Sa. 16. Januar 2021 um 7:05

Review: n2 elite NFC Amiibo Emulator für Nintendo Switch im Test

von Yves Jeanrenaud 0 Kommentare

Vor einer Weile hatten wir uns angesehen, wie Amiibo für Animal Crossing und andere Spiele auf der Hybrid-Konsole Nintendo Switch nachgemacht werden können. Das geht recht einfach mit Hilfe eines Android-Smartphones mit NFC-Funktion und entsprechenden, handelsüblichen NFC Tags. Wer jedoch viele Amiibo einsetzen will, findet das schnell mal umständlich. Darum testen wir heute einen Amiibo Emulator, den n2 elite.

Was sind Amiibo?

Amiibo sind Figuren und Karten zu Spielen von Nintendo-Konsolen, die mittels NFC zum Leben erweckt werden können. Diese Karten und Kunststofffiguren können nämlich Inhalte in Spielen freischalten, beispielsweise in Animal Crossing: New Horizons, aber auch vielen anderen Games seit der Nintendo Wii U. Auch auf dem mobilen Nintendo 3DS und 2DS gibt es Spiele mit Amiibo-Funktion. Andererseits sind die Sammelfiguren aus Kunststoff, die es seit Jahren zu kaufen gibt, zu begehrten Sammelobjekten geworden. Auf Amazon und eBay sind unzählige Angebote zu finden. Gerade bei Amazon gibt es auch nachgemachte NFC-Karten in hübschen Sammelboxen, doch die Preise sind mitunter nicht gerade klein.

 

 

Diese Toys-to-Life-Figuren sind aber nicht nur für die Vitrine gedacht, sondern gerade bei Kindern ein beliebtes Sammelobjekt und Spielzeug. Mit zwar recht moderaten Preisen zwischen 10 und 20 SFr. bzw. Euro kann diese Sammelleidenschaft aber auch sehr schnell mal teurer werden. Dass das für Nintendo ein gigantisches Geschäft ist, zeigen die Verkaufszahlen. Es wurden bislang schon Amiibo-Figuren und Karten im mittleren zweistelligen Millionenbereich verkauft. Allein bis Oktober 2018 wurden weltweit rund 50 Millionen Amiibo-Figuren umgesetzt.

 

Andererseits gibt es zu Animal Crossing seit der Nintendo 3DS Version auch Amiibo Sammelkarten mit NFC. Die sind günstiger, brauchen wenig Platz und waren zwischen 2015 und 2016 in vier Serien als Päckchen zu bekommen, was immerhin stattliche 450 unterschiedliche Karten alleine in Europa bedeutet. Und es sollen neue auch wieder neue Animal Crossing-Karten erscheinen, denn das neueste Spiel, New Horzions, hat natürlich auch neue Charaktere mit gebracht.

Amiibo können im Spiel nun neue Funktionen freischalten, Figuren einbringen oder auf versteckte oder sonst schwieriger Erreichbare Gegenstände und gar Level führen.

 

Diese Verbindung von digitaler Welt und realem Kinderzimmer mittels Amiibo war und ist also nicht nur ein grosses Geschäft. Es kann auch eine Menge Spass machen und die Spielerfahrung sogar verändern.

 

 

Wer nun nicht hunderte Figuren und Karten sammeln möchte, kann diese relativ einfach nachmachen. Denn Nintendo setzt bei Ammibo auf NFC. Eine bekannte, verbreitete Technologie, die in vielen Smartphones und Tablets heutzutage vorhanden ist, denn sie wird ja für mobile Bezahldienste wie Google Pay benötigt. Doch statt NFC-Chips zu benutzen, die einmalig programmiert und schreibgeschützt werden müssen, gibt es auch eine Hand voll spezialisierte Geräte, die Amiibo emulieren können. Der n2 elite ist so ein Amiibo Emulator und wir haben ihn für euch getestet.

Lieferumfang und Hardware des n2 elite Amiibo Emulators

Der Lieferumfang ist quasi inexistent, denn es gibt nur das Gerät selbst in einem Blister und einen bedruckten Karton. Das n2 elite Gerät ist eine Schreibe mit einem Durchmesser von 45 mm und 6 mm Höhe. Sie wiegt knapp 7 Gramm und hat an der Unterseite eine Einbuchtung mit einer Taste.

 

Die Unterseite des unscheinbaren n2 elite Emulators hat eine kleine Öffnung. auf der Oberseite ist ein Sticker mit dem Produktlogo. Mehr nicht.

 


n2 elite
Unscheinbar: n2 elite NFC amiibo Emulator. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

 

Über diese eine Taste läuft die Bedienung des n2 elite grösstenteils ab. Mit ihr wird zwischen den 200 NFC-Slots des Amiibo Emulators gewechselt und auch das Gerät mit dem Smartphone oder dem USB-Lesegerät verbunden.

 

Zur Verwendung per Smartphone ist ein Handy mit NFC und Android 4.1 oder höher nötig. Die App ist kostenlos im Play Store oder direkt beim Hersteller zum Download erhältlich. Dort ist auch die Software für die Verwendung per USB-Adapter enthalten, die unter Windows und MacOS X läuft.

Für Apple iOS gibt es keine App vom Hersteller selbst, aber die kostenlose Amy Collector und die kostenpflichtige App Ally Collect and Backup haben entsprechende Funktionen direkt eingebaut. Aie bekannte Amiiboss App kann man leider nicht für die n2 elite-Scheibe benutzen.

