Fr. 03. Oktober 2014 um 8:14

Review: LG L Fino im Test

von Barbara Walter-Jeanrenaud0 Kommentare

Auf der IFA 2014 in Berlin lag der Fokus in der Mobilfunkabteilung von LG klar auf der LG G Watch R. Daneben wurden einige Einsteiger- und Mittelklassegeräte präsentiert, mit denen LG vor allem preislich in den Ring steigen möchte. Neben dem LG G3S und dem LG L Bello, welche beide auch in den nächsten Tagen bei uns vorgestellt werden, zeigte sich auch das kleinste der neuen LG Smartphones in Berlin: Das LG L Fino.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Technische Daten und Performance
  3. Akku
  4. Kamera
  5. Software
  6. Sound- und Verbindungsqualität
  7. Fazit
LG L Fino

Design und Verarbeitung

Das Design des LG L Fino ist an das des LG G3 angelehnt. Es ist schlicht und es gibt keinerlei Tasten an den Seiten. Der An/Aus-Knopf sowie die Lautstärkewippe befinden sich auf der Rückseite des Geräts in Form des sogenannten Rear Buttons. Dieser ist sehr praktisch und man gewöhnt sich schnell daran, das Gerät von der Rückseite aus zu bedienen.

 

Das Material ist ein sehr griffiger, gerillter Kunststoff. Er fühlt sich angenehm an, wenn auch etwas ungewohnt, da man von Smartphones ja eher Klavierlack- oder Metallfeeling gewöhnt ist. Es rutscht zumindest nicht aus der Hand. Die Grösse des mit 4.5 Zoll Display ausgestatteten Geräts ist erfreulich klein, so dass es etwas Abwechslung auf den Smartphone-Markt bringt, der derzeit ja vor allem die riesigen Phablets im Auge hat. Das LG L Fino passt sich sehr gut auch an kleine Hände an.

 

Die Verarbeitung ist gut. Es knarzt an keiner Stelle und auch der Akkudeckel lässt sich gut und einfach entfernen, hält aber dennoch sehr gut. Unser Testgerät hat auf der Rückseite einen Kratzer. Da das Gerät vor uns aber schon in anderen Händen war, gehen wir stark davon aus, dass es nicht immer pfleglich behandelt wurde und somit kein Problem mit der Verarbeitung vorliegt. Der Kratzer selbst fällt nicht besonders auf, was ja auch für das Material spricht. Zudem ist die Rückseite austauschbar, kann also bei stärkerer Beschädigung ausgetauscht werden.

 

Technische Daten und Performance

BetriebssystemAndroid 4.4.2 KitKat
Display4.5 Zoll, 480×800 Pixel (207ppi)
Prozessor1.2 GHz Quadcore
Speicher1 GB RAM, 4 GB Flash, erweiterbar per MicroSD-Karte
Kamera8 MP Hauptkamera, 0.3 MP Frontkamera
Akku1’900 mAh, wechselbar
Grösse127.5 x 67.9 x 11.9 mm
Gewicht 
VerbindungenWLAN, GSM, UMTS, Bluetooth 4.0, NFC

 

Das LG L Fino ist von den Spezifikationen her ein typisches Gerät für die untere Mittelklasse. Der 1.2 GHz Quadcore Prozessor und die 1 GB RAM treiben das LG L Fino ordentlich an und liefern ihre Leistung anständig ab. Während der Testzeit konnte kein Ruckeln festgestellt werden, auch wenn aufwändigere Apps liefen.

 

Im Geekbench 3 Benchmark liegt das LG L Fino im leistungsmässigen Mittelfeld, wie ihr dem Screenshot. Der interne Speicher ist sehr mager. Die 4 GB sind zum Glück per Micro-SD Karte erweiterbar, diese ist aber auch absolut dringend notwendig, da schon nach wenigen geschossenen Fotos und ein paar installierten Apps der Flash Speicher voll ist.

 

Das Display des LG L Fino ist für die Preisklasse um 150 Euro bzw. 200 Sfr. absolut in Ordnung. Natürlich kann man es nicht mit einer Full-HD oder gar QHD Auflösung vergleichen. Die 480 x 800 Pixel erfüllen ihren Zweck. Die Farben wirken etwas blass und die Schrift ist an den Rändern leicht ausgefranst – lesbar ist dennoch alles, auch unter Sonneneinstrahlung. Die Blickwinkelstabilität ist gut.

 

Akku

Der Akku ist mit 1’900 mAh eher schmal ausgestattet, aber er erfüllt seinen Zweck ziemlich gut. Bei alltäglicher Nutzung, also Telefonie, Messengernutzung, vier Emailkonten mit automatischer Synchronisierung und Surfen im WLAN sowie mit 3G hält das Gerät etwa zehn Stunden gut durch. Im Standby Modus erbringt es eine sehr gute Laufleistung von mehreren Tagen, bei geringer Nutzung, also ab und an ein Telefonat oder eine SMS, wenig surfen und manueller Synchronisierung der Emailkonten kommt man bequem über zwei Tage und muss erst am Ende des zweiten Tages das Ladekabel zücken. Das Aufladen geht schnell, innerhalb von zwei bis drei Stunden ist der Akku voll geladen.

