So. 20. Juli 2014 um 14:46

Review: Robustes, flinkes Outdoor Smartphone im Test

von Sebastian Krappmann3 Kommentare

Rugged Smartphone „OX“ nennt sich das Gerät, welches man in verschiedensten Onlineshops für rund 200 Euro bekommt. Eine Quelle ist z.B. http://www.chinavasion.com. Irgendwo liest man etwas von einem Hersteller „General“, dieser wäre ein Hersteller von Smartphones in Indien. Auch die im Wetterapp voreingestellte Stadt New-Dehli lässt auf Indien als Herstellungsland schliessen. Aus diesem Grund kauft man recht naiv ein Smartphone von „irgendwo“ und kann nur hoffen, dass die in Onlineshops angepriesenen Daten stimmen. Schauen wir es uns mal genauer an.

Hardware

Display

 

Auflösung und Grösse

4.3 Zoll Display  (960 x 540 Pixel), 240 PPI

Bauart

Multitouch

Chipsatz

 

CPU

Mediatek MT6589T 1.5GHz  Quad-CORE  Cortex A7

GPU

PowerVR SGX544 @357MHz

Funk

 

GSM

850, 900, 1800, 1900MHz

WCDMA (UMTS)

900, 2100MHz

LTE

Nein

WLAN

802.11 b/g/n

Weitere

Bluetooth, NFC, GPS + AGPS, OTG, Dual SIM

Speicher

 

RAM

1 GB

Flashspeicher

16 GB

SD-Karte

Micro-SD bis 32 GB

Akku

 

Bauart und Kapazität

3000mAh Lithium Ionen Batterie

Masse

 

Abmessung

135 x 71 x 20 mm

Gewicht

251 Gramm

Software

Android 4.2.2 Jellybean

Kamera

 

Sensor

8 Megapixel

Besonderheiten

LED Blitz

Front Kamera

0.3 Megapixel

Video

640×480 Front / 1280×720 Back

Audio

1 Lautsprecher 100db (oben)

Erwähnenswertes

 

Anschlüsse

3.5 mm Klinkenstecker, Micro USB (2.0) MHL, OTG

Sensoren

Beschleunigungssensor, Gyroskop, Annäherungssensor und Helligkeitssensor

Sonstiges

IP68 Norm für staubdicht, wasserdicht, schockfest

Einschränkung

unterstützt kein LTE 

 

Die Hardware des Gerätes kann man ungefähr in der Leistungsklasse zwischen Samsung Galaxy S2 und S3 ansiedeln. Kurz gesagt, kann man sie als völlig ausreichend betrachten. Ein dickes Outdoor Smartphone muss nicht neueste Full-HD Technik oder allerneueste Chips haben.

Das Herz des Gerätes ist ein Prozessor von Mediatek, der MT6589T.  Das „T“ steht dabei für Turbo und meint die höchste Leistung dieser zwei Jahre alten Prozessortechnik. Der Prozessor hat vier Kerne auf Cortex A7 Basis und taktet mit je 1.5 GHz. Begleitet wird der Prozessor von einer PowerVR SGX544 GPU (Grafikkarte). Diese stammt aus dem ersten Quartal 2013 und entspricht der Leistungsklasse eines Samsung Galaxy S4.

 

Der Rest des Gerätes ist eher mittelmässig. Das Display ist kapazitiv und liegt mit der 960×580 Auflösung bei 240 ppi auf dem Level zwischen Samsung Galaxy S2 und S3. Die Kamera von unbekannter Herkunft, aber immerhin die Sensoren und weiteres kommt von Alps Electronic aus Japan. Das „OX“ ist wie viele chinesische Smartphones mit 2 SIM Karten Slots ausgestattet. Am Schluss steht der Akku, der mit 3000 mAh bei dieser „geringen“ Leistung des Gerätes eine lange Ausdauer verspricht.

Design und Verarbeitung

Das „OX“ ist gepanzert für die Apokalypse, will man meinen, wenn man das Gerät in die Hand nimmt. Es wiegt mit seinen 251 Gramm recht viel. Wer aber ein wirklich robustes Smartphone sucht, legt wenig Wert auf jedes Gramm und jeden Millimeter. Das Gerät liegt recht gut in der Hand und vermittelt durch die vielen Kanten und Aussparungen, dem Gewicht und der Dicke ein Gefühl von „Let’s go outdoor“. Es drohen weder Zerspringen des Screens bei kleinstem Sturz, noch ein Totalverlust, sollte es mal nass werden.
Im Test wurde das Gerät flott vom Tisch gewischt, so dass es im hohen Bogen auf den Boden flog, es wurde aus der Tasche fallen gelassen und gebadet. Nichts davon führte zu irgendwelchen Schäden. Auf „Droptests“, wie man sie von vielen Geräten auf Youtube findet, wurde bewusst verzichtet, denn ab irgendeiner Höhe oder Belastung bekommt man alles kaputt. Das Gehäuse und das extra nochmals mit Plastik geschützte Display werden aber Stürze aus bis zu zwei Metern Höhe aushalten. Beim Wassertest wurde zusätzlich noch Spülmittel ins Wasser gekippt, um die Oberflächenspannung zu minimieren und den Test dadurch zu verschärfen.
Die Akkuabdeckung auf der Rückseite muss mit vier Schrauben recht mühsam auf- und zugeschraubt werden. Das „mühsam“ verspricht aber eben auch Dichtigkeit. Weiter befindet sich auf der Rückseite die Kamera mit LED-Licht und eine fast schon riesige Öffnung für den Lautsprecher An der linken Seite befinden sich der Powerbutton und ein „ominöser“ Knopf. Dieser „ominöse“ Button ist nirgends richtig erklärt. Er ist zwar nicht so markant wie die anderen, führt aber zum sofortigen Ausschalten des Gerätes, wofür auch immer. Die rechte Seite ist mit den Volumebuttons und einen extra Button für die Kamera bestückt. Die Unterseite des Gerätes bleibt leer und auf der Oberseite finden wir eine Lasche, unter der sich der USB- und Klinkenanschluss befindet. Das Material ist überall dickes Plastik, bzw. an den Rändern fester Gummi, welcher die Fallenergie gut resorbiert.
Das Gerät gibt es in verschiedenen Farben. Ganz in schwarz, schwarz-gelb, schwarz-grün und schwarz-rot.
Wenn man sich das schwarz-gelbe Modell anschaut, wird man unweigerlich an die Smartphones von Caterpillar erinnert.
Zur Erklärung: Der IP68 Standard ist ein genormter Industriestandard und bedeutet mit der Zahl 6 einen vollständigen Schutz gegen das Eindringen von Staub. Die Zahl 8 bedeutet hingegen den vollständigen Schutz gegen dauerhaftes Untertauchen in Wasser. Auf dem Gerät steht auch, dass es kompatibel zu MIL-STD-810G ist. Dies ist ein Militärstandard, der kurz gesagt testet, wie sich Geräte unter sehr widrigen Bedingungen schlagen.

