Sa. 09. Juli 2016 um 14:44

Review: HP Spectre x360 Convertible im Test

von Sven Rutten0 Kommentare

Heute stellen wir euch das Hewlett-Packard Spectre x360 (Version: 15-ap070nz) in der 15.6 Zoll-Ausführung vor. Das Gerät wurde uns von Hewlett-Packard (Nachfolgend: HP) Schweiz zur Verfügung gestellt und konnte rund 10 Tage getestet werden. Die Eindrücke basieren daher auf diesen limitiertem Zeitraum. Das Gerät ist eine Neuauflage der x360-Spectre-Linie und bietet im Vergleich zum Vorgängermodell vor allem eine neue CPU-Generation (i5/i7 der 6. Generation) und ein UHD-Display.

 

Das Gerät gibt es auch in der kleineren und leichteren 13.3 Zoll-Version. Die hier getestete Version wurde in der Farbe Silber geliefert. Alternativ gibt es das Gerät auch als sexy ‚Ash Silver und Copper‘.

HP Spectre x360 Convertible – Das Design ist schon einmal ansprechend.

Inhaltsverzeichnis

Erster Eindruck und Design

Das Gerät ist schick! Ganz im Aluminium-Design gehalten, mit abgerundeten Ecken an der Vorderseite. Dabei ähnelt es etwas den Macbooks. Sofort fallen die zwei Scharniere auf, welche es erlauben, dass Display stufenlos um bis zu 360 Grad (Daher der Name x360) zu drehen, mit der Möglichkeit, es als 15 Zoll-Tablet zu nutzen. Dabei wirkt es als Tablet mit seinen 1820 Gramm natürlich etwas schwer, für ein 15-Zoll jedoch angenehm.

Neben der grossen Tastatur entdeckt man den Schriftzug „Bang & Olufsen“, welcher auf die vier B&O-Boxen aufmerksam macht. Und die sind ein echter Mehrwert. Dazu später mehr. Weiter fällt das sehr grosse Touchpad auf.

 

Die Seiten des Gerätes wirken hochwertig und geben den optischen Eindruck, dass das Gerät sehr dünn ist, wobei das Gerät selbst etwas dicker ist. Auf der sehr schicken Seite des Gerätes findet man unzählige Anschlüsse. Es sind nicht nur 3 USB 3.0 Type A-Anschlüsse zu finden, sondern auch ein moderner USB 3.0 Type C Anschluss. Daneben kann man zusätzliche Displays über HDMI wie auch einem Mini DisplayPort anschliessen. Komplettiert werden die Anschlüsse mit einem SD-Kartenleser und einem 3.5mm-Anschluss (Kopfhörer/Mikrofon kombiniert).

 

Mitgeliefert wird neben eines kompakten Ladegerätes auch eine praktische Hülle für’s Gerät

Einzige kleine Kritikpunkte sind, dass man das Gerät manchmal nicht ganz so einfach öffnen kann, da der Bildschirm beim Zuklappen noch per Magnet an die Tastatur andockt, wobei es nur vorne eine kleine Einbuchtung zum Öffnen gibt. Zudem sind die wie erwähnt hochwertig verarbeiteten Kanten etwas scharf beim Halten des Gerätes.

