Mo. 14. Januar 2019 um 7:54

Review: Faltbare Drohne Simulus WiFi-FPV-Quadrocopter von PEARL im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Die GH-55.fpv vom bekannten Versandhandel PEARL ist ein günstiger Quadrocopter, sprich, eine WLAN-Drohne. Drohnen sind ja heute in aller Munde. Spätestens, wenn wegen ihnen Flughäfen vorübergehend den Verkehr einschränken, lesen und hören wir allerorten von den fliegenden kleinen Technikwundern.

 

Doch was taugt das Fluggerät zum Einstiegspreis? Das wollen wir heute für euch in dieser Review herausfinden.

Lieferumfang der PEARL Simulus FPV Drohne

Im Lieferumfang der FPV-Drohne sind neben einer Anleitung zum zusammengeklappten Quadrocopter und einem kurzen microUSB-Kabel zum Aufladen vier Rotorschutz-Bügel zum Aufstecken sowie vier Ersatz-Rotoren. Hinzu kommt die aufklappbare Fernbedienung, in die bei Bedarf ein Smartphone von bis zu 8 cm Breite eingeklemmt werden kann. Dieses dient dann an Display für die Foto und Videoaufnahmen.


PEARL Simulus Drone Faltbarer FPV-Quadrocopter NX-9640

Hardware und Ausstattung

Der Quadrocopter GH-55.fpv ist unter dem Namen Simulus WiFi-FPV-Quadrocopter beim Versandhandel PEARL erhältlich kommt das faltbare fliegende Augenpaar daher. Ja, zwei Kameras. Eine manuell neigbare HD-Front-Kamera mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixel (720p), sowie eine VGA-Kamera an der Gehäuse-Unterseite mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixel (480p) können per WLAN direkt Bilder und Aufnahmen an das Smartphone übertragen.

 

Da die Drohne im 2.4-GHz-Frequenzband arbeitet, ist ein störungsfreie Flug auch bei dichtem Flugverkehr möglich. Sie ist nur 14.5 x 6 x 17 cm gross und wiegt lediglich 153 Gramm. Damit ist sie unterhalb vieler Einschränkungen und benötigt zumindest in Deutschland und der Schweiz keine besondere Genehmigung. Für kleine Kinder jedoch ist sie trotzdem noch nichts und auch grössere sollten wohl eher unter Aufsicht damit spielen.

Zum einfachen Transport lässt sie sich zusammenfalten. Dabei werden die vier Arme mit den Rotoren einfach zum Körper hin zusammengeklappt. Das geht auch noch, wenn die Rotorenschutzbügel montiert sind.

 

Die Stromversorgung der Fernsteuerung des PEARL Quadrocopters erfolgt über zwei handelsübliche Batterien, während die Drohne selbst einen auswechselbaren Lithium-Polimer-Akku mit 1.000 mAh für bis zu zehn Minuten Flugzeit besitzt, der per mitgeliefertem microUSB-Kabel aufladbar ist. Jedoch direkt am Akku und nicht, wenn er in der Drohne eingesetzt ist. Die Fernbedienung misst 165 x 140 x 70 mm und ist zusammengeklappt nur noch 55 mm hoch. Ohne Batterien wiegt sie 134 Gramm, denn sie wird mit zwei handelsüblichen AAA-Batterien versorgt. Man kann die Drohne auch nur mit der mitgelieferten Fernbedienung und ohne Smartphone benutzen.

 

Das 6-Achsen-Gyroskop und die automatische Stabilisierung per Optical Flow, wobei auch die Kamera an der Unterseite zur Bewegungserkennung dient, versprechen, das Fliegen der Drohne zum Kinderspiel zu machen. Die besonders stabilen Flugeigenschaften und die LED-Signallichter an allen vier Rotoren erleichtern die Orientierung und den Flug auch in offenem Gelände. Dabei hat der Quadrocopter von Simulus eine Reichweite von 100 Meter und ist dank Dual-Antenne an der faltbaren 6-Kanal-Fernsteuerung bestens steuerbar. Die Fernbedienung der Simulus Kameradrohne hat zwei Steuerhebeln für 360°-Richtungskontrolle und Tasten zum selbstständigen Abheben und Landen, für Not-Landung, für 3D-Flugmanöver, die drei Geschwindigkeits-Stufen, die Headless- und die Rückkehr-Funktion sowie zur Aufnahme von Fotos und Videos.

