Sa. 24. März 2018 um 15:47

Review: Nokia Steel HR im Test – Minimalistischer Tracker im Uhrendesign

von Stefan Landolt1 Kommentare

Fitnesstracker gibt es heutzutage in allen Variationen. Vom Sensor im Schuh bis zum Kopfhörer mit Herzfrequenzmessung. Für den Alltag eignen sich aber nicht alle Typen von Trackern gleich gut. Die meist verbreiteten Geräte sieht man am Handgelenk. Nicht selten sind das aber nicht gerade optische Hingucker und diese sind nicht wirklich businesstauglich. Hier bietet Nokia mit der Steel HR aber ein interessantest Produkt.

 

Den Fitnesstracker gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, mit und ohne Herzfrequenzmesser und in verschiedenen Farben. Ursprünglich wurde das Gerät von der französischen Firma Withings entwickelt. Die Firma wurde 2016 aber von Nokia aufgekauft und die Produkte werden nun im Namen von Nokia angeboten und weiterentwickelt.

 

Der Hersteller wirbt mit einer Akkulaufzeit von 28 Tagen, automatischem Aktivitätstracking und einem Coach in Form von der zugehörigen App. Was davon stimmt, zeigt sich im Test.


Erster Eindruck der Steel HR

Die Steel HR wird in einer weissen Kiste geliefert. Dem Tracker liegt eine Ladeschale und eine Schnellanleitung bei. Ein USB-Ladegerät wird nicht mitgeliefert, die Uhr kann aber mit dem passenden USBAnschluss geladen werden. Laut der Beschreibung auf der Verpackung kann die Fitnessuhr unterschiedliche Aktivitäten automatisch Tracken. Darunter Gehen, Laufen, Schwimmen und Schlafen.

 

Die Uhr besteht aus silbernem rostfreiem Stahl und in der getesteten Version mit einem Silikonarmband. Die Uhr ist aber auch in roségold und komplett in schwarz erhältlich. Der Tracker wirkt hochwertig und sauber verarbeitet, aber von der Seite auf den ersten Blick etwas dick. Auf der Unterseite befindet sich der Sensor für die Herzfrequenzmessung und auf der Seite der Knopf für die Bedienung. Sonst kann man an der Uhr selbst nichts drücken oder einstellen.

Das Gadget hat einen Durchmesser von 36 mm ist aber auch in einer grösseren Version mit 40 mm mit erhältlich. Bei der Dicke kommt man auf 13 mm und das Armband besitzt eine Breite von 18 mm und eignet sich für einen Handgelenkdurchmesser von bis zu 20 cm bzw. 23 cm beim 40 mm Modell. Die kleinere Uhr wiegt 39 Gramm, die grosse 49 Gramm.

 

Der Wechsel der Armbänder ist sehr einfach gelöst und man kann auch gut ein Silikonarmband für den Sport und ein Lederarmband für die Arbeit anbringen. Es muss dafür nur ein kleiner Schieber auf der Innenseite des Bandes geöffnet werden. Dieser hält gut und löste sich während dem Test nie.

 

Das Zifferblatt zeigt drei verschiedene Dinge an: Eine klassische Uhr, einen Status der Schrittanzahl und ein kleines rundes Display für die Anzeige der verschiedenen Messwerte. Die Anzeige vom Display kann mit dem Knopf auf der rechten Seite gesteuert werden und die angezeigten Elemente lassen sich in der App personalisieren.

 

Die Nokia Steel HR ist wasserdicht bis 50m und kann auch zum Schwimmen getragen werden bezw. zeichnet die Aktivität sogar selber auf.

App installieren, Steel HR verbinden und loslegen

Die Inbetriebnahme der Steel HR ist sehr einfach gestaltet. Die App führt sauber durch die Installation. Einfach ein neues Gerät hinzufügen, Anweisung zum Verbinden befolgen und die Uhr kalibrieren.