Technische Daten unseres Testmodells

  • Display: 15.6 Zoll / 39.6 cm; Auflösung 3840×2160 Pixel UHD-IPS (16:9-Format), Multitouch, WLED-Hintergrundbeleuchtung
  • Prozessor: Intel Core i5-6200U 2.3 GHz (6. Generation)
  • Arbeitsspeicher: 8 GB RAM LPDDR3 (2x 4GB Samsung 1866Mhz)
  • Festplatte: 256 GB SSD M.2 (LITEON L8H-256V2G-HP)
  • Grafik: Intel HD Graphics 520
  • Sound: Bang & Olufsen
  • Kamera: HP TrueVision Full-HD-Webcam, integriertes Dual-Array-Digitalmikrofon
  • Anschlüsse:
    • HDMI
    • Mini-DisplayPort
    • 3x Type-A USB 3.0
    • 1x Type-C USB 3.0
    • 3,5mm Klinke (Kopfhörer/Mikrofon kombiniert)
    • SD-Kartenleser
  • Konnektivität:
    • 802.11a/b/g/n/ac WLAN
    • Bluetooth 4.0
    • MiraCast
  • Gehäuse: Magnesium; 247 x 378 x 16 mm; 1820 Gramm
  • Akku: Lithium-Ionen-Akku, 3 Zellen, 64.5 Wh
  • Betriebssystem: Windows 10 Home 64 Bit

Die Performance

Wir konnten das Einsteigermodell mit Intel i5 6200U-CPU und 8 GB testen. Dazu liess ich u.A. Visual Studio 2015 den Sourcecode unserer PocketPC.ch Universal App kompilieren. Verglichen mit einem älteren i7 4500U (im Sony Vaio Duo 13) hat der i5 6200U des Spectre die Kompilation sogar etwas schneller erledigt (128 gegen 139 Sekunden). Sowohl Adobe Photoshop wie auch Adobe Premiere laufen flott genug, wobei natürlich die teurere i7-Version des Spectre x360 vor Allem bei der Videoverarbeitung einen Vorteil aufweisen wird. Für den normalen Alltagsgebrauch bietet die 6te Generation des i5 jedoch weitaus genügend Leistung und ist dafür etwas stromsparender als der i7.

 

Für aufwändige Spiele ist die Intel HD 520 GPU natürlich nicht zu empfehlen, aber für ältere Spiele (Z.B Counterstrike) reicht sie allemal. In einem Test lief sogar ARMA 3 in niedriger Auflösung und bescheidener Detaileinstellung flüssig. Auch Diablo 3 kann bis 1080p Auflösung mit hohen Details flüssig gespielt werden. Wer die FPS stabil oben halten will, sollte allerdings auf Mittel stellen. Fakt ist, dass die extrem hohe, native Auflösung des Spectre x360 beim Spielen in nahezu keinem Fall ausgefahren werden kann. Aber das versteht sich wohl auch schon von selbst.

 

Folgende Werte wurden bei Benchmarks erzielt:

Geekbench 3 (CPU): 6361

3D Mark: 64’276

 

Das uns vorliegende Gerät besitzt eine 256 GB SSD im M.2-Format von LITEON. Diese ist in zwei Partitionen unterteilt, eine für die Wiederherstellung (12.9 GB) und eine für Windows (224 GB).

 

Nach der Ersteinrichtung und der Installation der Updates (aus 3 Orten: Store, Windows Update und HP Support Assistant) sind noch 190 GB auf der Festplatte verfügbar. Beim Installieren der Updates mit Hilfe des HP Support Assistants wurde auch direkt mein HP Officejet 6700 Premium-Drucker im Netzwerk erkannt und installiert – ein nettes Feature.

 

Trotz einiges an Leistung wird das Gerät nicht all zu warm – und das obwohl der Lüfter im Normalgebrauch selten, und wenn, dann sehr leise läuft.

Das Display

Das 15.6 Zoll grosse IPS-Display des Spectre ist eine Augenweide. Es löst mit UHD (3840×2160) auf und bietet eine beeindruckende Blickwinkelstabilität. Pixel sucht man vergebens. Der Schwarzwert ist gut und die Ausleuchtung gleichmässig, auch am Rand gibt es keine wesentlichen hellen Stellen. Das Display unterstützt Multitouch, welches auch sehr zuverlässig funktioniert hat.

 

Ebenfalls gut sind die Helligkeitswerte, die uns beim Testen eines mobilen Gerätes, wie diesem Convertible, positiv aufgefallen sind. So kann das Spectre x360 auch bei intensiver Lichteinstrahlung noch einigermassen genutzt werden.

