für sich das beste Profil erstellen.

 

Aber auch dieser Test hat wieder eines gezeigt. Je besser die Soundsysteme werden, um so wichtiger ist die Qualität der Aufnahme. Hat man das beim Zeppelin A7 schon gemerkt, so merkt man es auch beim Zeppelin Wireless. Er entlarvt sehr schnell übersteuerte Aufnahmen oder selbige von minderer Qualität. Dieses gilt für jedes Medium! Egal ob Airplay, Spotify oder Bluetooth. Ist die Aufnahme schlecht, macht es auf einem hochwertigen Musiksystem – zu dem unserer Meinung nach sowohl der Zeppelin Wireless als auch der A7 gehört – schnell keinen Spass mehr, sich das „vermurkste“ Musikstück anzuhören. Wenn wir uns klangtechnisch zwischen dem Zeppelin Air und dem Zeppelin Wireless entscheiden sollten, so fällt die Wahl eindeutig zu Gunsten des Zeppelin Wireless aus. Sollten wir uns hingegen zwischen dem Zeppelin Wireless und dem A7 entscheiden, so würde die Wahl wirklich schwer Fallen. Hatte damals noch der A7 deutlich die Nase vorne, so hat der Zeppelin Wireless diesen Vorsprung deutlich verringert wenn nicht sogar egalisiert. 

Die Society of Sound von Bowers & Wilkins

An dieser Stelle möchten wir auch noch einmal auf die Society of Sound von Bowers & Wilkins hinweisen. Bei der Society of Sound handelt es sich um ein, in Zusammenarbeit mit Peter Gabriel Music Label „Real World Music“, von Bowers & Wilkins bereitgestelltes Downloadportal, das ausgesuchte, qualitativ hochwertige Audio-Aufnahmen von renommierten Künstlerinnen und Künstlern (vornehmlich aus dem Klassikbereich, aber auch aus anderen Stilrichtungen) per Apple Lossless und FLAC (Free Lossless Audio Codec) anbietet. Wenn man ein Produkt von Bowers & Wilkins kauft, so kann man (durch Registrierung seines Produktes) die Society of Sound für drei Monate ohne weitere Kosten testen. In diesem Zeitraum kann man ohne Einschränkungen sämtliche vorhandene Musik downloaden, die dort angeboten wird. Einmal im Monat werden weitere Alben hinzugefügt und dafür ältere wieder entfernt. Wenn man nach Ablauf der Probezeit die Society of Sound weiter nutzen will, so kostet der Dienst 40 Euro bzw. 50 SFr pro Jahr. Durch die Probezeit kann jeder für sich selber entscheiden, ob die angebotene Musik seinem Geschmack entspricht oder nicht. Anders als bei vielen anderen Portalen gibt es keine automatische kostenpflichtige Verlängerung.

Fazit zum Zeppelin Wireless von Bowers & Wilkins

Der neue Zeppelin Wireless überzeugt auf der ganzen Linie. Das Design ist – natürlich subjektiv gesehen – noch besser geworden und durch die Ausweitung der unterstützten Streamingdienste auf Spotify (Premium) und Bluetooth ist für viele ein echter Mehrwert hinzugekommen. Der Preis von 699 EUR bzw. 760 SFr sind für die gebotene Leistung und das Aussehen absolut in Ordnung. Daher bekommt der Zeppelin Wireless von uns eine klare Kaufempfehlung. Allerdings gilt, wie bei jedem audiophilen Gerät: Jeder sollte sich den Zeppelin Wireless in Natura ansehen und anhören, denn Geschmäcker sind verschieden und jeder hat in Punkto Musik völlig andere Ansprüche und Bedürfnisse.

 

Zu kaufen gibt es den Zeppelin Wireless entweder direkt bei Bowers & Wilkins oder aber z. B. bei Müller & Spring AG.

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