 

Anschliessend können noch ein paar Einstellungen gemacht werden. Beispielsweise kann definiert werden, welche Daten auf dem kleinen Bildschirm der Steel HR angezeigt werden. Auch die Reihenfolge kann da definiert werden.

 

Zudem können die Benachrichtigungen aktiviert werden. Hier gibt es aber noch Einschränkungen, denn aktuell können nur eingehende Anrufe, Nachrichten aus der Standard Nachrichten App und Kalendereinträge angezeigt werden. Bei Anrufen und Nachrichten wird dann jeweils der Name vom Anrufer bzw. Sender angezeigt und die Nokia Steel HR vibriert zwei Mal. Bei Terminen steht der Betreff. Während dem Test habe ich so sicher ein paar Anrufe erwischt, die ich sonst verpasst hätte. Natürlich funktioniert das alles aber nur, wenn die Nokia Uhr eine stehende Bluetooth-Verbindung zu eurem Smartphones besitzt.

 

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Des Weiteren können auch Alarme eingestellt werden. Dabei wird die Zeit ausgewählt, zu welcher man geweckt werden will und kann ein sogenanntes Smart Wake-up Zeitfenster einstellen. Durch das Tracking der Schlafaktivitäten kann die Uhr so automatisch den Wecker in einer leichten Schlafphase in dem gewählten Zeitrahmen aktivieren. Dies soll ein leichteres Aufwachen ermöglichen. Wie bei einem Smartphonewecker hat man den Alarm aber schnell ausgeschaltet bzw. auf Snooze gestellt. Einmal weggeklickt, ist der Alarm bei der Uhr aber aus. Bei mir hats leider trotz ordentlicher Vibration nicht wirklich als Wecker gereicht, ein paar mal Snoozen müsste da schon drin liegen.

Die Health App ist der Coach

Nach dem Einrichten kann der Fitnesstracker wie eine normale Uhr getragen werden und beginnt mit dem Tracking der unterschiedlichen Aktivitäten. So merkt die Uhr wenn ich mal eine längere Zeit aktiv gehe und zeichnet das als eigene Aktivität auf. Auch erkennt die Uhr Laufen, Schwimmen und Schlafen automatisch.

 

Ich kann also auch einfach ins Wasser hüpfen und ein paar runden Schwimmen. Beim Test im Hallenbad hat das gut funktioniert und die Uhr hat sogar die Anzahl der Schwimmzüge aufgezeichnet. Zusätzlich kann man bei Aktivitäten auch die Herzfrequenz konstant messen lassen. Dafür muss einfach etwas länger auf den Knopf auf der Uhr gedrückt werden und schon misst die Uhr konstant den Herzschlag. Das wird euch aber deutlich mehr Akkulaufzeit kosten, sofern die Funktion auch aktiviert wird.

 

Auf der Uhr können nur die aktuellen Messwerte des Tages betrachtet werden. Darunter findet man die zuletzt gemessene Herzfrequenz, die Anzahl Schritte, die gelaufene Strecke, die verbrauchten Kalorien, das Datum, die eingestellte Weckzeit und den Batteriestatus. Die gemessenen Tagesdaten werden im Hintergrund und beim Öffnen der Health App mit der Android- oder iOS-App synchronisiert und angezeigt.

 

Die App ist die zentrale Erfassung der Daten und der Auswertungen und zeigt zu diesen auch passende Statistiken, Umfrageergebnisse, Empfehlungen und weiteres an. Sie versucht einen zu coachen und zu mehr Bewegung zu motivieren. Ich hatte während dem Test an einer fünf Tage Challenge teilgenommen, bei welcher ich jeden Tag 10’000 Schritte erreichen sollte. Ich hatte das leider nicht ganz geschafft, aber doch den Durchschnitt der Schritte um 3’500 Schritte erhöht. Wer sich strickt daran hält, sollte also nach und nach auch Ergebnisse verzeichnen können.