HP Spectre X360
Das Display machte im Test einen wirklich sehr guten Eindruck.

Scharnier und der Tabletmodus

Das Scharnier, welches erlaubt, dass das Display stufenlos um bis zu 360 Grad umgeklappt werden kann, macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Einwände anderer Berichte, dass der Bildschirm nicht stabil ist, wenn man den Touchscreen benutzt, konnten wir nicht nachvollziehen. Bei unserem Testgerät waren wir sogar beeindruckt, wie wenig sich das Display beim Verwenden der Touchbedienung bewegt.

 

Dreht man das Display auf über rund 200 Grad, erkennt Windows den Tabletmodus und die Tastatur wird deaktiviert, so dass man nicht versehentlich auf die Tasten drückt, da die Tasten sich im Tabletmodus an der Unterseite des Gerätes befinden. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber dank der zuverlässigen Deaktivierung der Tasten problemlos gelöst.

Audio

Die vier eingebauten Bang & Olufsen-Lautsprecher sind ein Pluspunkt des Spectres x360 und bieten einen echten Mehrwert – sofern man darauf Wert legt. Der Ton ist klar und ausgewogen, wenn auch nicht all zu basslastig, was bei der Grösse aber auch nicht zu erwarten ist. Schliesslich fehlt den Tieftönern hier entsprechend das Volumen. Mit der installierten B&O App kann das Klangvergnügen noch weiter konfiguriert und an eure eigenen Präferenzen angepasst werden. Der Sound ist eine willkommene Besonderheit im Vergleich zu vielen anderen Notebooks und so steht auch einem guten Musik- oder Film-Erlebnis mit dem Convertible nichts im Wege.

Bang & Olufsen Lautsprecher

Die Tastatur

Das Spectre x360 bietet eine vollwertige, auffällig flache Tastatur, mit 1.4 mm Erhebung bzw. Druckdistanz. Im Vergleich zur ausgezeichneten Tastatur eines Lenovo X220T-Tablets konnten wir allerdings feststellen, dass wir etwas mehr Fehler produzierten, bei ähnlicher Geschwindigkeit. Die angenehme Hintergrundbeleuchtung kann über eine immer beleuchtete Funktionstaste ein- bzw. ausgeschaltet werden. Angenehm hervorzuheben ist auch, dass die F-Tasten erst über die FN-Taste aktiviert werden, und so die Funktionstasten (Lautstärke, Helligkeit , Flugmodus etc.) direkt ohne FN-Taste verwendet werden können, was uns ein wenig an die Funktionsleiste der Macbooks von Apple erinnert.

 

Wie erwähnt wird die Tastatur automatisch deaktiviert, sobald ein gewisser Winkel des aufgeklappten Bildschirmes erreicht wird (circa 200 Grad), so dass im Tablet-Modus nicht versehentlich Tasten gedrückt werden können. Denn liegt das Tablet auf den Beinen, werden Tasten gedrückt (aber kein Befehl ausgeführt). Inwiefern das negativ ist für die Langlebigkeit der Tastatur, lässt sich in der kurzen Testphase nicht beurteilen.

HP Spectre X360
Die flache Tastatur

Das Touchpad

Das sehr grosse Touchpad ist eines der Pluspunkte des Spectre x360. Es unterstützt Multitouch und ist aufgrund der Grösse sehr angenehm zu verwenden. Touchbefehle werden präzise ausgeführt und auch das Auflegen des Handballens beim Schreiben verursacht keine Fehleingaben, da dieser sehr zuverlässig erkannt wird. Da gibt’s nichts auszusetzen, das wünscht man sich für jedes Notebook.

Das riesige Touchpad

Akkulaufzeit

UHD-Display und schnelle CPU (ver)brauchen einiges an Strom und daher stellt man sich hier berechtigterweise auch die Frage nach der Ausdauerfähigkeit des Akkus.

