Di. 03. Januar 2017 um 23:25

Review: Honor 6X im Test

von Barbara Walter-Jeanrenaud2 Kommentare

Huawei bringt mit dem Honor 6X ein neues Smartphone auf den Markt. Die Tochterfirma Huaweis fiel in den vergangenen Jahren immer öfter mit starken Geräten zu günstigen Preisen auf und erfreut sich mittlerweile weltweit grosser Beliebtheit. Was das auf der CES 2017 in Las Vegas soeben vorgestellte Smartphone zu leisten im Stande ist, haben wir für euch vorab getestet.

Inhaltsverzeichnis

1. Lieferumfang, Design und Haptik

2. Technische Details

3. Hardware

4. Software

5. Kamera

6. Akku

7. Sound- und Verbindungsqualität

8. Preis und Verfügbarkeit

9. Fazit

 


Honor 6X
Frisch vorgestellt: Das Honor 6X

1. Lieferumfang, Haptik und Design

Das Honor 6X kommt in einem handelsüblichen blauen Pappkarton daher. Im Inneren der Schachtel befindet sich obenauf das 5.5 Zoll grosse Smartphone. Darunter das Mäppchen mit SIM-Kartenslot-Öffner sowie das Netzteil und das Micro-USB-Kabel. USB-Type-C kommt leider nicht zum Einsatz.

 

Auf den ersten Blick fällt einem das hübsche, schlichte Smartphone im Honor-typischen Stil positiv auf: Die Verarbeitung ist optimal, an keiner Stelle finden sich Kratzer, störende Grate oder herausstehende Teile. Der Rücken des Geräts besteht aus Aluminium und sieht edel aus. Auf der Rückseite befinden sich am oberen und unteren Rand die Antennenstreifen, im oberen Drittel zudem die Dual-Hauptkamera und der Blitz, direkt darunter der Fingerabdrucksensor. Im unteren Drittel prangt das Honor-Logo sowie die Modellinformation. Auch auf der Vorderseite des Honor 6X ist das Firmenlogo unten zu finden, über dem Touchscreen sitzt die Frontkamera. Einen Homebutton gibt es nicht. Am unteren Rand befindet sich zwischen den Lautsprechern der Micro-USB-Anschluss, am rechten Rand der Power-Button und die Lautstärkewippe. Am oberen Rand des Geräts sitzt der 3.5 mm Klinkenanschluss, an der linken Seite der Slot für die Nano-SIM-Karten sowie die Micro-SD-Karte.

 

Das Honor 6X liegt gut in der Hand. Das Material fühlt sich auch nach längerem Telefonieren angenehm an, das Gerät wird auch nicht besonders warm dabei. Die Abmessungen sind durchschnittlich, das Smartphone kommt einem weder besonders dick, noch ausserordentlich dünn vor, das Gewicht von 162 Gramm bewegt sich auch in normalen Gefilden und verteilt sich gut über das Gerät, denn es verfügt über einen tollen Schwerpunkt. Es wirkt ordentlich austariert und droht nicht bei kleiner Unachtsamkeit aus der Hand zu fallen, eine schöne Sache. Die verschiedenen Buttons verfügen allesamt über einen sehr guten Druckpunkt. Die Knöpfe wackeln nicht und lassen sich gut drücken. Der Widerstand ist genau richtig eingestellt, sodass man nicht ständig aus Versehen lauter schaltet, aber doch kein Krafttraining für die Finger benötigt.

 

Was manchen sicher gut gefällt, anderen aber so gar nicht, ist die für Honor und Huawei typische vorinstallierte Schutzfolie auf dem Display. Die einen schwören darauf, andere hassen sie – wie auch immer: Sie ist nicht einfach zu entfernen. Zwar beeinträchtigt die Plastikfolie die Nutzung in keiner Weise, allerdings bekommt man kein “pures” Touch-Erlebnis. Etwas ungeschickt ist zudem, dass die Folie zwar das Touch-Display voll umfasst, die normalerweise aber viel anfälligeren Seitenbereiche aber ausser Acht lässt. Vor der Verwendung einer eigenen Folie oder Schutzglasschicht muss jedenfalls erst die Honor-Folie aufwendig abmontiert werden.

2. Technische Details

Software Android 6.0 + EMUI 4.1
Display5.5 Zoll LCD LTPS-Display, 1920 x 1080 Pixel (403 ppi)
Prozessor Kirin 655 Octacore, 4 x 2.1 GHz, 4 x 1.7 GHz
Arbeitsspeicher 3 GB RAM
Interner Speicher 32 GB, erweiterbar per Micro-SD bis zu 128 GB
Steckplätze2 x Nano-SIM oder 1 x Nano-SIM + 1 x Micro-SD
Kamera

Hauptkamera: Dual-Kamera 12 MP + 2 MP

Frontkamera: 8 MP

Akku3’340 mAh 
Abmessungen150.9 mm x 76.2 mm x 8.2 mm, 162 Gramm
AnschlüsseMicro-USB-Anschluss, 3.5 mm Klinkenanschluss
Verbindungen