Preise und Variationen

Die Uhr ist beispielsweise bei Digitec für 199 Schweizer Franken erhältlich. Ohne Herzfrequenzmessung gibt es die Uhr ab 99 Schweizer Franken. Auf der Website von Nokia ist die Uhr gleich personalisiert bestellbar und erlaubt unterschiedliche Farbkombinationen mit Armbändern. Alle Kombinationen findet man übrigens ebenfalls auf der Webseite des Herstellers der Nokia Steel HR.

 

In Deutschland lässt sich die Nokia Steel HR auch über Amazon bestellen. Hier liegt der Preis mit Herzfrequenzmesser bei circa 220 Euro.

Fazit: Der Fitnesstracker für den Alltag

Mir gefällt sehr, dass die Nokia Steel HR sehr unaufällig ist und eigentlich den ganzen Tag getragen werden kann. Auch bei einem Verkaufsmeeting oder Kundenbesuch fällt die Uhr nicht gross auf und man kann sogar dezent nachschauen, wer denn gerade versucht anzurufen ohne das Telefon hervor zunehmen. Komfortabel ist sowas allemal.

 

Beim ersten Betrachten der Uhr hatte ich das Gefühl, dass die Nokia Steel HR etwas sehr dick sein könnte. Beim Tragen sieht man das aber nicht wirklich, da sie mit der Rundung optisch verschwindet.

 

Da die Uhr ein paar Aktivitäten automatisch trackt, herrscht in der App eine gute Ordnung und man findet schnell heraus wie weit man jetzt beim letzten Laufen unterwegs war und welche Herzfrequenz man hatte. Auch ohne dabei das Smartphone mitnehmen zu müssen oder mühsam einen Herzfrequenzgurt anzuziehen.

 

Vielleicht etwas negativ fiel mir eigentlich nur das Silikonarmband auf, welches den Staub immer etwas angezogen hat und so etwas schmudelig wirkte. Jedoch kann man das einfach schnell durch abspülen beheben oder hat da auch die passenden alternativen Armbänder direkt von Nokia zur Verfügung.

 

Es gibt sicher Fitnessuhren oder Smartwatches die mehr können, jedoch gefallen mir die paar reduzierten Funktionen. Zeitung lesen auf einer Smartwatch macht man dann ja doch nicht und etwas reduzierte Onlinezeit schadet sicher nicht. Den grössten Vorteil finde ich aber klar die lange Akkulaufzeit. Ich wusste schon fast nicht mehr, wo ich das Ladegerät hingelegt hatte, als ich die Uhr das erste Mal laden wollte.

 

Die Steel HR wurde freundlicherweise von Digitec für einen ausführlichen Test zur Verfügung gestellt.

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Eine Antwort zu “Review: Nokia Steel HR im Test – Minimalistischer Tracker im Uhrendesign”

  1. nb4fcb sagt:

    Ich kann den Test sowie den positiven Gesamteindruck nur bestätigen. Der ideale Begleiter wenn man nicht sofort und auf der Stelle eingehende Whatsapps oder eMails lesen muss (mal ehrlich: WER muss das schon?). Der Akku hält mit deaktivierten Benachrichtigungen ca. drei Wochen. Die Funktionalität in Verbindung mit Android 8 (Galaxy S8+) ist ohne zu übertreiben perfekt – auch Laien richten die Uhr in fünf Minuten ein und dann tut sie einfach das was sie soll.

    Die App ist übersichtlich und minimalistisch. Für mich ein Vorteil – das muss aber jeder individuell entscheiden.

    Rein optisch, vor Allem wenn man wie ich von der Gear S3 kommt, eine wahre Wohltat. 😀 Einfach nur elegant und sehr gut in der Arbeit tragbar. Ablesbarkeit Tagsüber sehr gut, nachts muss man einmal auf den Knopf drücken damit die Digitalanzeige aufleuchtet.

    Das beschriebene Problem mit dem Silikonarmband habe ich ganz einfach gelöst: schwarzes Lederarmband von Nokia. Gefällt noch besser!

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