Multimedia

Die Multimediaeigenschaften beschränken sich auf das Notwendigste, jedoch sind sie gar nicht schlecht. Der Sound des Lautsprechers geht in Ordnung. Mit 100dB ist er definitiv laut genug, um am Lagerfeuer die neuesten Radiohits zu quäken.
Die Kamera verfügt über ausreichende 8 MP, die Bildqualität reicht aber nur für Schnappschüsse. Das Display ist hell und ausreichend auflösend für Filme in DVD Qualität. Der Blinkwinkel von der Seite ist weniger gut, was dem extra Schutz des Displays geschuldet ist. Die PowerVR Grafikeinheit reicht für ruckelfreien DVD Videogenuss und Spiele mit Anforderungen wie unter Angry Birds.

Software

Bei der Software kommt fast unverändertes Android 4.2.2 zum Einsatz. So hat man wenigstens keinen unnötigen Ballast. Die Kernelversion ist von Mitte Juni 2014, also recht aktuell. Ob, wann und woher es Updates für das Gerät gibt, wird niemand sagen können, da nicht einmal klar ist, welcher Hersteller hinter dem Gerät steckt.
Also lassen wir es, wie es ist. Es funktioniert und Android JellyBean ist leistungsfähig genug für ein solches Outdoorphone.

Fazit

Das rugged Smartphone „OX“ von unbekannter Herkunft schlägt sich im Alltag nicht schlecht. Sicherlich hat es nicht allerbeste Technik, ist aber mit bestehender Hardware zufriedenstellend ausgerüstet. Der recht grosse Akku mit seinen 3000 mAh sorgt bei der „geringen“ Leistung des Gerätes für lange Laufzeiten. Genau richtig für den Zweck des Smartphones. Denn wer draussen unterwegs ist, hat wenig Möglichkeiten, den Akku zu laden.

Das Gerät hat an der Unterseite eine Befestigungsöse für den „Fall“ der Fälle. Eine LED als Taschenlampenfunktion, eine Kamera Direktzugriffstaste, ein rundherum geschütztes Gehäuse und einen ausreichend grossen Bildschirm. Was braucht die Abenteurerin oder der Bauarbeiter also mehr? Reicht!

Die Kaufmöglichkeiten sind verwirrend. Dieses Smartphone ist unter verschiedensten Namen im Web zu finden. Bei Amazon heisst es zum Beispiel IceFox Rock und kostet 270 Euro. Bei Aliexpress findet man es unter anderen als Runbo A9 für 175 Euro oder als Alps A9 mit Landrover Logo für 170 Euro. Bei Chinavision, woher das Testgerät stammt, heisst es rugged Smartphone „ox“ und kostet 205 Euro.
Egal welches Logo an dem Gerät prangt oder welcher Hersteller genannt wird: Sie sind alle gleich und die schöne Aufmachung einer Webseite rechtfertigt nicht über 100 Euro Mehrkosten.

 

ProContra
  • Preis
  • Ausreichende Leistung
  • Volle Outdoorfähigkeit
  • Robust
  • NoName Hersteller
  • Kein Premiumgerät
  • Fragliche Garantie

Noch erwähnenswert: Das Gerät lässt sich ganz einfach mit VRoot_1.7.8.7753 rooten.

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3 Antworten zu “Review: Robustes, flinkes Outdoor Smartphone im Test”

  1. Setter sagt:

    Der ominöse Knopf wird vermutlich dazu dienen, um für den Fall des Wassereintritts das Gerät „abzuwürgen“ um Schäden zu verringern. Vermutlich ein radikaler Stromweckknopf.

  2. daffodil sagt:

    Ich vermute, durch den ominösen Knopf soll man verhindern können, dass das Handy einer Drohne zur Zielortung dient.

  3. Sebastian Krappmann sagt:

    „Der ominöse Knopf wird vermutlich dazu dienen, um für den Fall des Wassereintritts das Gerät “abzuwürgen” um Schäden zu verringern. Vermutlich ein radikaler Stromweckknopf“

    Klingt logisch.
    Man müsste nur noch Prüfen können, ob der Akku dann richtig Getrennt wird.

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