 

N2 Elite Tag Manager
Preis: Kostenlos
‎Amy Collector
Preis: Kostenlos
‎Ally – Collect and Backup

 

Der Hardware-Emulator für Amiibo benötigt nun nur noch die binären Datensätze der entsprechenden Figuren und/oder Karten. Diese können entweder von bestehenden Figuren bzw. Karten ausgelesen oder aber im Netz ausfindig gemacht werden. Auch wenn eine grosse NFC-Datenbank mit Amiibos namens nfc-bank seit geraumer Zeit nicht mehr online ist, sind die Dumps, also Abbilder der verschiedenen Amiibos, weiterhin im Netz zu finden, auf Redit etwa.

 

Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Testeindruck des Amiibo-Emulators

Die Verarbeitung des Geräts ist etwas wackelig, jedoch zweckmässig. Die Taste auf der Unterseite muss schon etwas sorgsam gebraucht werden, damit sie nicht abbricht. Ist man aber vorsichtig, klappt die Benutzung des n2 elite recht gut. Die App aus dem Play Store ist recht intuitiv aufgebaut und kann sowohl existierende .bin-Dateien von Amiibo lesen, als auch Kopien von vorhandenen Figuren und Karten anlegen. Der Speicherordner für die App kann frei konfiguriert werden.

 

Sobald der Emulator vor dem NFC-Sensor erkannt des Handys wurde, stellt man ein, wie viele der 200 möglichen Amiibo-Slots man verwenden mag. Denn wenn alle aktiv sind, muss man sich mit der Taste im Zweifelsfall auch durch alle durchklicken. Die Slots können nun ganz einfach mit Daten aus der Amiibo-Datenbank belegt und anschliessend auf den n2 elite überspielt werden.

Übertragungsgeschwindigkeit

Je mehr Slots man mit Amiibo neu programmiert, desto länger dauert das Übertragen auf den n2 elite Emulator. Bei allen 200 sind das schon mal ein paar Minuten. Einzelne Slots sind aber innert Sekunden übertragen.

Verwendung an der Nintendo Switch

Danach ist der Amiibo Emulator schon einsatzbereit! Er kann nun einfach an die NFC-Spule des Controllers oder der Spielkonsole selbst gehalten werden und bewirkt, was auch immer er im Spiel bewirken soll. Für die hybride Nintendo Spielkonsole Switch sind die so emulierten Amiibo genauso wenig von den Originalen zu unterscheiden, wie für die Wii U oder den Nintendo 3DS. Sie können mit dem eigenen Nintendo-Profil verknüpft werden und auch leveln, etwa im Spiel Super Smash Bros. oder bei Zelda: Breath of the Wild. So oder so wird das Gerät einfach an die Spielkonsole gehalten und so ausgelesen bzw. bespielt.

 

Zum Wechseln in den nächsten Slot wird einfach die Taste gedrückt, wenn der n2 elite Amiibo-Emulator an das Spielgerät gehalten wird. Dann springt er eine Figur weiter. Bei der letzten angelangt beginnt der Emulator natürlich wieder von vorne mit der ersten Figur. Darum ist es, wie eingangs erwähnt, vielleicht sinnvoll, nicht immer alle 200 Slots zu befüllen. Doch es ist auch jederzeit möglich, den aktiven Slot in der App auszuwählen und so auch genau zu sehen, welches Amiibo man nun dem Spiel als nächstes präsentiert.

Amiibo Cheats

Auch Cheats sind möglich. Je nach Spiel sind die Amiibo in der Lage, auch als Speicherstand zu fungieren. Diese lassen sich mit der App des n2 elite manipulieren.

 

 

Das alles klappt einwandfrei. Leider stürzt die App ab und zu ab, wenn man zu ungeduldig auf die Schaltflächen tippt. Das ist aber nur ärgerlich und kein grösseres Problem. Verloren geht dabei nichts. Nur, wer sehr viele Amiibo, etwa über 500 Stück, im Arbeitsverzeichnis der n2 elite App hat, vielleicht auch versehentlich doppelte Einträge, muss sich in Geduld üben beim Verwenden der App. Es geht dann aber dennoch.

Für iOS funktionieren sowohl beide Apps übrigens deutlich tadeloser.

Preis und Fazit zum n2 elite Amiibo Emulator

Das n2 elite Emulations-Gerät wird per Android Smartphone via NFC programmiert und kann bis zu 200 verschiedene Amiibo-Datensätze speichern, die per Tastendruck gewechselt werden können. Das hat natürlich seinen Preis.

 

Mit ca. 80 Euro bzw. SFr. schlägt der N2 Elite NFC Emulator inklusive USB-Adapter zu Buche. In Laptop oder PC eingebaute NFC-Geräte können übrigens nicht stattdessen genutzt werden.

Doch wer ein NFC-fähiges Android-Smartphone hat, kann auch für knapp 50 Euro bzw. SFr. nur die n2 elite Disc selbst kaufen.

 

 

Das klappt soweit ganz gut und erlaubt es, einfach und platzsparend bis zu 200 Amiibo mit sich zu führen. Sind die 200 Amiibo nicht mehr interessant, können sie jederzeit auch ausgetauscht werden, denn der n2 elite Emulator ist wiederverwendbar.

 

Wenn man wieder lange Reisen unternehmen darf nach Corona, wird das sicherlich praktisch sein.

 

Das Gerät kann so schier unendlich viele Amiibo emulieren. Dafür ist die Grundinvestition etwas höher. Wer also nur ein paar wenige Amiibo braucht, kommt mit einzelnen NFC-Chips sicherlich günstiger weg. Die dafür benötigten handelsüblichen NTAG215 Chips sind weit verbreitet und mitunter schon für unter 50 Rappen bzw. Cent zu bekommen. Ab hundert Amiibo könnte sich aber vielleicht die Anschaffung des n2 elite wieder rentieren.

Da auch Dritte bereits Apps im Apple AppStore für iOS haben, die den n2 Elite Emulator unterstützen, braucht man nicht mehr zwingend ein Android-Smartphone.

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