 

Das Spectre x360 besitzt einen 3-Zellen Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 64.5 Wh. In unseren Tests hatten wir damit keine Schwierigkeiten locker einen ganzen Arbeitstag mit dem System aushalten zu können. Da die hohe Grundhelligkeit des Displays ebenfalls schon dazu beiträgt, dass man diese oftmals nicht bis zum Anschlag ausführen muss, waren wir sowieso recht schnell auf der sicheren Seite.

 

Schwieriger wird es allerdings beim Streamen von hochauflösendem Content wie man es beispielsweise von FullHD Videos bei YouTube kennt. Hier geht der Akku schon etwas schneller zur Neige, allerdings holt man auch hiermit noch gut mindestens 4 Stunden raus, mit entsprechenden Einstellungen. 

Software

Das Gerät wird mit Windows 10 Home 64-bit ausgeliefert und bietet dabei keine Überraschungen. Dazu liefert HP ihren Support Assistant mit nützlichen Features mit. Es wird nur weniges an Bloatware mit installiert (z.B. Candy Crush, Snapfish, Twitter). Diese Apps können jedoch einfach deinstalliert werden. Hervorzuheben ist das Programm HP Lounge, mit der 12 Monate kostenlos Musik gestreamt werden kann.

 

Als Antiviren/Antispy-App wird McAfee LiveSafe (1-Jahres-Abo inkl.) mit installiert. Die Software bremst unserer Erfahrung nach das System allerdings etwas aus, vor allem bei der Installation von grossen Programmen (Visual Studio 2015) war dies doch spürbar. Generell sollte man aber auf eine Antivirensoftware nicht verzichten. Sicherheit geht natürlich in erster Linie vor.

Fazit: Das HP Spectre x360 überzeugt auf vielen Ebenen

HP bietet mit dem Spectre x360 ein sehr schönes, interessantes Gerät mit vielen Stärken an. Das Display ist ausgezeichnet und der von den Bang & Olufsen-Lautsprechern generierte Sound ist beeindruckend. Das grosse Touchpad mit Multitouch-Unterstützung macht ebenfalls eine menge Spass.

 

Das stabile Scharnier und die damit verbundene Möglichkeit, das Gerät auch als Tablet einzusetzen, gibt dem Spectre x360 einen Mehrwert, wobei die eigentlich durchschnittlichen 1820 Gramm für ein Tablet doch etwas viel sind, aber das haben Convertibles nun einmal so an sich. Im Test zeigte sich zwar, dass die Tastatur eher zum Durchschnitt gehört, aber keinesfalls unbrauchbar ist. In einem Satz: HP hat mit dem Spectre x360 sehr viel richtig gemacht. Dies hat aber auch seinen Preis, der meiner Meinung nach aber gerechtfertigt ist.

 

Die Frage, ob das Gerät eine Alternative zum Surface Pro 4/Book ist, kann nicht direkt beantwortet werden, da wir nur die 15-Zoll-Variante testen konnten. Aufgrund des Grössenunterschiedes kann man die Geräte kaum vergleichen. Da die 13-Zoll-Variante jedoch sehr ähnlich ist (kein UHD-Display), ist diese aufgrund der hohen Verarbeitungsqualität sicherlich ein Konkurrent zu den Microsoft-Geräten.

 

An der Stelle muss man aber noch generell anmerken, dass das Surface Book auch eher der Kategorie der Detachables angehört und das Display des Spectre x360 nicht abnehmbar ist. Ein Vergleich ist hier also eher schwierig.

Preis

Der aktuell günstigste Preis für das Spectre x360 in unserer Konfiguration liegt laut Toppreise.ch bei 1399 SFr.. Die Core i7-Version mit 16 GB RAM und 512 GB SSD ist aktuell ab 1694 SFr. zu haben. In Deutschland listet Notebookbilliger.de die zwei Versionen mit 1399 Euro (Core i5 / 8 GB RAM / 256 GB SSD) bzw. 1699 Euro (Core i7 / 16 GB RAM / 512 GB SSD)

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