WiFi 802.11 b/g/n 2.4 GHz

Bluetooth 4.1

LTE

Fingerabdrucksensor 

Ja

3. Hardware und Leistung

Wie in der Tabelle zu sehen ist, handelt es sich beim Honor 6X um ein durchaus starkes Mittelklasse-Gerät. Der Octacore-Prozessor verrichtet seinen Dienst wunderbar, es kam im Test zu keinen nennenswerten Störungen in der Bedienung. Alle Apps öffneten sich schnell und funktionierten auch unter Last gut, lediglich bei der Nutzung mehrerer durstiger Apps kam es zu Rucklern. Aufwendige Spiele wie Real Racing 3 konnten problemlos gespielt werden. Die Grafik des Geräts schwächelt im direkten Vergleich zum Samsung Galaxy S7, ist allerdings gut genug, um das Spiel entspannt spielen zu können.

 

Im Benchmark Geekbench 4 erreicht das Honor 6X 764 Punkte im Single-Core Score und 3297 Punkte im Multi-Core Score. Dies entspricht in etwa der Leistung des Samsung Galaxy Note 4 von 2014. Das ist nicht bezaubernd, aber für ein 250 Franken teures Gerät in Ordnung. Im alltäglichen Gebrauch bemerkt man von dem doch recht grossen Abstand zu den Spitzengeräten nicht viel, lediglich beim Nutzen unter vollster Last kommt das Honor 6X an seine Grenzen.

 

Das Full-HD-Display des Honor 6X ist sehr schön anzusehen, denn es zeigt sich zum einen sehr scharf, zum anderen schön hell. Die Farben werden klar wiedergegeben und auch die Ränder von Bildschirminhalten sehen gut aus. Der Kontrast ist gut, genauso wie das Farbspektrum. Die Farbtemperatur kann sehr individuell angepasst werden, indem man in den Einstellungen im Farbenkreis seine liebste Kombination auswählt.

4. Software und Fingerabdrucksensor

Vorinstalliert ist auf dem Honor 6X Android 6.0 mit dem User Interface EMUI 4.1. Android wirkt sehr schön aufgeräumt und das Gerät wartet kaum mit Bloatware auf. EMUI 4.1 ist hübsch anzusehen und funktioniert einwandfrei. Alle Apps sind auf den verschiedenen Widgets angeordnet, es gibt kein Gesamtmenü. Leute, die von einem iPhone umsteigen, müssten also nicht “umlernen”. Die vorinstallierte Kalender-App ist erfreulich gut und kommt wunderbar auch mit verknüpften Microsoft– und Apple-Kalendern zurecht.

 

Sehr positiv überraschen kann der Fingerabdrucksensor. Dieser reagiert sehr schnell und unglaublich präzise. Im direkten Vergleich liess sich das Gerät in 10 von 10 Fällen sofort entsperren, das Apple iPhone 7 Plus nur in 8 von 10 Fällen. Es kam im Test kein einziges Mal vor, dass der Finger nicht erkannt wurde. Das ist einsamer PocketPC.ch-Rekord im Rahmen unserer Testberichte!

5. Kamera

Eine Dual-Kamera bringen nicht alle Hersteller in einem Mittelklasse-Gerät unter, deshalb waren wir insbesondere hier ziemlich gespannt auf die Ergebnisse unsere Kamera-Tests. Um das Positive vorwegzunehmen: Die Einstellungsmöglichkeiten der Kamera-App sind allererste Sahne. Die App bietet alles, was das Herz begehrt: Von Selfie-Beauty-Einstellungen über Videoverschönerungen bis hin zu einem sehr guten Profi-Modus ist alles dabei, was man braucht (und auch nicht benötigt).

 

Bei guten Lichtverhältnissen ist die Kamera durchaus gut brauchbar. Sie schiesst ansprechende Fotos, mit wenigen Voreinstellungen im Profi-Modus sogar ziemlich gute. Für die Testbilder haben wir allerdings wegen der grösseren Vergleichbarkeit den Automatik-Modus gewählt. Auf dem Smartphone-Display selbst sehen die Bilder sehr hübsch aus, vergrössert am PC bemerkt man dann aber schon Schwächen, insbesondere im Bildhintergrund.

 

Bei schlechteren Lichtverhältnissen wird es schwieriger, gute Fotos zu machen. Die Bilder wirken sehr schnell verrauscht und verpixelt. Details sind dann kaum noch zu erkennen.

 

Bei Tageslicht werden die 1080p Videoaufnahmen detailreich und gut, bei schlechteren Lichtverhältnissen nimmt die Qualität ganz schnell ab. Da hilft auch der Video-Verschönerungsmodus nicht weiter.

 

 

Die Selfie-Cam ist mit 8 MP gut bestückt und zeigt wieder einmal, dass Selbstporträts noch lange nicht out sind. Die Fotos werden gut und dank Beauty-Modus kann man sich das Schminken sparen. Nein, im Ernst, der Schminkmodus ist eine Spielerei und bleibt es auch. Ein Partygag ist er allemal. Für Videotelefonie ist die Frontkamera ebenfalls gut geeignet.

Honor 6X Beispielbild
Bei diesem wunderbaren Schminkflinten-Modus muss es einfach ein Duck-Face sein!