 

Kamera

Bei Tageslicht macht die 8 Megapixel Hauptkamera anständige Bilder. Die vorinstallierte Kameraapp ist einfach zu bedienen und bietet, was man für alltägliche Aufnahmen so braucht. Bei schlechteren Lichtverhältnissen sorgt der Blitz für brauchbare Bilder.

 

Die nur 0.3 Megapixel Frontkamera ist nicht vergleichbar mit den gerade äusserst beliebten Selfie-Cams anderer Hersteller. Für Videotelefonie unter sehr guten Lichtverhältnissen kann man sie ganz gut nutzen, für brauchbare Selbstporträts sollte man dann aber doch auf die rückseitige Kamera ausweichen.

 

Software

Auf dem LG L Fino ist Android 4.4.2 KitKat vorinstalliert. Mit der LG-eigenen Benutzeroberfläche, die mit dem LG G3 auch das derzeitige Flaggschiff der Südkoreaner schmückt, ausgestattet, knüpft das L Fino hier an die Benutzerfreundlichkeit des grossen Bruders an. Die besten Features des G3 befinden sich somit auch auf dem kleinen, günstigen LG L Fino und funktionieren wie beim „Grossen“.

 

Besonders hervorzuheben ist hier die Tastatur, die genauso wie beim LG G3 ein echtes Schmuckstück ist. Sie ist in der Höhe verstellbar und kann so individuell perfekt eingestellt werden, um so den Schreibgewohnheiten angepasst zu sein. Egal ob man nun am liebsten mit einem Daumen oder mit zwei Fingern tippt, es findet sich sicher die angenehmste Einstellung. Dieses Feature wurde vom G3 sehr gut auf das LG L Fino übertragen.

 

Auch der Rest der LG UI wurde sehr gut auf das Mittelklasse-Smartphone adaptiert und alles läuft rund. Die Kamera-App ist dieselbe und bietet wie im Punkt „Kamera“ erwähnt alle Einstellungsmöglichkeiten, die man im Alltag so benötigt. Insgesamt ist das User Interface wie von LG gewohnt schlicht gehalten und kommt nah an Stock Android heran, überladen ist es garantiert nicht, alles wichtige ist mit an Bord.

 

Sound- und Verbindungsqualität

Das LG L Fino verfügt über einen recht guten Klang. Auch über handelsübliche Kopfhörer klingt Musik gut und satt. Dreht man die Lautstärke voll auf, scheppert es ein wenig und klingt ohne Kopfhörer blechern und je nach Tonhöhe etwas unangenehm. Bei mittlerer Lautstärke kann man aber durchweg nicht meckern.

Auch beim Telefonieren macht das Gerät eine gute Figur. Das Gegenüber ist stets gut verständlich und Umgebungsgeräusche werden zuverlässig gefiltert. Auch man selbst ist für die andere Seite gut verständlich, selbst in lauten Umgebungen wurde kein unangenehmes Rauschen oder Nebengeräusche wahrgenommen.

Verbindungen über WLAN und mobiles Internet kamen im Test genau so schnell und zuverlässig zustande wie mit den Vergleichsgeräten OnePlus One, Nokia Lumia 1020 und iPhone 5c. Der WLAN Empfang war in jedem Raum der Wohnung gleich gut und auch bei öffentlichen Hotspots stets genau so weit erreichbar wie mit den anderen Geräten.

 

Fazit

Insgesamt haben wir es hier mit einem gut verarbeiteten, sehr angenehm zu benutzenden Gerät zu tun, welches ein ziemlich gutes Preis-Leistungsverhältnis abgibt. Es verfügt bei handschmeichlerischen und hosentaschenkonformen 4.5 Zoll über ein mittelmässiges Display, aktuelle Software mit sehr schön adaptiertem LG UI sowie ein cooles Design. Der austauschbare Akku dürfte für viele Leute auch sehr interessant sein.

 

Die Minuspunkte sind das Display, welches doch eher schwach ist, die schlechte Frontkamera und nicht vorhandenes LTE.

 

Insgesamt eignet sich das LG L Fino in meinen Augen besonders für Einsteigerinnen und Einsteiger, insbesondere Jugendliche würden an dem nicht zu grossen, nicht zu teuren Gerät sicher viel Freude haben. Es erfüllt alle Zwecke, die ein Smartphone erfüllen soll bei ausreichender Leistung und Geschwindigkeit. Dazu scheint es recht robust zu sein und ist gut verarbeitet.

 

Das LG L Fino ist ab Ende September für 179 Euro bzw. rund 215 SFr. in den Farben rot, grün, schwarz, weiss und gold im Handel erhältlich.

 

ProContra
Aktuelle Android-VersionDisplay sehr pixelig
Gute PerformanceFrontkamera sehr schwach
LG User Interface Kein LTE
Design 
vg-wort
Das könnte Sie auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Teilen