Benutzung und Funktionen der FPV-Quadcopter Drohne

Die PEARL Drohne wird ganz einfach per WLAN mit einem Smartphone verbunden. Nur eines gleichzeitig kann verbunden werden. Dazu schaltet man sie ein und betritt das entsprechende WLAN-Signal. Nutzt man kein Smartphone, lässt sich die Drohne auch nur per Fernbedienung steuern. Alternativ kann sie auch nur per Smartphone gesteuert werden. Am komfortabelsten jedoch ist die Kombination aus beidem, denn so können die beiden Joysticks, links für Höhe und horizontales Schweben, sowie rechts für Drehungen und Vor/Zurückflug, benutzt werden.

Das ganze funktioniert, sobald man die kostenlose App für Android oder iOS eingerichtet hat, ganz gut.

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Zugegeben ist sie nicht sehr selbsterklärend und die englische Übersetzung hapert an vielen Stellen. Bis man raus gefunden hat, dass der Master-Modus meint, dass die App per Bilderkennung ein Objekt wie Personen oder Fahrzeuge auf Wunsch und Antippen verfolgt, dauert etwas. Im Flight Mode kann die App auch so konfiguriert werden, dass Neigung und Drehung direkt die Drohne steuern oder sogar ein AR-Modus genutzt werden. Damit kann das Smartphone in eine AR-Brille, beispielsweise ein Google Cardboard, gesteckt werden, und so direkt und immersive gesteuert werden. Ein Smartphone oder kleines Tablet bis 8 cm lässt sich jedoch sehr gut und zuverlässig in die Fernbedienung einklemmen und so als Display für die faltbare Drohne nutzen.

 

Das Ganze funktioniert nach etwas Eingewöhnungszeit recht gut und die kleine Drohne ist erstaunlich wenig und Flugstabil. Die Gehäusekamera, die fix nach unten zeigt, hilft dem Gadget sehr gut, die Höhe zu halten, so dass das Fluggerät toll ohne weiteres Zutun schweben kann. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Untergrund nicht zu sehr reflektiert und hell genug ist. Über Wasser und Schnee kann die Drohne nur schwer die Höhe halten und in der Dämmerung tut sie sich auch schwer. Die Hauptkamera dient lediglich für Video- und Fotoaufnahmen – doch dazu gleich mehr.

Die Steuerung funktioniert recht zuverlässig und präzise. Die Features wie 3D-Stunts sind lustig anzusehen und klappen tadellos auf Knopfdruck, das Starten und Landen ebenso. Auch der Headless-Modus lässt sich sehen und wäre bei dieser Preisklasse eher nicht zu erwarten gewesen. Die drei Geschwindigkeitsstufen reichen durchaus zur Kontrolle aus und zeigen merkliche Unterschiede, so dass man auch etwas davon merkt. Wenn der Akku zuneige geht, landet die Drohne zuverlässig selbstständig. Die Flughöhe der FPV-Drohne ist mit gut fünf Meter angenehm

Wichtig ist natürlich, dass man möglichst im offenen Gelände fliegt und keine Persönlichkeitsrechte verletzt. Auch so kleine Drohnen dürfen nicht über fremde Grundstücke geflogen werden und wenn Dritte gefilmt oder fotografiert werden könnten, müsst ihr die Erlaubnis dazu haben. Und im Umfeld von Flughäfen und wichtigen Infrastrukturen ist generell Flugverbot für Drohnen. Leider können die Regelungen und Vorschriften von Kanton zu Kanton unterschiedlich sein. Informiert euch also bitte bevor ihr startet, wie und wo genau ihr fliegen dürft.

