Mi. 24. Januar 2018 um 12:13

Review: Xiaomi VR PLAY 2 Virtual Reality Glasses getestet

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Spätestens seit dem genialen Schachzug, das müssten wohl alle mitbewerbenden Unternehmen neidlos zugeben, die extrem kostengünstige Google Cardboard VR-Brillen aus Pappkarton auf den Markt zu werfen, ist VR in aller Munde. Selbst die schweizerische Einzelhandelskette MIGROS hatte schon Cardboard-kompatible VR-Brillen und auch Aldi hatte ebenfalls welche im Sortiment. Unterdessen sind auch viele Firmen dazu übergegangen, Cardboard VR-Glasses als Werbegeschenke mit Mehrwert einzusetzen. Schliesslich gibt es diese schon für oftmals unter 3 Franken bzw. Euro.

 

Doch richtig überzeugend ist die virtuelle Realität damit dann doch wieder nicht. Dazu sind die Plastik-Linsen meist einfach zu schlecht, es scheint neben dem Karton die echte Welt noch durch und auch der Tragekomfort lässt zu wünschen übrig. Auch sind die Papp-Brillen nicht unbedingt die langlebigsten Gadgets. Dafür lassen sie sich aber platzsparend zusammenfalten.

 

Doch es gibt auch günstige VR-Brillen, die diese Mankos ausmerzen wollen und für ein Abtauchen in andere Sphären sorgen, ohne Kopfschmerzen, Übelkeit oder Druckstellen. Hier hatten wir beispielsweise schon die auvisio Virtual Reality Brille für Smartphones von PEARL im Test. Nun ist heute die Xiaomi VR PLAY 2 VR-Brille dran.

 

Für unter 25 Euro bzw. SFr. gibt es diese Cardboard-ähnliche VR- und 3D-Brille für 4.7 bis 5.5-Zoll Smartphones schon bei diversen China-Stores. Dabei ist im Lieferumfang der VR PLAY 2 neben einer kurzen Anleitung nur noch ein Gummiband, welches die VR-Glasses am Kopf festhält, ähnlich wie bei Skibrillen. Die Virtual Reality-Brille selbst ist mit 191 x 129 x 102 mm relativ gross, wiegt aber schlanke 182 Gramm. Sie ist mit grauem Textil überzogen, was sich angenehm anfassen lässt und auch einen hochwertigen Eindruck vermittelt.

 

Das Gummiband wird, wie erwähnt, wie bei Skibrillen etwa durch zwei Ösen an der Brille rechts und links geschlauft und dann mittels Mikro-Klettverschluss an sich selbst befestigt. Der Einschub für die Smartphones, welche für die Bilder und Töne der virtuellen Welten verantwortlich sind, ist immer offen. Er misst ca. 8 mm und lässt sich problemlos vergrössern. Darin klemmt das Smartphone, gut von Gummipolstern geschützt und festgehalten. Doch auch die Person, die die Xiamoi VR PLAY 2 trägt, wird gepolstert: Ein mikroporöser, verwebter Schaum um die Augenpartie soll sowohl das Licht der Aussenwelt abhalten, als auch für hohen Tragekomfort sorgen. Auf der Oberseite rechts ist zudem ein mechanischer Knopf angebracht, der die Carboard-typische Aktionstaste bildet.


Xiaomi VR PLAY 2
Die Xiaomi VR PLAY 2 erinnert schon stark an die Google Daydream VR-Brille.

Das Ganze funktioniert erstaunlich gut. Auf dem Smartphone wählt man die passenden Inhalte beispielsweise in der Google Cardboard oder YouTube App aus, klemmt das Smartphone in die Xiaomi VR Brille und setzt diese auf. Im Google Play Store und auch Apples App Store sind aber auch eine ganze Menge weitere VR-Apps, beispielsweise Daydream-kompatible, zu finden.

Google Cardboard
Google Cardboard
Entwickler: Google, Inc.
Preis: Kostenlos
Google Cardboard
Google Cardboard
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

Das Gummiband der VR-Brille ist dabei, ähnlich wie bei Skibrillen (der Vergleich passt einfach so schön) auch, stufenlos individuell einstellbar und passt so für jede Kopfgrösse, um für sicheren Halt zu sorgen und das ohne zu drücken. Selbst bei schnellen Kopfbewegungen, weil etwa die Zombie-Herde doch von woanders angeschlurt kommt, als erwartet, sitzt die VR-Brille sicher und verrutscht nicht.