6. Akku

Der 3’340 mAh starke Akku versorgt das Honor 6X über mindestens einen Tag hinweg mit genügend Energie. Im Single-SIM-Modus mit eingesteckter Micro-SD-Karte kam das Gerät bei normaler Nutzung mit Telefonie, ein wenig Spielen, Nachrichten schreiben per WhatsApp, Threema und Telegram sowie Austesten der Kamera auf etwa zwölf Stunden Laufzeit, bis zur Warnung, dass der Akku langsam zur Neige ging. Bei weniger frequenter Nutzung hält das Gerät sicher auch bis zum nächsten Tag durch.

 

Bei Nutzung der Dual-SIM-Funktion mit zwei Nano-SIM-Karten kamen wir auf weniger Akkulaufzeit. Hier rief das Honor 6X bereits nach neun Stunden nach einer Stromquelle. Man muss allerdings dazu sagen, dass sich sowohl eine schweizerische, als auch eine deutsche SIM-Karte im Gerät befanden und wir uns im Grenzgebiet aufhielten und somit ständig Roaming nutzten.

7. Sound- und Verbindungsqualität

Hört man mit dem Honor 6X Musik oder schaut einen Film, fallen die Ohren nicht ab. Der Sound ist ok, die Audioqualität ist für ein Smartphone dieser Preisklasse durchschnittlich. Man hat es aber schon angenehmer aus Handys schallen hören, allen voran natürlich aus den HTC-Geräten mit Boomsound-Technologie. Musik klingt schnell blechern und in den Höhen nicht ganz sauber wiedergegeben. Mit Kopfhörern ist die audiale Vergnügen aber durchaus in Ordnung.

 

Die Verbindungen via WLAN und Bluetooth sind sehr gut, schön wäre gewesen, wenn auch WLAN mit 5 GHz unterstützt würde. Auch im Mobilfunknetz bewegt sich das Gerät sicher und genauso gut wie die teuren Vergleichsgeräte. Leider ist nur eine SIM-Karte im Hauptslot LTE-fähig. NFC ist ebenfalls an Bord, was eine schöne Sache ist. Beim Telefonieren ist der Sound gut, denn man kann das Gegenüber gut verstehen. Auch die Mikrofone arbeiten zuverlässig, man selbst wird gut verstanden. Das Gerät filtert zudem Nebengeräusche ordentlich heraus.

8. Preis und Verfügbarkeit

Das Honor 6X kommt zu einem Preis von 249 Euro bzw. Franken auf den Markt. Es ist in der Schweiz und Deutschland per sofort verfügbar und kann in den Farben Gold, Silber und Grau erworben werden.

 

In der Schweiz ist das Gerät in den nächsten vier Wochen exklusiv nur bei Microspot zu haben, danach bekommt man es auch bei anderen Händlern.

Zudem wird in naher Zukunft auch eine Variante auf den Markt kommen, die mit einem 64 GB grossen internem Speicher und 4 GB RAM ausgestattet ist. Dieses Gerät soll nicht wesentlich teurer werden und könnte einigen Highend-Flaggschiffen das Wasser abgraben.

9. Fazit

Für unter 250 Franken gibt es derzeit wohl kaum ein ähnlich gutes Smartphone. Abstriche muss man lediglich bei der Kamera machen, die nicht mit der von 800 Franken teuren Flaggschiffen von Samsung, Huawei, Apple und Co. mithalten kann, für alltägliche Schnappschüsse reicht sie aber allemal aus. Die Kamera-App hingegen ist sehr gut und besticht durch ihre vielfältigen Möglichkeiten.

 

Der Akku ist erfreulich stark und langlebig, die 3’340 mAh liefern ordentlich Power. Der Fingerabdrucksensor ist auch ein Highlight: Im Test konnten wir keine Fehlfunktion herbeiführen, egal wie krumm wir den registrierten Finger auch auflegten. Hier sind wir echt begeistert!

 

Auch die Verbindungsqualität ist gut. Sämtliche Bluetooth-Geräte verbanden sich prompt mit dem Honor 6X und auch die WLAN-Verbindung stand der von Konkurrenzgeräten in nichts nach. Das Mobilfunksignal wurde überall gut eingefangen und zeigte sich auch bei Dual-SIM-Nutzung stark.

 

Alles in einem ist das Honor 6X ein wirklich empfehlenswertes Smartphone in der Preisklasse bis 250 Franken bzw. Euro. Vergleichbar teure Geräte wie das Samsung Galaxy A3 oder das HTC Desire 628 verfügen über bedeutend weniger Ausstattung, schwächere Prozessoren oder wesentlich schlechtere Displays. Die Ausstattung des heute als Mittelklasse-Gerät auf den Markt kommenden 6X entsprach noch vor ein bis zwei Jahren einem Highend-Gerät und ist somit wirklich sehr günstig zu haben.

vg-wort
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2 Antworten zu “Review: Honor 6X im Test”

  1. Entrail sagt:

    Schreibfehler: “[..] Firmenlogo im unten zu finden”

  2. Marcel Laser sagt:

    Danke, ist korrigiert 🙂

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