Wenn ihr ein geeignetes Flugareal gefunden habt, steht dem Spass mit der Simulus Drohne nichts mehr im Weg. Sie ist wirklich unterhaltsam zu bedienen und zu fliegen. Achtet jedoch unbedingt auf Hindernisse! Unser Glückspilz vom Adventsgewinnspiel hat leider kein Glück beim Fliegen gehabt und schon beim ersten Flugversuch den einen Motor der Drohne zerstört, wie unserer Elfe berichtet wurde. Trotz Rotorenschutz. Dieser ist nicht rundum angebracht und kann so leider nicht alles auffangen.

Leichte Stürze überlebt der Quadrocopter schon mal, jedoch kommt es auf die Art und Beschaffenheit des Hindernisses und des Untergrunds an, ob dabei nur ein paar Schrammen entstehen oder teile Zerbrechen. Mit etwas Pech kann so eben auch einer der vier Motoren irreparabel zu Bruch gehen.

 

 

Der mitgelieferte Akku hält übrigens gut zehn bis 15 Minuten Flugzeit durch, lädt jedoch in ca. 90 bis 100 Minuten per microUSB wieder auf, so dass wir dringend empfehlen, mehr als einen Akku zu kaufen. Gut, dass die Drohne selbst landet, wenn der Akkustrom zu gering wird.

Videoqualität der Simulus Drohne GH-55.fpv

Natürlich ist von 720p (1280 x 720 Pixel) bei der manuell justierten Hauptkamera mit fixem Fokus sowie bei VGA (640 x 480 Pixel) der Gehäuse-Unterseite mit einer Auflösung nicht mit gestochen scharfen Bildern zu rechnen. Leider ist auch die App nicht sonderlich komfortabel gestrickt, was das an geht und die Videokompression ist derart hoch, dass bei schnellen und mittelschnellen Flügen das Bild eigentlich nur noch Pixelmatsch wird. Schade. Im Nachfolgenden seht ihr ein Video und Fotoaufnahmen der faltbaren Simulus FPV-Quadrocopter-Drohne. Sie werden als MP4-Videos ohne Ton und als JPEG-Fotos gespeichert.

Preis und Fazit

Die Simuls Quadrocopter FPV-WLAN-Drohne ist ein interessantes Stückchen Technik. Sie ist zum Preis von von 79,90 Euro bzw. 99.95 SFr. direkt bei PEARL sowie bei Amazon erhältlich.

Da die Kamera so niedrig aufgelöst ist und auch die Aufnahmen nicht wirklich ansehnlich werden, taugt die faltbare Simulus Drohne WiFi-FPV-Quadrocopter von PEARL eher als Spielzeug zum Fliegen und zum Ausprobieren, ob man vielleicht an diesem Hobby Freude haben könnte. Wirklich als Kameradrohne einzusetzen ist die Simulus GH-55.fpv nicht, da man oft nicht so recht erkennt, was sie nun gerade filmt. Aber als RC-Flugzgerät macht sie allemal Spass!

Toll ist, das sie durch die einklappbaren Rotorenarme platzsparend zusammengefaltet werden kann – ebenso wie die Fernbedienung. Handelsübliche Batterien in der Fernbedienung sind ein Plus, allerdings ist der 1 Ah Akku in der Drohne nun doch etwas klein dimensioniert worden. Wichtig ist daher, gleich noch einen Akku dazu zu bestellen, da sonst der Flugspass sehr kurz sein könnte. Doch die Zusatzakkus sind nicht sehr teuer.

Wer also nicht zuviel Geld ausgeben mag, um sich im Drohnenflug mal zu versuchen oder die Kinder damit zu beglücken, macht mit der faltbaren Simulus Drohne WiFi-FPV-Quadrocopter GH-55.fpv von PEARL nichts verkehrt.

vg-wort
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