 

Auch das Smartphone ist sicher eingeklemmt, dank der vielen Gummipolster ohne dabei schaden zu nehmen. Dies ist selbst bei vollständig von Glas umhüllten Geräten wie dem Apple iPhone X der Fall. Das Smartphone fällt bei ruckartigen oder schnellen Kopfbewegungen nicht heraus.

 

Zum Tragekomfort gehört auch die Abschirmung und die ist durchaus gut. Die Polsterung zwischen Smartphone und Gesicht halten das Licht gut ab und sind selbst für Personen mit Brillen gut geeignet, da sie genügend Raum um die Augen herum frei lassen. Auch die Bügel der Sehhilfe werden unter dem Gummiband der VR-Brille nicht gequetscht oder verbogen. Einzig für kleinere Kinder ist, aufgrund der kleineren Köpfe, die VR PLAY 2 nicht ganz so gut geeignet. Es scheint ein wenig Licht links und rechts herein, was den Eindruck der VR-Welt natürlich trüben kann.

 

Das für eine VR-Brille geringe Gewicht, im Vergleich zur Samsung Gear VR 2 mit 358 Gramm ist die Xiaomi VR PLAY 2 mit 183 Gramm nur fast halb so schwer, trägt natürlich auch zum Tragekomfort bei. Die kleine Bauweise sorgt ebenfalls dafür, dass beispielsweise die Nase frei bleibt und man nicht mit konstant geöffnetem Mund die VR-Brille benutzen muss.

 

Der Button auf der Oberseite lässt sich sehr gut ertasten, sehen kann man ihn mit aufgesetzter VR-Brille ja nicht, und löst zuverlässig und präzise aus. Dabei wird ein mechanischer Druck per Gummistempel auf die obere Mitte des Displays des eingelegten Smartphones ausgeübt, um die gewünschte Aktion in der VR-App auszulösen. Der Taster bietet ungewohnt viel widerstand, braucht aber keineswegs viel Kraft zum Auslösen. Er ist eben nur kein Mikrotaster wie am Smartphone, der bei der kleinsten Berührung schon auslöst.

 

Die beiden asphärischen Linsen des Virtual Reality-Gadgets sind zwar nicht unbedingt absolute Oberklasse, doch verzerren das Bild nicht und bieten eine schöne und passende Vergrösserung der Inhalte. Dazu muss natürlich die Auflösung des Smartphonedisplays mindestens 1080p betragen, sonst sieht man viele Pixel oder Muster, die nicht in die VR-Welt gehören.

 

Natürlich hat der günstige Preis und der einfache Aufbau auch seine Nachteile. Beispielsweise müssen Kopfhörer – für ein richtiges Eintauchen in virtuelle Welten unabdingbar – selbst eingesteckt werden und sind nicht wie bei Oculus oder HTC VIVE etwa direkt anschliessbar oder verbaut. Das kann bei kabelgebundenen Kopfhörern etwas umständlich sein, doch mit Bluetooth-In-Ears etwa wiederum gar kein Problem.

Preis

Bei Cafago, die uns bei diesem Test unterstützen, gibt es die Xiaomi VR PLAY 2 Virtual Reality Glasses für 25.30 SFr. bzw. 23.49 Euro inklusive kostenlosem Versand aus China zu kaufen.

Fazit

Wer einen günstigen Einstieg in die VR-Welt sucht, aber mit den Pappkarton-Brillen mehr als unzufrieden ist, macht mit der VR PLAY 2 von Xiaomi nichts falsch. Eine günstige, dennoch hochwertige VR-Brille, für verschiedene Smartphones von 4.7 bis 5.5 Zoll, die in Anbetracht des Preises kaum Wünsche offen lässt.

 

Übrigens: Bis zum 13. Februar bekommt ihr die Xiaomi VR PLAY 2 zum Preis von nur 17,39 Euro bzw. 18.73 SFr. mit unserem Coupon-Code für euch: L32PAE.

vg-wort
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